Notennot

„Frl. Krise! Haben sie nachgeguckt?“ Ich bleibe stehen. Es nieselt und meine Frisur leidet. Malik aus der 9a ist das egal. Er will wissen, was er für eine Note in Deutsch bekommt und das möglichst sofort.
„Malik! Ich hab dir doch schon vorhin gesagt, das erfährst du in der 9. Stunde, wenn wir Deutsch haben!“
Malik trampelt ungeduldig von einem Bein aufs andere. „Jetzt sagen Sie’s schon!“ befiehlt er. „Ich krieg eine Drei? Oder?“
„Ich w e i ß es nicht!“ Ich marschiere weiter. Malik verfolgt mich.
„Wieso wissen Sie das nicht?“
„Mensch, Malik! Wie soll ich mir denn alle Noten merken?“
„Aber ich bin doch Ihr Lieblingsschüler!“ Er guckt mich an wie ein Dackel.
„Wenn DU nicht mal deine Noten kennst …,“ sage ich und biege links ab.
„Ich kenn ja meine Noten! Ich habe eine Drei geschrieben!“
„Ja, eine!“ sage ich unheilvoll und entschwinde im Lehrerzimmer.
„Die können einem vielleicht auf den Wecker gehen mit den Noten….“ sage ich und seufze. „An jeder Ecke lauern sie einem auf!“
Keiner antwortet. Frau Herz brütet über ihrem Notenheft, Frau Erbs überträgt Noten in den Computer und Karl druckt gerade die Formulare für die Arbeit- und Sozialnoten aus.
Frau Zimmer starrt auf den Bildschirm. Sie ist die einzige im Kollegium, die noch keinen Email-Briefkasten hat und sie versucht immer mal wieder den Rechner zu starten, indem sie auf den kleinen Windowsaufkleber drückt…
„Wie komm ich noch mal in das Zensurenprogramm?“ fragt sie.
„Genau so wie im letzten Jahr,“ sagt Frau Herz herzlos und hörbare Stille senkt sich über den Raum.

Zum Glück klingelt es und ich darf gleich wieder los. Zu den Schülern meiner Kunst-Neun, die auf ihre Benotung warten. Aber nicht geduldig und demütig, wie wir früher, sondern fordernd und widerborstig.
Ich lese die erste Kunstnote vor. „ Ali: 6 Punkte,“ – weiter komme ich nicht.
Ali ist aufgesprungen und ruft: „Was sechs Punkte! Wieso sechs Punkte! Ich hab voll schöne Bilder gemacht! Aboooo! Sechs Punkte! Niemals!“
Ich lese noch einmal die Einzelnoten vor (die bekannt sind) erläutere umständlich, wie ich alles aus- und errechnet habe, aber das nützt nichts. Ali echauffiert sich weiter.
Auch Cem, der als nächster dran ist, erregt sich. „Voll gemein! Ich hatte immer gute Note in Kunst! Bei Frau Schaum! Aber bei Sie kann man ja keine gute Note kriegen!“
Nach dem vierten oder fünften Schüler reicht es mir.
„Ok.“, sage ich, „machen wir das mal anders. Ich sag euch die Einzelnoten, dann rechnet ihr mit und wir ersparen uns das lange Rumdiskutieren. Dann wisst ihr ja gleich, dass es stimmt. Also, Jonas, pass auf! Erst mal die Noten für die Bilder: 12 plus 10 plus 8 plus….“
„Halt, halt. Ich komm nicht mit!“ Jonas ist in Stress geraten. „Nochmal!“
„Kein Problem! 12 plus 10 plus 8 plus 5 plus 7 ist gleich?“
„Äh…Moment…äh.. plus 7… äh….ist 44!“
„Falsch!“
„42!“ ruft Sahar.
„Genau. Und jetzt teil das mal durch 5!“
„Geht nicht!“ schallt es von allen Seiten.
„Na, dann gibt’s dieses Jahr keine Noten,“ sage ich gut gelaunt und klappe mein Heft zu.
„Frl. Krise!“
„Dann rechnet!“ Die Mathelehrer tun mir echt leid…. müsste man nicht im 9. Schuljahr das kleine Einmaleins können?
Nach längerem Hin und Her, mit Hilfe der halben Klasse und der Finger unter Einbeziehung der mündlichen Leistung und einiger anderer Dinge hat Jonas endlich heraus, dass er auf dem Zeugnis 8 Punkte bekommt. Jonas ist fix und fertig. Soviel rechnen! Er ist zu kraftlos für Proteste. Und außerdem hat er das ja selber ausgerechnet – muss also stimmen.
Wir machen weiter. Es ist fast wie ein Spiel. Inzwischen sind mir alle auf die Pelle gerückt und rechnen wie die Weltmeister. Bei der Note von Deniz findet sich sogar noch ein Rechenfehler. Ich habe falsch aufgerundet, bzw. gar nicht. Die Klasse triumphiert. Gut, dass sie nachgerechnet haben…!
Wer weiß, was Frl. Krise sonst noch so alles falsch machen würde.
Gemeckert wird kaum noch!

Fröhlich pfeifend verlasse ich den Kunstraum. Na bitte, geht doch!
Jetzt noch Deutsch bei Malik und Konsorten.
Da gibt es dann noch einmal schwere Diskussionen.
Besonders Malik ist empört. Er bekommt nur 6 Punkte, das ist eine Vier. Dabei bräuchte er doch soooo dringend eine Drei. Ein Punkt fehlt ihm zur Drei.
„EIN Punkt! Mein Gott! Stellen Sie sich doch nicht so an!“
„Ich habe dich immer wieder dran erinnert, dass du eine Drei willst,“ sage ich kühl, „ aber der Herr mussten ja im Unterricht träumen oder mit Sina plaudern…“
Malik versucht es mit Schmeicheleien, Schimpfen und einem angedeuten Tränenausbruch, er wedelt sogar mit einem Zehneuroschein, aber ich bleibe hart. Schließlich ist das hier kein Basar…

Im Lehrerzimmer hat das Personal vor den Computern gewechselt. Herr Böck murmelt Zahlen vor sich her und tippt mit zwei Fingern, Frau Falter rechnet 45:7 auf dem Rechner und Kollege Lechner durchforstet das Programm nach einem verlorengegangenem Schüler….

Draußen ist es schon ganz dunkel. Ich müsste noch die Noten für die Zehn in Kunst eingeben, aber mir reichts. Morgen ist auch noch ein Tag.

Vor der Schule stehen Malik und Sina im Nieselregen.
„Frl. Krise“, ruft Malik, „aber wenn ich Ihnen morgen noch ein kleines Referat…“

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54 Antworten zu Notennot

    • Littlemissbad schreibt:

      Und das Schlimme ist, dass das nicht nur an der Schule sondern auch noch an der Uni so ist. Wo man annehmen müsste, dass die meisten etwas erwachsener und vernünftiger wären. Ein Komillitone (ich weiß nie, wie man das richtig schreibt) von mir meinte letztens, der Satz, den er am häufigsten denkt, wenn er über den Campus läuft, ist: „Und sowas studiert?“

      • evasbuecherkiste schreibt:

        Naja, aber manche (ich betone: manche) Lehrer und manche Dozenten geben echt merkwürdige Noten.
        Die kann man dann auch nicht mehr nachvollziehen. Da finde ich es dann doch korrekt wenn Schüler mal nachfragen oder Studenten auch mal von ihren Dozenten wissen wollen, wie diese Noten jetzt zustande kommt.
        Das ist bei Fächern – und in der Schule ist mir das extrem aufgefallen – die nur mündlich benotet werden natürlich noch viel, viel schwieriger als bei Fächern, wo es im Vorfeld bereits feste Noten gab.
        Dann lässt sich das Endergebnis nämlich halbwegs verstehen (so lange die mündliche Beteiligung nicht zu sehr ins Gewicht fällt) und es gibt „weniger“ zu meckern.
        Die Lösung von Frl. Krise halte ich übrigens für wirklich sinnig! Das hätte ich gerne mal in der Schule gehabt, allein, damit sich einige nicht über die Note beschweren und damit auch mal auffällt, dass Lehrer Fehler machen (in 13 Jahren Schule mehr als einmal am eigenen oder an der Schwester erlebten Beispielen bemerkt).
        Außerdem übt die Klasse so noch mal rechnen 😉

      • Anka schreibt:

        Nennen sie ihn doch einfach (Studienkolegge) Studienfreund, den Kommilitonen!

      • in-der-12-abbrecher schreibt:

        entweder Kollege oder gleich die neue Schreibweise: Kollega

        *klugschei*modus aus*

  1. J schreibt:

    Da Notengebung nie „objektiv“ sein kann, versuchen die Schüler selbstverständlich rauf oder runter zu handeln.

  2. RogueEconomist schreibt:

    45 durch 7! Gott sei Dank gibt es für sowas Excel! 😉

  3. seelenhafen schreibt:

    Nenn‘ sie doch einfach Mitstudenten 🙂

  4. Rana schreibt:

    Genialer Trick…. LG von Rana

  5. Frl. Rot schreibt:

    Noten vor der ganzen Klasse besprechen?
    Oje.

  6. Mrs. Porcelain schreibt:

    hihihihihi „… und sie versucht immer mal wieder den Rechner zu starten, indem sie auf den kleinen Windowsaufkleber drückt…“ grandios

  7. Olaf schreibt:

    Hat Frau Zimmer wirklich immer wieder auf den Windowsaufkleber gedrückt ?
    Ich glaube es Ihnen ja, kann es nur noch nicht so richtig fassen.
    Oder habe ich da etwas mißverstanden ?

    • frlkrise schreibt:

      Nein…leider nicht. 🙂

    • RogueEconomist schreibt:

      Tja, ich habe mal eine Bekannte, die erzählte wie sie Unterrichtsmaterial zuschneidet und aufklebt um es dann zu kopieren, gefragt warum sie das nicht einscannt und dann digital bearbeitet und und und… Tja und dann wurde ich angeschaut wie ein Auto. Di-gi-tal…

      • HarrietKrohn schreibt:

        Meine Mutter macht das auch so, mit dem Ausschneiden und Zusammenkleben. Sie hat das ihr Leben lang so gemacht und es geht extrem fix und sieht sauber aus. Wieso also für die letzten paar Jahre, die sie noch unterrichtet, mühevoll irgendwelche digitalen Spielereien erlernen, wenn’s wirklich auch so geht? Übrigens entwirft sie durchaus aus Arbeitsblätter komplett am Rechner, aber wenn Bildergeschichten usw. dazukommen, werden die eben nachher reinkopiert. Sie ist durchaus des Umgangs mit einem PC mächtig und drückt nicht auf irgendwelche Aufkleber, aber einen Scanner hat sie gar nicht. Und ob das Einscannen, ausschneiden, bearbeiten usw. wirklich schneller geht? Ich hab so meine Zweifel.

  8. Wilde Henne schreibt:

    Ein grosses Blatt Papier, auf dem alle Namen untereinander aufgelistet sind, hinter jedem Namen sämtliche Noten des betreffenden Schülers eintragen, das Blatt am Ende des Schultages an die Wand pinnen und dann nach Hause gehen. Wer was zu meckern hat, muss das in schriftlicher Form tun und zwar in einem korrekt geschriebenen Brief (wär auch grad eine Übung, die Kids sind ja in der Phase der Lehrstellensuche).
    Jaja, ich weiss… es ist gut, dass ich nicht Lehrerin bin.

    Gruss von der strengen Henne 😉

    • B wird Lehrerin schreibt:

      Also ich find das gut 🙂

    • Nania schreibt:

      Obwohl ich die gewisse Ironie in ihrem Beitrag erkenne:

      Das Problem ist, dass man das erst recht nicht darf. Die Verteilung von Noten vor der ganzen Klasse ist rechtlich schon hart an der Grenze (ganze Klasse muss zustimmen usw.) und wir waren später immer für Einzelbesprechungen in den schriftlichen Fächern (auch weil mehr Unterricht ausfiel, Schüler sind ja faul 😉 ). Punkt ist aber: Ein Aushang geht da überhaupt nicht. An der Uni darf man nicht einmal (offiziell) Zettel aushängen, auf denen die Matrikelnummer eingetragen ist. Eigentlich müssten die Klausuren mit Nummern versehen werden, die sich der betreffende Student merken muss. Bei Bekanntgabe der Noten ist diese Nummer mit einer Note versehen. Machen aber die wenigsten.

      Außerdem finde ich es albern, keine Beschwerde direkt einlegen zu können, sondern nur per schriftlichem Antrag. Da freut sich die Bürokratie und der jenige, der möchte, dass Schüler allesd schlucken. Ich meine, unnötige Diskussionen zu vermeiden, ist gut. Und schwierig. Das aber darüber zu handhaben, dass man den Schülern Einspruch nur schriftlich zugesteht ist nicht der richtige Weg. Manche (sicherlich nicht alle) Einsprüche haben durchaus ihre Berechtigung.

  9. Vanillefee schreibt:

    Oh wie bekannt kommt mir das vor… für morgen habe ich beschlossen an meine 5er Karten mit Nummern drauf zu verteilen, während ich versuche in die Klasse zu gehen. Also so Zettelchen wie es früher beim Supermarktschlachter gibt. Wo dann eine Zahl steht und dann werden die Zahlen der Reihe nach dran genommen. (Bei Ikea gibt es das immernoch… scheint also zu funktionieren) Noch so einen Tag wie gestern mit 1000 Fragen zur selben Zeit mit nur 2 Ohren und einer schweren Tasche ertrage ich nämlich nicht….

    • Tricia McMillan schreibt:

      Ja, und im Jobcenter gibts das auch wieder mit den Nummern, da müssen die Kinder sich heutzutage ja auch schonmal dran gewöhnen, ungeachtet ihres Bildungsstandes.

  10. Pumucklchen schreibt:

    Ich kann mich irgendwie nicht dran erinnern dass das ganze so bei uns abgelaufen ist. Und ich bin erst 23, also liegt meine Schulzeit noch in sichtbarer Entfernung …
    Vor der Klasse wurden vielleicht die Endnoten besprochen, aber nicht alle einzelnen Zensuren. Das wär bei 2 Personen gegangen und dann hätten die ersten gemault das sie keine Lust auf die Scheiße haben ..

    Und ? Darf er morgen noch ein Referat halten ? Worüber denn eigentlich !?

  11. Bill Eggenschwiler schreibt:

    gerade wollte ich anmerken, dass ich auf Malik’s Referat gespannt sei. Aber nach Ihrem Schlusspunkt, Frl. Krise, bescheide ich mich. !

  12. Mademoiselle_F schreibt:

    Lese schon seit längerem begeistert hier mit und muss mich nun auch mal zu Wort melden…

    Schön, wenn man alle Noten tatsächlich schon vorher weiß und selber rechnen könnte. Aber es gibt ja auch die Spezialisten unter den Lehrern, die so spät korrigieren, dass man das frühestens am Tag der Notenbesprechung erfährt… von der oft wortwörtlich „unberechenbaren“ mündlichen Note mal ganz abgesehen.

    Und zu dieser komischen Digitali-wie-hieß-das-gleich… Eine Spanischlehrerin hatte die Klausuren schön ordentlich auf dem PC getippt (völlig unformatiert alles runter, seeeehr übersichtlich…) und vor dem Kopieren noch schnell die umgedrehten Spanischen Fragezeichen (¿) mit dem Stift dazu geschrieben… wenn die auch nicht auf der Tastatur sind! 😉

  13. halab schreibt:

    Liebes Fräulein Krise,
    könnten Sie mir kurz das Punktesystem erklären?

    Ich wünsche Ihnen ein schönes und erholsames Wochenende!!!

  14. S. Van Lure schreibt:

    Was man sich als Lehrer theoretisch dazu verdienen könnte bei den berühmt berüchtigten „um 1 Punkt verpasst“ Noten;)
    WIr hatten in der Berufschule einen super Mathelehrer. Jeder Schüler durfte sich nacheinander neben ihn setzten, die Punkte wurden zusammengerechnet und wenn so ein „1 Punkt zu wenig“ Fall war, hat er sich die Rechenwege noch mal genauer angesehen um vllt. noch was rauszuquetschen. Aber geschenkt hat er uns auch nichts.

  15. Hajo schreibt:

    “ „Genau so wie im letzten Jahr,“ sagt Frau Herz herzlos .. “
    Mobbing in der Schule (und dann noch unter Lehrern (m/w))? .. ja gibbs denn sowas? 😦
    und: nicht mal „.. ein kleines Referat ..“, also Frl Krise, wer wird denn soooo unflexibel sein? 😀
    Aber mal eine (hoffentlich weniger provokative) Frage: was ist an der Kunst-Note so wichtig, dass sich Malik so in’s Zeug legt?

  16. Panama Jack schreibt:

    Ach ja, Noten …
    „Die Ecke, in der Du sitzt, macht ja ganz gut mit, kriegst mal ne 2“ – O-Ton Deutschlehrer, der den betreffenden Schüler nach nem halben Jahr immer noch nicht namentlich kannte.

    Diskutieren lohnt sich am Ende sowieso nicht mehr, wenn, dann muss das direkt bei der Klausurrückgabe geklärt werden.
    Hat sowohl in der Schule als auch in der Uni mehrmals geklappt 😉

  17. maldrueberreden schreibt:

    Echt herzlos Frl. Krise. Sie hätten den Malik ein Referat halten lassen sollen. Thema: „Regression und Korelation“, oder für die Kollegin eine Anleitung von ihm verfassen lassen sollen: „Wie drücke ich richtig auf den Windowsaufkleber“

  18. Tin@ schreibt:

    Ob sich jemals unter den Lehrern dieser Welt herum spricht, dass es mathematisch nicht korrekt ist, eine Endnote aus dem arithmetischen Mittel mehrerer Einzelnoten zu ermitteln? Nicht einmal den meisten Mathelehrern ist das bewusst und die sollten die ein oder andere Einheit Statistik gelernt haben.

  19. Despicable_Me schreibt:

    @Hajo: Geht doch um die Deutsch-Note, oder?

    Ich bin auch dafür, dass Malik ein Referat halten darf. Wir könnten hier ne Demo für Malik veranstalten. Jaja, Frl. Krise, ich bin ja schon ruhig… Aber wenn schonmal einer freiwillig ein Referat halten will… und nur ein Punkt an der 3 vorbei – Aboooo!

  20. minigoddess schreibt:

    Wenn einer ein Referat macht, um einen Punkt für eine bessere Note zu bekommen, dann wollen im schlimmsten Falle alle ein Referat halten – andernfalls wäre es ja unfair 😛
    So ist das jedenfalls bei mir in der Klasse.
    Wenn da wirklich einmal jemand ein Referat hält, um sich seinen Schnitt zu retten, dann geht sofort das Gezeter los – und wir sind in der 12ten Klasse. Vermutlich verändert sich sowas niemals.

    Und wg. Datenschutz und der Notenbesprechung. Meine Lehrerin (die sehr auf Gesetze und alles was damit zu tun hat, achtet) meinte, es sei in Ordnung, wenn die Person es erlaubt, das alle es mit hören. Ich mein – was soll’s? Im Nachhinein spricht sowieso jeder über seine Noten und vergleicht, denn wir brauchen alle unsere Bestätigung 🙂

    Ich wünsche dann viel Spaß an dem Tag der Zeugnisausgabe, wenn die Schüler sich auf die Lehrer stürzen! (Und ich werde sicher dazu gehören…meine armen Lehrer ;))

  21. Lieblingsschüler schreibt:

    Wie wäre es statt einem Referat mit etwas, was der Allgemeinheit dient? Ein Computer-Crashkurs für Frau Zimmer vielleicht?

  22. Inch schreibt:

    Also ehrlich, ich verstehe dieses Land nicht. Noten vor der ganzen Klasse laut sagen hart an der rechtlichen Grenze! Mann Mann Mann. Haben wir wirklich keine anderen Sorgen? Ich reg mich grad^tierisch auf

    • frlkrise schreibt:

      ja…DATENSCHUTZ! Weil in der Klasse keiner mitkriegt, wie die anderen stehen….!

    • evasbuecherkiste schreibt:

      Zudem weiß ich aus meiner eigenen Schulzeit, dass es Leute gibt, die nicht wollen, dass ihre Note in der ganzen Klasse herumposaunt wird. Ist m.E. vollkommen legitim. Ich meine, dem Schüler, der gut steht, ists vermutlich egal, weil er stolz drauf ist und der Rest der Klasse die Note sowieso ahnt. Dem Schüler, dem seine Note egal ist, ist der Vorgang des Vorlesens auch egal. Aber es gibt auch Schüler, die schlecht sind in den Fächern, und denen es nicht egal ist (gab bei mir mehr als einen Schüler dieser Art im Englischkurs), ob der ganze Kurs das auch weiß. Schlechte Noten können Schüler ganz gut treffen, gerade, wenn sie sich was besseres erhofft haben.

      Deshalt finde ich es wichtig, dass der Lehrer zumindest vorher fragt oder die Möglichkeit offen lässt, dass bestimmte Schüler sich die Note nacher persönlich abholen. Das ist auch eine vernünftige Option. Schließlich sind auch auf dem Gymnaisum nicht alle Schüler Musterschüler mit einser Noten. Ich kann da sagen: Der Druck ist da nicht weniger hoch gute Noten zu haben. Auch in der Klasse. Zu seinen Noten zu stehen, kann da auch Mut bedeutet und derjenige, der seine Note lieber nicht der ganzen Welt mitteilen möchte, ist gut beraten darin, sich an den Lehrer zu wenden, damit das nicht passiert.

      Spätestens an der Uni habe ich mir gesagt, dass ich es nicht möchte, dass alle Leute meine Noten erfahren. Deshalb erfährt keiner meine Matrikelnummer und meine Noten erzähle ich nur den Menschen, denen ich es erzählen will.

      • Tricia McMillan schreibt:

        Kleine Korrektur: es gibt viele Schüler, denen es extrem peinlich ist, wenn ihre guten Noten öffentlich werden und irgendwann anfangen absichtlich schlechter zu werden, um nicht als Streber gemobbt zu werden.

  23. Shannon schreibt:

    Vielleicht gehen wir das Ganze einfach nur falsch an. Einen Monat vor den Zeugnissen sollte man den Schülern einfach irgendeine Note sagen, die halbwegs hinkommt, keine Diskussionen annehmen und sehen was passiert. Vielleicht hilft es ja. Vielleicht beginnen die SuS dann rechtzeitig (!) mit dem Aufbessern und Verbessern.
    Oder… Oder die gleichen Diskussionen werden geführt und es ändert sich nichts, nur doppelter Stress für die Lehrkraft. Hmm. Die Idee müsste noch modifiziert werden.

  24. Shannon schreibt:

    Oh man, ich hab das hier echt vermisst. Wie schön. ♥

  25. Frau Lehmann schreibt:

    Ich habe grade Frau Zimmer vor meinem geistlichen Auge 🙂
    So ein ähnliches Exemplar gibts in meiner Familie auch:
    Telefonanruf: „Tochter, Tochter, Hilfe, ich hab das Internet gelöscht!!!!“
    „Kommen EMILS auch am Wochenende???“
    „Welches ist das Passwort? Ich hab doch soviele!“

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