Melange

Das Leben lässt sich nicht anhalten.
Und doch… in den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, die Zeit bliebe stehen, obwohl oder vielleicht gerade deshalb, weil so viel geschah.
Ich hatte keine Lust zu posten. Auch nicht zu den schrecklichen Taten in Paris. Da hat es mir die Sprache verschlagen.

Aber es geht ja immer weiter. Und wenn es schon draußen regnet, dann vielleicht wenigstens ein kleiner Spaziergang über den virtuellen Marktplatz…

Hier wurde mir einiges geboten:
Einer meiner ehemalige Schüler aus Hessen, der schon weit in den Vierzigern ist, ergeht sich mal wieder unter anderem über die „Lügenpresse“. Ein anderer, deutlich jüngerer und arabischstämmiger Ehemaliger schwafelt von „westlicher Hetzpresse.“
Wie sich die Begriffe ähneln!

Der erste meiner Ehemaligen suchte gestern Mitfahrer nach Dresden. Er will zur Montagsdemo – äh, nein, zum „Pegida – Trauerzug“ nach Dresden fahren. Wenn der da mal nicht einiges durcheinanderbringt…

Der andere hält offensichtlich nichts von der Mahnwache des Zentralrats der Muslime morgen am Brandenburger Tor. Ob er sich mit Horst Seehofer abgesprochen hat?

So viel zu meinen „Freunden“ – das kann ja noch alles heiter werden.

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9 Antworten zu Melange

  1. hafensonne schreibt:

    Das mit dem „Trauerzug“ finde ich auch schwer daneben… Ich hoffe, dass diese Dresdner spätestens jetzt mal aufwachen und begreifen, welchen Leuten sie sich da bislang zugeordnet haben. Unabhängig von Paris ist ja der für heute in Rostock geplante „Spaziergang“ glücklicherweise abgesagt worden. Ich hoffe, in Schwerin und Stralsund sind die Leute ebenso couragiert wie letzte Woche hier bei uns!

  2. Jesús schreibt:

    Mutter Teresa soll ja mal gesagt haben: zu einer Anti-Kriegs Demo komme ich nicht. Zu einer Friedens-Ralley dürft ihr mich gerne einladen.
    Naja, oder so ähnlich.

    Gegenwehr erzeugt wieder Gegenwehr. Und dann Gegen-Gegenwehr. Und so weiter.
    Vielleicht sollte man einfach im Alltag mal doppelt soviel Mitgefühl und Verständnis an den Tag legen, anstatt andauernd gegenseitig zu demonstrieren. Gegenhass ≠ Liebe. Und schon gar nicht Frieden.

    Vielleicht werden solche Dinge – in bester Hollywood-Manier – auch nur inszeniert, um die Menschheit zu entzweien. Oder um von anderen Dingen abzulenken…

    Alle müssen sich aufregen, ich bin es so leid.
    Fahrradfahrer über Autofahrer.
    Veganer über Fleischesser.
    Heteros über Schwule.
    Christen über Moslems.
    Die Liste läßt sich endlos fortsetzen – und dann dreht man sie um 180° und kann gleich wieder von vorn anfangen.
    Anstrengend!

    Wenn wir uns alle mal um die Probleme kümmerten, die dem Ganzen zugrundeliegen, gäbe es vielleicht auch eine Chance auf Frieden. Sein Gewissen mit Demos zu erleichtern? Das wird nicht reichen.
    Aber was weiß ich schon…

    • PeterLe schreibt:

      Ja, alle müssen sich aufregen.
      Nichtdemonstranten über Demonstranten.
      Mitfühler über Weggucker.

      Merken Sie selber, oder.
      Sein Gewissen erleichtern durch Gutmenschkommentare? Das wird nicht reichen.
      Aber ich weiss auch nichts…

      Aber was tun ist auf jeden Fall besser als hinnehmen, ob bloggen, kommentieren, demonstrieren, organisieren, … wir haben eine Meinungsfreiheit, wir sollten sie nutzen:
      Saudi-Arabien lässt Blogger Raif Badawi auspeitschen
      (http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-01/blogger-raif-badawi-ausgepeitscht-saudi-arabien)

      • kinder-sind-unschlagbar schreibt:

        Also ich finden den Kommentar von Jesús sehr gut.
        Vielleicht sollten Sie mal ein paar Minuten darüber nachdenken, ehe Sie darauf antworten.
        In jedem Fall enthält Jesús’s Kommentar deutlich mehr Substanz als Ihrer. (Ja, okay, das ist auch nicht besonders schwer … :-))

  3. Inch schreibt:

    Mir gefällt der Kommentar von Jesús auch sehr gut. Weil es eben nicht reicht, auf eine Gegendemo zu gehen. Ich war zwar auch da, aber es gehört eben mehr dazu. Mit Demos postulieren wir unsere Einstellung, zeigen anderen, dass wir anderer Meinung sind. Das ist wichtig. Als Statement. Das Gedankengut kriegen wir damit nicht aus den Köpfen der anderen. „Bestenfalls“ ziehen sie sich zurück und trauen sich nicht mehr auf die Straße. Aber ist das wirklich die beste Lösung? Denn das Gedankengut bleibt. Und bei der nächsten Gelegenheit werden sie wieder da sein. Also neben den Statements müssen wir auch hinsehen. Wovor haben unsere Nachbarn Angst und warum? Vielleicht fehlt es nur an eigenen Erfahrungen? Vielleicht kennen sie zB gar keinen Moslem, weil sie eben in einer Ecke Deutschlands wohnen, wo es nicht so viele gibt? Und die Frau, die gegen die Bildungspolitik der BRD demonstriert? Und dazu zu Legida rennt? Mit der müsste „man“ doch reden können?

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