Unglaublich, aber wahr…

Bei Lidl entdecke ich gestern morgen zwischen Thermo-Söckchen und bunten Papierblöcken komische Kästchen. ‚TV Simulator’ steht darauf.
„Hä? Wozu braucht man DAS denn?“ frage ich und drehe unentschlossen den kleinen Apparat hin und her.
TV – Simulator…ist das was zum Abgewöhnen? Für Fernsehsüchtige?
Kann man so Kinder mit Fernsehverbot ruhigstellen?
Oder ist es das TV-Einsteigermodell für Babys und Haustiere?

Männe schüttelt den Kopf und erklärt mir, dass man mit Hilfe eines derartigen Geräts einen wechselnd-farbigen Lichtschein erzeugen könne, der Einbrechern vorgaukeln würde, jemand sei zu Hause und sähe fern. Dschungelcamp oder so. Kakerlaken, Maden, Spinnen und Larissa!

Ach so! Ich verstehe… Gar nicht so dumm, eigentlich!

Für den Kauf spräche, dass in der Weihnachtszeit in meinem Hausflur ein Zettel hing, auf dem stand, dass Bösewichter „Markierungen an verschiedenen Wohnungstüren“ angebracht hätten. „Wir sollten alle sehr vorsichtig sein,“ riet die Hausverwaltung, es könne sich um Vorbereitungen zu Einbrüchen handeln und man solle keinem Fremden öffnen und darüber hinaus abschreckende Maßnahmen ergreifen.

Markierungen konnte ich an meiner Wohnungstüre zwar nicht entdecken, aber ich lasse nun- wenn ich weggehe – das Licht in meiner Wohnung brennen und das Radio dudeln.
Außerdem erwäge ich den Kauf eines Wachhundes oder eines elektrischen Klaviers, denke über einen Trompete spielenden Untermieter nach und plane wenigstens Männerhusten oder Babygeschrei auf Band zu nehmen…

Natürlich habe ich noch nichts davon in die Tat umgesetzt und auch den Simulator nicht gekauft. Noch mehr Elektroschrott – nein danke.

Nachmittags klingelt es. Ich öffne furchtsam die Tür, aber es handelt sich nicht um übel wollende Fremde, nein, Tochter Zwei und ihre Freundin Millie schneien mal kurz auf ein Käffchen herein.

„Bei uns im Haus wurde heute Nacht eingebrochen!“ erzählt Millie. „Stell dir vor, die haben echt sämtliche Kellerschlösser geknackt und alles mitgehen lassen, was nicht niet- und nagelfest war.“
„Aber was gibt es denn schon Wertvolles im Keller? Lohnt sich das?“ wundere ich mich.
Die meisten Keller in den alten Mietshäusern sind doch feucht, unwirtlich und von gemeingefährlichen Lebewesen wie Spinnen und Ratten besetzt. Ich ginge da nicht freiwillig rein! In meinem Keller liegen nur die Sommerreifen…. okay…ist ja auch was….

Millie zuckt mit den Schultern. „Keine Ahnung, auf was die aus waren!“, sagt sie und grinst. „Mir ist nichts geklaut worden. Ich habe keinen Kellerraum, zum Glück!“
„Na, dann!“
„Allerdings….“, Millie macht eine Kunstpause und beißt in einen Keks, „ das war nicht alles… Unsere ganze Haustür haben sie auch noch mitgenommen!“
„WAS? Nein!“
„Doch! Es ist jetzt echt saukalt im Haus – minus 12 Grad sind es draußen. Und mit einer neuen Haustür wird es noch ein paar Tage dauern, sagt der Typ von der Hausverwaltung – Sondermaß, Extraanfertigung!“

Na super! Die Haustür! Ich glaub es nicht… Wer kommt denn auf so was?
Ob ich mir doch den TV Simulator….?

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30 Antworten zu Unglaublich, aber wahr…

  1. Komischer Filmfan schreibt:

    Dann kommen sie beim nächsten Besuch besser rein!

  2. was ist denn das schon wieder für eine story…. so wie die ganzen geklauten kinderwagen, oder wie?

  3. Jürgen schreibt:

    Das mit dem Simulator ist keine blöde Idee, nur darf er nicht immer dasselbe simulieren. Zufallsgenerator mit 300 verschiedenen Einstellungen.
    Aber der bei Conrad für 29,95 ist auch nicht schlecht.

  4. michaela schreibt:

    *prust!*
    Das ist so grotesk, das kann nur wahr sein!

  5. magdalenabeck schreibt:

    Zu schön, das mit diesem TV-Simulator! Ich wohne im „gefährlichen“ Erdgeschoss….vielleicht wäre das was😉

  6. michael schreibt:

    Warten auf die neue Haustür ? Steht bis dahin im Eingang der Hausmeister mit der Schrottflinte und bewacht das Haus ?

  7. unendlichkeitscode schreibt:

    Diese Markierungen werden Zinken bzw. Einbrecherzinken genannt. Diese Bezeichnung kennt man vom Zinker, gezinkte Karten und dem Zinken, wenn man Jemanden etwas an der Nase ansieht.

    Diese Zinken einfach entfernen und durch einen andern Zinken ersetzen. Entweder der einfache Strich, der bedeutet, daß es hier nichts zu holen gibt oder einen Besonderen, der anzeigt, daß in diesem Haus Poizei wohnt, diesen Zinken kann man bei der Polizei erfragen.

    http://www.zuhause.de/gaunerzinken-und-ihre-bedeutung-die-geheimsymbole-der-einbrecher/id_62352404/index

  8. barschlampe schreibt:

    Ist das abgefahren. Gleich mal rebloggt😀

  9. Pingback: Was man nicht so alles klauen kann « Die Barschlampe

  10. owyanna schreibt:

    Bei dem TV-Simulator würde mich ja jetzt mal interessieren, wieviel Energie der im Vergleich zum richtigen Fernseher verbraucht. Wenn ich schon auf solche Ideen käme, würde ich nämlich einfac meinen Fernseher an eine Zeitschaltuhr kabeln (oder: mehrere Zeitschaltuhren hintereinander, damit sich kein erkennbarer 24h Rhythmus abzeichnet, denken Sie nur an Marv und Harry bei „Kevin – Allein zu Haus“!)
    Was die Einbrecher betrifft: Ich vermute RTL steckt dahinter, im Keller sammeln sie Requisiten für die nächste „Ich bin ein Messi, holt den Zwegert“ Sendung, und die Haustür wird sicher auf Vox irgendwo für die nächste Auswanderer-/Hausbau-Novela gebraucht.

    • Ralf schreibt:

      Deutlich weniger übrigens auch deutlich weniger als Licht brennen lassen ( ausgenommen man hat schon auf LED Licht umgestellt )

  11. Inch schreibt:

    Und den wollen Sie dann in den Keller stellen? Oder in den Hausflur? Oder haben die alle im Haus Ihrer Tochter so einen Simulator, weswegen die Diebe lieber in den Kellern einbrachen? Fragen über Fragen

  12. Land Ei schreibt:

    Huuuh….. voll gruselig. Der TV-Simulator als solcher und die Sache mit der „weggen“ Haustür.
    Ist die jetzt weg, damit sie leichter reinkommen und nicht so viel kaputt machen oder damit die Damen und/oder Herren Einbrecher sich schneller wieder aus dem aufgewirbelten Staub machen können?

    Wir wohnen ja nu auf’m Land. Absolut allein weit und breit. Wir haben Hunde gegen Einbrecher und Katzen gegen Mäuse und Ratten. Und ein Pferd gegen möglicherweise aufkommende Langeweile bei Teeniemädels. Kürzlich habe ich gelesen, dass Esel (!) von Schäfern gern mal zur Verteildigung der Herde gegen wilde Tiere wie Wölfe eingesetzt werden. Im Ernst.
    Einen Esel wollte ich eigentlich schon immer, ich find die knuffig. Bestimmt sind die auch gut gegen Einbrecher. Und so zur Abrundung des Komplettpaketes…? (Das dusselige Pferd ist da irgendwie nicht sehr hilfreich, das guckt nur immer etwas dämlich aus dem Stallfensterchen, üüüüberhaupt nicht abschreckend.)

    Es gibt also Unterschiede zwischen Land- und Stadt-Einbrecherabschreckung, denn über einen TV-Simulator denke ich nicht weiter nach. Wobei…. der geht ja möglicherweise auch als Einschlafhilfe.

    Abschreckende Grüße vom vom Land
    das LandEi

  13. fjoer schreibt:

    Kauf den Simulator! Es gibt auch so Apparate, die unregelmäßiges Hundekläffen verleuten lassen🙂

  14. Frau Henner frauhenner.blogspot.com schreibt:

    Kennt ihr nicht das Märchen vom Frieder und vom Katerlieschen? Da nimmt das dumme Katerlieschen die Haustür mit, weil sie so immer ein Auge drauf haben kann. Ganz sicher, sozusagen. Aber wie in jedem Märchen geht es am Ende gut aus. (Nun ja – Katerlieschen ist zwischendrin splitternackt – bin mir nicht sicher, wie Millie diese Aussicht findet?)

    viele Grüße aus der Provinz von Frau Henner
    Bei uns ziehen übrigens regelmäßig regelrechte Banden durchs Dorf und spionieren die Türschlösser aus. Seit dem denke ich über einen elektronischen Hund nach… Ein Fernsehsimulator ist ja auch nicht zu jeder Tageszeit glaubwürdig.

  15. Anz schreibt:

    Bei uns haben diese Verbrecher auch ihre Markierungen angebracht.

    Irgendwas mit MMXIV steht da jetzt… und gebettelt haben die obendrein. Frechheit.

  16. theomix schreibt:

    Ich habe schon öfters an einen „Einbruchs-Simulator“ gedacht.
    Man braucht nur etwas Zeit, Geduld und guten Willen. Vor dem Hinausgehen hinterlässt man die Wohnung in einem solchen Chaos , dass der Einbrecher denkt, er käme zu spät, jemand anderes sei vor ihm dagewesen.

  17. dualessein schreibt:

    Ich empfehle LED-Kerzen mit Zeitschaltuhr. Schalten sich irgendwann abends von alleine ein und flackern munter vor sich hin. Und sind garantiert billiger.

  18. Barbarella schreibt:

    Was die wohl mit der Haustür anfangen?
    … ist irgendwie schlecht zu verticken, oder?

    Könnte mir jetzt nicht vorstellen, bei eBay ne Haustür zu ersteigern…

  19. Kiri schreibt:

    ich vermisse Ihre Posts – gibt es jetzt nur noch Bücher????

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