Suchen ist Alu, Finden ist Gold

Hilfe, wo ist mein Handy? Wo meine Brille? In welcher Handtasche befindet sich gerade das Portemonnaie? Und warum liegt im Flur nur EIN Handschuh? Den Lieblingslippenstift habe ich auch schon länger nicht gesehen…
Ach, manchmal ist das Leben schwierig. Ich will aus dem Haus gehen und irre suchend herum. Und zwar im Kreis, denn in meiner Wohnung ist ein Teil der Zimmer so angeordnet dass man immerzu rund herum laufen kann. Man kommt sich vor wie ein suchender Hamster.
Das mit dem Handy ist noch einigermaßen simpel. Ich rufe mich an. Mit dem Festnetzapparat. Falls – ja, falls dieser ordnungsgemäß auf der Ladeschale liegt und nicht da, wo ich gestern Abend zuletzt telefoniert habe. Wenn ich DEN auch erst noch suchen muss – na, dann gute Nacht, Marie!
Die Brille zu finden ist schon schwieriger – schließlich trage ich ja nicht ohne Grund ein Nasenfahrrad. Zum Glück verfügt der Mensch über einen gut ausgeprägten Tastsinn… (Brillenbändchen lehne ich aus Gründen der Eitelkeit ganz entschieden ab!)
Das Portemonnaie liegt freundlicherweise friedlich auf dem Grunde des Einkaufskorbs, Handschuhe brauche ich heute nicht und der Lippenstift? Ein völlig überschätztes Utensil – roter Lippenstift macht eh alt.
So, ich habe das Nötigste beisammen, endlich! Es kann losgehen.
Ach, du Schande, der Autoschlüssel! Am Haken neben Tür hängt er nicht. Alles geht von vorne los: Wieder im Kreis herum sausen – und den Schlüssel endlich in einer Jackentasche entdecken.
Manchmal – und das ist der absolute worst case – passiert es, dass ich bei der Suche nach den letzten Teilen schon wieder das Erste einbüße, gerne das Handy, weil es inzwischen benutzt und irgendwo liegen gelassen wurde. Außerdem wird mir meistens von dem Rumgerenne total heiß in der dicken Winterjacke und ich ziehe eine dünnere an, in der ich dann den Rest des Tages vor mich hinschlottern darf.

Ich überlege – war das eigentlich früher auch so? Ist diese elende Sucherei womöglich nur eine unerquickliche Alterserscheinung?

„Damals hattest du nicht so viele Handtaschen,“ stellt Männe fest, „und mitnehmen musstest du nur den Schlüssel und das Portemonnaie. Handy gabs ja noch nicht. Das Festnetz war wirklich fest und Lippenstift hast du nicht benutzt.“

Stimmt, aber warum habe ich ihn nicht benutzt? Da war doch was…. Genau! Ich hatte gar keine Zeit um mich zu bemalen!
Ich musste vor dem Rausgehen Schnuller (den blauen!), Fläschchen, Windeln, Schnuffeltuch(Tochter Eins), Schmusetier(Tochter Zwei), Kekse, Apfelschnitze, Ersatzklamotten, Popocreme, Babypuppe, Sandförmchen, Eimer, Bilderbuch, Regenverdeck, Buggy und Bobbycar zusammentragen. Zwischendurch wurde immer noch mal hurtig gewickelt, umgezogen und gesäubert( z. B. das Innere der Handtasche von einer zermatschen Banane oder ähnlichem).
Hatte ich alles fast vergessen…

Fazit: Gesucht wurde immer! Jedenfalls bei mir.

P.S. Aber was ich zu gerne wüsste: Wie schaffen es so viele Männer ohne Handtasche UND ohne Suchen durchs Leben zu kommen? Eins der ewig ungelösten Menschheitsrätsel…

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

31 Antworten zu Suchen ist Alu, Finden ist Gold

  1. Seifenfrau schreibt:

    Wie Männer das schaffen?
    Sie bitten die Frau, mal eben was in ihrer Handtasche aufzubewahren, sie fragen die Frau, sie legen die Brillen woanders hin, und sie suchen auch. Aber wirklich!

  2. C. Rosenblatt schreibt:

    Ich finde beim Suchen ja gerne auch Dinge, die ich bei der Suche hab finden wollen…

  3. Dani Jekyll schreibt:

    Wie mein Mann ohne Handtasche auskommt weiß ich: Er schmeißt seine Sachen einfach in meine, wo er sie dann vergisst. Und wenn er dann ohne Papiere beim Auto fahren von der Polizei aufgehalten wird, dürfen meine Handtasche und ich ihn vom Polizeirevier abholen.

  4. Itchy Scratch schreibt:

    Na Frau Krise, Männer suchen nicht selbst, die lassen suchen – egal in welchem Alter ! Der Satzaufbau ist wie folgt : Schatz / Mama / Oma, wo ist … ?

  5. michathecook schreibt:

    ach ,..das ist eigentlich ganz einfach .. man nimmt eine frau mit die in ihrer handtasche alles bereit hat .vom taschentuch ueber sonnenbrille bis zum not akku…..

    oder aber man gibt sich einfach mit dem minimum zufrieden und improvisiert sich ansonsten froehlich durch den lebens dschungel

  6. Uli schreibt:

    Bei mir (Mann) ist das einfach: Schlüssel und Geldbeutel kommen entweder in die Hostentasche oder zuhause an einen festen Platz. Damit bleibt nur noch das Smartphone, das benutze ich aber auch daheim so oft, das ich immer weiß wo es ist.

    Handtaschen (Mehrzahl) mit unterschiedlichen Inhalten, an mehreren Orten, die man ständig um- aus und wegräumt stelle ich mir sehr anstrengend vor.

  7. pünktchen schreibt:

    Männer brauchen keine Handtaschen, weil sie entweder alles in die Hosentaschen stopfen oder den Frauen in die Handtasche … Ist aber immer noch besser als diese Männerhandtaschen …
    Und suchen tun die auch, aber leise … ich hab meinen schon dabei erwischt.

  8. gedankenknick schreibt:

    Ich weigere mich seit Jahr und Tag, mit einer Handtasc… äh… Gelenktasche rumzulaufen. Männer haben eine Brieftasche. Und da passen alle Kreditkarten, Führerscheine, Bargelder und Kassenzettel des letzten halben Jahres rein. Männer haben wegen den dicken Brieftaschen ausgebeulte Hosentaschen, für die sie in aller Regelmäßigkeit von ihrer jeweiligen herzallerliebsten Frau böse angeschaut werden.

    Und – statt einer Handtasche – habe ICH auf längeren Wegen einen Foto-(und anderes)-Rucksack dabei, in dem ich nicht nur ca. 7kg an meistens unnötiger Fotoausrüstung (Blitzlichter, Wechselobjektive, Effektfilter, [leere] Ersatz-Akkus und was man als Hobby-Knipser sonst noch so nicht braucht), sondern auch so wichtige Dinge wie eine angerissene Schachtel Ibuprofen-Tabletten gegen überraschend einsetzende Zahnwurzelschmerzen mit mir rum trage. Außerdem kommen die meisten Wünsche/Ausrüstungsgegenstände/Einkäufe des Kindeleins in selbigen Rucksack, weil Mamas Handtasche sowieso schon platzt.

    Und so haben wir alle unser Täschlein zu tragen…😉

  9. elfchen1971 schreibt:

    Schlüssel und Portmonee sind immer in meiner Handtasche (Ich benutze nur eine einzige.) und die kommt immer an den gleichen Platz. Mein Handy trage ich Tag und Nacht mit mir herum. Meine Sachen muss ich also nicht suchen. Ich hasse nämlich Suchen, womöglich noch unter Zeitdruck.
    Das Problem ist nur, dass mein Mann und meine Kinder nicht so diszipliniert sind, immer alles an den gleichen Platz zu legen und deshalb muss ich trotzdem regelmäßig Sachen suchen. Grrr…

  10. Paterfelis schreibt:

    Man(n) benutzt Jackentaschen. Ganz einfach.

    Suchen muß man(n) dennoch. Und zwar alle Sachen, welche frau verlegt hat. Besonders schlimm wird es, wenn man(n) noch nicht mal weiß, wie die Dinge aussehen, die er suchen soll und die frau dringlich benötigt.

  11. Mottina schreibt:

    Naja, manche müssen auch suchen, WEIL das Gesuchte mal an seinem Platzl liegt und die meisten Männer müssen nicht suchen, weil sie eine Frau zum Fragen haben😉
    Schön ist allerdings, dass der Lebensgefährte meiner Mutter immer für sie Taschentücher in der Hosentasche hat, weil sie sie immer sucht (trotz Handtasche)

  12. miez ist weiblich und militante Handtaschenverweigerin (hab gern die Hände frei…). Hab ich eine Hose an, zieht die männliche Variante: alles in die Jeans stopfen. Im Winter ist es auch einfacher, da gibt es Jacken mit vielen oder mit großen Taschen. Richtig schlimm ist die Kombi: Sommer + Kleid oder Herbst + Legging – Da weiß ich schon vorher: es wird ein Suchtag 🙂

  13. daisy schreibt:

    Wieso suchen? Das findet sich sowieso nur dann an, wenn man bestimmte Dinge nicht mehr sucht. Feste Plätze für Schlüssel, Handy u.ä. werden total überbewertet – hält sich doch niemand dran.
    Ich suche auch und finde manchmal. Bin sogar schon mit Männes Auto zum Dienst gefahren, weil mein Schlüssel unauffindbar war.

  14. Franka schreibt:

    Männer suchen auch oder lassen suchen!🙂
    Ich bin nämlich eine *Finderin*!

  15. Hihi, ganz einfach. Männer haben Frauen und Frauen haben Handtaschen. Zumindest funktioniert das hier nach dem Prinzip, dass Männe dann anfängt mit „Kannst du mal schnell Portemonnaie/Schlüssel/Handy/Taschentücher/Fahrzeugpapiere…. einpacken?“. Wobei mit der Zeit aus „kann du mal“ ein „Hast du schon wurde…“. Ich stelle fest: ICH bin Männes Handtasche.

    Liebe Grüße,
    Pauline

  16. Bluete schreibt:

    Bei uns gibt es den „Vergiss es“-Schrank…. Steht in der Diele, zu Studentenbudenzeiten war es das „Vergiss-es“-Brett. Wurde von meinem Mann so getauft, weil dort die Dinge reinkommen, die man IMMER vergisst, verliert und sucht, eben Handy, Schlüssel, Fotoapparat usw. Betritt man die Wohnung, kommt der ganze Kram da rein und ist FAST immer zur Hand! Kann ich nur empfehlen, bei uns wird seitdem deutlich weniger gesucht!

  17. Lotti Katzkowski schreibt:

    Also mein Freund sucht ständig seine Brille oder Geldbörse oder Handy. Ich sag ihm dann wo es liegt, wenn er mich fragt. Ich glaub, das ist kein Männer/Frauen Ding. Ich fühle mich in Chaos wohl, weil ich eigentlich immer weiß, in welchem Haufen was ist und er kriegt die Krise, weil er sofort den Überblick verliert, wenn es nicht aufgeräumt ist. Wenn ich meinen Schlüssel suche, muss ich nur kurz überlegen, welche Tasche ich zuletzt benutzt habe😉
    LG

  18. Nik schreibt:

    Ich habe Jacken, die genügend viele Taschen haben, um Portemonnaie, Brieftasche mit Ausweisen, Smartphone, Sonnenbrille, den den Schlüsselbünden, die ich in dem Moment brauche, die anderen hängen zuhause am Schlüsselbrett, und allem sonstigen Zeug „am Mann“ zu haben.

    Manchmal ist die Welt ganz einfach.

    Okay, meine Jacken sehen nicht immer sehr elegant aus.

  19. Olaf aus HH schreibt:

    Vielleicht liegt es etwas abseits vom „eigentlichen“ Thema, paßt eber zum vorherigen Thema „Weihnachten“/ Geschenke:
    Ihre Wohnung ist ideal geschnitten, um den Weihnachtsmann zur Verzweiflung zu bringen. Man kann im Kreis laufen, kommt immer wieder durch dieselben Tür und holt sich sein Geschenk ab. Das klappt, bis der sich verzweifelt wundert, wieviele Leute eigentlich bei Ihnen wohnen…

  20. Mumbai schreibt:

    …weil wir fuer sie alles mitschleppen.

  21. Camou schreibt:

    Ganz einfach, Schlüssel hängt immer am Schlüsselbrett, der Geldbeutel immer in der Jackentasche und da ich keine 30 Jacken sondern passend zur jeweiligen Jahreszeit immer nur eine habe, ist die Suche einfach. Smartphone ist entweder in der Hosentasche oder hängt am Ladekabel.

    Dafür liegt die Fernbedienung für den Fernseher ab und an mal im Kühlschrank.😉

  22. Adelheid schreibt:

    Ich bin auch immer am Suchen. Brille, Geldbeutel, Autoschlüssel. Mein Mann muss seine Sachen nie, nie suchen. Bis auf einmal. Da hat er seinen Führerschein verbummelt. Ich habe den dann 5 Jahre später in einer alten Jacke gefunden, die ich zur Kleidersammlung geben wollte. Irgendwann taucht alles wieder auf. Das beruhigt ungemein.

  23. MiA schreibt:

    Ich renne auch immer im Kreis, weil bei uns die Zimmer ebenfalls so angeordnet sind🙂 Schlimm ist es, wenn einige Sachen im Auto liegen, weil man dann auch noch raus muss – im Winter besonders schlimm. Mein Mann stopft grundsätzlich alles auch in meine Handtasche (ich habe insgesamt nur zwei) und vergisst es.. wie so viele hier schon geschrieben haben… und was wohl weit verbreitet ist🙂
    Schön, dass Sie wieder bloggen, es hat gefehlt!

  24. fluffi98 schreibt:

    Hat dies auf Schülerblog rebloggt und kommentierte:
    Haha… so gehts mir bei meinen Schulbüchern, beim Hausiheft, Füller/Kuli, Mäppchen, Busfahrkarte, Heften und beim Haustürschlüssel… Also keine Alterserscheinung😉

  25. ani1988 schreibt:

    Ich kenne das Suchen-und-Finden-Spiel nur zu gut! Entweder Schlüssel, Brille, Fahrkarte, iPod – irgendwas fehlt immer, wenn ich die Tür hinter mir zu mache. Und meistens noch, wenn ich unter Zeitdruck stehe…natürlich…
    Mein Freund sucht allerdings auch JEDESMAL seine Schlüssel oder sein Portemonnaie, wenn wir losgehen wollen. Er rennt dann wild durch die Bude und ruft nichts anderes außer „Scheiße“ bis er es gefunden hat. Oder bis ich es für ihn gefunden habe😉

  26. Schnatzi schreibt:

    Also mein Mann ist ein begnadeter Sucher – allerdings ein sehr schlechter Finder……

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s