Luxusprobleme

Ist das nett hier in meinem Blog! Danke, dass ihr mich nach der langen Abwesenheit so reizend empfangen habt und kein bisschen vorwurfsvoll. Und dass auch keine halb beleidigten Sätze wie: „Du meldest dich wohl gar nicht mehr!“ oder „Ach, bist du auch mal wieder da?“ gefallen sind.
Im letzten halben Jahr, in dem ich nichts schrieb, ist zwar einiges in meinem Leben passiert, aber ihr habt nicht viel verpasst. Ganz ehrlich! Das meiste gehört hier sowieso nicht hin – ich will ja keine Familiensaga schreiben – und der Rest ist auch zu langweilig zum Erzählen.

Das Leben im Pensionat ist aber nicht so öd, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich kann mich über einen Mangel an selbsterfundener Arbeit, Hilfeersuchen (Töchter und Freunde), Aufträge (Frau Freitag) Anfragen (fremde Menschen) und Bitten (Männe) nicht beklagen.
Nur, dass man sich immer so ohne Klingel und Stundenplan organisieren muss…
Das geht ja schon beim Aufstehen los. Kein hilfreicher Wecker schmeißt einen aus dem Bett wie früher, nee, man darf sich bitte schön selbst einen Tritt geben. Dabei ist Aufstehen immer schrecklich – egal, ob um sechs oder oder um neun – jedenfalls für mich (und alle anderen Eulen).

„Geh ins Fitnessstudio!“ predigt mir Frau Freitag,“ Viermal die Woche! Du kannst doch jetzt vormittags!“
„Aber mein Biorhythmus stemmt sich gegen Sport vor 17.00 Uhr, Frau Freitag,“ wende ich ein.
Frau Freitag schüttelt den Kopf. Sie kann immer Sport machen und so etwas wie Biorhythmus kennt sie nicht.

„Du hast doch jetzt genug Zeit!“ sagt Männe verständnislos, als ich darüber klage, dass der Unordnung und dem Staub in meiner Wohnung nach wie vor nicht beizukommen sei und dass der Kühlschrank immer so leer wäre.
„Aber ich hab‘ keine Lust zum Putzen und Einkaufen!“ sage ich gekränkt. Und versuche mich von der Vorstellung zu verabschieden, dass ich nach dem Schuldienst endlich in einer picobello Wohnung leben werde.

Aber Träumen darf man ja. Deshalb habe ich auch noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass ich bald alle Fotos sortieren und einkleben, mein Auto von innen gründlich reinigen, das durcheinandrige Kämmerchen aufräumen und alle meine Blusen auf einen Rutsch bügeln werde und nicht jede einzeln, wie sonst…

All das werde ich bald tun, sehr bald.
Ich fühle das.

Aber nicht heute. Ich gehe noch aus – nachher!

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26 Antworten zu Luxusprobleme

  1. theomix schreibt:

    Faszinierend prokrastinierend.

    Wenn da was gefehlt hat an halbbeleidigten Sätzen, Sie Schreibmimose, oder Marschbefehlen, zackzack ran an den PC, lässt sich das nachholen. Aber morgen erst so richtig….

  2. nessi6688 schreibt:

    Oh, wie ich das im Moment kenne… xD
    Die Phase zwischen Studium und Job ist irgendwie ähnlich.

  3. meinesichtderwelt schreibt:

    Bin begeistert, dass Sie uns endlich wieder an Ihren, wenn auch jetzt äußerst luxuriösen, Problemfeldern teilhaben lassen – schön, dass Frau Freitag immer so gute Ideen hat🙂

  4. ernakrawuttke schreibt:

    Ich hab auch viel weniger Zeit seit ich Rente bekomme. Es ist mir absolut unverständlich, wie ich früher Arbeit, Haushalt und drei Kinder in einen 24 Stunden Tag quetschen konnte. Wie ging das nur? Ach ja, jetzt fällts mir ein! Ich selber kam immer zu kurz und das ist jetzt anders. Genieß deine neu erworbene Freizeit Frl Krise und lass das durcheinandrige Kämmerchen so wie es ist. Ging doch früher auch.😉

    • Froggie schreibt:

      Ganz genau das wollte ich eigentlich auch sagen;-), brauche ich ja nun nicht mehr nachzuplappern. Neee, Frl. Krise, der Spruch mit „Renter haben niemals Zeit“, der trifft voll zu. Ich merke das auch gerade an mir Renten-Frischling, denn ich glaube inzwischen fast, dass der Berufsalltag ganz heimlich 48 Stunden hatte und der Rentneralltag auf 24 geschrumpft ist. Anders kann das eigentlich gar nicht gehen….
      Außerdem wird der meine nun noch kürzer, da ich ja wieder Frl. Krise lesen kann/darf/muss/sollte – oder so. Aber darüber freue ich michm ganz dolle!
      Beste Grüße
      Regina

  5. Xeniana schreibt:

    Ach so ein tröstlicher Post.

  6. Ehemalige schreibt:

    Das mit dem Zu- Nichts – Kommen kenne ich auch. Früher, als ich noch unterrichtet habe, habe ich zu Beginn der Ferien vormittags daheim immer wie eine Böse gearbeitet, war ich ja vom Rhythmus her gewöhnt. Jetzt – in Pension – fühle ich den Zwang nicht mehr und siehe da, es geht auch so. ich finde die Pension einfach herrlich, das einzige, was fehlt, sind die Ferien.

  7. Der Mathehügel schreibt:

    „Sie melden sich wohl gar nicht mehr!” oder “Ach, sind Sie auch mal wieder da?”
    Hurra, Hurra, die Krise, die ist wieder da!
    Hurra, Hurra, die Krise mit dem ???? Haar!
    Hurra nu isse wieder da.
    G R I N S

  8. rotezora. schreibt:

    Konfetti! Fanfaren! Feuerwerk! Frl. Krise ist wieder auferstanden! Ich freue mich, mir hat richtig was gefehlt. Leider habe ich eure Lesung in Frankfurt verpasst, ich hatte gerade Rentnerstress und Luxusprobleme (einer von mehreren Kurzurlauben).

  9. MiA schreibt:

    Ganz ehrlich? Mir würde es auch so gehen🙂 Das habe ich schon in den 6 Wochen Mutterschutz vor der Geburt bemerkt – es ging mir blendend und ich hätte wirklich genug tun können, was man sonst nie so tut – ich habe es auch nicht gemacht und ich glaube, wenn ich mal in Rente bin, was noch ewig dauert und wer weiß, ob ich es erlebe, werde ich auch so sein und lieber die Dinge tun, die ich mag😉 Warum auch nicht? Sie haben es verdient! Liebe Grüße MiA

  10. alltagsfreak schreibt:

    Ich schätze mal die Klasse lässt sich mal auf ein Besuch blicken.😉 Da wird dann wieder der Alltag trotz Pension spannend😉

  11. kulervo schreibt:

    Hat dies auf Was Tante Gertrud wohl bloggen würde rebloggt und kommentierte:
    Hach, Fräulein Krise ist endlich mal wieder dabei (beim Bloggen). Mein Enkel hatte sie in der Mittelstufe. Eine nette, verständnisvolle Person. Wenn alle Lehrer so wären … .

  12. michathecook schreibt:

    neee neeee neee… machen sie sich bloss keinen stress . den hatten sie lange genug ..bleiben sie schoen locker und entspannt ..allerdings wuerde ich persoenlich mich schon freuen wenn ich oefter was von ihnen lesen wuerde..viele gruesse aus den bergen yunnans –

  13. eisfreak schreibt:

    Das „durcheinandrige Kämmerchen“ – großartige Wortwahl😉 Ich hab zwar noch 23 Jahre bis zur Rente, aber ich kann mir gut vorstellen, dass einem dann die Struktur fehlt. Und warum sollte man plötzlich Dinge gerne machen, die man vorher schon nicht mochte?? Genießen heißt das Motto!
    Viel Spaß dabei.

  14. Stephan schreibt:

    Also ich kann Dir nur sagen, starte früh auch mit dem Fitnessstudio und dann lass es lieber danach etwas ruhiger angehen!😉

  15. oachkatz schreibt:

    Schön, wieder von Ihnen zu lesen.

  16. Thomas Salomo schreibt:

    Pensionat? Vormittags frei? Also sind sie nicht mehr Lehrerin? Hab ich ein Blogartikel übersprung? Können sie mich mal entwirren. Danke🙂

  17. frdrseltsam schreibt:

    Uha. Also wird das nix mit dem später mal ordentlicher sein? Mist…😀

  18. Cedric Sims schreibt:

    In einem Radio Eins -Interview im Juni 2012 bestätigt sie, dass sie in Neukölln arbeitet.

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