Voll anstrengend

Yeah! Unterricht von acht bis zwei, dann eine kleine Besprechung bis drei, Auto wieder freischaufeln, Tochter abholen und zu IKEA fahren.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Es musste DRINGEND eine Kommode gekauft werden, sonst sind Tochters Pullis obdachlos.
Herr Ikea hatte die Kommode netterweise – wie es so seine Art ist – in zwei Pakete zerlegt, Pakete, die sogar mit etwas Geschiebe und Gestöhne in mein Auto passen.
Noch schnell ein paar Fritten verdrückt – meinerseits mit schlechtem Gewissen – (Tochter hat Kleidergröße 36) und ab nach Hause.
„War gar nicht so voll bei Ikea!“ sage ich frohgemut und rutsche beim Linksabbiegen plözlich quer über die Fahrbahn.
Huch! Das Zeug auf der Straße hatte sich während unseres Einkaufs in so eine Art Schmierseife verwandelt. Alle 300 Meter liegen ineinander geschobene Wagen am Straßenrand.
Es schneit wie verrückt.
„I wish you a merry Christmas…“, singt Tochter und raucht heimlich aus dem Fenster.
„Diese Pakete sind voll schwer,“ überlege ich laut und denke an mein Knie.
„Mein spanischer Nachbar ist IMMER zu Hause. Der hilft mir die Pakete hochtragen!“ Tochter wirft die Kippe aus dem Fenster.
Die Fahrt zieht sich. Für fünf Kilometer durch die Innenstadt brauchen wir fast eine Stunde. Trotz ohne Unfall.
„Meine Klasse hat die Decke unseres Klassenraums demoliert. Sie haben Scheren und die ganz großen Tafelgeodreiecke in die Styroporplatten hochgeschmissen!“, erzähle ich und meine Tochter wundert sich. Ich mich auch. Bin mal gespannt, wie das wieder in Ordnung gebracht werden soll…
Der Nachbar ist NATÜRLICH nicht zu Hause. Wir schleppen die Pakete alleine hoch – sehr anstrengend. Mein Knie quietscht und Tochter bedauert mich.
Der Weg zu mir nach Hause ist die reinste Rutschpartie.
Bin froh, dass ich jetzt hier bin.
Hunger! Wer bringt mir mal was zu essen vorbei????

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32 Antworten zu Voll anstrengend

  1. GG schreibt:

    Ich möchte auch Schnee, Ikea und Kommode! Meine Knie behalte ich aber. Ein leckeres Rezept für Zwiebeln mit Käse findest du hier: http://lamiacucina.wordpress.com/2012/12/10/gefullte-zwiebeln-mit-vacherin-mont-dor/

    • Olaf aus HH schreibt:

      Danke, das werde ich einmal ausprobieren, es klingt sehrsehr² lecker !
      Irgendwie muß ich jetzt an Pawlow denken… 😉

  2. hajo schreibt:

    „Wer bringt mir mal was zu essen vorbei????“
    sag mir Bescheid, wenn Du eine Lösung hast
    .. ich komm dann vorbei 😀

  3. nania schreibt:

    Tipp fürs nächste Mal: Manchmal lohnt es sich, den Karton aufzumachen und die Sachen einzelnd zu tragen. Das hat dazu beigetragen, dass wir unser zweites Billyregal sehr viel schneller im vierten Stock hatten als das erste.
    Wir waren frischer, haben nicht so lange Pausen machen müssen und das Zeug war einfacher zu transportieren. Einmal mehr musste man natürlich laufen 😉

  4. Stephan schreibt:

    Da ist jemand aber im Winter-Vor-Weihnachts-Dauer-Stress! 😉

  5. Olaf aus HH schreibt:

    Hallo Frollein Krise,

    das sind ja richtig kreative Kinder. Und nun oute ich mich als beknackt und mit 19 Lebensjahren damals als noch sehr pubertärkindisch: Als ich bei der Bundeswehr war (1975/ 1976), da haben wir in der Kantine Streichhölzer in Senf getunkt und an die Decke geworfen, wo sie haftenblieben (dauerhaft, da der Senf haftet und dann stabiliserend eintrocknete – es wurde so langsam eine Art „Designerdecke“).
    Andere haben flache Teller mit Kartoffelpürree unter die Tischplatten gepreßt, wo der stärkehaltige Pamps erhebliche andauernde Adhäsionskräfte entfaltete, so daß etliche Teller fehlten und erst sehr spät entdeckt wurden (Monate später bei einer Kantinenrenovierung).
    O. k. – das war alles richtig blöd, aber mußte wohl aus irgendeinem Grund sein. Vielleicht ein das Selbst erhaltender Ungehorsam in Zeiten der Bedrückung ? Nur so eine Theorie… 😉

  6. Nadine schreibt:

    Der Nachbar war bestimmt schon da, und hat sich nur versteckt!

  7. Stefan K. schreibt:

    Hmm… wär es nicht fair gewesen, wenn Deine Tochter Dich im Gegenzug bekocht hätte? (Oder den Pizzaservice gerufen hätte)
    Du könntest ja mal ausprobieren, wie weit Deine treuen Fans im Ort gehen – aber ob das nervenschonender ist als selbst beim Pizzaservice anzurufen…?;-)

    • frlkrise schreibt:

      Nee, ich musste nach Hause, da wartete noch ein Haufen Arbeit für morgen…*seufz

      • frlkrise schreibt:

        Also! Es kam niemand mit Essen vorbei und da habe ich mir aus Verzweiflung Spinat gemacht. Mit Kartoffelpü aus der Packung. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, ist mit der Spinat auch noch angebrannt.
        Na ja.

  8. Mrs Future schreibt:

    Und, auch einen Affen im IKEA getroffen?

    Also, meine Schüler haben zwar nur Scheren genommen und nicht die großen Geodreiecke, aber dann haben die Verursacher, die sich doch tatsächlich freiwillig gemeldet hatten, die entstandenen Schlitze mit Deckweiß übermalt und dann fiel es gar nicht mehr auf. (Ehrlich jetzt.) Bei voller Demolierung ist das aber wohl keine Lösung.

    • krizzydings schreibt:

      „Meine“ Schüler haben es geschafft kleine Tintenpatronen in der Mitte so zu falten, dass auf der zirca 3 m hohen Decke ein Auquivalent zu van Goghs Sternennacht entstand…und das war laut kollegium das schlimmste wozu eine 7. Klasse dieser Schule in der Lage ist 😉

      • muttimeckert schreibt:

        Das finde ich sehr kreativ und das Ergebnis hätte ich gerne gesehen!
        🙂

      • dfhjhxs schreibt:

        Ich musste gerade sehr laut und dreckig lachen. Das mit der Tinte finde ich trotz der Sauerei gerade urkomisch. Gut, dass wir das nicht geschafft haben!

        Wir hatten kein Styropor an der Decke(Brandschutz), sondern so Holzplatten mit verschieden großen Löchern. Da blieb einfach keine Schere oder so stecken. Wir haben dann Strohhalme und klassische angesabberte Papierkügelchen genommen. Kleine Löcher gaben mehr Punkte als große und wer erwischt wurde, musste den Scheiss wieder von der Decke frickeln. Dass dadurch die Löcher für die nächste Runde frei wurden, haben unsere Lehrer irgendwie nicht gecheckt.

        Ansonsten waren wir von ein paar bösen, personenbezogenen „Streichen“(das es dafür nicht mehr Ärger gab, muss daran gelegen haben, dass die Schulleitung die beiden betreffenden Kollegen genauso unausstehlich fanden wie wir!) ziemlich harmlos. Aber wir hatten das berühmte Penis-Spiel. Einer fängt ganz leise an, der nächste etwas lauter, … „Penis“ zu rufen. Bei wem der Lehrer was sagt, der musste die Tafel wischen und fegen und so. Das wussten die Lehrer und haben’s akzeptiert als Tafeldiensteinteilung. Fanden wir erstaunlich.

      • Olaf aus HH schreibt:

        Also das finde ich nicht unoriginell.

  9. inneres Stimmchen schreibt:

    haha sorry- der Spanier war bei mir XD
    (ernsthaft- heute nettes Helfen nach Wocheneinkauf: Schlür rutsch fast hinflieg- kommt der spanische Nachbar längs und hilft 🙂 War bestimmt Kniequietschprävention vom Universium an mir 😉 )

  10. rotezora. schreibt:

    Komisch, scheint ein republikweites Phänomen zu sein, dass diese Decken zu derlei Aktivitäten einlladen. Beliebt auch: Abschießen mit einem Fußball. Oder mit dem Zirkel Löcher in die Tische bohren. Ich sach nur: Don Juan oder die Liebe zur Geometrie.

  11. Lehrerkind schreibt:

    Ach Frl. Krise, wir hatten sogar mal eine Chemielehrerin, die die Decke verunstaltete. Sie meinte die Knallgasprobe in größeren Maßstäben vorführen zu müssen und füllte eine Katzenfutter-Dose mit Wasserstoff. SChwupps angezündet und schwupps durchbrach sie die Deckenplatten. Die Dose hing noch mehrere Monate als abschreckendes Beispiel dort oben und sorgte für allgemeine Erheiterung. 😉
    LG

  12. Mascha schreibt:

    Bin kein Freund von Ikea. Aber Fritten finde ich klasse….mit Mayo bitte….

  13. zartbitterdenken schreibt:

    Also unser Ikea ist verrammelt bis hintengegen! Da ist die Weihnachtshölle los. Vor dem 27. bringen mich da keine zehn Pferde rein.

  14. Olaf aus HH schreibt:

    Das sind ja alles recht interessant-kreative und aufschlußreiche Kommentare. 😉
    Herrlich.
    Hier kommt noch einer – ohne „Chemie“, dafür eher mit Biologielastigkeit:
    Unser Chemieraum (Gymnasium für Jungen, Hamburg, Hegestraße 35) in der Schule hatte die Fenster zur Straße in einem Wohnviertel hinaus. Damals (so frühe zweite Hälfte der 70er Jahre – Gesundheit und der „Trimmpfad“ [googeln !] etc. kamen gerade auf) und schräg gegenüber turnte eine Frau ihre trimmige Morgengymnastik in der offenen Balkontür „oben ohne“ bei Frischluft – da waren wir 16/ 17 Jahre alt – Frollein Kriiise !!
    Also Hormone.
    Die Aufmerksamkeit war ganz knallklar aus unserer Sicht auf etwa zwei nackte Uhr fokussiert und unser Lehrer hatte es (aus seiner Sicht aus etwa schräge nach links acht Uhr) vom Pult im Chemiesaal (es waren die zwei Fenster links über/ neben der Ecke mit der Eingangstür) nicht sehen können und hatte sich sehr gewundert über seine rethorisch-humoristischen Erfolge im Chemieunterricht.

    http://www.gymnasium-eppendorf.de/kontakt/kontakt-2/

    Frontales flächendeckendes Gekichere von ca. 20 Jungen…
    Herr Biologielehrer H. (eher klein, Anzug, grauhaarig und sehr engagiert für seine Schööler) war in meiner Erinnerung dann doch großartig. Unter dem Dach seines Einfamilienhauses hatte er wochenlang Drosophila melanogaster gezüchtet und uns die Hardy-Weinberg-Formel und die Genetikstatistiken/ -wahrscheinlichkeiten etc. eingehämmert. Wegen des Abiturs.
    Und nun ist erst einmal Schluß.
    Abi-Note in Bio: 2.
    Das lag bestimmt an dieser Frau…
    Oder doch an Herrn H.

    Wann wird einmal wieder die Feuerzangenbowle gesendet ?

    Beste Grüße aus Hamburg in Ihre kleine Banalstadt mit fdem großen Anspruch.
    Verkehr aller Art (Ssst und Fluuuh…).
    Sie ahnen sicher, was ich meine.
    🙂 Ha !

    • dfhjhxs schreibt:

      Feuerzangenbowle war Ende letzter Woche im Audimax 😛

      • krizzydings schreibt:

        Hehehehe Hegeeeee…na das sind die von der schlimmsten Sorte (heute zumnidest;-) …da gehen die Geissen&Chrizzy Plate-Kinder drauf…Eppendorf ist einfach sehr dicht bebaut…da kann man auch aus der U-banh durch das Wohnzimmer in den Flur gucken…Jetzt wird das Bethanienkrankenhaus bewohnbar gemacht…ich hoffe, dass da vielleicht auch Familen mit (vielen oder überhaupt) Kindern einziehen können,würde der sozialen Durchmischung in Stadtteil und Schulen gut tun…

  15. renosch schreibt:

    Frl. Krise, was machen wir eigentlich ab März, wenn Sie nicht mehr zur Schule gehen? Das wird aber ganz schön leer hier!

  16. frauhilde schreibt:

    Freiwillig bei die Ikea gehen, Frl. Krise, Sie sind wirklich hart im Nehmen! 😉

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