Wundertüte

„Yasin Oztürk“ sagt Frau Herz und wedelt mit einer Karte.
Auf dem Tisch liegen ungefähr noch 100 Kärtchen mit Namen und einem kleinen Foto. Unsere zukünftigen Schüler.
„Yasin…der ist – Moment mal,“ ich überfliege meine Liste, „der kommt von der Kästner-Grundschule und will mit einem Can Sinan zusammenbleiben.“
„Das könnte gehen!“ verkündet Frau Herz, „auf dem Beobachtungszettel vom Elternabend steht nichts Negatives und von der Grundschule haben wir auch nichts.“
Herr Fischer wühlt im Leitzordner. „Kästner-Grundschule, Kästner-Grundschule“, brummelt er, „ah, hier. Da ist er. Yasin. Mein Gott, hat der ein schlechtes Zeugnis! Mathe und Deutsch fünf. Mal sehen, was der beim Aufnahmegespräch gesagt hat: Er interessiert sich für Sport und will in die Fußball-AG und er will sich verbessern in der Schule. Mathe mag er nicht. Und ein Kuseng von dem war auch schon bei uns, Ugur. Na ja…“
Ich nehme die Karte und ziele damit auf Herrn Böcks Ablage: „Yasin kommt zu Herrn Böck, ok? Der kennt die Familie, der Ugur Öztürk war auch schon bei dem. Und wenn Yasin Sport mag, ist er bei Böck und Frau Franz genau richtig…!“
Herr Fischer und Frau Herz nicken.
„Dann muss der Can aber auch in diese Klasse!“ Frau Herz beginnt die Karten zu durchforsten. „wo ham‘ wir den denn?“
„Hat der Böck nicht schon zu viele Jungen?“ Herr Fischer runzelt die Stirn. Wir haben nämlich akuten Mädchenmangel… „Und nicht, dass der alle schlechten Schüler bekommt! Dieser Can ist auch nicht ohne, wie ich hier sehe. Auch Deutsch und Mathe fünf! Und Verspätungen ohne Ende.“
„Aber der sieht süß aus!“ Frau Herz hält mir Cans Foto hin: schwarze Locken und blitzende Knopfaugen. „Der hats bestimmt faustdick hinter den Ohren!“
„Ach, da steht noch, dass die Mutter von dem Yasin möchte, dass der auf keinen Fall mit einem Enes und einem Nurettin in eine Klasse kommt,“ verkündet jetzt Herr Fischer. „Haben wir die schon eingetütet? Und wenn, in welche Klasse?“

Himmel, das, was wir da machen ist eine Heidenarbeit… Wir versuchen die Kinder zu Klassen zusammen zu puzzeln
Seit vierzehn Uhr schieben wir nun schon die Karten von links nach rechts und zurück. Es ist gleich halb fünf und kein Ende in Sicht. (Ich spreche übrigens vom Freitag und die Schule ist bis auf uns gähnend leer. )
Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wie Fr. Herz und ich zu diesem Job gekommen sind, aber nun hilft es nichts. Wir müssen durch.
Die Schüler kommen aus vielen Grundschulen der näheren Umgebung und es sind nicht gerade die besten Schüler… Nein, ganz im Gegenteil, zu uns kommen eher die, die – wie heißt es noch gleich in der Bibel- „mühselig und beladen sind“. (Wir haben keine Oberstufe, deshalb gehen gute Schüler eher in Systeme mit gymnasialer Fortsetzung nach der Zehn).
„Aggressives Verhalten, ist schon länger in Behandlung,“ liest Herr Fischer vor oder „Mutter vor einem Jahr an Krebs gestorben“, „Vater hat die Familie verlassen“, „Schüler hat das letzte Jahr in therapeutischer Einrichtung gelebt“, „Dicke Akte, auch schon polizeilich auffällig geworden“, „schuldistant, hatte letztes Halbjahr 40 Fehltage,“ und ähnlich aufmunternde Beschreibungen. Aber auch: „ spricht nicht viel, sagt, er braucht seine Wörter zum Denken“, „interessiert sich für Musik, will unbedingt ein Instrument erlernen“, „liest gerne(!), besonders Bücher über Sterne“.
Auf den Fotos sieht man ganz normale Kinder, sie lachen breit oder lächeln verlegen, einige gucken ernst, andere schüchtern, der Aggressive sieht stark überaltert aus, ein Junge ähnelt meinem Ömür, ein Mädchen hat einen knallrot gemalten Mund und etliche tragen Kopftuch.

Die Wundertüte hat sich schon einen Spalt weit geöffnet, aber was wirklich drin ist, werden wir am ersten Schultag sehen…

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80 Antworten zu Wundertüte

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Das klingt wirklich nach einer frickeligen und undankbaren Aufgabe. Und ob am Ende trotz aller theoretischen Erkundigungen wirklich gut ausbalancierte Klassen rauskommen, steht leider in den Sternen. Ich hoffe, der Griff in die Wundertüte war kein Fehlgriff!
    *daumen drück*

  2. Sehr interessant, ich dachte bislang immer, die Schüler würden nach dem Zufallssystem oder – wie ich selber vor vielen, vielen Jahren – einfach nach dem Wohnort in Klassen eingeteilt. Hoffentlich passt die Eintütung und alle Schüler und Lehrer sind am Ende zufrieden.

  3. Frau K. aus M. schreibt:

    Ich hoffe, die Verteilung hat einigermaßen geklappt! Interessant wird es an der Stelle, wenn ein Schüler unbedingt mit jemandem in eine Klasse möchte und die Eltern genau dies nicht möchten. Gab es sowas? Wie wird das geklärt?
    Bei uns gibt es dieses Jahr nichts zu entscheiden. WIr haben so wenig Anmeldungen für unseren Bildungsgang (BK), dass wir nicht sortieren können, sondern froh sind, wenn am ersten Schultag ausreichend Schüler für eine Klasse auftauchen. Wir haben so ziemlich alle aufgenommen, die geradeaus laufen können. Das wird ein Spaß!

  4. Frau Lehmann schreibt:

    Irgendwie stimmt es traurig, dass diese kleinen Menschen schon solch einen Packen zu tragen haben (Mutter tot, Vater weg, etc.).

    • Kejo111 schreibt:

      Ja, so ist es. Die Bündel, die meine Schüler/innen, die jetzt abgehen, mit sich rumtragen, sind auch erschreckend – Drogentod des Ziehvaters, Alkoholismus der Mutter, Selbstmord des älteren Bruders, Heimaufenthalte, Psychiatrieaufenthalte … ganz zu schweigen von der „ganz normalen“ emotionalen und erzieherischen Vernachlässigung der allermeisten. Manchmal packt mich echt die kalte Wut – warum müssen sich solche Menschen, die mit dem eigenen Leben überhaupt nicht klarkommen, auch noch Kinder zulegen?

      • Kleeblatt schreibt:

        ….weil sie es nicht hinbekommen die Zeugung von Kindern zu verhindern.
        … weil sie von einer heilen Welt mit Kind träumen und das echt wollen, aber nicht hinbekommen.
        … weil der familiäre Zwang Kinder erwartet.
        … weil …

      • michael schreibt:

        Man kann sie ja nicht zwangssterilisieren.

      • wolfcat01 schreibt:

        macht das einen großen unterschied zu “ vater hatte einen abeitsunfall mit tödlichem ausgang ,mutter starb an krebs !“ ?? mich erschreckt die art und weise wie hier schüler schon im vorfeld verurteilt werden! wo sind die pädagogen , die ihren beruf erlenten weil sie etwas verändern, leisten wollten ?? pflegeleichte schüler hat es nie gegeben und wird es auch nicht geben ! unsere leistungs -und wachstumsgesteuerte gesellschaft wird eher noch mehr “ kranke“ kinder ausspucken , unabhängig davon in welchem milieu sie aufwachsen! ……
        etwas mehr menschlichkeit stünde jedem gut zu gesicht !
        doch das wird wohl utopie bleiben in einer gesellschaft die nur noch nach dem kosten/nutzenfaktor agiert !

  5. Wild Flower schreibt:

    „Spricht nicht viel, sagt, er braucht seine Wörter zum Denken“ finde ich sehr treffend beschrieben, könnte auch zu mir passen. 😉

  6. Neulehrerin schreibt:

    Oh man, da haben Sie ja wirklich eine schwierige und undankbare Aufgabe übernommen. Ich drücke die Daumen, dass Sie alle gut verteilt haben.

  7. Preißndirndl schreibt:

    „Spricht nicht viel, sagt, er braucht seine Worte zum Denken“ finde ich spannend!

  8. rotezora. schreibt:

    Eine Sysiphusarbeit! Da soll das Verhältnis von Jungen zu Mädchen stimmen, das von Migrantenkindern und Wurzeldeutschen, von Leistungsstarken und eher Schwachen (wobei die Gesamtschulen eher nicht von den Eltern der Grundschüler mit Gymnasialempfehlung angewählt werden, wie das Fräulein sdhon anmerkte. Wenn dann die Statistik der erreichten Abschlüsse nicht sooo glänzend ist, wird das Image der Gesamtschulen eine self-filling prophicy, was völlig außer Acht lässt, wieviel Reparatur- und Aufbauarbeit in den 4 oder 6 Schuljahren geleistet wurde, und wieviele trotz seeehr schlechter Prognose doch noch einen Haupt- oder mittleren Bildungsabschluss erreichen). Schließlich sind Wünsche der Eltern und Empfehlungen der Grundschule zu berücksichtigen und die „Klopper“ gleichmäßig zu verteilen. Ob all die Überlegungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben, wird sich erst im Laufe des nächsten halben Jahres erweisen. Im Übrigen entwickelt JEDE neue Klasse ihre eigene Dynamik, und die kann man nicht vorhersehen. Also: Good luck!

    • frlkrise schreibt:

      Merci vielmals… was bei dem Klassenzusammengefrickel rauskommen kann, sieht man ja an meiner scheidenden Klasse… (da war ich aber beim Zusammenbau nicht dabei, nur die Schulleitung)

  9. hajo schreibt:

    na ja, wa iat aicherlich nicht gerade das, was man sich für einen Freitagnachmittag wünscht, aber immer noch besser als arbeitslos ;-).
    Nein, Spass beiseite: dieser Job verlangt eine Menge Kreativität, vor Allem wenn nicht die Kinder, sondern die Eltern Wünsche äußern – hat etwas von Politik 🙂
    Der letzte SAtz, liebe FrlKrise, zeigt jedoch, daß das Prinzip Hoffnung noch immer (glücklicherweise) eine Rolle spielt.

  10. HarryHirsch schreibt:

    „ spricht nicht viel, sagt, er braucht seine Wörter zum Denken“ – den würd ich nehmen

  11. Nadine schreibt:

    Ich hoffe, für Dich und Karl kommt eine wunderbare Klasse raus!

  12. gotsassaufeinemast schreibt:

    Ich bin gespannt, wie die Klassen hinterher aussehen werden…

  13. Kirsti schreibt:

    Klingt nach einer Aufgabe, an der man nur scheitern kann 😉 Die Ideale Zusammensetzung wirds wohl nicht geben. Ich mag es gar nicht, wenn wir nach Akten und Berichten entscheiden müssen, ob wir einen Jugendlichen in unserer WG (für Schulabbrecher und „schwer beschulbare“ Jungs) aufnehmen. Glücklicherweise gibt es bei uns eine 6 Wöchige Probezeit, in der man die ganz fiesen Fälle noch canceln kann…
    LG Kirsti

  14. Kejo111 schreibt:

    Sei froh, dass ihr immerhin schon ein paar Infos und Fotos habt. Wir hingegen werden am letzten Ferientag unsere neuen Schüler alleine aufgrund der Namen (und Herkunftsschulen) auf sechs Klassen verteilen müssen …

  15. Kejo111 schreibt:

    Warum sind eigentlich Herr Böck und Frau Franz bei dem Kartenverteilspielchen nicht auch anwesend? Nehmen die dann nachher einfach ohne zu murren das, was ihnen zugeteilt wurde?

    • frlkrise schreibt:

      …und die anderen Klassenlehrers? Tscha….
      Sie können gerne murren, hätten ja auch kommen können. Aber dann hätte das noch viel länger gedauert.

  16. Effi schreibt:

    Ich finde es so schön, dass Ihre alte Klasse sich so um eine möglichst entspannende Version Ihrer neuen Klasse bemüht! 🙂
    LG

  17. grundschulkletterei schreibt:

    Eine schwierige Aufgabe und zeigt genau die andere Seite der Medaille. Kinder lachen nun mal nicht immer wie auf den Fotos. Einmal aus der Grundschule raus müssen sie sich erneut orientieren.

  18. Stefan K schreibt:

    Hut ab, dass Ihre Schule und Sie persönlich sich diese Mühe machen und die Klassen nicht – wie zu meiner Schulzeit – einfach grundschulweise zusammengewürfelt werden, so dass überall etwa gleich viele Schüler/innen in der Klasse sind!
    Ich drück Ihnen die Daumen, dass Sie im Ergebnis nicht die anstrengendste Klasse abbekommen haben 🙂

  19. Olaf schreibt:

    Das klingt ja fast wie Autoquartett von früher. „235 PS. – „Ich nur 210.“, „8 Zylinder.“ – „Ha ! 10 Zylinder !“
    Oder „Wir bauen uns eine Klassezusammen“ – ein PÄDIKEA-Bausatz sozusagen.
    Trotzdem gut, daß Sie versuchen, nach Möglichkeit passendes zusammenzufügen. Früher war das wohl nicht so, glaube ich jedenfalls.
    Ich denke, daß rotezora recht haben wird – was die eigene Dynamik angeht. Spannend wird es sicherlich werden. Ihnen allen zugleich viel. Glück mit der jeweiligen Wundertüte.

  20. Ich eben wer sonst schreibt:

    „liest gerne(!), besonders Bücher über Sterne“
    Oha, das war jetzt hart, ich hab mich an meinem Eis verschluckt 😉 Schmeckt trotzdem.

  21. daisy schreibt:

    Spannend wird es in ein paar Jahren oder schon im nächsten, wenn neue Schüler dazu kommen und die „homogene“ Klasse dann wieder ordentlich durchwirbeln. Und die ersten pubertieren

  22. impetrare schreibt:

    Sehr geehrtes Frl. Kriese,

    meine Wortwahl wird im Nachfolgenden u.U. etwas Krass, no pun intended, aber mir fehlt die Eloquenz das was ich sagen will pc zu verpacken.

    – Wie man an Ihren Berichten zu der diesjährigen Abgangsklasse sehen kann ist Ihre Schule nicht gerade effizient. Wenn so viele Schüler nicht mal den Hauptschulabschluss schaffen ist das (nicht nur aber eben auch) ein Versagen der Lehrer und der Schule. Und um es klar zu stellen, ich halte einen (erweiterten) Hauptschulabschluß für eine Dokumentation des Versagens.

    – Wie kann man bitte mit zwei Fünfen auf die nächste Schulform wechseln? Gerade in so wichtigen Fächern? Das kann doch nichts werden. Kann eine Schule solche Schüler eigentlich ablehnen, sozusagen als nicht beschulungsfähig qualifizieren?

    Konklusion: Die Schüler die sie bekommen sind wohl leitungsmäßig das unterste Quantil. Das sich das in den nächsten Jahren ändern wird ist zumindest zu bezweifeln, siehe GIGO-Prinzip (Garbage In, Garbage Out). Warum geben Sie dann nicht wenigstens den besten (ja, alles ist relativ) Schülern eine Chance und verteilen die Schüler nach Noten? Nach dem Motto eine Klasse die Guten, der Rest wird auf die anderen Klassen verteilt.

    MFG
    impetrare

    • Kleeblatt schreibt:

      Das hat bei uns eine Gesamtschule gemacht und dafür richtig Ärger von Schulaufsicht und Kultusministeterium usw. bekommen. Nach zwei Jahren werden die Klassen jetzt neu gemischt…
      Dabei haben sie aus dem Realschulzweig nur die „echten“ Realschule herausgesucht, die die Leistungen bringen, die vor gut 10 Jahren noch an der Realschule üblich waren. Die restlichen Realschüler, die nichts gebacken bekommen (unserer 5er können im Moment kaum einen richtigen Satz bilden!) und die Hauptschüler wurden gemischt auf die anderen Klassen verteilt. Gute Idee, wie ich finde, aber nicht akzeptiert….
      Und im Sommer kommt dann noch eine Flut von Lernbehinderten, weil die Sonderschule dicht gemacht wird und wir Inklusion machen müssen… Juhu!

      • rhadamanthys schreibt:

        Natürlich, es kann ja nicht sein, was nicht sein darf. Aber die eigenen Kinder werden dann auf’s Gymnasium geschickt und nicht auf die Gesamtschule. (Bspw. Ypsilanti)
        Wir haben im deutschen Sprachraum die ersten vier Jahre eine Gesamtschule, trotzdem sind die Ergebnisse unterschiedlich, ich frage mich, warum das dann in den nächsten Jahren auf einmal anders sein sollte.
        Auch der Blog von frlkrise bestätigt ja, daß ein erheblicher Aufwand in die schlechten Schüler gesteckt wird. Ich habe nicht den Eindruck, daß ein ähnlicher Aufwand für die Förderung der guten Schüler aufgewendet wird. Allein schon die Rücksicht auf einen Anteil schwacher Schüler bremst. Ich denke, daß mit einigermaßen homogenen Lerngruppen allen besser gedient wäre.

    • Membaris schreibt:

      Liebe*r impetrare,

      Nach dem Lesen Ihres Kommentares fiel mir zu allererst auf, dass es vielleicht nicht nur an Eloquenz, sondern im kleinsten Grad schon am Willen zur richtigen Interpunktion Ihrerseits mangelt. Aber das nur am Rande…

      Ihre Ansicht zur Ineffizienz einer Schule, ja zur von Ihnen genutzten Vokabel der „Dokumentation des Versagens“, kann ich in der Grundaussage zwar mittragen, empfinde ich in der von Ihnen dargebrachten Unreflektiertheit aber als höchst eindimensional.
      Natürlich sollte sich ein hochentwickelter Staat wie die Bundesreplubik mit derartigen Ergebnissen nicht zufrieden geben können. Aber solange wir in jeder OECD-Studie im enttäuschenden Mittelfeld landen, weil der Anteil des für die Bildung ausgegebenen Anteils am Bruttosozialproduktes im Durchschnitt gesehen immernoch viel zu gering ist, wie sollen die Lehrer an den Schulen mit zu dünner Personaldecke und zu schlechter Ausstattung aufgrund eines chronisch zu knappen Budgets auch noch jedes Kind mitnehmen können, wie es zum Beispiel in Finnland der Fall ist? Wohlgemerkt, Finnland hat ganze 4,5 Millionen Einwohner und, man möge mir das verzeihen, auch kein so ausuferndes Migrationsproblem, wie es sich bei uns über die letzten vierzig Jahre entwickelt hat. Parallelgesellschaften machen den Lehrerberuf nun nicht gerade eben einfacher…
      Ich denke, viele Lehrer sind selbst Leidtragende unseres förderalen Bildungssystems, die nach dem Studium mit vielen Ideen, Kreativität und hohen Ambitionen mit Wucht auf die knallharte Realität des Schulsystems treffen. Wer möchte ihnen verdenken, dass viele irgendwann aufgeben, und sich in die Struktur fügen. Um so dankbarer bin ich, wann immer ich auf einen Lehrer treffe, der noch gewillt ist, in dem kleinen Rahmen, der sich bietet, für die Kinder tätig zu werden, manchmal eben auch unkonventionell. Na und?

      Was nun die Problematik der Versetzung betrifft, die ist auch mit bis zu drei Fünfen möglich, nur ist das wieder eine Fächerfrage und wiederum, und nicht zuletzt, eine Frage des Bundeslandes.
      Und was wäre denn die Alternative? Die Kinder wieder und wieder zurückstellen?
      Welch höchst motivierende Vorgehensweise, wenn man mit 16 dann noch in der sechsten Klasse hängt. Und elend teuer ohne Sinn und Zweck noch dazu, siehe die betreffende Studie der Bertelsmann-Stiftung.
      Oder einfach direkt in Förder- und Sonderschulen mit den lernunwilligen Nachkommen, damit sie am Ende dann nicht mal den Hauptschulabschluss haben? Wußten Sie, dass ein Förderschulabschluss nicht mal zum Besuch der Berufsschule berechtigt?
      Nicht beschulungsfähig qualifiziert… was für ein Ausdruck. Was für eine Qualifikation soll das sein?

      Was mich allerdings am meisten schockiert hat, war Ihr wahl- und sinnloser Gebrauch des GIGO-Prinzips in bezug auf eine Lehranstalt. Sowohl Kinder als auch Lehrer, ja selbst die zugehörigen Eltern, Sozialpädagogen, Schulpsychologen und was es heutzutage noch so alles an Schulperipherie gibt, sind doch mehr als Nullen und Einsen! Kinder laufen doch nicht wie am Fließband vorn in die Schule rein, werden wie Tetrapacks mit Wissen gefüllt, und am hinteren Ende wieder ausgespuckt, Kinder verbringen die prägendsten Jahre ihres Lebens in der Schule, wenn es gut läuft unter der Obhut von Lehrkräften, die sich der Verantwortung für ihre Aufgabe bewußt sind.
      Wir reden hier von Persönlichkeitsbildung, Vermittlung von Werten, die leider in vielen Elternhäusern kaum noch anerzogen werden.
      Und mal ganz ehrlich, der Mangel an Interesse liegt, lange bevor er den Schüler erreicht, schon bei den Eltern. Da sollten wir doch froh sein, um die Schadensbegrenzung, die die Lehrkräfte z.T. wider besseres Wissen immer wieder betreiben.

      Mit freundlichem Gruß
      Membaris

      • impetrare schreibt:

        Hallo Membaris,

        so ganz Fehlerfrei ist dein Text nun aber auch nicht, und du kennst ja den Spruch mit dem Glashaus.
        Warum du mir Eindimensionalität unterschtellst verstehe ich nicht so wirklich, aber sei es drum.

        „Was nun die Problematik der Versetzung betrifft, die ist auch mit bis zu drei Fünfen möglich, nur ist das wieder eine Fächerfrage und wiederum, und nicht zuletzt, eine Frage des Bundeslandes.“

        Kann ja sein, in meiner Schulzeit blieb man mit einer 5 Sitzen. Ich verstehe auch nicht so ganz den Sinn einen Schüler der den Stoff der Klasse n nicht verinnerlicht hat in die Klasse n+1 zu versetzten. Da wird das Defizit ja nur noch größer während bei einer Wiederholung zumindest die Chance besteht das der Schüler danach seine Laufbahn normal fortsetzt.

        „Und was wäre denn die Alternative? Die Kinder wieder und wieder zurückstellen?“

        Ja

        „Welch höchst motivierende Vorgehensweise, wenn man mit 16 dann noch in der sechsten Klasse hängt.“

        Natürlich ist das nicht sehr motivierend. Aber mit 18 ohne Abschluss (oder einem Hauptschulabschluss) und damit ohne Perspektive da zu stehen ist bestimmt auch nicht sehr motivierend. OK, wer mit 16 noch in der 6. Klasse ist dem ist wahrscheinlich eh nicht zu helfen (Unter Ausschluß von Spezialfällen).

        „Oder einfach direkt in Förder- und Sonderschulen mit den lernunwilligen Nachkommen,
        damit sie am Ende dann nicht mal den Hauptschulabschluss haben?“

        Wenn es sein muß. Sie durch die Schule zu schleppen bringt ja auch nichts.

        „Wußten Sie, dass ein Förderschulabschluss nicht mal zum Besuch der Berufsschule berechtigt?“

        Ja, und weiter? Gar kein Abschluss berechtigt auch nicht dazu. Und ein Hauptschulabschluß berechtigt zwar dazu, nur wird man sich schwer tun einen Ausbildungsplatz zu finden. Im übrigen völlig zu Recht wie ich finde.

        „Nicht beschulungsfähig qualifiziert… was für ein Ausdruck. Was für eine Qualifikation soll das sein?“

        Die Überprüfung von Fähigkeiten nennt sich auch Qualifizierung. Der Schüler erhält also keine Qualifikation sondern er wird (dis)qualifiziert.

        So, kommen wir zum letzten Punkt:
        Das GIGO-Prinzip beschreibt nicht die Komplexität eines Systems.

      • rotezora. schreibt:

        Danke, Membaris, für diesen Kommentar zum Kommentar. Mir schwoll schon gerade der Kamm ob derartiger Ignoranz. Welches Menschenbild steht hinter einer Selektion nach dem Motto: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen, um die muss/will man sich nicht mehr kümmern. Mal so nebenbei: Alle Pisa-erfolgreichen Länder arbeiten möglichst lange in integrierten Systemen, denn Kinder/Jugendliche lernen auch VONEINANDER. Das setzt selbstverständlich entsprechende Ressourcen voraus. Gleiches gilt auch für die Inklusion.
        Jedes weitere Wort erspare ich mir. Nur noch soviel: Für mich ist die Abkürzung MfG extrem unhöflich. Wenn ich jemandem nicht die Mühe wert bin, die freundlichen Grüße auszuschreiben, kann er/sie sie sich in die Haare schmieren. (Arrogant kann ich auch.)

    • GG schreibt:

      (Weil es nicht um Chancen geht, sondern lediglich um die Verwaltung von gewissen Sammelbecken? Und Lehrer sowohl diejenigen sind, die sich – mehr oder weniger – gegen Windmühlenflügel stemmen als gleichzeitig auch Teile des misslichen Systems sind?)

    • TickleMeNot schreibt:

      Eine wunderbare Eigenschaft des Menschen ist es, sich zu ändern. An den Umständen zu wachsen.
      Jeder verdient eine zweite Chance.

      Wenn man das von impetrare vorgeschlagene System anwenden würde, dann hätten wir in Bälde nur noch Elite und Rest. Und keine Chance für den Rest sich aus eigener Kraft emporzuarbeiten.

    • frlkrise schreibt:

      Du demonstrierst mit deinem Beitrag lediglich eine erschreckende Unkenntnis der Realitäten ….

      • impetrare schreibt:

        Dann klären Sie mich doch bitte auf.
        Als ich noch in die Schule (POS bis zur einschließlich 6. Klasse dann Gymnasium) ging blieben Minderleister sitzen. Und wenn sie oft genug sitzen geblieben sind gingen sie an eine andere Schule. Auch habe ich tatsächlich überhaupt keine Ahnung wie es auf einer Haupt/Gesamtschule zugeht. Allerdings darf ich mich hin und wieder mit den Resultaten dieser Schulformen plagen. Da kann man manchmal wirklich nur noch die Ohren über dem Kopf zusammenschlagen. Und da habe ich schon nur die die irgend ein Betrieb als Azubi zum Informatikassistenten genommen hat.

        MFG
        impetrare

  23. Kennguru schreibt:

    Schon seit längerem hält sich bei mir hartnäckig die Frage, wie sie sich all die Blognamen der Schüler und anderen Personen ausdenken. Jetzt wo wieder so viele neue Schüler hinzukommen, da muss doch die Namenspalette irgendwann mal erschöpft sein. Können Sie mir da etwas Licht ins Dunkle bringen?

    • frlkrise schreibt:

      So wie eine Unzahl deutscher Namen gibt, gibt es auch eine Unzahl türkischer… Und ich kenne , glaube ich inzwischen mehr türkische, als deutsche Namen….

      • Kennguru schreibt:

        Ist es denn schonmal vorgekommen, dass sie hier einen Namen vergeben haben und dann einen Schüler hatten, der wirklich so heißt? Ich kann immer noch nicht glauben, dass das alles ohne Probleme und Verwechslungen funktioniert oder sind Sie ein großer Excelfreund?

      • Tricia McMillan schreibt:

        Haben Sie sich jetzt gleich eine Liste mit Echtnamen und Blognamen angelegt? So viele neue Namen kommen jetzt auf uns zu! Und ich freue mich schon so sehr auf Ihre Wundertüte!

      • frlkrise schreibt:

        Noch nicht. Die Falschnamen müssen doch zu den Echtkindern passen!

  24. KC schreibt:

    Gibt es dafür denn noch immer kein Computerprogramm? Oo Wo man alle Schüler drin hat und Zwischenverweise, wer mit wem und wer mit wem nicht und dann noch ein Befehl, dass nicht alle Problemschüler in eine Klasse dürfen….Programmierer vor 😀

    • frlkrise schreibt:

      Und wer soll all die Informationen sammeln zuordnen, bewerten und eingeben????

      • Nana schreibt:

        Mich wunderte auch, dass es kein solches Programm gibt.

        Wer soll die Informationen sammeln?
        Sind sie nicht schon da? Werden diese Akten denn alle handschriftlich und auf Papier geführt oder gibt es die auch irgendwo in elektronischer Form? Dann kann zumindest die Akte schonmal (auch) elektronisch weitergegeben werden. Programme sind in der Lage, auch Dateien auszulesen. Ankreuzsysteme machen sich da einfacher, aber bei Fließtexten können zumindest Wörter und Wortgruppen rausgesucht werden.

        Wer ordnet die Informationen zu?
        Auch das Programm, wenn es sie sammelt.

        Wer gibt die Informationen ein?
        Sind sie das nicht schon irgendwo?
        Was steht denn in den Anmeldungen drin außer Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort (?), Wunschschule, Wunschmitschüler, Auf-keinen-Fall-Mitschüler, Unterschriften? Auch so eine Anmeldung kann man elektronisch gestalten. (Ja, dann brauchen die Anmeldenden Computerkenntnisse und hier sehe ich Schwierigkeiten.)

        Wer bewertet die Informationen?
        Eigentlich die Lehrer. Man könnte es so gestalten, dass man als Auswahlkriterien für die Klassen eingibt, dass z.B. jede Klasse 5 Mädchen haben soll oder nur 5 Schüler, die in Deutsch eine 5 haben oder mindestens 5 Deutsche deutscher Herkunft oder von welcher Grundschule sie kommen oder ob und wie berücksichtigt werden soll, wenn bestimmte Lehrer die älteren Geschwister kennen oder oder oder. (Die Zahlen haben keinen realen Bezug und sollen nur illustrieren.)
        Dazu müssten die Informationen auch noch gewichtet werden. Lieber ein Mädchen weniger als ein Deutscher deutscher Herkunft weniger oder…

        Dann lässt man den Computer rechnen und zum Schluss spukt er einen Vorschlag aus, mit Prozentzahl, wie viel er ingesamt für alle Schüler, die einzelne Klasse und den einzlenen Schüler von den Vorgaben berücksichtigt hat. Damit hätten dann die Lehrer und die Schulleitung einen Vorschlag. (Ich will das auch nur als Vorschlag verstanden wissen.) Der wird dann nochmal durchgeschaut und geändert.

        Vielleicht stelle ich mir das alles viel zu einfach vor. Vielleicht berücksichtige ich auch nicht, dass viele Stunden Programmierarbeit nötig sind, um Lehrer davon zu entlasten, drei Stunden ihrer (Frei-?)Zeit mit Kärtchenschieben zu verbringen. Außerdem kosten ihre drei Stunden Zeit wohl weniger als so ein Programm.

        Nana

      • frlkrise schreibt:

        Die Angaben kommen von 25 Grundschulen, jede hat andere Papiere, viele Schüler sind uns aber auch zugewiesen worden (per Los), dann sieht der Papierkram wieder anders aus. Die Infos sind teil persönlich, von der aufnehmenden Person oder allgemein, d.h. bestehen aus einem Zettel, aus dem sich Kreuzchen befinden- zu aufmerksamkeit, Fleiß, Zuverlässigkeit usw.
        Wer will das alles in den Computer eingeben und wer es wie gewichten?

  25. Inkakönigin schreibt:

    Na, das wird bestimmt lustig. Klingt nach einer ganz „normalen“ Klasse. Viel Glück wünsche ich! 🙂

  26. halab schreibt:

    Sie sollten Ihrem Namen etwas mehr Ehre geben. (Habe ich übrigens extra nachgeschlagen:-) –
    „no pun intended“ habe ich auf die Schnelle leider nicht gefunden)

    Was erwarten Sie eigentlich von unseren Schulen und ihren Lehrern?
    Sie können die Gesellschaft nicht ändern; nur versuchen, etwas aufzufangen, was schon in der Kindheit verkorkst wurde.
    Ihr zweiter Vorschlag ist in England übrigens an einer Schule mit unterschiedlich farbigen Schuluniformen versucht worden.
    Eine Zweiklassengesellschaft auf so engem Raum ist sehr gefährlich.
    Dann wird an so einer Schule wie bei der armen Fräulein Krise und ihren Kollegen bestimmt jeden Tag die Polizei anrücken müssen.

    Unsere Gesellschaft ist nun einmal so aufgebaut, dass allen Kindern von Anfang an suggeriert wird, es wäre nicht schlimm, wenn die Leistung nicht stimmt. „Einfach gestrickte“ Eltern nehmen es auch so hin. Keiner wird sich vor solche Eltern stellen und ihnen ins Gesicht sagen, dass ihre Kinder auf diese Weise keine Chance haben. Sie auch nicht.

    Ich habe Bekannte, die mir im gebrochenen Deutsch vier Grundschuljahre hindurch stolz berichteten, wie gut laut Lehrermeinung ihre beiden Kinder wären.
    Vier Jahre lang habe ich ihnen versucht zu sagen, dass es nicht reicht.
    Ergebnis: Der Sohn hat die Hauptschulempfehlung, die Tochter ist in der zweiten Klasse sitzengeblieben.

    EIN HOCH AUF ALLE LEHRER, DIE ES TAGTÄGLICH IM SCHNITT 30 LEBENSJAHRE MIT SOLCHEN KINDERN AUSHALTEN!!!

    • frlkrise schreibt:

      Aushalten?
      Das ist unser Job! Der Arzt kann sich seine Patienten auch nicht aussuchen… Und wir können uns die Schüler nicht backen.

      • halab schreibt:

        In diesem Falle möchte ich bei dem Wörtchen „aushalten“ bleiben.
        Begründung: Ich selbst würde Ihren Beruf kein Schuljahr durchhalten. Am Liebsten würde ich einige Ihrer Schüler mal so richtig durchschütteln.

      • Der Mathehügel schreibt:

        Aber lustig wär´s schon. Was würde ich mir für Schüler backen?
        Wenn ich gaanzz ehrlich bin, würden fast dieselben rauskommen, wie meine kleinen Ungeheuer :-}
        Naja, ein zwei Kekse sind ungenießbar, aber der Rest? Schmeckt schon!

    • Peter McCoy schreibt:

      „No pun intended“ heißt „Wortspiel nicht beabsichtigt“. Habe damit nur das Problem, dass ich da oben das nicht als Wortspiel sondern ernstgemeinte Wortspiel nicht finden kann. Oder überhaupt etwas, das als Wortspiel durchgeht?

  27. Cijey schreibt:

    Geschenkgutschein für impetrare: Eine Tüte Deutsch mit vielen leckeren Kommas.

  28. Krupunder schreibt:

    Was schimpfen Sie denn alle auf impetrare? Er hat doch teilweise recht…

    Ich meine, alle amüsieren sich immer über diesen netten Blog, sympathisieren mit den Schülern, aber letztlich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – werden diese Schüler doch allenfalls Hilsarbeiter, auf ewig gefangen in prekären Arbeitsverhältnissen oder gleich dauerhaft ohne Beschäftigung sein. Das ist ganz schön traurig, nicht witzig.

    So schön Frl. Krise das auch alles formuliert, beschrieben wird von ihr doch lediglich die Verwaltung des Mangels. Ich habe diesen Blog komplett durchgelesen und bin ehrlich gesagt erschrocken, wie sich dieser Schulalltag darstellt.

    Natürlich ist es richtig, wenn Frl. Krise darauf hinweist, dass sie nur mit den Schülern arbeiten kann, die sie bekommt. Und natürlich ist es wohl auch richtig, dass die Schüler, die einen eher schwierigen sozialen Hintergrund haben, dort gehäuft auftreten.

    Trotzdem, selbst wenn man obiges mit anrechnet, scheint diese Schule ein eher höchst abschreckendes Beispiel zu sein. Ich würde meine Kinder dort niemals freiwillig beschulen lassen.

  29. Krupunder schreibt:

    Eine kleine Frage als Nachtrag: Ist Ihre Schule eigentlich das, was die Medien als „Problemschule“ bezeichnen, so schwammig diese „Definition“ auch ist? Oder gibt es da noch Schulen, die eine ganze Kategorie „härter“ sind?

  30. Sandro schreibt:

    Ich will ja nicht konservativ erscheinen, aber prüft hier jemand manchmal die Links hinter den Nicknames?
    Jedenfalls bringt mich der Link hinter „impetrare“ zu der Homepage einer „Frauen-WG der besonderen Art“ wo ich für 80 Euro ne halbe Stunde Spass haben kann.

  31. fast-wurzelkind schreibt:

    Ich finde impetrare hat schon teilweise Recht, nur hat das nichts mit der Realität zu tun, so kann man nur schreiben, wenn man keinen persönlichen Bezug zur Arbeit eines Lehrers hat, insbesondere bei Schülern mit Migrationshintergrund.
    Es ist auch sehr überheblich hier Vorwürfe über das Schulsystem und der darin arbeitenden Lehrerschaft zu machen, wenn impetrare den Blog komplett gelesen hat, muss er doch merken, dass man hier nicht immer mit konventionellen Regeln an ein kleines Ziel gelangt und immer wiederkehrender Chancen nicht wahr genommen werden und wieder und wieder entäuscht zu werden und jedesmal wieder neu in den Tag zu gehen und den Schülern den Weg zu weisen.
    Ich hoffe, es wird eine gute „zusammengewürfelte“ Klasse und wünsche viel Glück!

  32. mozzarella schreibt:

    Ich arbeite auch an einer sogenannten „Brennpunktschule“, allerdings an einer Grundschule. Und ich muss Mathehügel zustimmen: Ich mag meine SchülerInnen sehr. Aber die Eltern!!!! Zwei Familien mussten schon ein Bußgeld zahlen, weil ihre Kinder unglaublich häufig fehlten. Das dritte Verahren steht an. Natürlich haben diese Familien ihre Probleme. Sie wohnen überwiegend in dem von Ihnen bezeichneten „Bunker“,sind arbeitslos und es fällt ihnen sehr schwer, morgens überhaupt aufzuwachen. Schule ist ihr kleinstes Problem. Einer Mutter habe ich vor ca. einem Jahr gesagt, dass ihr Sohn ein schlaues Kerlchen sei. Das hat sie sich gemerkt, nicht, dass er jetzt in der 2. Klasse ganz große Schwierigkeiten hat dem Unterricht zu folgen, weil er mindestens an 3 Tagen der Woche fehlt(e) (Nach Bußgeldbescheid kommt er regelmäßig!!!!). Ihr Argument. „Frau S. hat doch gesagt, er ist klug.“ …
    (hoffe ich habe weder zu viele noch zu wenig Kommatas gesetzt 🙂 )

  33. fraudehnertsallerlei schreibt:

    Frl. Krise, ich liebe Ihren Blog! 🙂 Und bei „spricht nicht viel, sagt, er braucht seine Wörter zum Denken“ habe ich schallend gelacht! Passiert mir nicht oft! 😀

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