Kinder, Kinder…

Unser Theaterstück – ob wir das noch jemals aufführen werden?
Heute Morgen um acht Uhr ist genau die Hälfte meiner Schauspieler da. Die anderen sind mit der Berufseinstiegsbegleiterin zu irgendwelchen Projekten unterwegs.
„Frl. Krise, mir geht’s voll schlecht,“ sagt Sara und schiebt einen Stuhl neben mich. Ich habe mich gerade auf dem Bühnenrand niedergelassen, um in meiner Liste einzutragen, wer alles fehlt.
„Moment,“ sage ich und zähle die Häupter meiner Lieben.
Sara setzt sich und schlägt ihre langen schlanken Beine übereinander. Sie trägt einen kurzen, naturfarbenen Pulli, eine zimtbraune schmale Hose, goldene Ballerinas, üppigen Goldmodeschmuck und eine gemäßigte Kriegsbemalung. Sie wäre ein „wunderschönes Mädchen“ wie Heidi sagen würde, wenn sie nicht schon ein kleines bisschen fertig aussehen würde.
„Frl. Krise, ich weine jeden Tag!“
„Sara! Warum das denn?“
„Wegen Lehrstelle! Mein Leben ist ruiniert, wenn ich keine bekomme!“
„Dann kannst du doch immer noch ein Jahr auf eine Schule gehen oder zu dem Projekt, aber du musst dich ENDLICH anmelden,“ sage ich eindringlich. Allerdings! Sie ist bereits achtzehn und im zwölften Schuljahr. Sie muss schleunigst in die Puschen kommen! Die Anmeldefristen an den Schulen sind teilweise abgelaufen, das mit dem Realschulabschluss sieht schlecht aus und wegen ihres „Aufenthalts“ hatte sie auch schon einen Termin!
Sara stöhnt auf.
„Dann heirate doch einfach deinen Verlobten und kriege ein Kind!“ schlage ich ihr vor. Reine Provokation – anders kann man sie nicht wachrütteln.
„Niemals!“ Sara funkelt mich an. „so eine bin ich nicht! Ich will ja arbeiten.“
„Eben! Dann melde dich endlich bei dem Projekt an, die Adresse hast du!“
Sara nickt. „Ok. Heute! Ich mach’s! Ich schwöre!“
„Ey! Frl. Krise! Was ist denn eigentlich sooo schlimm an Kinderkriegen?“ fragt Farah patzig. Sie ist so eine, die schon aus allen anderen Kursen rausgeflogen ist, jetzt habe ich sie an der Backe. Sie hat einen Verlobten in Jordanien, wenig Interesse an der Schule und fehlt ziemlich oft.
„Kinderkriegen? Sehr schön!“ antworte ich. „Aber alles zu seiner Zeit! Macht erstmal eine Ausbildung!“
„Meine Schwester hat Ausbildung in Reisebüro, aber jetzt sie ist schwanger, dritter Monat und arbeitet nicht mehr,“ erzählt Farah.
„Geht es ihr schlecht? Hat sie Probleme?“
„Nö, wieso?“
Ich schüttele den Kopf. „Dann kann sie doch arbeiten!“
„Sie ist S C H W A N G E R!“ schnauzt Farah mich an, „da MUSS man sich hinlegen und ausruhen!“
„Schwangerschaft ist doch keine Krankheit! Wie machen das denn die Frauen, die schon ein paar Kinder haben? Liegen die auch immerzu platt?“
„Niemals! Die sind das gewöhnt!“ behauptet Farah. „ Bei meine Schwester ist das ja erste Schwangerschaft! Bei uns macht man das so! Aber Sie! SIE! Sie lassen ja ihre Kinder alleine und gehen arbeiten. Wozu kriegen Sie Kinder – überhaupt?!“
„Hm,“ sage ich. „Meine Töchter würden mir was erzählen, wenn ich sie jetzt noch betüddeln wollte. Ich bin in meinen Schwangerschaften übrigens auch arbeiten gegangen. Bis sechs Wochen vor der Geburt! Und hinterher auch. Kinder sind nicht alles im Leben…!“
„Bei SIE ist das so. Bei UNS ist das anders!“ Farah schaut genervt in die Runde.
Die anderen Mädchen schweigen. Gülten grinst. „Meine Mutter war auch arbeiten bei meine kleine Schwester….,“ wirft sie lässig ein.
Farah verschränkt die Arme vor der Brust: „Ich bleibe auch zu Hause, wenn ich schwanger bin und danach auch. Bei mein Kind! Bis es in die Schule geht!“
Jawoll, denke ich, mach das! Und bringe es bloß nicht in den Kindergarten, kassiere lieber das schöne Betreuungsgeld. Dein Verlobter…äh…Mann wird ja als Friseur nicht viel verdienen, falls er hier eine Stelle bekommt.
Ich sage das aber nicht. Wenn die erfährt, dass der Staat das Zu-Hause-Bleiben so fördern will, beraube ich mich noch sämtlicher Argumente. Betreuungsgeld! Absolut crazy!

„Frl. Krise!“ Sara lächelt mich an. „Wollte ich Sie schon die ganze Zeit sagen! Ihr Make-up ist heute viel besser als gestern! Ich schwöre!“

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46 Antworten zu Kinder, Kinder…

  1. RogueEconomist schreibt:

    Tja, manchmal ist nichts abgefahrener als die Realität.

  2. ninespo schreibt:

    Na super. Aber ich würde es auch so machen: arbeiten solange ich kann. Es gibt genug Vorgesetzte, die eine (werdende) Mutter nach dem Mutterurlaub kündigen, ob das in Ordnung ist oder nicht.. und dann mit wenig Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Oi!

  3. dianamama schreibt:

    Rabenmutter! (hatte ich nicht rausgelesen, dass die Krisentöchter schon jenseits der Pubertät sind?) tststs

  4. madamedebut schreibt:

    Ich wünschte Frau Schröder würde so etwas mal lesen und glauben…

  5. Macujuha schreibt:

    Also ich direkt werde nie ein Kind bekommen, da männlich ^^ aber ich würde mich auch nich mein restliches leben zuhause hinhocken und auf die kleinen aufpassen…da ist man doch unausgelastet, oder nicht? Also ich kann das natürlich nicht beurteilen, aber seh ich das richtig oder nö?

  6. Fisch schreibt:

    Das Betreuungsgeld soll nur bis zum 3. Geburtstag gezahlt werden. Leider ist es in vielen Gegenden gar nicht möglich sein Kind früher fremdbetreuen zu lassen, deshalb finde ich das Betreuungsgeld als Überbrückung gar nicht schlecht. Man sollte es, genau wie das Elterngeld, mit den Hartz-IV-Bezügen verrechnen, um dieser besonderen Klientel den Anreiz zu nehmen.

  7. evasbuecherkiste schreibt:

    Seltsame Ansicht, aber vielleicht nicht, wenn man es selbst noch so kennt. Es gibt in meinem näheren Bekanntenkreis auch eine Mutter, die aufgehört hat zu arbeiten, als sie schwanger wurde. Sie fand es wichtiger, bei den Kindern zu sein (ohne Betreuungsgeld versteht sich und als „Urdeutsch“ 😉 ) Es ist nur merkwürdig, wenn man diese Sicht auch auf andere überträgt. Das hat die Mutter meines Bekannten Gott sei Dank nicht gemacht.

  8. rhadamanthys schreibt:

    „Bei SIE ist das so. Bei UNS ist das anders!“
    Genau, deshalb können WIR da ja EUCH bezahlen.

    Irgendwie habe ich den Eindruck, daß die lieben Schüler sich nicht immr als Teil der einheimischen Gesellschaft fühlen.

  9. Beycha schreibt:

    Ich glaube mir würde die Decke auf den Kopf fallen bei einer Zeit von >1 Jahr zu Hause. Gut, man hat das Kind zu versorgen, aber irgendwie würde mir die Interaktion mit anderen Menschen und Themen irgendwann fehlen.
    Wenn jemand damit klar kommt und es für wichtig hält, sein Kind bis zum Kindergarten oder der Schule selber zu betreuen, dann kann er/sie es tun. Nur finde ich es immer mies, die eigene Einstellung (ob die nun zu Hause bleiben oder arbeiten gehen ist) anderen leuten aufstülpen zu wollen.

    • wahnsinn schreibt:

      ich bin ca. 12 Jahre zu hause geblieben. (deutsch und nicht „Unterschicht“, aber in CH lebend, da gibt es keine staatl. Betreuung bevor die Kinder ca. 5 sind!! Privat ist es extrem teuer)
      Es ist ja nun nicht so, dass man als Mutter völlig isoliert ist, nur weil man nicht mehr arbeiten geht. Man kann doch trotzdem raus und sich mit interessanten Menschen unterhalten. Klar geht es oft um Kinderthemen, wenn man sich mit anderen Müttern trifft, aber es wenden sich nicht automatisch alle Freunde und Verwandten ab, nur weil man plötzlich ein Kind hat oder auch 2 oder 3.

      Jetzt nach 12 Jahren (das jüngste Kind ist 8) gehe ich wieder arbeiten und es hat mir überhaupt nicht geschadet, dass ich zu hause war.

      Also für mich ist es völlig ok so. Und wenn ich dafür auch noch Geld bekommen hätte…..

      • Beycha schreibt:

        Isoliert nicht, aber die Auswahl der Themen verschiebt sich doch ziemlich. Und von allem, was auf der Arbeit an interessanten Themen vor sich geht (ich mag meine Arbeit, meistens jedenfalls) kriegt man leider nur noch Bruchstücke mit, wenn man nicht selber da ist.
        Bisher denke ich, mir würde etwas fehlen. Richtig sagen kann ich das natürlich erst, wenn ich in der Situation bin…

    • Anka schreibt:

      Vorneweg: Mir ist durchaus klar, worauf das Frl. und die meisten Kommentatoren hier hinaus wollen und ich bin auch weder ein Fan allzu früher Mutterschaft als einzige Lebensperspektive noch der Meinung, dass Kinder alles in einem Frauenleben sein sollen noch ein Fan der „Herdprämie“ als beschäftigungs- und ordnungspolitisches Instrument und schon gar kein Fan der entsprechenden Parteien.

      Trotzdem könnte mich durchaus für eine größere Wertschätzung von Familien- und Erziehungsarbeit erwärmen und mich stört daher die leise Abfälligkeit, die, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz, mitschwingt, wenn es um jene merkwürdigen Frauen geht, die ihr Kind bewusst nicht zum frühest möglichen Zeitpunkt fremd betreuen lassen wollen und die die Zeit mit ihrem Nachwuchs womöglich auch noch als bereichernd und sinnvoll empfinden.

      Kinderaufzucht scheint in den Augen sehr vieler hier anscheinend eine grundsätzlich öde und auch anspruchslose Sache zu sein (es sei denn, man macht sie beruflich!), während der zudem eine Interaktion mit anderen Menschen und vor allen die Beschäftigung mit Themen jenseits von Windeln und Babybrei fast per se auszuschließen ist.
      Jedwede Berufstätigkeit hingegen führt ebenso per se zu einem spannenden, ausgefüllten, geistig und gesellschaftlich regen Leben.

      • Täterin schreibt:

        Danke. Ich unterschreibe.

      • RogueEconomist schreibt:

        Ihr letzter Satz hängt arg von den Arbeitszeiten ab… 😉
        „Kinderaufzucht“ ist nun mal so eine Sache, vorallem wenn man sich fragt wem man Anreize zur „Kinderzucht“ (Pardon, aber ich bin ob des Wortes Aufzucht wirklich amüsiert) geben möchte.

      • Tricia McMillan schreibt:

        Ich persönlich habe es nicht als große geistige Herausforderung empfunden, meiner Tochter die Bauklötze zu stapeln, damit sie sie wieder umwerfen kann und die immer gleichen Bücher vorzulesen. Seit ich wieder arbeite verbringe ich die Zeit mit ihr viel intensiver, weil ich jetzt wieder einen Ausgleich habe. Nach meinem Erwachsenenleben im Büro, mit Erwachsenenthemen und umgeben von Erwachsenen, verbringe ich gerne noch einige Stunden auf dem Spielplatz oder im Kinderzimmer mit meiner Kleinen. Aber ganztags hatte ich das Gefühl wahnsinnig zu werden.
        Das ist sicher eine Frage der Mentalität und da sollte man jeden machen lassen womit er sich wohl fühlt.
        Und ob die Schülerinnen von Frl. Krise ihre Erfüllung im Hausfrau und Mutter-sein finden, ist ja gar nicht gesagt. Da sollte man doch noch andere Perspektiven aufzeigen und das nicht als beste Möglichkeit im Raum stehen lassen.
        Aber wenn man schon während der Schwangerschaft nur noch liegen will, sind die Ambitionen natürlich nicht so groß…

  10. michael schreibt:

    Betreuungsgeld? Will man damit nicht verhindern, dass die Kinder der Mittelschicht mit den Kindern der ärmeren Schichten schon im Kinderhort in Berührung kommen.

    Dass Frau Dr.Rechtsanwältin beim Abholen des Kindes BlaBla mit Hartz4-Empfängerin machen muss, geht doch gar nicht. Die CDU weiss eben, was ihre Clientel will.

    • ingo schreibt:

      ganz ehrlich? es IST ein problem wenn man beim kinder-abholen plötzlich von gestalten angelabert wird mit denen man im sonstigen leben keine berührungspunkte hätte. mein bedarf an kette-rauchenden jogginganzug-trägerinnen mit strähnigen haaren, versoffener stimme und gossenvokabular ist jedenfalls gedeckt dank örtlichem kindergarten.
      helfen wird das betreuungsgeld aber höchstens den eltern beim kippen-kaufen, für die kinder bricht dann der letzte kontakt zur „normalen“ welt ab in der man sich um seine kinder, ihre erziehung und ihre gesundheit kümmert.

    • fast-wurzelkind schreibt:

      nein, man will eher vertuschen, das die Kapazitäten niemals ausreichen, um alle Kinder betreuen zu lassen

      • Lucy schreibt:

        Ingo: Was fällt dir eigentlich ein, diese Menschen so zu verurteilen? Schau dich erstmal selbst an. Ich als Akademikerin empfinde es als bereichernd, auch Freunde mit anderen sozialen Hintergründen zu haben.

  11. Roland_09 schreibt:

    lol@ Ablenkungsmanöver… zu wessen Gunsten war das eigentlich gedacht? Ich meine, Farah hat doch gerade ihr Bestes gegeben, um von Sara abzulenken?

  12. Melanie Büschkes schreibt:

    Liebes Frl. Krise, ich hatte heute einen echt besch… Tag aber wenn ich dann diesen Blog lese weiß ich wieder, dass alles worüber ich mich aufrege „So krass unwichtig“ ist 🙂 Mein Gott, wie halten Sie das nur aus, ich würde mich wahrscheinlich sofort genötigt sehen ein kurzes Referat über die Schwachsinnigkeit mancher Politiker zu halten, die aus schlechtem Gewissen ihre eigenen Pläne nicht realisieren zu können zu so bescheuerten Alibi-Ideen wie einem weder wirtschaftlich noch sozial zu rechtfertigenden Betreuungsgeld greifen. Verzweiflung ist das – so ein quatsch (Was mal gesagt werden muss – auch wenn es kein sog „Gedichte“ ist!). Aber dann hätte ich die gleichen Magenschmerzen wie ich sie jetzt auch habe. Nein, da schütte ich mich einen Moment vor Lachen aus und genieße still für mich Ihre wunderbare Ironie, das ist doch viel besser. Vielen Dank dafür.

  13. nadineswelt schreibt:

    Na, aber wenn Sara zumindest will, dann muss man sie nicht ewig muttivieren, oder? Also, erinnern ja, aber keine Grundsatzdiskussionen führen, oder?

  14. Jürgen schreibt:

    Ach, Frau Krise, ich find das toll, dass Sie Ihr Make-Up wieder so schön hingekriegt haben. Was sind denn schon Schwangerschaften!

  15. Minou schreibt:

    Gott, frl Krise! Was haben Sie sich heute ins Gesicht geschmiert? Voll abgetönte Glitzerbräune??? Oder entwickeln die „wunderschönen Mädchen“ Geschmack und der Look „Ghetto-Queen“ ist neuerdings out? 😉

  16. da sieht man die ganze Hinterfotzigkeit, mit der die Bazis von der CSU das Betreuungsgeld durchdrücken….

  17. dianamama schreibt:

    Hm ich finde das ist ein zweischneidiges Schwert. Ich z.B. bin seit der Geburt meiner Kinder zu Hause. Hausfrau und Mutter. Ich geniesse es. Denn es ist ein Vorurteil, dass man wenn man „das“ macht, verdummt, keinen Kontakt zu anderen Menschen hat und weltfremd wird. Im Gegenteil. Ich komme mit sehr viel mehr Menschen (und vielfältigeren vor allem) in Kontakt, seit ich einfach mehr Zeit habe und nicht von der Arbeit geplättet nach Hause komme und mich aufs Sofa haue und während der Nachrichten sanft entschlummere. Ich weiss viel mehr über die aktuelle Politik, über das was in der Welt vor sich geht, weil ich einfach mehr Zeit habe, mich zu informieren. Dazu kommt, dass meine Kinder (6+8) sehr interessiert sind und nachfragen, und nachfragen, und nachfragen….ich kann es mir gar nicht leisten, da zu oft „äh, weiß nicht“ zu sagen, da schauen die mich schräg an.

    Ich könnte mich aufregen, daß ich sauber zwischen die zwei Geldmodelle gefallen bin: als Kind zwei zur Welt kam, gab es das Erziehungsgeld noch nicht und jetzt kommt Kind zwei im September in die Schule und mit dem Betreuungsgeld hat es leider auch nicht geklappt. Fakt ist, Mutter sein ist der schlechtest bezahlte Job auf der Welt. Was ich alles mache: putze, wasche, aufräume, Hausaufgaben kontrolliere, Freizeit organisiere, Schuhe wegräume, Jacken aufhänge, Betten mache, Bäder putze…….und das alles wenn es sein muß 24 Stunden am Tag, denn ein kranken Kind lässt einen nämlich nicht schlafen. Wenn mein Mann nicht gut verdienen würde, wäre das alles nicht möglich. Nein, ich jammere überhaupt nicht, mich so entschieden zu haben. Ich habe gesunde, selbständige, interessierte und selbstbewusste Kinder, die hoffentlich ihren Weg durchs Leben gut gehen können. WEIL sie eine gute Familienbindung erfahren haben, weil sie Unterstützung bekommen, wenn sie sie nötig haben. Das ist MEIN Weg eine Familie zu haben und ich bin froh drum, dass ich diesen Weg so gehen kann. Und immer muß man sich für diesen Weg entschuldigen oder ihn verteidigen – DAS kotzt mich an!!!

    • Tricia McMillan schreibt:

      Quatsch, man muß sich immer entschuldigen, wenn man sein Kind in den Kindergarten „abschiebt“ und tatsächlich manchmal Fertigpizza zum Abendessen serviert, weil man nicht mehr die Zeit/Kraft/Lust hat noch richtig zu kochen. Wenn man sich auf sowas einläßt, hat man als Frau immer verloren. Entweder man ist die in den 50ern steckengebliebene Hausfrau oder die karrieregeile Rabenmutter.
      Jede Frau muß ihren Weg finden, wie sie am besten mit ihrer Mutterrolle klar kommt. Und wenn das Kind/die Kinder nicht vernachlässigt wird/werden und Liebe und Aufmerksamkeit bekommen, ist es auch ok.
      Es gibt den perfekten Weg ein Kind großzuziehen ebensowenig wie die perfekte Mutter.
      Wir tun einfach alle unser Bestes auf unsere Weise und hoffen das es gut geht!

  18. Tricia McMillan schreibt:

    Puh, ich wollte schon verzweifeln, aber dann hat das Happy End ja nochmal alles rausgerissen! Sollen die Mädchen sich doch das Leben versauen, Hauptsache Frl. Krises Make Up ist wieder in Ordnung!!!!

  19. Sisi schreibt:

    Hmmmm, ich arbeite auch Reisebüro. Oder hab gearbeitet bin nämlich auch schwanger. Aber bei mir is in vier Wochen und ich hab bis vor kurzem gearbeitet in Reisebüro. Warum eigentlich? Hätt machen sollen wie Sie (also wie wir weil is ja jetzt andersrum) und hätt ma lieba hinlegen sollen. Warum auch immer 🙂

    Kindergarten? Wachsen da die Kinder nach? Neeeee, son neumodischen Kram mach ich nicht mit…

  20. Mascha schreibt:

    Also ich finde es gut, wenn man als Mutter bis zum Kindergartenalter bei dem Kind bleibt. Die ersten 3 Jahre sind super wichtig für die Entwicklung und deshalb sollte man in dieser Zeit nicht schon anfangen Kindermädchen, Tagesmütter usw. zu beschäftigen….wer als Mutter den Säugling schon sofort nach der Geburt abgibt und arbeiten geht….unter dem Vorwand….wir brauchen das Geld, sollte gar kein Kind kriegen. Und wem die Karriere wichtiger ist…..auch bitte keine Kinder bekommen. Also 3 Jahre sind nicht zuviel verlangt!!

    • kecks schreibt:

      Mh. Das kann man so machen. Das kann man aber auch ganz anders machen. Bei der besagten Klientel, von der wir hier reden, ist jede Minute, die das (Klein-)kind frembetreut verbringt ein ganz großer Gewinn. Für das Kind! Für die Kinder der restlichen Republik: Das möge doch bitte jede Familie, v.a. jede Mutter selbst entscheiden. Kinder entwickeln sich gut, wenn sie stabile Bezugspersonen haben. Das müssen nicht die leiblichen Eltern sein. Diese spezifisch deutsche Idee von der Rabenmutter, die ihr Kind zu früh ‚verlässt‘, ist schlicht und ergreifend Ideologie. (Und ich möchte jetzt nicht ausführen, wann die in unseren Landen zum ersten Mal so richtig popularisiert wurde, denn das wäre die beliebte, aber doch unfaire Keule…)

    • gwendolynkucharsky schreibt:

      Richtig, diese ganzen elenden Geringverdiener, diese Verkäuferinnen, Friseurinnen mit ihren Geringverdiener-Männern, die dürften gar keine Kinder kriegen, man sollte sie zwangssterilisieren! *io*

      Das Baby „sofort nach der Geburt“ abzugeben, finde ich auch nicht optimal, aber ich kann mir vorstellen, dass es manchmal nicht anders geht. Ich maße mir nicht an, den betreffenden Eltern deshalb ihr Recht auf ein Kind abzusprechen. Im Übrigen gibt es bereits eine staatliche Subvention, die es ermöglich, bis zu 14 Monaten nach der Geburt eines Kindes zu Hause zu bleiben – das Elterngeld. Jeder, der darüber hinaus zu Hause bleiben möchte, darf das gerne tun, aber das muss doch nicht auch noch staatlich subventioniert werden? Wozu? Um das oben genannte Putzen, Betten machen und Schuhe wegräumen anzuerkennen? Überraschung: Arbeitende Eltern tun das auch!

      Ich glaube, vom Betreuungsgeld profitieren genau zwei Gruppen: Diejenigen, die auch ohne Betreuungsgeld zu Hause bleiben, weil ein Gehalt ausreicht. Für die ist es ein nettes Taschengeld. Und dann die ganzen sog. sozialschwachen Familien, die sowieso zu Hause sind. Aber doch niemand, der auf ein zweites Gehalt angewiesen ist, da schafft diese lächerliche Summe niemals Anreize. Ein größerer Schwachsinn als dieses Betreuungsgeld ist mir lange nicht mehr untergekommen. Das Geld wäre beim Kita-Ausbau wesentlich besser verwendet.

  21. Stephan schreibt:

    Nah man sollte das gemeinsam als Familie entscheiden! Ich denke, wenn die Schwangerschaft gut verläuft, dann kann Frau ja so lange arbeiten, wie sie möchte und auch danach überlegen ob sie schnell oder langsamer wieder ins Berufsleben einsteigt! Aber ich kann nur sagen, das gerade die ersten Jahre 1-3 für die Kids wichtig sind. Und dann kann man schon mal los lassen, oder?! Außerdem können ja auch wir Männer mal etwas Verantwortung übernehmen. Wenn ich von der Arbeit nach Hause gekommen bin, dann habe ich die Schicht bis Sie ins Bett gewandert sind übernommen. Diese wenigen Stunden am Tag habe ich genossen! 😉

  22. Rabin schreibt:

    Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass beide – Sarah und Farah – noch ganz schön dumm aus der Wäsche schauen werden. Auch wenn’s anders zu wünschen wäre. Und hätte da die Frage, wie oft Sarah sich schon geschworen hat, sich zu bewerben?

  23. felix5299 schreibt:

    Ich werde das dumpfe Gefühl nicht los, dass beide – Sarah und Farah – noch ganz schön dumm aus der Wäsche schauen werden. Auch wenn’s anders zu wünschen wäre. Und hätte da die Frage, wie oft Sarah sich schon geschworen hat, sich zu bewerben?

  24. starling schreibt:

    Schlimm finde ich es einfach, wenn eine Schwangerschaft naiverweise als „Alternative zur Ausbildung“ gesehen wird. So nach dem Motto: Ich hab keine Arbeit, also lass ich mich mal dickschießen, dann hab ich was zu tun. Erschreckend, dass es von „dieser Sorte Mädels“ so viele gibt. Das genau werden dann nämlich die oben erwähnten (und mich sehr amüsierenden) „Kette-rauchenden Jogginganzug-Trägerinnen mit strähnigem Haar“ und rausgewachsenem selbst blondiertem Ansatz. Auf eine fröhliche Zukunft unseres Landes! 😉

    • Täterin schreibt:

      Immer diese Schwarzweißsicht. Die kleine Schwester einer Freundin zeigte alle, wirklich ALLE Anzeichen, dass ihre Zukunft so aussehen würde. Als sie mit 20 dann schwanger wurde (natürlich noch ohne Ausbildung und nur mit schlechtem Hauptschulabschluss), dachten wir alle „Das war’s mit ihr…“. Aber im Gegenteil! Sie hat sich am Riemen gerissen und nochmal die Kurve gekriegt. Sie ist viel vernünftiger geworden, sparsam und umsichtig, extra auf’s Dorf gezogen, damit die Kleine nicht so verkorkst wird wie sie selbst (ihre eigenen Worte!). Und jetzt kümmert sie sich darum, doch noch eine Ausbildung zu machen.
      Also, „dickschießen lassen“ muss nicht das Ende von allem sein…

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