Die erste Prüfung

Es ist ganz still auf dem Schulgelände. Alle Klassen außer den Zehnern haben Wandertag. Ich bin viel zu früh gekommen, es ist kurz nach acht und meine erste Prüfung beginnt erst um neun. Ich parke mein Fahrrad und falle fast über Hassan und Orhan aus der Parallelklasse, die im Windschatten auf einer Bank hocken.
„Huh, ist euch das nicht zu kalt?“ frage ich und ziehe mir die Handschuhe aus. „Kalt?“ Die beiden sehen mich verständislos an. „Wir sind schon seit sieben hier! Wir üben unseren Vortrag!“
Das Lehrerzimmer ist leer und im Aufenthaltsraum sitzen ein paar bleich aussehende Schüler, die nervös miteinander tuscheln und sich mit Moderationskärtchen Luft zufächeln. Die Armen. Was bin ich froh, dass ich nur Prüferin bin!
Erst mal Kaffee trinken und die Unterlagen sortieren. Alle Zehnklässler müssen an unserer Schule eine Präsentationsprüfung machen, egal welchen Abschluss sie anstreben. Natürlich sind die Prüfungen unterschiedlich schwierig, aber die Aufregung ist bei allen gleich.
Meine ersten Prüflinge sind Jasmin und Gamze. Sie haben sich chic gemacht, Jasmin trägt Schuhe mit einer großen Straßschleife und sicher 15 cm hohe Absätze.
Aber auch alle anderen, haben sich schwer in Schale geworfen. Mustafa hat ein Sakko an und war beim Friseur, Sam kommt ohne sein Käppi, von dem ich schon glaubte, es sei an seinen Schädel getackert und Gülten hat sich gleich ein komplett neues, sehr erwachsenes Outfit geleistet.
Aynur und Hanna sind extrem schlecht gelaunt, Emre ist „krass übertrieben“ aufgeregt und Ömür gesteht mir, der fühle sich so zittrig wie ein „dede“ (Opa).
Die Prüfungen laufen genau so, wie erwartet:
Drei unserer Schüler treten erst gar nicht erst an. Note Sechs!
Die, die seit langem nicht mehr vernünftig gearbeitet haben, kriegen auch jetzt, trotz mehr oder weniger guter Vorbereitung nicht viel hin. Sie haben schlechte Medien, stottern sich durch ihre Vorträge, schmeißen alle Fakten durcheinander und strecken bei Nachfragen gleich die Waffen. Manchmal müssen wir uns schon ein Lachen verkneifen – die Fehler sind fast rührend.
Einer verlegt – warum auch immer – den „Auspruch“ der ersten Kinderlähmung auf 1900 vor Christi, eine andere glaubt, dass der Frauentag am 8. März ein Muttertag sei und jemand versucht uns davon zu überzeugen, dass es „Keulhusten, Dipherie und Marsern“ gäbe.
Ausgerechnet Hanna ist empört darüber, dass ihre Prüfung nicht ganz pünktlich beginnt(!) und Aynur ist der irrigen Ansicht, sie bestimme, was gefragt werde. Sie ist schwer düpiert, als ich kühl darauf hinweise, dass ICH die Prüferin sei. Ihre Laune geht ganz in den Keller.
Aber es gibt auch excellente Vorstellungen. Zumindest bei einer darf ich prüfen und mich freuen…
Fast am Schönsten war es, als Turgut so gegen elf aufkreuzte. Er hatte sich die letzten Wochen freigenommen und wusste gar nichts davon, dass Prüfungen sind!
Zu dumm aber auch.
Natürlich hatten wir in unserer übergroßen Güte auch für ihn einen Termin reserviert!
Den hat der undankbare Knabe aber ungenutzt verstreichen lassen.

Die Noten erfahren die Schüler erst am Freitag. Deshalb gibt es auch keinen Freudentaumel und kein Wehgeschrei auf den Gängen, es bleibt still und das Bibbern geht weiter.
Auch für euch…

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50 Antworten zu Die erste Prüfung

  1. GG schreibt:

    Deprimierend. Was waren denn die guten Vorträge? Die hast du nur so am Rande erwähnt …

  2. Karolin schreibt:

    Ich sitze grinsend hier, weil ich die Situation ähnlich hatte, als ich Prüferin war, damals gerade mal 24 Jahre alt und kaum älter als so mancher Ehrenrundendreher 😉

    Turgut tut mir ja fast (!) ein bisschen leid… Die Urlaubsstimmung der freien Wochen war sicher schnell dahin…
    Liebe Grüße!

    • Minou schreibt:

      Glaub ich bei dem Kaliber kaum! Ich denke, dass er sich mit der Tatsache nichts zu schaffen schon vor langer Zeit abgefunden hat. Schade, aber was will man machen? Wenns ihm wichtig wär, dann wär der Herr zugegen gewesen.
      Insgesamt find ich die Situation einfach wirklich traurig 😦

  3. michael schreibt:

    > Auch für euch

    Hää? Haben wir die Schüler unterrichtet oder ihnen Nachhilfe erteilt oder sind wir selber geprüft worden ?

  4. seelenhafen schreibt:

    Wie aufregend^^ War schon den ganzen Tag sehr gespannt auf diesen Artikel. Aber waren mündliche Prüfungen schon immer im März? war das nicht später? Ich meine, mich erinnern zu können die nach den schriftlichen Prüfungen gehabt zu haben…

  5. Anka schreibt:

    „Aber es gibt auch excellente Vorstellungen. Zumindest bei einer darf ich prüfen und mich freuen…“
    Azzize?

  6. maldrueberreden schreibt:

    Hm… Klingt nicht gerade euphorisch… Ich dachte Prüfungen finden erst immer im Sommer statt?

  7. hajo schreibt:

    aber, liebe Frl Krise, mir kannst Du doch schon mal etwas Näheres sagen, so ganz im Vertrauen
    .. dass hier sonst niemand mitliest 😀

  8. Inch schreibt:

    Och, Sie machens aber auch spannend.

  9. Lieblingsschüler schreibt:

    Ich muss wissen, wie Nesrin sich geschlagen hat!!

  10. Hoerzu schreibt:

    Und wie war Ömür? (Der hört sich doch immer so zum in die Backe kneifen an…)

    • Olaf schreibt:

      „Der hört sich doch immer so zum in die Backe kneifen an…“
      Herrlich – so hätte ich es auch beschreiben sollen.
      Danke, wirklich – sehr schön und treffend. 😉

  11. Nadine schreibt:

    Ich habe jedenfalls Emre die Daumen gedrückt!

  12. Katrine schreibt:

    Ich habe erst vor kurzem diesen herrlichen Blog entdeckt und kann bei mir ein gewisses Suchtpotential nicht ausschließen – ich bin heute morgen DIREKT an den Rechner, um etwas über die Prüfungen (MSA in Berlin?) zu erfahren…

    Wundervoll, Frl. Krise, bitte gehen Sie in den nächsten Jahrzehnten nicht in den Ruhestand!!!

  13. Jutta schreibt:

    Gar nicht erst zu erscheinen, heftig, heftig! Falsche Antworten, falsche Vorbereitung, Aufgeregtheit, Blackout – geschenkt, kann alles passieren. Aber gleich ganz wegbleiben? Dumm.

    Hoffentlich haben wenigstens paar von den traurigen Gestalten was gerissen.

  14. fast-wurzelkind schreibt:

    Auf jeden Fall ist DER Tag geschafft und man kann erst mal die Nerven wieder pflegen. Bis zum nächsten Zittern…Schokolade ist sicher sehr gut in diesen Zeiten.

  15. Lingling schreibt:

    Ganz kurz… der 8. März ist doch in Russland Muttertag, oder? Hab ich zumindest letztens beim Skispringen mitbekommen… ^^

  16. oxypelagius schreibt:

    Das wirklich Traurige ist, daß die moderne Pädagogik zusammen mit den Eltern es nicht gebacken kriegt den kleinen Wilden klar zu machen, daß Bildung insgesamt die Lebensqualität verbessert, das Bewusstsein wie unsere Welt tickt erhellt. Es ist alles „nur“ reduziert auf den Versuch klar zumachen, daß Bildung ein wichtiges Tauschmittel zur Erlangung von Wohlstand, höheres Einkommen, mehr Macht durch W(w)issen, etc. ist. Selbst dieses simple einleuchtenste Argument kann nicht überzeugen. Das ist einfach nur …. es fehlen einem die Worte. Wenn Özlem oder Turnichtgut oder wie sie heissen mögen, wollen daß sie Aaarzt werden wollen, würde ich sofort in Latein auf sie einreden. Wenn Sie den Wunsch Pilot äußern, würde ich augenblicklich nur englisch mit ihnen reden….aber das nütz auch nix..“ Was dasss?“ käme vermutlich als Schrei?

  17. in-der-12-abbrecher schreibt:

    ich nehme an, das wir von der kompletten truppe nächstes jahr wieder hören, es sei denn einer kommt gar nicht mehr, sondern ist alt genug mit der selbst genommenen freizeit durchzukommen.

    … groß- und kleinschreibung wird übrigens überbewertet 😉

  18. fraeuleinmama schreibt:

    „eine andere glaubt, dass der Frauentag am 8. März ein Muttertag sei“ – das stimmt. Am Balkan ist der 8. Mai Muttertag. http://de.wikipedia.org/wiki/Muttertag#Daten_in_der_Welt 😉

    • Jona schreibt:

      Also ich finde, dass die Antwort, dass am 8. März sogleich Frauentag und Muttertag ist (zumindest am Balkan), nicht als Fehler in der Prüfung angesehen werden darf, denn es stimmt ja, wenn auch nicht auf der ganzen Welt sondern nur regional… 😉 Bitte berücksichtigen Sie diesen Umstand, Frl. Krise…
      Ich lese Ihren Blog übrigens mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Meine Mutter arbeitet mit Kindern wie den Ihren (davon etwa 90 % Migranten) an einer Förderschule und da gibt es meist noch „härtere“ Kaliber… Das Jugendamt ist dort bereits reger Bestandteil in der Arbeit mit Familien… Meistens endet das damit, dass Kinder in Pflegestellen oder Heimen landen aufgrund von stärkster Gewalt, Alkoholismus, Drogenmissbrauch in den Familien… Meine Mutter liebt ihre Kids und ihre Arbeit dennoch sehr. Ich bewundere Menschen wie Sie beide! Wenn es solche Menschen nicht gäbe, dann wären diese Kinder ganz allein und auf sich gestellt in unserem doch recht verkorksten deutschen Bildungssystem… Leider. Danke also… 🙂

  19. Pia schreibt:

    Zitat: „Einer verlegt – warum auch immer – den „Auspruch“ der ersten Kinderlähmung auf 1900 vor Christi, eine andere glaubt, dass der Frauentag am 8. März ein Muttertag sei und jemand versucht uns davon zu überzeugen, dass es “Keulhusten, Dipherie und Marsern” gäbe.“

    Sorry, aber was ist denn das für eine arrogante und dumme Haltung? Ich möchte mal sehen, wie die meisten Mitteleuropäer sich in einer arabischen oder chinesischen Prüfung schlagen würden? Ich finde es schon grenzwertig, diese Details der Prüflinge hier auf so lächerlich-machende Art wiederzugeben. Voll uncool.

    • frlkrise schreibt:

      Hä? Ich unterrichte doch keine Araber oder Chinesen! Die Schüler gehen seit zehnJahren in die Schule, sprechen zwar „Kiezdeutsch“, so wie unsere urdeutschen Schüler auch, aber auf jeden Fall Deutsch viel besser als ihre Elternsprache.
      Und es handelte sich um lernbare Fakten, zum größten Teil aus dem UNTERRICHT, und nix Exotisches! Wenn man ( = Mädchen mit DEUTSCHER Mutter) nicht in der Lage ist, das Wort Keuchhusten und noch ein paar gängige Namen von Kinderkrankheiten richtig auf ein Plakat richtig zu schreiben, dann weiß ich’s auch nicht….

    • Chris schreibt:

      Mann muss aber bedenken das die Prüflinge 10 in worten zehn! Jahre Schule hinter sich haben.

      Da kann mann doch eine fehlerfreie Rechtschreibung erwarten!

      • michael schreibt:

        Erwarten kann man das schon. Aber wie woanders auch: was man nicht im Alttagsleben braucht und einübt, vergisst man wieder oder lernt es erst gar nicht richtig.

    • scrooge schreibt:

      Wenn ich es richtig verstanden habe, kamen diese Wörter in den Präsentationen vor, die die Schüler vorbereiten mussten. Und sie hatten auch im Vorfeld genügend Zeit dazu – Zeit, um im Lehrbuch oder im Netz nachzuschauen, wie man diese Begriffe schreibt. Und vor diesem Hintergrund ist es auch nicht mehr richtig komisch, sondern eher traurig, dass solche Sachen dabei rauskommen. Etwas anderes ist es, wenn man solche Dinge in der Prüfung spontan aufschreiben muss. Dass manch einer dabei durcheinander kommt, kann ich verstehen.

    • Kathy schreibt:

      Ähm, das waren SELBSTGEWÄHLTE Themen wenn ich das richtig verstanden habe! Die Vorträge haben die Schüler lange im Voraus vorbereiten können. Sorry, aber da würde ich ebenfalls erwarten, dass auf dem Plakat etc. nicht alles vor Rechtschreibfehlern strotzt. Auch wenn man nicht weiß wie was geschrieben wird, es gibt ja immer noch den guten alten Duden.

      War ja schließlich keine Klausur wo sie nu grad in der Situation wissen mussten wie mans schreibt sondern sie hätten genug Zeit gehabt, das alles gegenzuchecken.

      Finde ich jedenfalls.

  20. Pia schreibt:

    Aber sie sind oftmals eben keine Deutsch-Muttersprachler und man merkt man ja aus ihren vielen Beschreibungen, dass den Kindern oft eine fundierte Allgemeinbildung fehlt. Selbst wenn das Kiezdeutsch, wie Sie schreiben, besser ist als ihre Muttersprache, was bedeutet das denn?
    Die Frage, die ich mir stelle, ist doch, wie oft hat ein Schüler Ihrer Klasse durch seine gesamte Kindheit und Jugend hindurch die Wörter Keuchhusten, Masern, Diphterie überhaupt gehört? Viele bestimmt überhaupt nicht. Meine fünf und drei-jährigen Töchter kennen diese Begriffe. Aber auch nur, weil sie immer ganz interessiert nach ihren Impfungen fragen und ich ihnen diese Fragen auch beantworten kann. Die Wörter sagten einigen wahrscheinlich gar nix, bis zu dem Tag an dem sie in der Schule dran waren. Und wer da noch ein bisschen im Unterricht geschlafen hat, dem sagen diese Begriffe gleich nochmal weniger.
    Mir fällt beim Lesen dieses Blogs einfach immer wieder das selbe auf: Die Jugendlichen sind Ihnen oftmals sehr zugewandt, interessiert, emotional und kommunikativ. Aber sie haben vielfach nicht gelernt Interesse zu entwickeln und zu lernen. Das sollte in meinen Augen aber die Aufgabe der Schule sein, Ihnen das beizubringen. Dass viele sich für den Stoff null interessieren, deutet für mich darauf hin, dass die Schule nicht in der Lage ist, den Bezug zu ihrer Realität herzustellen. Jedenfalls finde ich es nach wie vor absolut unprofessionell solche Prüfungsantworten hier so zu posten. Besuchen Sie & Ihr Kollegium lieber mal die Hoover-Schule im Berliner Wedding und gucken sich um, wie die sich an der Lebenswelt ihrer Schüler orientieren. http://www.herbert-hoover-sekundarschule.de/

    • frlkrise schreibt:

      Zur Lebenswelt: Die Schülerin hat mehrere kleine Geschwister und deshalb das Thema Kinderkrankheiten aus ihrer LEBENSWELT selbst gewählt.
      Natürlich gibt es Erwartungen an sie, aber ich traue ihr auch auf jeden Fall etwas zu. Richtiges Abschreiben z. B. !Im Traum käme ich nicht auf die Idee sie mit Drei- und Fünfjährigen zu vergleichen, wie sie es tun. Das ist herabsetzend.
      Und im Übrigen: Diese Hoover-Schule muss auch Prüfungen abnehmen und wird RICHTIGES ABSCHREIBEN auch im Erwartungshorizont für eine 10. Klasse haben, zumindest bei Schülern ohne LRS.

  21. Pia schreibt:

    Also Moment mal, Frl.Krise, wir sind ja nun alle Menschen, egal welchen Alters. Es ging mir bei dem Beispiel lediglich darum, dass es Aufgabe der Schule sein muss, ein gutes Allgmeinwissen bei den Schülern zu schaffen, wo es von elterlicher Seite aus nicht geschehen kann.
    Es ist mir unverständlich, warum die Schule als Teil der Prüfung Präsentationen ansetzt, aber diese dann nicht auch mit den Schülern erarbeitet. Da gehe ich doch als Lehrer die Präsentation mit meinen Schülern vorher durch, und bespreche die Einzelheiten, auch um zu sehen, ob der oder diejenige den Inhalt wirklich verstanden hat, und korrigiere gegebenenfalls bestimmte Wörter. Wie fühlt sich denn ein Schüler oder eine Schülerin, wenn bei so einer Präsentation lauter Fehler drin sind? Bestimmt nicht gut. Und, meinen Sie wirklich, dass es dann einen großen Lerneffekt hat? Denke ich nicht. Ein Schüler wird immer dann mehr lernen, wenn er Positives aus seinem Tun ziehen kann.

    • frlkrise schreibt:

      Wie RECHT Sie haben. Die Schüler werden selbstverständlich betreut. Leider hat selbige Schülerin die Plakate aber erst IN DER NACHT vor der Prüfung angefertigt.
      Noch was?

      • scrooge schreibt:

        Das lag sicher auch nur an Ihnen, Frl. Krise. Es ist doch sicher nicht zu viel verlangt, wenn * Sie* die Präsentation vorbereiten und ihr vorbeibringen. Oder, wie Ömür mal so schön sagte, Postweg hätte sicher auch noch genügt. 😉

    • Herr Anton schreibt:

      Und ich dachte immer, bei einer Prüfung sollten die Leistungen der Prüflinge bewertet werden und nicht die Betreungs- und Korrekturleistung der Lehrer. Wahrscheinlich bin ich doch schon zu lange aus der Schule raus.

      Ob es Frl. Krises Schützlingen an der Hoover-Schule besser ginge?
      Zitat aus dem Flyer der H o o v e r-Schule:
      „JA – ZUM LEISTUNGSPRINZIP. Leistungsbereitschaft ist eine Voraussetzung zum Erreichen eines Schulabschlusses. … Die deutsche Sprache spielt dabei eine wichtige Rolle, denn: Deutsch ist Bildungssprache. …. Die Individualität der Einzelnen braucht als verbindendes Element für unterschiedlichste Nationalitäten die deutsche Sprache, denn: Deutsch ist Integrationssprache.“
      Grüße
      Herr Anton

      • Anka schreibt:

        @ Herr Anton
        Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!

        @ Pia
        Ich behaupte mal (vielleicht etwas überzeichnet):
        Eine bloße Orientierung an der Lebenswelt produziert Menschen, die nicht in die Lage versetzt werden, über ihren Tellerrand zu schauen.
        Und: Nicht jeder Lerninhalt hat einen für Kinder in diesem Alter nachvollziehbaren Bezug zur aktuell gelebten Realität.
        Darf man in ihren Augen von diesen Kindern so gar nichts fordern und erwarten?
        Tut man ihnen damit einen Gefallen?
        Mein Bildungsideal ist das nicht!

      • Susann schreibt:

        Also, natürlich soll bei so einem langfristigen Projekt die Betreuung durch die Lehrer gewährleistet sein – mit der Selbstreflexion steht’s ja bei vielen Jugendlichen nicht zum Besten, und auch an der Gymnasiumsschule glauben Schüler, sie sollten schon mindestens eine Drei bekommen, wenn sie drei Wörter auf ein Plakat geschrieben haben. Offensichtlich ist eine Betreuung der Schüler absolut Usus an Frl. Krises Schule. Bewertet wird letztlich das Endergebnis, das die Schüler präsentieren – und die Fähigkeit, sich selbständig auf so eine Prüfung vorzubereiten.
        Manchmal ist das Beste, was man tun kann, die Guten einfach scheitern zu lassen. Dann merkt vielleicht der/die eine oder andere doch, dass man nicht erst in der Nacht vor der Prüfung sein Plakat zeichnen sollte.

    • Wild Flower schreibt:

      Es gibt Schüler (oder in meinem Fall: Azubis), bei denen kann man zig-mal korrigieren, Eselsbrücken und Hilfestellungen vermitteln, ihnen alle Zeit der Welt für eine Aufgabe geben… sie haben einfach nicht den ausreichend genauen Blick (teils auch Interesse oder Geduld) für Sprache und Sprach- und Rechtschreibfehler. Solange man halbwegs erkennen kann, was gemeint ist, ist es doch eigentlich okay, oder etwa nicht?

      • Anka schreibt:

        „Solange man halbwegs erkennen kann, was gemeint ist, ist es doch eigentlich okay, oder etwa nicht?“
        Ah…nein!

      • Olaf schreibt:

        Nein, ganz falsch! Es ist im Gegenteil überhaupt nicht ok! Ein Mindestmaß an Sprachkenntnis ist nach erfolgreichem Schulabschluss (Ja, auch beim Hauptschulabschluss!) einfach mal zu erwarten (und übrigens bitte auch nicht erst während der Ausbildung zu lernen!). Man kann ja schlecht die Grundschule ausdehnen bis in die Ausbildungszeit, oder? Es ist okay, wenn teilweise kaum verständlich ist, was Jugendliche auf „Kiezdeutsch“ von sich geben. Der Wunsch nach einer Abgrenzung zur Erwachsenenwelt mag hier Grund genug sein, das Verlangen nach „Coolness“ kommt noch obendrauf. Aber beim Einstellungsgespräch ist es dann schon leicht unangenehm und einer Einstellung wenig förderlich, sein Gegenüber (z.B. mich) über Sinn und Inhalt des eigenen „Gebrabbels“ komplett im Unklaren zu lassen. Daher auch mein Tipp (selbst erlebt), den ein Einstellungsgespräch leitenden Mitarbeiter nicht mit „Digga“ anzusprechen.

  22. Stephan schreibt:

    Man das Ergebnis muss ja für jemanden, der die Schüler länger begleitet, auch frustrierend sein! Aber ich hoffe die „Lichtblicke“ gleichen das wieder aus!

    Gruß Stephan

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