Grenzwertig

Oh Mann, Donnerstag ist bei mir der neue Freitag. Unterricht ohne Unterbrechung von acht bis vier mit einer Stunde Mittagspause, in der aber auch noch 25 Minuten Aufsicht.
Dann, ehe es wieder klingelt, wie der geölte Blitz an den Kopierer. Natürlich bildet sich gleich hinter mir eine Schlange in Form von Frau Erbs, die neugierig wie immer auf meine Vorlage guckt.
„Fluchtpunktperspektive!“ sage ich erläuternd, schließlich bin ich immer froh, wenn ich irgendjemandem was beibringen kann.
„Aha! Davon habe ich in meiner Schulzeit nie was gehört!“
„Echt nicht? Kann ich mir gar nicht vorstellen!“
Frau Erbs lächelt fein: „Frl. Krise, du weißt doch, ich bin in der ehemaligen DDR groß geworden..!“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Hm... veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

54 Antworten zu Grenzwertig

  1. fraufreitag schreibt:

    hihi

  2. Ceecilion schreibt:

    ja, Grenzwertig trifft es^^

  3. zweitesselbst schreibt:

    oh, der Artikel ist ja heut überraschend kurz. ^^

    oke, habe bei Wikipedia auch geguckt, wonach sich ungefähr alles in einem gemeinsamen Fluchtpunkt.schneidet. interessant. (H)

  4. Flucht Punkt schreibt:

    Naja – in dem Kommentar versteckt sich ja durchaus etwas Witz…

  5. Dr. med. Luzifer schreibt:

    🙂
    Süße Story.

  6. seelenhafen schreibt:

    Also ich kann mich noch genau an die Aufgaben in Kunst zu diesem Thema erinnern. Was wohl daran liegt, dass ich es (aufgrund meiner Sehschwäche was alle räumlichen und geometrischen Dinge angeht) nicht konnte, aber als wir dann einfach so irgendwelche Fluchtpunkte auf dieses Blatt zeichnen sollten, das Lob quasi gar nicht mehr enden wollte^^

  7. Robivan schreibt:

    Und wenn das Lächeln dazu noch so fein ist – es bleibt ein grober Kalauer! 😉

  8. manchmalnormal schreibt:

    Wie meine Schwiegermutter immer sagt: „Wir hatten ja nichts in der DDR.“
    Scheinbar auch keine Fluchtpunktperspektive (was ein fürchterliches Wort) 😉

  9. Inch schreibt:

    Hä? Ich bin auch in der ehemaligen DDR groß geworden..
    Also: Was ist Fluchtpunktähdingens???

  10. Olaf schreibt:

    Ihr Donnerstag ist ja wirklich hart, ich dachte bisher, es sei der Montag.
    And now, here it comes – im deutschen Kino (damals amtlich [Bezirksamt] wohl : „Lichtspielhaus“) hieß das Ding damals „Fluchtpunkt San Francisco“, auf amerikanischenglisch „Vanishing Point“ – mit Kowalski, guckst Du hier oder auch: Here we go. Speed und all das, was man zum unbefangenen Autofahren so braucht:

    Sie meinten vermutlich etwas anderes, wohl das hier:

    http://www.google.de/search?q=fluchtpunkt+zeichnen&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a

    Sei es drum.
    Liebe Schüler, bitte nicht nachmachen.

  11. Lieblingsschüler schreibt:

    Frau Erbs ist eine Schlange?

  12. Olaf schreibt:

    Zur Erläuterung, sorry, es liegt länger zurück…:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fluchtpunkt_San_Francisco

  13. der_emil schreibt:

    Also ich habe die Fluchtpunktperspektive im TZ gelehrt bekommen … (1977 – 1980, Bezirk Karl-Marx-Stadt)

  14. Pechmarie schreibt:

    LOL…
    aber wo das echt mal genial gemacht ist, ist zB hier
    http://www.wga.hu/frames-e.html?/html/b/bruegel/jan_e/2/5sense1.html
    Ich habe mir das Bild zwar aus vollkommen anderen Gründen reingezogen, aber die Perspektive ist echt gut…

  15. Mascha schreibt:

    Die Fluchtpunktperspektive:

    Irgendwann erreicht Frau Krise einen PUNKT, wo sie einfach nur noch die FLUCHT ergreifen möchte und dann muß sie schauen welche Möglichkeit sie hat wegzulaufen…PERSPEKTIVE.

    Viel Erfolg!!!!

  16. maldrueberreden schreibt:

    Sagt mir auch nichts als gelernter DDR Bürger, dafür hatten aber Pädagogen etwas mehr zu sagen als im bunten deutschen, sorry bundesdeutschen Schulsystem… 🙂

    • maldrueberreden schreibt:

      Ach sooo Zentralprojektion, oder so hieß das bei uns…

    • ingo schreibt:

      *seufz* 23 jahre später und den leuten ist das gespür für die ehedem so typischen wortspiele und versteckten witze abhanden gekommen …
      ich denke schon dass wir damals nichts über perspektiven auf FLUCHTpunkte vermittelt bekommen haben in unserer schulzeit – weshalb frau erbs wohl auch *fein* lächelt.

      • Inch schreibt:

        Ja aber den Witz kann man doch nur verstehen, wenn man weiß, was ne Fluchtpunktdingens ist. Und dazu sind ein paar von uns eben offensichtlich zu ungebildet

  17. Mara schreibt:

    ich schreibe gerade an einer hausarbeit über comics (germanistische literaturwissenschaft, man glaubt es kaum ^^), da gehts unter anderem auch um zwei- bzw. dreifluchtpunktperspektiven. das wär doch was für deine schüler, liebes fräulein krise? 😉

  18. Wilde Henne schreibt:

    Autschn – Fluchtpunktperspektive war bei uns 8.-Klasse-Stoff.
    Ich nehme an, Frau Erbs ist ebenfalls Lehrerin und nicht die Mutter einer Schülerin?!

  19. Schnecke schreibt:

    Haha, diese Ostler – manchmal echt der Brüller. Was die teilweise noch immer so raushauen, nicht zu fassen!

  20. Rabin schreibt:

    Ein wirklich netter Wortwitz ^^

  21. zartbitterdenken schreibt:

    Und ich dachte gerade in der DDR lebte man ständig in einer Form von Fluchtpunktperspektive…

  22. 360hcopa schreibt:

    Man lernt echt soviel „Müll“ in der Schule, weiss zwar schon nicht mehr, nach 27 Jahren, ob ich das auch in Karl-Marx-Stadt hatte, aber wenn, gebraucht habe ich das nie. „Lernen“ sollte man in der Schule lernen, was dann im Konkreten, sollte danach gehen, was man später braucht, so ist das System eigentlich dermassen ineffizient. Nutze ich 50% von dem was ich in 10 Jahren gelernt habe oder sind es noch weniger?

    • kaeks schreibt:

      Naja… ein bisschen Kunstverständnis ist schon nicht schlecht. Interesse wecken, kreative Betätigung. Deswegen sind doch einige asiatische Schüler später im Arbeitsleben ziemlich unkreativ bei der Lösung von Aufgaben und Co..Außerdem sind DaVincis BIlder auch nicht einfach nur hübsch… Da gehört halt die Kunst der Perspektive, Duktus und solch ein Zeug noch hinzu 😉
      Aber mehr relevantes für das Berufsleben sollte schon dabei sein, Kunst z. B. ab einer gewissen Klasse nur noch als Wahlmodul für das entsprechende Abiprofil, aber nicht mehr zwingend.
      Ich muss beispielsweise, auf Grund des Lehrermangels (2. Bildungsweg), Kunst und Philosophie mit einbringen -.- Da hätt ich doch lieber die Möglichkeit gehabt, Informatik oder so zu lernen.

  23. Karl Eduard schreibt:

    Im Vergleich mit der jetzigen DDR kommt die damalige DDR aber gar nicht so schlecht weg. 🙂

  24. bambooos schreibt:

    …auch wenn er gerade nicht ganz zum Thema passt, aber:

    Es wäre toll, wenn ihr die Petition unterstützen könntet – es geht um die Einstellung von Lehramtsanwärtern & Lehrern in Thüringen. Besonders lesenswert sind die vielen Kommentare der Unterzeichner. 
    Lasst uns was verändern! 
    http://openpetition.de/petition/online/ich-will-lehrer-in-thueringen-werden-fuer-die-uebernahme-der-lehramtsanwaerter-in-den-schuldienst

  25. Jürgen schreibt:

    Sind 8 Stunden Arbeit inklusive 35 Minten Pause arbeitsrechtlich überhaupt zulässig?
    Ja, ja, ich weiß, Sie machen es wieder aus Gutmütigkeit und weil es jemand machen muss und weil es stundenplantechnisch nicht anders geht.
    Ohne Jammern machen – oder beschweren!

  26. Lieblingsschüler schreibt:

    Ist die Mona Lisa nicht aus 2 verschiedenen Fluchtpunkten gezeichnet? Vorder- und Hintergrund?

  27. hajo schreibt:

    ich weiss gar nicht, was Du willst: wenn Donnerstag der „Grosskampftag“ ist, hats Du doch noch den Freitag, um Dich auf’s Wochenende vorzubereiten 😉
    so was Undankbares 😀

  28. Robert schreibt:

    Bei uns bedeutete ein Stapel mit etwas Kopiertem, wir hatten was zu tun, die Lehrkraft nicht. Ideal um aufzutanken, oder? Es sei Ihnen gegönnt! 🙂

    • 4enno schreibt:

      El mundo has cambiado – oder so ähnlich. Früher (also damals) war das auch so. Die Lehrkraft, respektvoll „Herr Dr. soundso“ oder auch „Frau Studienrätin nochirgendwas“ genannt, konnten für die Schüler kostenfrei Kopien erstellen. Diese wurden von den Schülern (also uns) mit Freude entgegengenommen und mit Eifer bearbeitet. Nein, der Rohrstock war schon abgeschafft und auch die Grenzen zwischen den Kindern als Sklaven derer materialistischer Gier und denen, die als Gefangene eines stalinistischen Systems aufwuchsen verloß allmählich.
      Heute heißt Kopien austeilen: Papier kaufen, für die Kopien bezahlen und nach dem austeilen Einträge über das Betragen der Schüler verfassen: „Paul sieht sich das Blatt aufmerksam an, legt es dann zur Seite und bespritzt den Rücken des Vordermannes mit dem Inhalt einer aufgeknabberten Tintenpatrone, während Kevin in einem seltenen Anflug von Kreativität versucht, ein Portrait der Lehrerin auf der Kopie – natürlich mit detaillierten primären Geschlechtsmerkmalen – zu verewigen. Die wird sich freuen, kichert er. Chantal-Claudia und und Celine-Jacqueline diskutieren unterdessen in einer Art Geheimsprache, deren Inhalt der Lehrerin deshalb verschlossen bleibt und merken nicht, wie Justin-Jeremy ihnen das Pausenbrot aus der Tasche zieht, vorsichtig öffnet und den Schnittgouda darauf anleckt, um das sorgfältig wiederverpackte Brot dann zurückzulegen. Während Hektor-Pascal das ganze von vorne heimlich mit seinem iPhone filmt, jedoch weniger der Pausenbrote wegen als mehr wegen der Hoffnung, es sei unter dem Röckchen von CJ hell genug, um etwas erkennen zu können.“

      So läuft das heute…

      • 4enno schreibt:

        Ich bitte um Entschuldigung, wenn mein Beitrag den Anschein erweckte, Lehrer müssten jederorts für die Kopien bezahlen. Das ist natürlich falsch, denn nicht an jeder Schule gibt es einen funktionsfähigen Kopierer…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s