Fronarbeit

Ömür ist da. Wenigstens etwas.

Die anderen drehen auch heute weiter am Rad.
Aynur und Erkan kommen deutlich zu spät zur ersten Stunde (die Straßenbahn!) Fatih erscheint erst zur 2. Stunde (der Bus !) und Hanna und Jasmin trudeln zur dritten Stunde ein (der Wecker!). Dafür sind Methab und Esra nach der 5. Stunde verschwunden (keiner weiß wohin) und Turgut guckt in Laufe des Tages mal hier, mal da herein (draußen sind minus 2 Grad).

Erkan sitzt in fast jedem Fach an einem Tisch im Flur, er fliegt raus, weil er sonst den Unterricht lahm legt. Ich vermisse die Zeiten, als er mit dem Kopf auf dem Tisch lag….
Auch bei mir in Ethik muss er nach 10 Minuten raus.
Als die anderen halbwegs ruhig sind, gehe ich zu ihm und versuche mit ihm zu reden, aber er blockiert.
„Ich bin nicht der einzige, der ungerecht behandelt wird!“ schreit er mich an, „Jawohl! Alle werden hier ungerecht behandelt, alle! Das ist voll die verrostete Schule!“
Er springt auf, reißt die Klassentür auf und schreit in die Klasse: „Wer wird ungerecht behandelt?“
„Ich!“ „Ich!“ „Ich!“
Am lautesten schreit Hanna. Ausgerechnet die… Das verbittert mich. Gerade bei Hanna habe ich es immer wieder mit der langen Leine versucht, ihr immer wieder „Vorschuss“ und „Kredit“ gegeben. Ganz schön frustrierend.

Hanna, Erkan, Leila, Turgut, Aynur und noch ein paar Spezialisten werden, wenn sich nicht ein wahrer Tsunami von Wundern über uns ergießt, keinen Abschluss bekommen.
Gar keinen – nicht einmal den einfachen Hauptschulabschluss, wohlgemerkt.
Und wer ist schuld daran? Ihr dürft raten.

Sogar Emre pflaumt mich heute an. Ich habe gerade Mustafa aus dem Flur geholt. Er hatte sich rausgemogelt und wollte Erkan helfen. Unter „helfen“ versteht er, ihm die Ergebnisse seiner eigenen Recherche zu einem Thema zu diktieren.
„Seine Ergebnisse soll sich Erkan selbst erarbeiten,“ sage ich, „das ist ausdrücklich eine Einzelarbeit, keine Gruppen oder Partnerarbeit!“
„Ist mir doch egal,“ schreit Erkan, „ wenn er mir helfen will, was kann ich dafür!“

„Aber von mir haben alle abgeschrieben,“ plärrt mich Emre an,“ da habe Sie nichts gesagt, Typisch!“
„Wie kann jemand was von dir abschreiben?“ frage ich. „Du sitzt hier ganz alleine!“
„Na, wie wohl? Ich hab’s denen gegeben!“
Ich bin ein bisschen fassungslos.
„Du gibst ihnen heimlich deine Ergebnisse! Und mir dann vorwerfen, ich hätte es nicht verhindert! Hallo? Spinnst du?“
„Das haben Sie extra gemacht,“ beharrt Emre, „ bei mir ist Ihnen das ja egal!“
„Wenn du meinst…“
Mir reicht es. Aber die Stunde ist noch längst nicht zu Ende. Ich hole ein paar Unterlagen aus dem Schrank und verteile sie.
Gülten dreht mir gerade den Rücken zu und erschrickt, als ich so plötzlich mit den Papieren vor ihr stehe.
Kein Wunder, denn sie telefoniert.
Mit einem Rollgriff habe ich das Händy in der Hand. Lautestes Geschrei. Das Händy ist von Aynur, stellt sich heraus. Aynur ist gerade bei der Schulleitung, wegen eines Vorfalls.
Kaum ist sie wieder da, beginnt ein Geheul, das Gültens Lamento noch bei weitem übertrifft. Frl. Krise behält erst mal das Händy in der Hosentasche.
Voll ungerecht – aber das bin ich ja sowieso.

Erkan reißt die Tür auf. „Fuat, komm mal raus!“ kommandiert er. Fuat steht auf. Er ist zum Glück nicht der Sportlichste. Bis der sich bewegt, bin ich schon an der Tür.
„Niemand geht hier raus. Nur du, Erkan!“
„Was wollen Sie? Was labern Sie? Sie werden schon sehen!“
„Willst du mir drohen?“
„Sind Sie behindert?“
Weg ist er. Eigentlich ist er reif für eine Klassenkonferenz. Dann bekäme er einen schriftlichen Verweis in die Akte. Eine tolle Strafe. Und was bringt das noch?

Später im Lehrerzimmer schüttelt Herr Kröner betrübt den Kopf, als ich über meine Truppe schimpfe. Er hatte heute auch schon das Vergnügen! Frau Falter freut sich, dass sie morgen auf Fortbildung ist. Keine 10.b – ist das geil!

Aber richtig leid tut mir Karl. Der hat in der 8.und 9. Stunde noch Chemie bei den Unseren.
Höchststrafe.

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73 Antworten zu Fronarbeit

  1. Alea schreibt:

    Je mehr ich hier lese, desto sicherer werde ich, dass das alles doch nur ausgedacht sein kann! Solche Klassen gibt es?!?!

      • Alea schreibt:

        In Baden-Württemberg. Da sind wir alle immer ganz lieb in der Schule. Naja, zumindest lieber als diese komische Klasse da!

      • Ellen schreibt:

        mhm. Da melde ich mal leise Zweifel an… 😉

      • Fräulein Müller-Meier-Schulze schreibt:

        Laut ihres Blocks ist Alea eine Schülerin von 11 Jahren, die mit einer ordentlichen Portion Intelligenz gesegnet wurde und daher vermutlich auf einem Gymnasium ist. Des Weiteren kommt hinzu, dass Schüler die Schule anders wahrnehmen -unsere Schüler finden unsere Schule auch toll! Lehrer hingegen versuchen mit allen legalen und illegalen Mitteln zu vermeiden dort arbeiten zu müssen. Liebe Alea, ich finde deinen Block und deine berechtigten Zweifel an solchen Klassen gut und hoffe, ich habe hier nichts Falsches über dich geschrieben.

      • Ellen schreibt:

        Meinten Sie mich?
        Weil auch im WirtschaftsPisaBahnhof21-Wunderland ein bunter Bevölkerungsquerschnittsnachwuchshaufen zur Schule geht. 😉

    • tomka2009 schreibt:

      Also ich komm aus Brandenburg und bei uns gab es in der 8.-10. auch solche „Aussetzer“.
      Ich persönlich hab beim Lesen hier eher das Gefühl, dass es sich wohl um eine Art bundesweitem Schema handelt. Und ich verstehe Sie. Und man hat natürlich Glück, wenn man in eine Klasse geht, wo dieses pubertäre Getue nicht so grenzwertig ist, denn ganz ehrlich? Was soll das und was bringt das? Solche Klassen nehmen mir persönlich nur die Lust zur Schule zu gehen und bringen jede Menge „Fehltage wegen Krankheit“ und Frustration, weil man ja eigentlich was lernen möchte…
      Jetzt in der 11. legt sich das zum Glück.
      Also ich kenn sowas leider auch

    • Kejo111 schreibt:

      Ausgedacht? Keineswegs. Was hier geschildert wird, erlebe ich tagtäglich. Voll normaaal. Telefonierendem Schüler das Handy wegnehmen? Voll übertrieben! Fehlzeiten monieren? Echt behindert! Ermahnen, den Unterricht nicht zu stören? Was laberst du!

      Aber am nächsten Tag kann genau dieselbe Truppe (vergleichsweise) lammfromm und lieb sein. Ich bin nicht nachtragend, die Schüler auch nicht …

    • Kejo111 schreibt:

      Liebe Alea, wie ich deinem Blog entnehme, lebst du in einer völlig anderen Welt. Dein Internat befindet sich sozusagen auf einem ganz anderen Stern als eine städtische Gesamt- oder Hauptschule in einem sozialen Brennpunkt … ich freue mich für dich, dass es dir an deiner hervorragenden (und sicher nicht billigen) Schule so gut geht. Manchmal denke ich aber, es wäre sinnvoll für Schüler wie dich, auch einmal eine Woche lang die „andere“ Welt kennenzulernen, z. B. im Rahmen eines Austausches.

      • Hannah schreibt:

        @Kejo111: Bei uns (privates Gymnasium) lernen wir die „andere Welt“ im Zuge eines Sozialpraktikums Ende der 10 kennen oder haben zumindest die Möglichkeit, dieses Praktikum an einer „Brennpunkt Schule“ zu absolvieren. Ich lese hier schon länger mit und bin ehrlich gesagt sehr gespannt, was im Sommer auf mich zukommen wird, da ich noch nie mit solchen Schülern zu tun hatte. Großen Respekt für Frl. Krise, dass sie es schafft trotz solchen Tagen jeden Morgen aufzustehen! Halten sie durch, jetzt ist ja erst mal Karneval 🙂

      • Alea schreibt:

        Ja, das wäre bestimmt spannend für beide Seiten.
        Eigentlich ist meine Schule schon recht günstig im Vergleich zu anderen Internaten (wenn man sich mal die Preise von Salem anschaut, könnte man glatt umkippen), und wenn man es sich nicht leisten kann, gibt es bei uns immer noch Schüler-Bafög!
        Übrigens: Es gibt bei uns ein paar Schüler, die von der Hauptschule gekommen sind und jetzt so aufblühen, dass ich bei ihnen Nachhilfe nehmen könnte. Und ich bin sicher, dass das bei einigen von Frl. Krises Schülern genauso wäre. Schade, dass das mit dem Schulsystem alles so unfair macht.
        @Hannah: Erzähl dann, wie es so ist!

  2. kingkenny7 schreibt:

    Wenigstens werden Sie noch gesiezt. Bei „bist du behindert?“ würde ich mir ja doch langsam Sorgen machen…

    • frlkrise schreibt:

      Das Duzen in so einem Fall passiert sehr oft…

      • Kejo111 schreibt:

        Liebes frlkrise, solche Duz-Ausrutscher sind mir wohlvertraut, auf die gehe ich gar nicht erst ein. Es gibt halt manchmal Tage, an denen ich den Trainingsraum fleißig in Anspruch nehmen muss; dann fliegen eben so viele Schüler raus, wie es notwendig ist, bis ich mit den restlichen einigermaßen arbeiten kann.

        Anfangs wundern sich die Kids noch, dass ich das recht emotionslos mache, und fragen noch ganz verdattert: „Und wenn wir dann nur noch sechs sind?“ Na und? Dann sind wir halt nur noch sechs, aber mit den sechsen, die offenbar lernen wollen, ist Unterricht möglich … und die anderen haben halt nicht gewollt. That’s life.

  3. mutterchaos schreibt:

    Was ich hier so manchmal in der U-Bahn mitbekomme, von Kiddies jeden Alters: zum Haare raufen!!
    Ich würd so eine Klasse geschenkt nicht haben wollen! Und ich bewundere frlkrise fürs Durchhaltevermögen.
    Schon deprimierend, wie wenig noch bei den Kids ankommt. Ich bekomme teilweise Verabredungen zum Schwänzen mit, Unterhaltungen über die beste Ausrede nicht gelernt zu haben/eine Hausaufgabe nicht gemacht zu haben/nicht am Sport teilnehmen zu müssen usw. Heftig. Und alles immer „auf Türkdeutsch“, egal von welcher Nationalität es ausgeht.

    • ÄnneKaffeekänne schreibt:

      Wie wenig „noch“ bei den Kids ankommt? Verabredungen zum Schwänzen, die besten Ausreden nicht gelernt zu haben oder nicht am Sport teilnehmen zu können sind doch ein alter Hut, dass kenn ich auch noch aus meiner Schulzeit.
      Und die Jugend hat immer eine eigene Sprache, unsere Eltern haben sich doch auch aufgeregt.
      Nichtsdestotrotz kann ich nachvollziehen, wie deprimierend solche Tage für Frl. Krise sein müssen. Ich hab ja auch so einen Halbstarken mit guten und schlechten Tagen,
      Pubertät ist eben für alle Beteiligten kein Zuckerschlecken (Aber manchmal doch. 🙂 ).

  4. Dr. med. Luzifer schreibt:

    Bei aller traurigen Dynamik heute, aber die Frage von Erkan („Wer wird ungerecht behandelt?“) mit der dazugehörigen Antwort („Ich!“ „Ich!“ „Ich!“) ist schon irgendwie drollig. Bahnt sich da eine kleine nachhaltige Meuterei an?

  5. J schreibt:

    Ja, bei uns ist das auch so. Immer wenn die Felle weg geschwommen sind, dann eskaliert es. Du hast eh keine Chance, also ist alles egal.
    Frau Krise, halten Sie durch, halten Sie das aus? Welche unterstützenden Maßnahmen von Kollegium/Schulleitung gibt es für Sie?

  6. bergmannstrasse schreibt:

    Uff, ich bin da auch etwas platt. Vor allem, weil ich jenseits der sehr detailreichen Schilderungen gerne wissen würde, was Sie als These für eine Veränderung in den Raum stellen? Verstehen Sie bitte nicht falsch – aber was meinen Sie denn, würde die Situation an Ihrer Schule bessern? Mehr Lehrer? Mehr Einzelunterricht? Ein Gesellschaftspakt?

    • frlkrise schreibt:

      Es klappt besser, wenn nicht so viele leistungsschwache, schwierige Schüler zusammen in einer Klasse sind. Wenn die die Mehrzahl stellen, kann kein positives Lernklima entstehen.
      Dazu kommen fast immer viele soziale Schwierigkeiten. Die Kinder haben gar nicht den Kopf frei, sich auf den Stoff einzulassen. Sie brauchen ein stabiles Umfeld, strukturierte Abläufe und kleine Gruppen.

  7. Frau Falke schreibt:

    Liebes Frl. Krise,

    am liebsten würde ich die Zeit zurückdrehen und Sie mit an meine Schule nehmen, dann haben Sie den angenehmen Tag, den Sie verdient haben, ein paar Rosen und vielleicht sogar einen frisch gekochten Kaffee.

  8. Fräulein Müller-Meier-Schulze schreibt:

    Liebes Fräulein Krise, Sie beschreiben ziemlich genau meinen Alltag, insbesondere in Ethik. Da ich noch eine Junglehrerin bin, tut es mir sehr gut zu lesen, dass es bei Ihnen nicht anders ist. Ich denke immer, das machen die nur mit mir, so kann man sich doch niemandem gegenüber verhalten, das kann man ja gar keinem erzählen. Oft bin ich nach der halben Stunde schon fix und fertig gemacht, weil die Schüler dermassen auf Konfrontation sind und mich beleidigen. Freitag hatte ich eine Stunde die so endete und Montag habe ich, in einer anderen Klasse! mit solch einer Stunde begonnen. Ich hatte mir schon die Worte meiner Kündigung zurechtgelegt mit allen Konsequenzen. Heute plötzlich wieder, als ob nichts wäre- normaler und guter Unterricht. Das kennen Sie sicher (hoffentlich) auch. Wir haben an unserer Schule schwierige Schüler, die können sich nicht im Zaum halten, das sind Einzelne, die bekommen eine Sonderbehandlung, werden links liegen gelassen, vor die Tür gestellt, ecetera. das nimmt mich persönlich nicht so mit. Viel größere Probleme habe ich, wenn sich, wie bei Ihnen oben beschrieben, die Klasse zusammenrottet und auf dem Lehrer herumtrampelt, als ob er dafür da ist und wehe er wehrt sich mit vergleichsweise hamlosen Mitteln, dann wird sich beim Klassenlehrer oder der Schulleituing ausgeheult und kollektiv gelogen was das Zeug hält:“ Das war, weil wir das nicht verstanden haben, weil das zu schnell besprochen wurde u.s.w., dabei wissen sie genau, dass sie von Beginn an nicht auf Unterricht eingestellt waren und blockiert, verweigert und provoziert haben. Mein Plan ist jetzt mein letztes Mittel: Notendruck, Verweise und notfalls bin ich am Tag der Klassenfahrt plötzlich krank- wegen der Psyche natürlich. Wollen doch mal sehen, wer am längeren Hebel sitzt. Eine win-win Situation schließe ich zumindest in der einen Klasse momentan aus.

    • frlkrise schreibt:

      Dieses Rauf und Runter ist ganz typisch für Klassen mit vielen schwachen Schülern (z. B. Hauptschulklassen). Man darf das auf keinen Fall persönlich nehmen! Und es passiert allen Lehrern, ausgenommen vielleicht dem ganz „harten Hund“…

      • klosterfrau schreibt:

        Auch wenn man es nicht persönlich nimmt – diese Klassen kosten eine Menge Kraft, und je älter ich werde, desto weniger Kraft habe ich. Ich habe mal gehört, dass das Lehrer-Schüler-Verhältnis in den skandinavischen Ländern – ja genau, die mit dem wesentlich besseren Pisa-Abschluss – eher freundlich und kameradschaftlich sein soll. Stimmt das, und wenn ja, warum sind die Schüler hier oft so auf Konfrontationskurs und da wohl nicht?

      • Der Mathehügel schreibt:

        Könnte der Stundenplan ein Grund sein???

      • Ulla 39 schreibt:

        Da wüßte ich aber wahnsinnig gern, wie denn der „harte Hund“ sich verhält?
        Auch wenn diese Jugendlichen aus der Pubertät herauswachsen – falls sie das je tun!, im Übrigen muß die Pubertät herhalten für Verhaltensweisen, die gar nichts damit zu tun haben – also wenn/falls, dann bleibt das Umfeld genauso unstabil, die „Freunde“ bleiben und statt an den Lehrern läßt man seine Wut an anderen Erwachsenen aus. Ich erlebe oder beobachte das in der nahen Großstadt, wo ich dann, des Türkischen nicht ganz
        unmächtig, diese Texte auch noch mitkriege.

      • Kejo111 schreibt:

        Volle Zustimmung. Wer das persönlich nimmt, hat schon verloren und verliert vor allem die Freude am Job. Wenn in der Klasse nur drei, vier „Haudegen“ sind, kommt man ganz gut damit klar, wenn aber die weit überwiegende Mehrheit der Klasse schwierig ist, wird es brenzlig und man muss sich andere Strategien (zum Umgang mit den Schülern und zum Selbstschutz) zulegen. Den „längeren Hebel“ würde ich da nicht ansetzen, das bedeutet permanenten Frust bis zum Schuljahresende!

        Was solche Schüler mir in Gesprächen immer wieder signalisieren: Sie *wollen* und respektieren ganz klare Grenzen. Und sie schätzen es, wenn man ihnen immer wieder freundlich und wertschätzend begegnet. Das heißt aber *nicht*, dass man auf Fehlverhalten keine entsprechenden Konsequenzen folgen lässt – ganz im Gegenteil.

      • Anna-Tiia schreibt:

        Ich habe mal in einer finnischen Berufsschule gearbeitet – nicht als Lehrer aber in einem Projekt. Ein himmelweiter Unterschied, definitiv!

        Mittagessen gibt es für alle Schüler kostenlos: Salat von der Salatbar, verschiedenes frisches Brot mit Butter, ein warmes Gericht und verschiedene Getränke – jeden Tag!

        Viele Räume wurden von den Schülern selbst entworfen, designt und hergestellt – es sah toll und frisch, freundlich und sauber aus. Es gab Computer, Bibliotheken, Werkstätten und sonstige Räume für Pausen, Recherchen usw.

        Aber der Unterricht! Es wurde praktisch von den Schülern kein Ton gesagt. Liegt sicher an der Mentalität – aber für die Lehrer bestimmt auch nicht einfach, wenn gar keine Rückmeldung kommt. Da aus denen mal was herauszukitzeln war nicht einfach.

        Sicher ist in Skandinavien manches besser, es wird auch mehr Geld in Bildung und Kinder investiert, es gibt andere Konzepte und mit Kindern mit Migrationshintergrund wird spezieller Förderunterricht in der entsprechenden Sprache abgehalten.

        Aber Deutschland ist Deutschland und alles kann nicht übernommen und in unser System reingepresst werden.
        Wäre natürlich trotzdem mal schön, wenn man auch in Deutschland mal das Bildungssystem durchgehend einheitlich und mit neuen Impulsen und Anreizen für Schüler gestalten könnte und dazu ein wenig Geld in die Hand nehmen könnte.

        Mein Bruder ist Lehrer an einer Gymnasiumsschulle in einer überaus gehobenen Gegend. Da wird man auch gerne mal von den Eltern der Schüler verklagt, wenn die Noten nicht stimmen. Darauf könnte ich ja auch verzichten…

        Aber trotzdem, Daumen hoch, Frl. Krise! Bin sehr beeindruckt von Ihrer Arbeit!

  9. Fräulein Müller-Meier-Schulze schreibt:

    Eine schwedische Freundin sagte mir letztens, dass Schweden wohl schwer begeistert vom deutschen Schulsystem ist und dieses gerne einführen will, weil die von ihrem System irgendwie nicht so viel halten wie wir. Das passt zum Thema in Ethik: Wie sehe ich mich-wie sehen mich die Anderen? Oder um es mit einem russischen Sprichwort zu sagen: Gut ist da, wo wir nicht sind.

  10. michael schreibt:

    Warum nicht die, die keine Ausicht auf einen Abschluss haben, jetzt schon freistellen, damit sie den Schulunterricht nicht stören. Eine positiv klingende Begründung wird sich ja wohl finden lassen.

    • Schrödingers Katze schreibt:

      Da gibt es immer noch die Schulpflicht!
      Und im übrigen ist keinem, weder Schülern noch Lehrern noch der gesamten Gesellschaft, damit geholfen, die „Störenden“ einfach vor die Türe zu setzen. Das ist sicherlich erst einmal bequem, birgt auf Dauer aber große Gefahren der Frustation. Eigentlich schreien die kleinen Gremlins doch nur nach Hilfe! Und bei den Aussichten ist es doch auch zum Teil verständlich, dass sie sich so verhalten, oder?
      Was macht den unsereins, wenn er mit der Leistung beim Bäcker etwa nicht zufrieden ist? In der Regel bekommt das die Verkäuferin, die eigentlich gar nichts dafür kann, ab. Oder die Bedienung im Restaurant, obwohl der Koch Murks gebaut hat. Und so sieht das nun mal in der Schule auch aus: der direkte Weg vom Schüler geht zum Lehrer, denn der ist immerhin aus Sicht der Jugendlichen derjenige, der diese Situation eingeläutet hat (obwohl sehr viele Schüler sich sehrwohl bewusst sind, dass auch sie maßgeblich zu dieser Situation beigetragen haben und es in Wirklichkeit ein Problem der Gesellschaft ist).
      Es braucht einfach starke Nerven, und die wünsch ich Ihnen weiterhin, Frl. Krise!

  11. Der Mathehügel schreibt:

    Ich frag mich ja schon lange, welcher Trottel bei Ihnen den Stundenplan schreibt.
    Ich hab auch so einen Trottel, der mich verpflichtet zwischen 14 und 15:30 Physik/Chemie inner 9. Klasse zu geben. Horror.
    Grade in 9 und 10 ist Physik/Chemie ne absolut theroretische Sache. Praktisch ohne die Möglichkeit den Unterricht mit Versuchen etwas aufzulockern. Und dann sitzen da pubertierende Vollspasten und sollen Bindungsarten auswendig lernen.
    Sehr geehrtes Frl. Krise. Bitte richten Sie Karl meine absolute moralische Unterstützung aus.
    Karl – HALTE DURCH!

    • Schrödingers Katze schreibt:

      Kann ich nur bestätigen, hatte das im letzten Halbjahr ebenfalls, zweimal ne 9 nachmittags in Physik, jetzt ist es eine 8. Die sind mitten in der Pubertät und einfach platt nach dem ganzen Vormittag mit haufenweise Doppelstunden in dne Hauptfächern. Und dann noch Physik…
      Karl: Kopf hoch und Fünfe gerade sein lassen!

  12. newdaddy schreibt:

    Zu Skandinavien: zumindest in Finnland gibt es mehrere Faktoren, die helfen:
    * Weniger Migranten – es ist einfach ein Land mit kaltem Winter und einer sehr komplexen Sprache.
    * Im Fernsehen gibt es dort Filme in Originalsprache (=viel Englisch) und finnischen Untertiteln -> Kinder lernen Fremdsprache sowie lesen quasi „automatisch“ beim Fernsehen
    * Soweit ich weiß wird dort viel mehr Wert auf den Kindergarten gelegt. Intensivere Ausbildung der Betreuer dort und auch ein besseres Verhältnis als in Deutschland
    -> Somit ist die Zahl der schwachen Schüler geringer.

    • evasbuecherkiste schreibt:

      Ich glaube, es liegt viel direkter an der Einwohnerzahl in Finnland. Wenn dort 15 Menschen auf einem Quadratkilometer (Durchschnitt) leben und in Deutschland 299 macht das schon einen gravierenden Unterschied. Auch in den Schulklassen.
      Und bekanntermaßen kan man in kleineren Klassen besser lernen als in großen.

    • Peter schreibt:

      Kleiner Kommentar zum ach-so-tollen Finnland…
      Unsere finnischen Austauschstudenten hatten immer riesige Probleme an der Uni mitzukommen, weil dort vieles nicht vermittelt wird, das bei uns Grundwissen ist. Die „Zahl der schwachen Schüler“ ist dort auch deswegen geringer, weil das Niveau des Lernstoffs an die schwächsten Mitglieder der Klasse angepasst wird. Das Schulsystem ist offiziell ein Gesamtschulsystem, jedoch können einzelne Schulen ihr eigenes Niveau und ihre Schwerpunkte selbst festlegen, d.h. im Endeffekt haben sie eine ähnliche „Staffelung“ wie wir, nennen es halt nur nicht unterschiedlich. Anwesenheitspflicht ist nicht wirklich vorhanden, „Schüler haben die Pflicht zu lernen, nicht die Pflicht zur Schule zu gehen“. Na, der eine oder andere macht das sicher… oder so ähnlich. An die Uni geht’s dann per Aufnahmeprüfung. Abbruchsraten an der Uni v.a. im Erststudium sehr hoch.
      Aktuell habe ich Besuch aus Finnland, der aus dem Schauen und Staunen gar nicht rauskommt, was bei uns alles selbstverständlich/allgemein bekannt ist. Leider ein Muster, das ich bereits bei mehreren Finnen und –innen gesehen habe. Meine persönliche Meinung über das finnische Schulsystem ist aus gegebenem Anlass eher gering.

  13. maldrueberreden schreibt:

    Frl. Krise, man kann nur zur Gelassenheit aufrufen. Einfach nicht unterkriegen lassen 😀 Apropos Handy? Müssen die nicht laut Schulordnung vor Unterrichtsbeginn abgegeben werden?

  14. hostmami schreibt:

    Es erklärt sich für mich jedenfalls,warum so viele Lehrer vom Burn out betroffen sind. Ich kann mir nicht vorstellen,welche Strategien man entwickeln muss,um so einen Tag zu überleben . Geschweige denn,gerne zur Arbeit zu gehen . Wieso verstehen Schüler diesen Alters nicht ,das sie ohne einen Abschluss nicht die geringste Chance haben?

    • Kejo111 schreibt:

      @ hostmami: Das ist ihnen grundsätzlich durchaus klar, dass sie ohne Abschluss keine Chance haben. Den Abschluss wollen sie ja. Nur: Dass man sich dafür *anstrengen* muss, diese Erkenntnis kommt regelmäßig zu spät. Und vergiss bitte auch nicht: Das sind PUBERTIERENDE, da stehen Vernunftsentscheidungen gaaaanz weit unten in der Prioritätenliste!

    • fast-wurzelkind schreibt:

      Es ist völlig verständlich, das neue Mitleser immer wieder diese Frage stellen, aber leider gibts immer nur wieder die gleiche Antwort, NEIN. Diese Kinder, übrigens auch andere ohne Migrationshintergrund sind einfach unreif (liegt am Umfeld in der Schule, Freizeit und vor allem zu Hause) und können wie von Frl.Krise immer wieder beschrieben, leider nichts draus lernen und müssen immer wieder neu motiviert werden und daran erinnert, dass sie es für sich selbst tun, deshalb ist auch gerade die Stimmung in der Klasse so mies, weil ein paar Kiddies im Hinterstübchen nun das ahnen, was ihnen immer gepredigt wird, leider ist es halt auch nur eine Ahnung und noch kein bewusster Gedanke, weil es verdrängt wird. Also einfach immer weiter lesen und mitbangen, manchmal gibs ja auch Hoffnungsschimmer, die uns dann ja auch gerne mitgeteilt werden. Das ist die Realität. Ich drück trotzdem die Daumen für alle und besonders Frl. Krisi 🙂

      • Michael schreibt:

        Ich finde es ein bisschen einfach, Jugendlichen als „unreif“ oder als „faul“ abzustempeln bzw. das als Grund für schlechte Schulleistungen zu sehen. Durchschnittliche Jugendliche sind per definitionem „unreif“, das begründet abschließend gar nichts. Und es ist jetzt auch nicht grade eine bahnbrechende Erkenntnis, dass „PUPERTIERENDEN“ ihre Handlungen nicht im Kontext ihrer gesamten zu erwartenden Lebensspanne sehen können.
        Im Grunde lohnt es sich natürlich nicht, das hier zu schreiben – wer so Jugendlichen gegenüber eingestellt ist, wird sich wohl für zu überlegen halten, um seine Haltung nochmal zu reflektieren -, aber ich las grad folgenden Text und fand, dass der hier gut verlinkt werden kann: „Dass heute Jugendliche die Bildung verweigern, insbesondere diejenigen in den Hauptschulen, liegt primär an der beruflichen Perspektivlosigkeit dieser Jugendlichen. So dumm sind sie nicht, dass sie ihre prekäre Situation nicht erkennen würden. Sie konzentrieren sich deshalb darauf, das Leben „auf ihre Weise“ zu genießen. Die größten Bemühungen von Politikern und Lehrern zu mehr Bildung sind machtlos gegen den Sog der Perspektivlosigkeit dieser Jugendlichen.“ (Quelle: http://meudalismus.dr-wo.de/html/bildung.htm)

  15. Inch schreibt:

    Das Problem als Mutter sehe ich ja darin, dass solche problematischen Klassenzusammensetzungen neben anderen Gründen die Eltern dazu „zwingen“, ihre Sprösslinge auf Gymmi zu schicken. Leider auch die, die in einer Realschule vielleicht besser aufgehoben wären und am Gymmi nur frustrierende Schulerfahrungen machen, weil sie immr zu den schlechten Schülern gehören und um die Versetzung kämpfen. Nein, es kämpfen eigentlich auch da nur Lehrer und evtl die Eltern. Solche Schüler geben auch am Gymmi auf.
    Dabei wäre das Problem ganz einfach mit einem anderen Schulsystem zu lösen…

  16. Mascha schreibt:

    Können Sie nicht einfach mal vor der Klasse weinen? Vielleicht hilft das.

    • mutterchaos schreibt:

      bestmögliche Reaktion: tatsächliches Einsehen
      bei dieser Klasse aber wohl kaum zu erwarten, leider

      wahrscheinlichste Folge: völliger Gesichtsverlust und gar kein Respekt mehr, nie wieder, auch nicht von anderen, denn das spricht sich rum

    • Kejo111 schreibt:

      Mascha, das habe ich tatsächlich mal getan – habe mich hingesetzt (entgegen den Vorstellungen Unbedarfter kommen Lehrer nur selten zum Sitzen), herzzerreißend angefangen zu schluchzen und mit dem Kopf verzweifelt immer wieder auf die Tischplatte. Alle wurden still und haben ganz große Augen gemacht, da habe ich den Kopf gehoben und breit gegrinst, ätsch, reingefallen! „Boah ey, Sie können ja richtig gut schauspielern!“ hieß es dann. Aber es hat wirklich was genützt, der Rest der Stunde lief wie geschmiert.

    • fast-wurzelkind schreibt:

      der Kommentar passt ausgezeichnet zu deinem Bild

  17. Ela schreibt:

    und dann kommt vielleicht noch Gruppenzwang dazu, sich gegenseitig hochschaukeln …

    Frl. Krise – denken Sie eher, dass eine Gesamtschule helfen könnte oder die Hauptschule weiter unterteilen, wenn Sie sagen, dass es schwierig ist, wenn zuviele leistungsschwache Schüler in der Klasse sind.

    Und ist leistungsschwach in dem Fall gleichbedeutend mit leistungsunwillig?

    • Minou schreibt:

      Bin ja nicht Frl. Krise, also interessiert dich die antwort gar nicht,aber ich denke, dass momentan die GS noch die Billiglösung ist. Zumindest krieg ichs hier in Niedersachsen durch eine (noch) existierende Hauptschule mit, in der es immerhin halbwegs kleine Klassen (ca. 20 Schüler) gibt, für die 2 Lehrer zuständig sind. Auch Sozialarbeiter arbeiten an dieser HS. In einer benachbarten IGS sitzen dann 30-35 Schüler völlig unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse zusammen. Es gibt zwar auch 2 Lehrer, die theoretisch zuständig sind, aber es sonst keinerlei Unterstützung.
      Da kommen die HS-Schüler im Betreuungsverhältnis noch besser weg.
      Es fehlen einfach Leute für die Aufgabe, diese 30 zu erziehen. Das schafft niemand allein. zumindest nicht, wenn er in der Schule bei Dingen anfangen muss wie: Ich schlage nicht einfach andere Menschen, wenn sie mich ärgern. Ich schmeiße meinen Müll nicht aus dem Fenster. (Hatte ich heute wieder. Glasflasche, vom ersten Stock aus runtergeworfen, direkt vor meine Füße…) Und das sind ja nur „Kleinigkeiten“, aber die kosten (Lern-) Zeit und Kraft und Nerven.
      Und die leistungsschwachen Schüler?
      Naja, wenn man merkt,dass immer andere besser sind als man selbst: klar ist das frustrierend. Ich finds total verständlich, dass man da keine Lust mehr hat, was zu tun. Gibt ja schönere Dinge als sich anzustrengen und wieder und wieder und dann fliegt man auf die nase, inzwischen fliegt es anderen zu. ich bewundere die Kinder ehrlich, die trotzdem unermüdlich arbeiten! Denn im Zweifelsfall werden sie nicht nur ausgelacht, weil sie etwas nicht können (und da werden sie!) sondern auch, weil sie sich anstrengen. Besonders an der IGS empfand ich das als extrem, auch wenn natürlich versucht wird, dagegen zu steuern.
      Eine Lösung? Fällt mir auch nicht ein.
      Doch!
      Beinhaltet mehr Geld, mehr Lehrer, mehr Sozialarbeiter,kleinere Klassen, mehr erziehungstätige Eltern, mehr Betreuung für die Lehrer…Och, das wär schöööööön 😉

      • Ela schreibt:

        T’schuldige, Minou, wollte nicht den Eindruck erwecken, es würde mich nicht interessieren, was andere Leute wie Frl. Krise dazu zu sagen haben. (Und selbst wenn, sollte das nicht der Maßstab sein ;))
        Jedenfalls denke ich, kleinere Klassen und mehr Lehrer wären die Lösung.
        Wenn ich jetzt, seit 10 Jahren aus dem Gymni (auch bekannt als Gymnasiumschulle)), einen Kurs mache, z.B. an der VHS oder bei der Firma, dann sind das Kleinstkurse. Maximal 10 Leute, und das reicht dann auch.
        Ich bin in meiner Klasse mit 33 Personen auch etwas untergegangen . Man kommt bei so vielen Schülern gar nicht dazu, seinen einen individuellen „Knoten im Hirn“ aufzulösen. Ich hab mir vieles selbst zusammengereimt. Bzw. hab es irgendwie geschafft, in meinen schwachen Fächern mich so durchzulavieren, dass ich mit starken ausgleichen kann.
        Ist schade, Physik und Chemie ham mich durchaus interessiert, aber der Durchblick-Durchbruch kam leider nie. Mit intensiverer Betreuung hätt ich das gekonnt, blöd bin ich ja nicht.
        Noch sind es Frl. Krises Schüler, das glaub ich nicht.
        In meinem Beispiel ist es „nur“ schade, ich hab einen netten Beruf; aber für andere Menschen macht es bedeutendere Unterschiede.
        Der Klassenteiler ist ja nicht pädagogisch sondern finanziell bestimmt, oder?

  18. Bele schreibt:

    Es ist vermutlich kein Trost, aber selbst an der „Gymnasiumschulle“, die mein Sohn besucht, hatten wir in den letzten drei Wochen: Einzug von mehreren Spielekonsolen, weil das vernetzte Spiel unter der Bank zu lautstark wurde (incl. anschließenden Diebstahls der eingezogenen Konsolen aus der Tasche der Lehrerin…), Schießerei mit Air-Gun-Pistolen während des Unterrichts (incl. schmerzhaftem Treffens von Mitschülern), mehrstündigen totalen Stromausfall wegen Manipulation des Sicherungskastens, Vergiftung von Klassenkameraden mit selbst zusammengebrauten Cocktails (incl. Magen auspumpen und Krankenhausaufenthalt). Jahrgangsstufe 6, durchaus noch Zukunftspläne, Ganz normale Schule, die Mehrheit der Kinder aus stabilen und sich sorgenden Familienverhältnissen mit ausreichenden Sprachkenntnissen. Warum machen die sowas?

  19. Frau Elise schreibt:

    Liebes Frl. Krise, ich wünsche Ihnen weiterhin so viel Geduld und Nerven. Ich glaube, ich könnte diesen Job keine Woche durchhalten, ohne dabei verrückt zu werden.

  20. Pumucklchen schreibt:

    Ich hab beim lesen leider auch den eindruck bekommen, dass frl Krise verarscht uns hier. In wahrheit schreibt sie Drehbücher ala „Mitten im Leben“
    Es liest sich zumindest so als kann sich das niemals so zugetragen haben; in meiner Brandenburgischen Kleinstadt Schule gab’s solche Leihendarsteller auch. Und die beste war die Direktiorin, bei der wir Bio hatten. Entweder du hast die fresse gehalten oder dir schonmal die Ohren zu. Die zählte bis 3 & ließ dann volle Möhre ihren komischen Zeigestock auf’s Lehrerpult knallen.
    Sollten sie auch mal ausprobieren, was glauben sie, wie das Zwiebelt in den Ohren ? 😉

  21. Croco schreibt:

    Doch, Fräulein Krise schreibt aus der Wirklichkeit.
    An der Hauptschule hier am Ort lebt es sich ähnlich. Die Kinder kommen aus bildungsfernen Familien. Und sie sind unter sich. Das Verhalten ist also völlig normal für sie. Kommen sie dann in ein Schulpraktikum, bricht die Welt zusammen. “ Was? ich fegen? Bist du behindert?“
    Dass Eltern alles versuchen, ihr Kinder auf der Realschule oder dem Gymnasium unterzubringen, ist nur verständlich. Eine Gesamtschule rettet das auch nicht. Die Eltern suchen das nächste private Gymnasium auf und auf der Gesamtschule sind wieder die selben Kinder wie vorher auf der Hauptschule.
    Erziehung, also auch zu Umgangsformen, sollte ein Thema sein, was die ganze Gesellschaft betrifft und auch diskutiert werden muss, öffentlich, in allen Medien.
    Was sollen Kinder lernen, was können?
    Und was fordern wir von ihnen ein an Verhalten in der Gesellschaft?
    Das ist nicht nur Sache der Eltern und Lehrer.
    Das geht alle an.

  22. Croco schreibt:

    Ach ja, dass die Sanktionen bei Fräulein Krise hier manchmal auf Unverständnis stoßen, weil sie zu milde sind, wundert mich nicht. Sie darf nicht mehr. Und das „auf dem Flur platzieren“ ist schon grenzwertig.
    Die Schüler wissen schon, dass ihnen außer schriftlichem Tadel und Schulausschluss für 3 Tage nicht blühen kann.
    Den Lehrern stehen heute nur ganz wenige Maßnahmen zur Verfügung, und diese greifen meist auch nicht.
    Vermutlich würde eine Kürzung des Kindergeldes bei schulischem Fehlverhalten und Schwänzen des Unterrichtes wahre Wunder bewirken.
    Dann müsste es aber die Gesellschaft wirklich interessieren, wie es an Schulen zugeht.
    Sitzt eigentlich einer der Leser hier in irgendeinem Ministerium?
    Ich hoffe das ja immer.

  23. Dude schreibt:

    Die Beschreibungen von Frl Krise sind absolut realistisch und ich bewundere, wie gut sie das in Worte fassen kann! Natürlich schickt keiner, der weiss was los ist, seine Kinder mehr zur Hauptschule.
    Wieso sind die mühsam erstellten Grundschulempfehlungen nicht verbindlich?
    Jede der geschilderten Interaktionen habe ich auf dem Großstadtgymnasium auch schon erlebt – zum Glück nicht alles auf einmal und weniger häufig. Auch hier gibt es Klassen mit 34 Schülern und 80% Migrationshintergrund, von denen ca. 16-20 eigentlich Realschüler sind, und die oft auf dem langen Weg bis zum Abi irgendwann frustriert ausscheiden.
    Die Gesamtschule ist auch nicht der Königsweg. Sie hilft zwar den Schwachen, nachweislich verringert sich aber auch der Lernzuwachs der Guten.
    Die Gesellschaft an sich muss sich ändern. Und sowas dauert lange und ist offenbar in den letzten 20 Jahren in die falsche Richtung gegangen.

  24. Till schreibt:

    Seltsam das so viele Schüler zu Amokläufern werden.
    Selten Lehrer.

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