Es hat sich ausgeglitzert….!

Unser Theaterstück dümpelt traurig vor sich hin. Die Schauspieler erscheinen verspätet oder gar nicht, haben kein Textheft dabei, unterhalten sich laut hinter der Bühne, zanken sich über Auf-und Abgänge, verfangen sich im Vorhang, vergessen die Requisiten, schreien sich an, bekommen unmotivierte Lachkrämpfe, vergessen ihre Stichworte und ganze Textpassagen, bewerfen sich mit ihren Schuhen, fallen von der Bühne, verpassen ihren Auftritt – kurz, ich bin einem Herzanfall nahe.
„Regen Sie sich nicht auf, Frl. Krise,“ sagt Gülten, „bei der Aufführung strengen wir uns dann an!“

Schon das Aufwärmtraining am Anfang der Stunde gestaltete sich schwierig, denn gerade, als wir mittendrin waren, erschien der Hausmeister im Konvoi mit einem Handwerker um einen Teil des neuen Vorhangs wieder abzuhängen und mitzunehmen.
Soviel Ablenkung verkraften meine Schüler schlecht….zumal der Handwerker ein ganz junger Typ ist, der „scheiße aussieht“, wie Hanna lauthals verkündet. Zum Glück ist der Jüngling schwerhörig oder weise oder beides.
Glitzer-Ali, der auch zu meiner Theatergruppe gehört, verhält sich übrigens auffällig unauffällig. Noch….
Ich habe ihn vorsichtshalber nicht auf den Vorfall am Freitag angesprochen. Wenn ich das jetzt mache, wird er einen Anfall erleiden und rausrennen – soviel steht fest. Und das kann ich bei dieser Truppe hier genauso wenig brauchen wie eine Wurzelbehandlung vorm Frühstück.
Ich werde aber auf jeden Fall noch heute mit ihm reden. In Gegenwart seines Klassenlehrers oder des Schulleiters und ich werde ihm eine Schulstrafe erteilen, einen Tadel oder so. Vielleicht auch den Vater bestellen. Gestern hatte niemand dafür Zeit. Im Moment boxt der Papst in der Schule, keiner hat Zeit für gar nichts -auch ich nicht- außer für die Noteneingabe oder -änderung und all die anderen bürokratischen Scheußlichkeiten, die mit dem Zeugnis zusammenhängen und die bis heute Mittag zum Beginn der Zeugniskonferenzen erledigt sein müssen.

„Ach, der Ali ist eigentlich auch so eine arme Socke,“ denke ich bei mir, als er seine Schuhe ordentlich an die Seite stellt. Ich habe einmal gesehen, wie sein Vater ihn nach der Schule abgeholt hat und ihm so nebenbei eine gescheuert hat, aber richtig! Na, danke schön auch.

Unsere Schüler sind übrigens in der Regel nicht nachtragend. Manchmal wundere ich mich, wie schnell sie alles vergessen… wenn man sie zusammengefaltet, sind sie spätestens am nächsten Tag wieder freundlich und zugewandt.
Auch Ali ist gut gelaunt und macht, was er soll. Er wartet in einem der beiden Kabuffs neben der Bühne auf seinen Auftritt.
Allerdings versteckt er sich dann mehrmals hinter dem um die ganze Bühne herumlaufenden Vorhang, schiebt zwei Vorhangteile ein Stück auseinander und steckt in unpassenden Momenten von der Rückseite her seinen Kopf auf die Bühne. Die Schauspieler, deren Konzentration ohnehin zu wünschen übrig lässt, schreien dann hysterisch auf und haben endlich einen Grund, gegen den Vorhang zu schlagen, zu kreischen und sich in jeder Hinsicht so kindisch wie möglich zu benehmen.
„Ali!“ rufe ich, als sich wieder zeigt. „Jetzt lass das endlich! Ist ja unmöglich! Geh da weg! Merkst du nicht, wie das störst?“
Ali zeigt seine Vorderzähne und verschwindet wie ein geölter Blitz hinter dem Vorhang. Es dauert aber nicht lange – die Schauspieler haben sich gerade wieder berappelt und Gülten als verliebte Maid stottert sich mit ihrem Lover durch die Szene– als er hinten schon wieder den Vorhang aufreißt und kurz in voller Größe erscheint.
Gekreische und Geschrei! Ich brülle: „Mensch Ali! Verschwinde und lass den Vorhang in Ruhe!“
„Lass MICH in Ruhe!“schreit Ali wild und setzt laut und deutlich nach: „Sharmuta!“
Ich schnappe nach Luft und auch die Schüler scheinen ein bisschen verstört zu sein.
„Sofort raus!“ sage ich in scharfem Ton.
Ali rennt quer über die Bühne, schnappt sich Schuhe, Tasche und Jacke und weg ist er. Irgendwas Unfreundliches ruft er noch, aber mein Arabisch ist nicht das Beste und das ist für mein ramponiertes Nervenkostüm auch schonender.
Mir reichst. Komplett! Ich habe das Gefühl, mein Kopf platzt.

Was ich gemacht habe?
Ich habe eine Anzeige wegen Beleidigung oder wie das heißt gestellt. Ja, bei der Polizei. Online. Das dauert zehn Minuten. Tippen und weg.
„Und eine Schulstrafe gibt’s aber bitte auch noch!“ sagt mein Chef, dem ich das nach der Zeugniskonferenz erzähle.

Arme Socke hin oder her…..

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58 Antworten zu Es hat sich ausgeglitzert….!

  1. Lieblingsschüler schreibt:

    „Sharmuta“ = Hure ?
    Was ist denn da kaputt? 😦 Er war doch mal so charmant…

    „da boxt der Papst“ – ist die Redewendung regional oder handelt es sich einfach um eine Bildungslücke meinerseits? 😀

    • frlkrise schreibt:

      Ich dachte eigentl. der boxende Papst wäre deutschlandweit unterwegs…?!

      • Lieblingsschüler schreibt:

        Dann geh ich mich mal schämen…

      • silberträumerin schreibt:

        ich habe den boxenden papst hierzulande auch noch nie getroffen. entweder doch regional oder so ein typischer ausdruck, der in einer generation mal sehr beliebt war, aber den andere altersklassen gar nicht kennen?

      • Vanillefee schreibt:

        So ging es mir bisher auch… Vielleicht eher ein Teil des schönen Norddeutsch? Vielleicht darf der katholische Süden so etwas nicht sagen 😉

      • regenrot schreibt:

        Ist er auch. Ist letzten Recherchen zufolge von W. Moers aus dem kleinen A…loch. komplett heißt das dann
        „Da tanzt der Bär, da zockt der Mob, da boxt der Papst im Kettenhemd.“

      • Fanny schreibt:

        Also hier im katholischen Sauerland boxt er auch – sogar im Kettenhemd!

      • Abraxa schreibt:

        ne ist er nicht 😉 mein Papa sagte das schon bevor Herr Moers groß wurde (auch aus Norddeutschland 😉 )

      • anna schreibt:

        Mein Papa auch — und der kommt aus einer evangelischen, mittelfränkischsprachigen Ecke, also nix Norddeutschland.

      • theomix schreibt:

        Dann hat der Moers den Volksmund geküsst. 🙂

      • Tricia McMillan schreibt:

        Also ich kenne aus Norddeutschland sowohl den boxenden Papst als auch den steppenden Bären.
        Und der Moers wird ständig vom Volksmund geküsst; der hat doch einen Faible für alte deutsche Volksmärchen und Mythen, die er dann in seinen Mythenmetz-Übersetzungen aus dem Zamonischen auslebt.
        Wobei das kleine Arschloch zweifellos ein großer Lyriker ist:
        „Glaubt mir Leute, dass ich’s weiß
        das Leben ist ein Batzen Scheiß
        Alles ist so maßlos Kacke,
        dass ich’s kaum noch packe
        Echt: alles ist so gnadenlos beschissen,
        man sollte eigentlich drauf pissen
        Und wär da nicht das Vögeln und das Saufen,
        man müsste sich die Haare raufen!“
        Kleines Arschloch, ca. 1986

    • Lisa schreibt:

      Im Sauerland boxt der Papst im Kettenhemd und in Dresden jodelt der Hamster, wenn der Bär steppt.

      • frlkrise schreibt:

        So! Jetzt ist der Papst aber durchdiskutiert!

      • Torken schreibt:

        Bei uns in Moers bohnert stets der Hamster, das Schwein pfeift oder die, Achtung, jetzt kommts: Oma fährt im Hühnerstall Motorrad! Ach ja, und ich bin mind. 90 Jahre alt! Und ihr alle so? Offenbar ja noch älter! Mensch, Leute…das da oben alles sagt doch, seien wir mal ehrlich, KEIN MENSCH mehr! Mann, echt mal!

    • boskop2 schreibt:

      papst johannes paul (karel woytila) war engagierter sportler, skifahrer, boxer!
      spruch aber schon älter (spontizeiten: hier boxt der papst, hier steppt der bär …)

  2. puzzle schreibt:

    och mönsch …. so ein Hirni. Aber wenn’s so gar kein Gewissen gibt, nur weil ihm nicht sofort nach dem ersten Mal schon der Himmel auf den Kopf gefallen ist … 😦

  3. Mrs. Porcelain schreibt:

    ppuuhhh, das hat die Glitzersocke aber auch verdient! Unmöglich dieser Typ, was fällt dem eigentlich ein??!

  4. J schreibt:

    Können die Theaterstunden umgewidmet werden, z. B. in Deutschförderstunden mit Freiwilligen oder in …

  5. Dr. med. Luzifer schreibt:

    Haben Sie es schon mal mit Plakaten probiert? Vielleicht hilfst auch bei Ali…

  6. B wird Lehrerin schreibt:

    Oh man! So was!!!! Frl Krise bleiben Sie stark! Gut so, dass es Konsequenzen gibt für sowas!

  7. seelenhafen schreibt:

    Was war denn los in Sachen Ali letzter Woche? Hab ich da was verpasst oder vergessen?^^

  8. Ich eben wer sonst schreibt:

    Armer Junge aber es musste wohl sein. Mir wäre wahrscheinlich schon die Hand ausgerutscht, zum Glück bin ICH keine Lehrerin

  9. Despicable_Me schreibt:

    Nee, irgendwann reicht’s ja mal! Und es gibt genug Leute, die es im Leben schwer haben, aber trotzdem nicht so frech, unverschämt und respektlos sind. Ein schlechtes Elternhaus zählt für mich nicht als Ausrede für unmögliches Verhalten, tut mir echt leid… Ich bin auch heilfroh, dass ich keine Lehrerin bin, ich hätte mit solchen Idioten echt keinerlei Geduld und wäre schon längst sehr ausfallend geworden und hätte vermutlich schon ein Disziplinarverfahren oder sowas am Hals. Mangelnde Bildung ist eine Sache, mangelnde emotionale Intelligenz eine andere. Sie tun mir echt leid, ich hoffe, dass Ihnen Ihr Job trotzdem noch Spaß macht bzw. etwas gibt.

    P.S.: Lebe in Bayern und kenne den Papst-Spruch auch nicht. Vielleicht darf man ja hier keine Witze über den alten Ratze machen, wo das doch „sein“ Bundesland ist.

    • Hajo schreibt:

      „Ein schlechtes Elternhaus zählt für mich nicht als Ausrede für unmögliches Verhalten ..“
      solange in der Rechtsprechung manchmal als Argument gilt: „Er/sie musste als Kind Spinat essen ..“, wird dieses Argument als besonders stark angesehen werden 😦

  10. ohhhappy schreibt:

    Meine Mutter sagt „Da boxt der Paps im Kettenhemd“…

  11. jackderwolf schreibt:

    So ein ähnliches Verhalten legt einer meiner Schüler auch an den Tag. ich arbeite allerdings an einer Sonderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Dachte immer, es läge bei ihm daran, dass er nicht sonderlich intelligent ist. Scheint aber doch normal zu sein, wenn ich mir Frl. Krise und Frau Freitag Blogs durchlese.

  12. frau r. schreibt:

    Kann man diese kleinen Kröten echt anzeigen??? Online??? Super-Sache 😉

    Und was war denn am Freitag mit Glitzer-Ali? Ich hab auch das Gefühl, ich hab was verpasst.

  13. rotezora schreibt:

    Hier meldet sich das südliche Hessenland, nicht gerade traditionell katholisch. Der Ausdruck „Hier steppt der Bär, hier boxt der Papst“ ist mir, altersmäßig kurz vor scheintot, durchaus geläufig. Das war auch schon vor Ratze so.
    Ali mit oder ohne Glitzer war jetzt mal fällig, der will es offenbar wissen. Also soll er’s gesprochen kriegen.

  14. Peter schreibt:

    ganz nen anderes Thema – aber ich vermisse die Fortsetzung der Kunststunde mit gefärbter Hose! 🙂

  15. kerstin schreibt:

    der spruch kam bei uns auch noch nicht an, aber vielleicht führe ich ihn morgen ein???? heute war ein total bescheidener tag, ich will ferien…. die kinder sind soooo aus dem häuschen, da fällt einem nichts mehr ein. hilfe…

  16. Sandro schreibt:

    In Hessen gibts den boxenden Papst auch.. Ist also nicht auf Norddeutschland beschränkt 🙂

  17. Maria schreibt:

    „…hier boxt der papst in nietenhosen….“ —> „die wunderbare welt des farin u.“ – die ärzte

    übrigens danke für diesen wundervollen blog 🙂

  18. Frl. Rot schreibt:

    Ich mach dann mal den Außenseiter.
    Nur durch den Blog und ohne Kenntnis der gesamten Situation: Ich finde eine Anzeige übertrieben und unpädagogisch. Das Problem scheint woanders zu liegen, und mit der Anzeige kann ein Teufelskreis für Ali beginnen. Und Online-Anzeigen? Da liegt die Hemmschwelle deutlich niedriger und man handelt eher aus dem Affekt heraus, als wenn man zur Dienststelle gehen würde und dadurch noch etwas länger über den Vorfall nachdenken kann.

    • Der Herr Kollege schreibt:

      … och, nö…

      … und ich mach‘ dann mal jetzt den total autoritären Unmenschen:

      Der Tuppes braucht dringend watt vor die Hörner!!!

      Wie’s scheint hat Vattern ja auf Grund seiner langjährigen Erfahrung mit seinem Leibesfrüchtchen längst begriffen, dass eine handfeste Geste manchmal mehr sagt als gut gemeinte Worte – und schließlich gilt ja, dass man die Kinder da abholen soll, wo sie stehen…

      Da kann man als „Vollblutpädagoge“ ja durchaus sein Kopfkissen nassweinen, weil für den armen Jung‘ jetzt ein ganz ganz schlimmer Teufelskreis beginnt, aber das sind nunmal völlig unnütz vergossene Zähren, denn großartig passieren wird wegen sowas ja eh nix – ist ja schließlich nur ’ne Beleidigung durch einen Pubertierenden mit offenbar beschränktem Horizont…

      Was „Hemmschwellen“ und „Nachdenken“ angeht, ist dies ja wohl eindeutig eine Aufgabe für Klein-Ali und weniger für die geschätzte Tante Krise!

      Verkehrte Welt…

    • michael schreibt:

      Wundert mich sowieso. Ich dachte, bei solchen Delikten muss zuerst ein ehrenamtlicher Schlichter aufgesucht werden, und erst wenn es zu keiner Einigung kommt, darf geklagt werden.

    • Stiller Leser schreibt:

      Ich habe bisher nur still mit gelesen. Der Blog ist großartig.
      Hier war es richtig, einmal eine Grenze zu ziehen. Es kann schon sein, dass jemand Probleme hat, das rechtfertigt nicht mehrfache Beleidigungen. Frl. Krise ist ja auch nicht nach dem ersten Vorfall zur Polizei gelaufen und ein paar Stunden gemeinnützige Arbeit werden Ali schon nicht schaden.

      Frl. Krise, ich bewundere Sie für Ihre Geduld mit den Schülern. In meiner Familie gibt es ebenfalls eine Lehrerin an einer etwas problematischen Schule, die ähnlich engagiert ist wie Sie. Deshalb habe ich auch den größten Respekt vor Ihrem Berufsstand (was mittlerweile ja selten geworden sein soll).

    • tom625 schreibt:

      Wie bereits geschrieben „nur durch den Blog und ohne Kenntnis der gesamten Situation“ …
      Wenn er es zweimal in einer Woche in den Blog schafft, gehe ich mal davon aus, daß Ali nicht zum ersten Mal ausfällig geworden ist und sich bisher eher beratungsresistent zeigt. Irgendwann platzt dann auch einem Frl. Krise die Hutschnur, die ich durch den Blog als eher geduldig mit Ihren Schäfchen einschätze.
      „Hure“ würde ich übrigens auch als beleidigender (gibt es dieses Wort im Deuschen?) einschätzen als ein profanes „Arsch“ oder „Spast“.

    • littlemissbad schreibt:

      Ich denke, Ali ist noch jung genug, dass das keine weitreichenden Konsequenzen haben wird. Wenn überhaupt…
      Ich arbeite häufiger mit Menschen zusammen, bei denen ich denke: am besten würde es ihnen tun, mal richtig auf die Schnauze zu fallen. Nicht insgesamt, sondern in einer bestimmten Situation, weil sie sonst denken, dass immer jemand da ist, der ihnen die Arbeit und die Probleme abnimmt und so kann keine Entwicklung stattfinden. Aber ich kann sie nicht fallen lassen, weil das gegen meine Arbeitsbeschreibung wäre.
      Manchmal ist schmerzhaftes Lehrgeld hilfreich.
      Wobei ich zugegebenermaßen nicht weiß, ob eine Anzeige für Ali überhaupt schmerzhaft wäre.
      So, einmal unbeliebt gemacht.

      • puzzle schreibt:

        ich dachte etwas Ähnliches, denn ich habe des öfteren erlebt, daß die Kinder, die zuhause schon extrem hart angaßt wurden, auf mildere Behandlung entweder besonders sensibel, oder – leider viel häufiger – gar nicht reagierten, weil die Reizschwelle schon viel zu hoch lag.

  19. Bill Eggenschwiler schreibt:

    heute hatte der Boxer Muhammad Ali seinen 70. Geburtstag. Aber das hat wohl mit dieser ganzen Geschichte hier nichts zu tun, oder?

  20. Ryan S. schreibt:

    Sie haben ihn tatsächlich angezeigt wegen Beleidigung? Schafft das nicht eher noch mehr Probleme im Umgang mit ihm, wenn er einen Brief von der Polizei erhält? Das ist ein Schritt, den ich wahrscheinlich nicht wagen werde bei meinen Schülern, zumindest nicht wegen Beleidigung, bei körperlichen Angriffen sähe es anders aus.

    Ich wünsche Ihnen, dass das mit Ali wieder ins Lot kommt.

    • tom625 schreibt:

      Welche Alternativen gibt es denn?
      a) Sich einfach alles gefallen zu lassen und die Beleidigungen wegzustecken
      b) Mit dem Schüler ausdiskutieren, daß das einem jetzt ganz doll weh getan hat und er es bitte nicht noch mal machen soll
      c) zurück pöbeln
      d) …
      Erscheint mir alles noch weniger hilfreich als eine Anzeige mit der man doch eher die Nachricht „Das ging jetzt wirklich zu weit!“ schickt als dem Jungen auf ewig die Zukunft zu verbauen … denn ernsthafte Konsequenzen (in Form einer Vorstrafe im Führungszeugnis oder Ähnlichem) wird die Anzeige wohl kaum haben.

  21. Olaf schreibt:

    Hier im Norden gibt es noch den Trecker, der humpelt, oder mein Schwein, das pfeift, als Analogie zum boxenden/ steppenden Papst im Kettenhemd u.ä.
    Schade, wie sich das mit Ali entwickelt hat. Gibt es da nicht noch andere Möglichkeiten ? Zumal das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen ihn als Jugendlichen ohnehin wohl eingestellt werden wird. Disziplinarisches hängt wohl von Ihrem Schulleiter ab – das wäre wohl der bessere Weg. Aber ich kann das natürlich nicht so gut einschätzen wie Sie.
    Zugleich ist das natürlich eine bittere und enttäuschende Sache – dabei fing das mit Ali doch recht gut an.
    Bitte nicht autbörnen.

  22. Ulla 39 schreibt:

    Ali ist wohl wirklich eine „arme Socke“; und daß der Vater ihm eine „scheuert“ ist wohl üblich, ich finde das keinesfalls gut. Aber Ali wird nach der Schulzeit selten jemanden finden, der grenzenlos nachgibig ist, der ein solches Wort oder ähnliche überhört. Da ist es schon besser, wenn er in der Schulzeit Grenzen gesetzt bekommt.

  23. anna schreibt:

    Ob die Anzeige nun nutzt oder schadet… keine Ahnung! Bedenklich finde ich, dass Ihnen offensichtlich keine wirksamen Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sondern solche Situationen Ihren Alltag prägen. Eigentlich müsste der Dienstherr für bessere Arbeitsbedingungen sorgen; das Problem wird die Finanzierung sein.

    Vorwurfslose Frage: Sollte man den gewalttätigen Vater nicht ebenfalls anzeigen?

  24. klosterfrau schreibt:

    Der Junge muss lernen, dass seine Handlungen Konsequenzen haben. Allerdings bin ich der Meinung, dass in erster Linie eine Klassenkonferenz fällig ist und Ordnungsmaßnahmen erfolgen müssen.

    • frlkrise schreibt:

      Ali ist einer der wirklich schwierigen Schüler des Jahrgangs. Der hat schon vieles durch…Klassenkonferenzen ohne Ende, die Strafversetzung in eine andere Klasse usw. Er ist also kein unbeschriebenes Blatt. Bisher hatte ich wenig Probleme mit ihm, allerdings auch, weil ich ziemlich langmütig war und mich auch besonders um ihn bemüht habe. Seit einigen Wochen geht es gar nicht mehr gut mit ihm , nicht nur bei mir.

  25. holgerblau schreibt:

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Wie hält man sowas nervlich durch und wo nimmt man da täglich seine Motivation her um zur Arbeit zu gehen. Nach einigen Jahren ist man da bestimmt total ausgelaugt. Ich wünsch Ihnen jedenfalls die Kraft, daran nicht kaputt zu gehen und ein wenig auch an sich selbst zu denken. LG

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