Nenne fünf deutsche Flüsse !

Dieses Bewerbungstraining bringt uns alle an unsere Grenzen.
Bestimmt würde mich niemand einstellen, wenn ich jetzt nach einer Stelle suchte… jedenfalls nicht , wenn ich in so einem fiesen Test Matheaufgaben machen müsste. Von diesem komischen räumlichen Vorstellungsvermögen mal ganz abzusehen….

Dabei komme ich im Alltag ganz gut rum: Ich kann das kleine Einmaleins fehlerfrei herunter rattern und mit dem Taschenrechner nach ein bisschen Hin-und Herprobieren Dreisatzaufgaben lösen. Gut – beim Kopfrechnen muss ich unauffällig unterm Tisch meine Finger ins Spiel bringen und bei Aufgaben wie 117-89 ist natürlich Ende Gelände.
Trotzdem! Ohne Probleme rechne ich in unserem Probe-Test eine Aufgabe aus, die mir abverlangt zu entscheiden, was billigerer ist, Äpfel im Zentner oder im Kilo. Dabei esse ich gar keine Äpfel und schon gar nicht im Zentner. Da sieht mal mal wieder die Sinnlosigkeit solcher Aufgaben…. Natürlich sind die Äpfel im Zentner billiger. Wusste ich schon vorher. Emre und Gülten zerbrechen sich ihre hübschen Köpfe beim virtuellen Apfelkauf, ohne auch nur in die Nähe einer Lösung zu kommen. Ich glaube, sie verstehen nicht einmal, worum es geht.

Dafür gerate ich schwer in Grübeln, als ich das hier erblicke 80 : 0,016.
Diese viele Nullen und das Komma… hä? Meine Schüler knacken die Aufgabe illegalerweise mit dem Taschenrechner, den ich streng verboten hatte. Aber ich kann nicht rechnen UND aufpassen.

Endlich kommt das Allgemeinwissen. Endlich! Hier brilliere ich.
Ömür kaut auf seinem Daumennagel und fragt: „Ist Rhein ein Fluß?“
Auf die Aufforderung hin, zwei Länder zu nennen, in denen Spanisch gesprochen wird, schreibt Azzize: Portugal und Italien.
Der Nobelpreis wird laut Gülten in New York verliehen und die Olympischen Spiele erfand man in Rom.
Leila glaubt, dass der Bundeskanzler Schröder heißt und dass er nebenberuflich – wahrscheinlich aus finanziellen Gründen – Regierender Bürgermeister von Berlin sei.
Jasmin verlegt den zweiten Weltkrieg ins vorletzte Jahrhundert, die Stadt Manila nach Argentinien und sie scheint ernsthaft daran zu glauben, dass es im Artikel 1 des Grundgesetzes um die Koalitionsfreiheit geht.
„Deshalb darf ich heiraten, wen ich will!“ sagt sie mit Überzeugung in der Stimme. Recht hat sie.

Ganz dunkel ist es bei Fuat. Der behauptet, die Abkürzung GmbH hieße ‚Volkswagen direct bank‘. Warum auch nicht? Schließlich ist der PKW bei ihm ja auch ein personal Kräft Wägen….(ja, die Pünktchen sind jetzt eine kleine Verzierung von mir, ich gebe es zu).

Was sind denn das aber auch für Fragen? Mal ehrlich!
Woher soll das der gemeine pubertär hirnverwirrte Schüler wissen?
Warum darf er nicht aufschreiben, wer in der Jury von Supertalent sitzt oder meinetwegen auch, wie das Buch von Bushido heißt? (Statt nach dem Autor von Faust zu fragen!)
Leicht beantworten ließen sich Fragen im Händybereich, so a la: Welches händy muss man diesen Winter unbedingt haben und wieviel kostet die günstigste Flat?
Ist auch wichtig und Allgemeinbildung. Irgendwie.
Aber Kunst, Literatur, Politik? Zumutung.

Ich empfehle allen Kandidaten dringend, ab sofort vielleicht doch mal gelegentlich in die Nachrichten reinzusehen und wäre es auch nur im Kinderkanal. Da sind die Meldungen nämlich auch für die Nachrichtenanfänger sehr hübsch aufbereitet.
Alle nicken folgsam.

„Ich mache das jetzt echt !“ verspricht Necla. „Sonst denken die noch, ich wär dezibil!“

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79 Antworten zu Nenne fünf deutsche Flüsse !

  1. Hendrik schreibt:

    Für die fiese Rechenaufgabe (117-89) kann ich übrigens einen kleinen Trick empfehlen: Um die böse Hunderterschwelle zu vermeiden kann man das ganze noch zweiteilen:
    117-x=100;100-y=89; gesuchte Zahl=x+y
    et voila: 17+11 macht 28.
    Zu den Allgemeinwissensfragen fielen mir zum Glück überall die Fehler auf (bzw zur Überschrift so gerade noch 5 Flüsse ein, obwohl Geographie immer mein Leidensfach war).

    • littlemissbad schreibt:

      Irgendwie sieht das nicht leichter aus als normal minus zu rechnen. Aber zumindest sieht es logisch aus. Wenn ich lange genug darauf starre, erklärt sich mein Kopf eventuell auch dazu bereit, es mir zu erklären 😉

      • krizzydings schreibt:

        Leute die rechnen koennen zerbrechen sich zumeist den kopf über die mehrschrittigen verrückten eselsbrücken von uns diskalkülösen leuts

      • Kopfrechner schreibt:

        Warum muss man das immer mit so komischen Formeln machen? Also, wir haben 89 und wir haben 117, die Frage ist also: Was liegt dazwischen? Dazu legen wir erst mal die 17 elegant zur Seite, also, was liegt zwischen 89 und 100? 11. Jetzt holen wir die eben beiseite gelegte 17 wieder aus unserer gedanklichen Schublade hervor und haben 11+17, also 28. Das geht völlig ohne x und y und so’n Quatsch.

        Bei dem „geteilt durch 0,016“-Dingens wäre ich allerdings auf Anhieb auch überfordert gewesen und hätte den Taschenrechner genommen. Dass das irgendwas mit „wie oft passt die 80 in die 16“ zu tun hat und das 5 sein muss, darauf wäre ich gekommen, aber spätestens bei den Nullen hintendran hätt’s mich geschleudert. 500 ist zuwenig, also hätte ich nach dem Motto „darf’s ein wenig mehr sein?“ wahrscheinlich 50.000 statt der richtigen 5.000 hingeschrieben.

  2. despicable me schreibt:

    Ich kann’s ja nicht so richtig beurteilen, wie schwierig solche Fragen für Jugendliche in dem Alter sind, aber sooo schwierig klingt’s jetzt nicht. Ich rate jetzt mal, dass Ihre Kids nicht dumm, sondern stinkend faul sind. Aber so sehe ich echt schwarz, dass auch nur einer von denen einen Ausbildungsplatz kriegt. Gibt’s denn wenigstens ein paar Leute, bei denen man hoffen kann?

  3. Ande schreibt:

    80 : 0,016
    80 : 16/1.000 (Dezimalbruch in gemeinen Bruch umwandeln)
    80 x 1.000 / 16 („Brüche werden dividiert, indem sie mit dem Reziproken multipliziert werden“)
    80.000/16 (Ausmultiplizieren)
    10.000/2 (mit 8 kürzen)
    5000

    Eigentlich einfach…

    • Christjann schreibt:

      genau, wenn ich das da oben sehen, dann ich bin nicht nur dezibil, dann ich bin ganz klar zahlenlegasthenikerin – das hat nur früher keiner erkannt 🙂 ich habe oft Klammern über die doppelte Heftseite ausmultipliziert (so ähnlich wie Pippi Langstrumpf ihr Pferd gezeichnet hat) und kam auf abenteuerliche Ergebnisse. ich kam nie auf x= -1 oder sowas banales. Ich bekam immer nur Gnadenpunkte weil der Ansatz richtig war;
      80 durch Nullkommanullsechzehn bringt mich auch an den Rand einer Krise und aus mir ist trotzdem was geworden (naja halbwegs)

    • Der Mathehügel schreibt:

      Also so klappt dat anner hauptschule aber gar nicht :-}
      Allein dies Wort Rezieprokeen ???? Wassn das?
      Meine Schülers lernen das indem ich Ihnen erkläre, wie man das Komma verschiebt.
      Dann auf die Zahlen 8 und 16 gucken und die beiden kürzen.

      OK. Auch das kapieren auch nur 10 von 25 Schülern, aber . . .

    • Na_Icke schreibt:

      8 x 10^1 / 1,6 x 10^-2 = (8/1,6) x 10^[1-(-2)] = 5×10^3
      Schöner Kopfrechnen mit Zehnerpotenzen 🙂

  4. Inch schreibt:

    Hihihi, ich bin auch dezibil, wenn es um die Jury von Supertalent und co geht

  5. Ich eben wer sonst schreibt:

    Ist dezibil ein Wort?

    • Olaf schreibt:

      Es scheint ein wie auch immer zustandegekommenes Mixwort aus Dezibel und debil, eventuell auch aus debil und imbezil.
      Die Kids sind ja erfinderisch und kreativ – es gab hier auch schon die legendäre Wortschöpfung der Schildkrötenunterfunktion.

      • frlkrise schreibt:

        Das Wort gefällt mir auch richtig gut…

      • hafensonne schreibt:

        Aus dem Zusammenhang heraus vermute ich eher debil+imbezil. Aber ob das eine kreative Leistung war oder eher eine sich selbst erfüllende Prophezeiung (setze aus zwei Wörtern, die du nicht verstehst, weil du das bist, was dabei herauskommt, ein Wort zusammen, was du dann bist) – mir ist schwindlig.

      • Hajo schreibt:

        selbstverständlich ist es eines, die gute alte Tante Wikipedia definiert es so: „Ein Wort ist eine selbstständige sprachliche Einheit. In der Sprache hat es, im Gegensatz zu einem Laut oder einer Silbe, eine eigenständige Bedeutung. “
        und wer will behaupten, dass dezibil unselbstständig oder gar – aus sprachlicher Sicht – etwas „Wirres“ ist 😉

  6. Schrödingers Katze schreibt:

    „….dass es im Artikel 1 des Grundgesetzes um die Koalitionsfreiheit geht.
    „Deshalb darf ich heiraten, wen ich will!“ sagt sie mit Überzeugung in der Stimme. Recht hat sie.“

    einfach nur schön 🙂

  7. M schreibt:

    Das mit dem 80:0,016 kann man ja fast richtig raten, so von wegen wie oft geht die 8 in die 16, im Umkehrschluss… 😉

    Ich bin froh, dass mein Studium mir ein paar Jahre Aufschub verschafft hat was diese Tests angeht. Die, die ich noch zu Schulzeiten gemacht habe jagen mir jetzt noch Schauer über den Rücken. Besser fand ich dann Aufgaben, wo Konzentrationsfähigkeit etc. getestet wurden.

  8. Michael Redei schreibt:

    Mathematik-Aufgaben machen vielen Leuten Angst und daurch natürlich Probleme beim Lösen. Aber die Namen von ein paar Flüssen sollte doch jeder schon einmal gesehen bzw. gehört haben. Den, der durch den eigenen Wohnort fließt zum Beispiel, oder andernfalls einen aus der Nähe oder einen, den man aus dem Urlaub kennt.

    Ich habe es einfach, da ich mit Liedern wie „Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine…“ aufgewachsen bin und in der Schule auswendig lernen musste: „Iller, Lech, Isar, Inn fließen rechts zur Donau hin; Altmühl, Naab und Regen fließen links dagegen.“ Außerdem habe ich neulich im TV einen Bericht über den Rhein-Main-Donau-Kanal gesehen.

    Vielleicht haben die Schüler nicht sosehr ein Problem mit dem Wissen von Tatsachen, als mit der Transferleistung, dieses Wissen abzurufen, wenn es gefragt ist. Wissen und Fakten kann man Schülern vorpauken und eintrichtern. Aber wie kann man ihnen beibringen, die richtigen Verknüpfungen zwischen Fragen und bekannten Fakten zu erkennen?

  9. Sanna schreibt:

    Es sind nicht ausschließlich die Schüler/Schulabgänger der letzten Jahre, deren Allgemeinwissen jenseits von Gut und Böse ist. Ich habe 2003 eine sog. „Fertigkeitsfeststellungs-Maßnahme“ vom Arbeitsamt aufs Auge gedrückt bekommen, weil ich nach langer Familienzeit zurück wollte ins Berufsleben (Sekretärin). Als Mittvierzigerin war ich damals die älteste Teilnehmerin, der jüngste Teilnehmer war 20. Der Rest bewegte sich im Altersbereich 30 bis 40 Jahre.
    Bei den „Tests“ taten sich auch bei diesen „Erwachsenen“ Abgründe auf…, aber hallo! Nur eine kleine Minderheit wußte mit dem Begriff „Dutzend“ etwas anzufangen, Umwandeln von Brüchen in Dezimalzahlen gelang nur einer seher kleinen Minderheit (so „schwierige“ Sachen wie 1/2, 25/100, 3/4 usw.), die Anzahl und Namen von Deutschlands Bundesländern rief tiefste Verwirrung hervor (nein! Mallorca kam in den Antworten NICHT vor!!!), und beim Auflisten von Deutschlands Nachbarstaaten fiel dem Gros tatsächlich nur Holland ein(…was ja eigentlich falsch ist; Holland ist eine Provinz der Niederlande).

    Auch wenn mich die Wissensdefizite der letzten Schülergeneration/en oft entsetzen – neu ist dieses Phänomen nicht! Leider!!

    • neuling schreibt:

      Ach, es waren 144 Leute bei der der Veranstaltung?

    • fast-wurzelkind schreibt:

      Genau, als arbeitende Bevölkerung erlebe ich öfter Defizite meiner lieben (dezibilen) Kollegen/-innen, da kann man manchmal intervenieren aber es gibt auch einfach Exemplare bei denen lohnt es sich nicht…

  10. fraufreitag schreibt:

    tja, dann bring denen doch mal was bei frl krise.

  11. mayarosa schreibt:

    Ich hoffe für deine Schüler, dass dein Bericht gewissermaßen übertrieben ist. Sooo schwer klingen diese Fragen jetzt nicht. Das mit dem 80 : 0,016 ist ein bisschen tricky, aber ein möglicher Trick wurde oben ja schon verraten. Alternative: Für jede Null, die an die 80 gehängt wird, darf das Komma eins weiter nach rechts, also 80:0,016 = 800 : 0,16 = 8000:1,6 = 80000:16. Dann gucken, wie oft die 16 in die 80 passt – fünf Mal – und die übrigen Nullen hinten dranhängen 5000.

    • Anka schreibt:

      Sie sprechen mir aus der Seele.
      Ich hoffe auf gnadenlose ironische Überzeichnung der Schüler- und (ich ziehe ja schon den den Kopf ein, aber, sorry, es muss raus) der Lehrerfähigkeiten.
      (Zumindest bei den SchülerInnen befürchte ich aber, dass da nicht viel ist mit Ironie…)

      Übrigens rechne ich diese Aufgabe ebenso wie sie, das geht sogar im Kopf, ohne Finger.
      Aus 117-89 mache ich 117-100+10+1 oder alternativ 127-100+1 oder… und schon habe ich Zahlen, die man (ich) ebenfalls wunderbar im Kopf rechnen kann. Dann gibt es ja noch die Möglichkeit schriftlich zu subtrahieren.
      Aber den Taschenrechner schon hierfür? Weia!
      Wir haben solche Herangehensweisen noch gelernt und bei meinem 6-Klässler habe ich so was auch neulich erst gesehen, ganz scheint es also noch nicht aus der Didaktik verschwunden zu sein.
      Und nein, ich bin weder Lehrerin noch Buchhalterin oder Ähnliches und schon gar kein ehemaliges Mathegenie, zumindest habe ich mich gegen Ende meiner Schulzeit doch eher im schwachen Vierer-Bereich rumgetrieben.

    • Frau S aus L an der P schreibt:

      Man, wenn mir mein Mathelehrer das damals SO „schick“ erklärt hätte…
      So ist aus mir nur ein sprachverliebter Zahlenphobiker geworden. Naja,
      geht auch so 🙂

  12. Olaf schreibt:

    Zu Azzize:
    Ach, ist doch alles egal – ob Madrid oder Mailand, Hauptsache Italien ! (ein Herr Andy Möller, Fußballer von Beruf)
    Und der Autor von „Faust“ war doch Sylvester Stallone oder nicht ? Max Schmeling ?

    Aber Ihre Schüler haben bestimmt auch einiges richtig beantwortet ?

  13. Annette schreibt:

    Wobei…Jahr 2002, Abendschule, Schüler im Alter von 18 – 43 Jahren die FREIWILLIG die Fachhochschulreife machen wollten…Geschichte/Gemeinschaftskunde, erste Stunde, wir bekamen ein Bild von Deutschland, alle Bundesländer in Umrissen.
    „Bitte schreiben Sie überall das Bundesland hin.“
    Baden-Württemberg, Bayern, Berlin…das ging noch…aber dann…oje…
    Nein, die Hauptstädte waren NICHT gefragt. Nur die Bundesländer.

  14. Tades75 schreibt:

    Unsere Renten ! 😦

  15. heini schreibt:

    Ja, ja, die Jugend…

    Mal ehrlich, im Alter von 16 hatte ich auch andere Probleme und Interessen. Grundlegendes Rechnen sehe ich ein, und keiner von uns möchte für dezibil oder gar centibil gehalten werden. Die Aussagekraft über die Berufsfähigkeit von Menschen, die fehlerfrei Stadt, Land, Fluss spielen können, schätze ich nicht als besonders hoch ein. Abgesehen davon, dass für einen halbwegs minibilen Menschen solche reinen Wissensfragen maximal einen Mausklick entfernt sind.

    Mich interessiert als potentieller Arbeitgeber (hab leider keine Jobs zu vergeben, höchstens paar Stunden jedes Jahr Ende November, Mitte Dezember, wenn lauter last minute Aufträge eingehen) interessiert mehr, ob die Leute zuverlässig sind und ob man sie aufbauen kann. Was ich für schlimm halt, sind Leute, die regelmässig später als vereinbart kommen, vorallem falls noch andere Mitarbeiter warten müssen (was fast immer der Fall ist, wenn man nicht vor Ort arbeitet); genauso schlimm sind Leute, die schon alles wissen (not), ständig den Grund für eine Anweisung brauchen (und zwar vor der Ausführung, nicht wenn Zeit ist) und/oder ständig nach Gründen suchen, etwas nicht zu tun (ja, das gibt es, oft besonders in der Kombination).

    Ausserdem ist ein Interesse für das Gesamtarbeitsumfeld wichtig für mich: Was machen die Anderen? Warum geht dies oder jenes (nicht)? Zeit genug für solche Gespräche gibt es… Und es hat mit Jugend nichts zu tun, imo verteilen sich schwierig handhabbare Mitarbeiter durch alle Alterklassen. Kann dieses bescheuerte Jugenliche-Bashing einfach nicht mehr lesen/hören.

    Tatsächlich kommt es mir oft vor, als wissen und können viele 20jährige Berufstätige (mit jüngeren habe ich nicht zu tun) mehr als gleichermaßen qualifizierte 50jährige (minus Erfahrung in dem speziellen Bereich, in dem die eigentliche Arbeit passiert).

    • rhadamanthys schreibt:

      Wir bilden in meiner Abteilung regelmäßig Lehrlinge aus. Natürlich sind da Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit gefragt. Aber es ist eben auch der Lernwille und die Lernfähigkeit gefragt. Auch wenn die Jungs (EDV – Mädchen sind da fast nie unter den Bewerbern) prinzipiell an Computern interessiert sind, so sind doch auch immer wieder etwas uninteressantere Dinge in diesem Umfeld zu lernen. Wenn ich nun feststelle, dass die von gar nichts eine Ahnung haben, dann vermute ich mal, dass die nur das machen oder lernen, was ihnen Spaß macht. Damit kommt man aber leider nicht weiter, das ist dann eine Belastung für die Kollegen. Das ist auch ein Zeichen dafür, ob man diese Leute aufbauen kann.
      Insofern interessieren mich die Noten und das Allgemeinwissen schon. Wer auf dem Zeugnis sechs 5’er hat, ist entweder faul oder dumm. Nein, das schafft man mit reiner Aufsässigkeit nicht, aber selbst wenn, spricht das nicht für die Teamfähigkeit.

  16. kingkenny7 schreibt:

    Portugal und Italien, das fand ich herrlich. Und ich finde es schon immer unverständlich, dass Menschen in Deutschland die Hauptstädte von Ländern wie Slowenien und der Slowakei nicht kennen oder diese verwechseln. Vielleicht muss ich meine Ansprüche mal runterschrauben…

    • Christjann schreibt:

      dann komm mal nach Frankreich, die wissen hier nicht mal, dass es die beiden Länder gibt, die denken immer noch hinter Deutschland fängt direkt Russland an und all diese Länder wie Ex-Jugoslawien, Tschechien, Rumänien sind alles eins.
      Beim G20 in Cannes zeigte CNN Cannes auf einer Europakarte in Nordspanien statt in Sûdfrankreich, aber wer in Amiland weiss das schon so genau?!

    • Tricia McMillan schreibt:

      Wozu muß man das wissen? Doch nur, wenn man im Diplomatischen Dienst oder im Reisebüro arbeitet…

      • Tades75 schreibt:

        Na ja Tricia,
        zumindest könnte man/frau ja wissen, dass Cannes am Mittelmeer liegt und nicht am Atlantik.

  17. shelkagari schreibt:

    Dezibil – was für ein herrliches Wort! 😆

    • rotezora schreibt:

      …vor allem, wei Grenzdebilität gern mit erhöhtem Dezibelausstoß kompensiert wird (und das beileibe nicht nur von Jugendlichen!)

      • Olaf schreibt:

        Sehr schöne Anmerkung, Frau Zora – dieses Phänomen scheint ort- und zeitunabhängig zu sein.
        😉

  18. Gnichel. Herrlich beschrieben.

    Ja, ich weiss, der Sachverhalt macht Angst, aber zu lesen ist es sehr komisch 😀

  19. krizzydings schreibt:

    Sie sollten mal ein schulübegreifendes Tandemlernen mit den Schuelern von Frl . Rot machen…ihre erklären handytricks und bekommen dafuer ein bisschen Aufklaerung und so…

  20. croco schreibt:

    Dezibil = dezibel + debil = laut und bißchen doof.
    Und wer will das schon sein.

  21. Jörg schreibt:

    Darf ich „pubertär hirnverwirrt“ weiterverwenden? Das passt so gut zu einem Familienmitglied…

  22. chinaist schreibt:

    Ich muss dabei spontan an die Teilnehmerin einer Castingshow vor ein paar Jahren denken, die nach Aufforderung sich Mühe beim Texte lernen zu geben, verkündete „Ich werd‘ lesen, bis mir die Finger bluten.“
    Virtuell ist seufzen schwer.

  23. Karl Eduard schreibt:

    Quatsch Koalitionsfreiheit. Kopulationsfreiheit ist grundgesetzlich verbrieft. 🙂

  24. airafeuermond schreibt:

    Äähm.. könntest Du Deine Schülerin mal fragen wie das geht? Dezibil werden…. mag das mal ausprobieren.

  25. mayarosa schreibt:

    Ich glaube ja immer, dass viel zu viele Menschen glauben, sie könnten kein Mathe. Und weil sie das glauben, können sie es auch nicht.

  26. Shannon schreibt:

    Der Geschichtskollege schreibt Tests über die Nachrichten und zwingt unsere SuS auf diese Weise, sich regelmäßig zu informieren. Dafür gab es nach den ersten zwei Tagen erst mal ein Krisengespräch, weil die Sextaner geschockt waren, wie böse die Welt doch ist…

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