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Mir gehen die Bilder aus Utöya nicht mehr aus dem Kopf.

Ich war schon so oft mit Jugendlichen dieser Altersgruppe unterwegs und wenn ich mir ausmale, dass … nein, einfach unvorstellbar!

Wie entsetzlich dieser Verlust der Kinder für die Familien und Freunde!
Und wie traumatisiert müssen all die Jugendlichen sein, die das Gemetzel mitangesehen haben!
Mir fallen auch die Klassen ein, in denen nach den Ferien ein Platz leer bleibt – ach, schrecklich.

Warum das alles?

Etwas Lustiges schreiben? Sorry. Geht jetzt nicht.

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46 Antworten zu ?

  1. Littlemissbad schreibt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke für diese Worte

  2. Christina Zacker schreibt:

    kann nur zustimmen – man steht fassungslos vor dieser tat.

  3. Matthias V schreibt:

    Bei allem Streit auf Erden um Religionen und den „wahren Weg“ des Glaubens, sehe ich an solchen Ereignissen immer wieder für mich nur eine Überzeugung. Ein gerechtes, leitendes und barmherziges Gottesgeschöpf jeglicher Art kann es nicht geben.
    Worin liegt der Sinn, wenn Menschen immer an den schwächsten Mitgliedern ihrer eigenen Spezies Ihren Wahn auslassen können ? Nicht Gottes Wege sind unergründlich… der Wahn des Menschen ist unermesslich. Ich frage mich, wie Eltern und Mitschüler das je verwinden sollen und hoffe, Sie werden die Stärke haben um weiterzuleben und nicht nur einfach zu „funktionieren“.

  4. Gertje schreibt:

    Das ist so unvorstellbar, dass ich es mir gar nicht vorstellen kann. Meine große Tochter war erst vor zwei Wochen in so einem Camp politisch aktiver junger Menschen. Und die Kleine ist grad in Spanien. Mir treibt es bei den Bildern im Fernsehen die Tränen in die Augen. Ich sehe das Leuchten in den Augen meiner Töchter als die eine fröhlich aus dem Camp zurückkam und die andere voller Vorfreude losfuhr. Nicht auszudenken…

  5. Hajo schreibt:

    man mag „es“ kaum glauben, allerdings wird man schnell von der Realität eingeholt und (manchmal recht unsanft) auf den Boden der Tatsachen gesetzt

  6. Julis2011 schreibt:

    Als ich von dem ersten Anschlag gehört habe, war ich gerade auf einem Protest mit Volksfeststimmung! Es ging um zu hohe Mieten. Und dann lese ich, dass es mitten in Oslo einen Terror Anschlag gab. Das war bevor bekannt wurde, dass auf der Insel auch ein Jugend Camp angegriffen worden ist und es wurde von einem Anschlag mit muslimischen Hintergrund ausgegangen. Ich war geschockt und noch weniger konnte ich es fassen, als ich am nächsten Tag las, dass der Mann auch unschuldige Kinder getötet hat und christlich, konservativ und nationalistisch ist. UNFASSBAR!

    • Michel schreibt:

      sehr schade, dass es immer noch einfacher zu fassen scheint, wenn es ein Muslim getan haben soll. Ich unterstelle keine Absicht, vermutlich war es nur unglücklich ausgedrückt, aber wir sollten endlich mal lernen darauf zu achten. Sonst werden wir die Islamophobie in unserer Gesellschaft niemals los.

      • Genau das hab ich auch gedacht:
        Solange man dachte es seien Jihadisten waren es kaltes berechnendes Kalkül, kaum weiss man es war einer von den rechten, von den Anti-Islamisten, ein vereinzelter irrer, der ja natürlich dem Wahnsinn verfallen sein muss, den Europäer machen sowas ja nicht…
        Dabei sollten docvh vor allem wir gelernt haben, dass es politischen Terror in allen Sparten gibt.

      • Ulla 39 schreibt:

        Ja, sehr schade, daß ein Muslim als vielfacher Mörder in den Gedanken und Äußerungen gewissermaßen näher liegt als ein Christ.

      • Michel schreibt:

        Was ist denn „ein Muslim als vielfacher Mörder“?

      • ChrisW schreibt:

        Niemand sagt, dass Europäer „so etwas“ nicht tun. Der alles andere als positive „Track Record“ islamistischer Terroristen (Die mit Muslimen zwar nur geringfügig zu tun haben, aber sei’s drum) ist aber nicht zu schlagen: Paris 1995, Luxor 1997, New York 2001, Bali & Moskau 2002, Istanbul 2003, Madrid & Beslan 2004, Sharm el-Sheikh & London 2005, Mumbai 2008 usw. usw.

        Norwegen engagiert sich in Libyen und Afghanistan und auch in Stockholm hat es letztes Jahr einen islamistischen Anschlag gegeben. Wieso man meint, dass diejenigen, die sich im Namen einer Religion/Ideologie in die Luft sprengen, Schulkinder als Geiseln nehmen oder in Touristenmengen schießen – man weiss es nicht. Weder die einen, noch die anderen sind ganz bei Trost, alle befinden sich in einer Art Wahn.

        Islamophobie ist ja auch so ein neumodisches Wort, das nur dazu erfunden worden ist, Kritiker dieser Religion/Ideologie abzukanzeln. Nur weil man sagt, dass der Islam Frauen unterdrückt, Minderheiten ausgrenzt und terrorisiert und einen totalitären Anspruch hat, ist man nicht islamophob, man nennt lediglich Fakten oder wann gab es in Teheran den letzten öffentlichen Bikini Contest lesbischer Frauen? Eben.

        Das kann gerne so kritisiert werden und MUSS sogar kritisiert werden, sonst kann man die Demokratie gleich abschaffen. Verallgemeinerungen,wie sie Herr S. aus Berlin z.B. herausgeben, um damit Geld zu scheffeln, sind aber genauso falsch. Es braucht eine intellektuelle, an Fakten und dem richtigen Leben orientierte Diskussion und nicht selbst gefakte Statistiken eines sabbernden Bundesbänkers. Das hilft niemandem.

        So zu tun, als ob eine Religion, die auch in Deutschland von homophoben, frauenverachtenden Muftis geführt wird, verfolgt wird undman die Schuld immer nur bei Muslimen sucht – ich habe bisher ja noch die großen Demos gegen islamistischen Terror von Muslimen vermisst. Und wer teilweise zu schwierigen Themen den Dialog sucht, bekommt von islamischen Organisationen als Antwort, darum kümmere man sich nicht, das wären „deutsche Probleme“? Eine ehrliche und interessierte Debatte sieht anders aus. Und solches Verhalten bereitet dann hingegen wieder den Boden für die Bundesbänker dieses Landes…

        Lustig ist das alles nicht und auch die Tat selbst nicht, aber Verrückte gibt es überall. In dieser Tat einen Sinn zu suchen, adelt den Attentäter nur und gibt ihm genau das Forum, das er für seine kruden Thesen wollte. Menschen haben aber schwer daran zu knabbern zu verstehen, dass jemand einfach nicht normal ist. Sowas kann jeden Tag und überall passieren, wir wissen alle nicht wieviele Möchtegern-Hitlers/Osamas irgendwo sitzen und an ihrem Plan arbeiten. Ihre Intention ist vollkommen unwichtig, sie verstossen damit gegen die Menschlichkeit, egal womit sie es begründen.

  7. Ulla 39 schreibt:

    Ja, fassungslose Trauer, die, wenn das überhaupt möglich ist, noch größer wird, wenn man von der langjährigen Planung des Täters etc. erfährt.

  8. Tricia McMillan schreibt:

    Umso unerträglicher für alle Betroffenen, daß der Täter nun aus dem Gefängnis heraus seine kranke Ideologie verbreiten will…

  9. Olaf schreibt:

    Ach – ich weiß es ja auch nicht, was „richtigerweise“ jetzt zu sagen/ zu schreiben wäre.
    Dieser Irrsinn ist unglaublich bitter – zumal meine Familie (vor wenigen Generationen – letztlich aber auch nicht wichtig) aus Norwegen stammt.
    Es gibt nur eben tatsächlich solche Leute mit irgendeinem „abendländischen/ christlichen“ und rassistischen Parteiprogramm, die solchen Typen ganz „zivilisiert“ den Weg bereiten, die dann die (heimlich) gewünschte oder geduldete oder nützliche Drecksarbeit machen. Ob deren Namen mit S. (Berlin) oder W. (Niederlande) oder le P. (Frankreich) o. ä. beginnen, eine „Verbesserung“ geht nur einvernehmlich gut. Eine Veränderung ist immer wünschenswert, nichts ist jeweils perfekt. Wo auch immer.

  10. Das schlimmste an solchen Taten ist, dass sie nicht vorhersehbar, nicht zu kalkulieren sind, und man sich hinterher als Überlebender trotzdem schuldig fühlt, weil man denkt, Irgendetwas hätte getan werden können um es zu verhindern.

  11. christaschule2010 schreibt:

    Fassungslos! Die armen Eltern! Viel Kraft!

  12. mokkaauge schreibt:

    Grausam, gruselig, unvorstellbar, traurig. Und das alles zugleich!

  13. freidenkerin schreibt:

    Ich verstehe deine Betroffenheit nur allzu gut und teile sie, die Trauer, das Entsetzen und die Fassungslosigkeit mit dir…

  14. Frau Fidibimm schreibt:

    Ich bin auch ganz traurig.
    Irgendwo habe ich im www gelesen, die ersten telefonischen Notrufe der Jugendlichen wurden in der Notrufzentrale als Scherz eingestuft. Sie wurden angeschnauzt, die Leitung für Notrufe frei zu machen. Es hat lange gebraucht, bis sie ernst genommen wurden und dann kam die Polizei nicht auf die Insel, weil sie keine Boote hatten und keinen Hubschrauber.

  15. sigi schreibt:

    Das grausame Geschehen macht wirklich sprachlos und fassungslos.
    Danke für Dein post.

  16. Maren Thunert schreibt:

    Ja, viel zu sagen, bleibt da nicht. Hoffentlich bekommt der Täter kein Forum für sein Statement.

  17. TouchingTheRainbow schreibt:

    Nichts hinzuzufügen.

  18. aprikaner schreibt:

    es ist einfach unfassbar…….

  19. sockenbergen schreibt:

    Fassungslos.
    Hilflos.
    Ahnungslos.
    Unbeschreiblich.

  20. Tanja Werdenberg schreibt:

    Ich versuche einfach einmal antizyklisch zu schreiben, auch auf die Gefahr hin, zynisch zu klingen.

    Solche Dingen geschehen immer wieder. Jemand verrennt sich in irgendeinen Wahn, projiziert sein eigenes Versagen auf „die Gesellschaft“ oder eine Gruppe in selbiger, die „an allem Schuld“ sein soll. Irgendwann macht es „klick“ und derjenige (solche Attentäter sind fast ausnahmslos Männer) zieht los und läuft mehr oder weniger geplant Amok.

    Ich glaube sogar, dass solche Tatabläufe psychologisch ziemlich gründlich erforscht sind. Es war der bekannte österreichische Psychiater und Gerichtssachverständige Reinhard Haller, der gestern oder vorgestern gesagt hat:

    >> Im Nachhinein seien alle verhaltensauffällig, so Haller. Man könne natürlich bei allen Attentätern ein sehr typisches Profil herausarbeiten. „Nur das Problem dabei ist, dieses Profil ist unspezifisch“, so Haller.

    Es gebe in Norwegen sicher 10.000 oder 50.000 Menschen, die genau dieselben Verhaltensweisen haben, auch konservativ sind, christlich, Freimaurer, zurückgezogen, alleinstehend, wie es das in Österreich und überall woanders auch gibt.

    Aus der Amokforschung könne man sagen, „die Amokläufer sind auffallend, aber sie unterscheiden sich durch nichts von 100.000 anderen Menschen auch“, so Haller. Letztlich würden die Motive immer auch ein Stück unklar bleiben. „Wir können das nie ganz durchschauen, was jemanden dazu bringt, dass er etwas so Grauenhaftes tut“, schloss Haller. <<
    http://wien.orf.at/stories/528521/

    Das einzige, was gegen solche Attentate meiner Meinung nach hilft, ist, es den Attentätern präventiv so schwer wie möglich zu machen, insbesondere den Zugang zu Waffen und Sprengstoffen beschränken.

    Der falsche Weg ist es, das Web mit irgendwelchen schnell zusammengestoppelten „kriminalpsychologischen“ Suchmaschinen nach „Verhaltensauffälligen“ zu durchkämmen, wie das jetzt einige Trittbrettfahrer fordern. Hätte man präventiv 10.000 bis 50.000 Norweger mit christlich-fundamentalistischer Orientierung einsperren oder beobachten sollen?

    • Knut schreibt:

      Sie sprechen mir aus dem Herzen. Genau deswegen finde ich die Reaktion des norwegischen Ministerpräsidenten auch so toll: Wir müssen jetzt noch demokratischer und weltoffener werden!. Genau das ist die Marschrichtung. In Deutschland wäre so ein Satz von einem Mandatsträger in der Situation nicht zu erwarten gewesen. Hier hätte man sofort die Rasterfahndung o.ä. eingeführt.

      • Ulla 39 schreibt:

        Danke, das ist genau das, was ich eben zu formulieren versucht habe. Ich finde es beispielhaft, wie die Norweger mit dem schrecklichen Geschehen umgehen.

      • Annnika schreibt:

        Soweit ich gehört habe, gibt es in Norwegen die Vorratsdatenspeicherung schon seit einer gewissen Zeit … und, hat es was genützt? Würde auch nie und da hat die Schnarrenberger gestern/vorgestern mal was sinnvolles gesagt: Vorratsdatenspeicherung etc pp, haben kaum einen Nutzen. Man müsste schon jeden Tweet, jede Statusmeldunng, jeden Chat bespitzeln, um so etwas gezielt vorherzusehen. Dass wir das alle nicht wollen und das auch kaum umsetzbar ist, ist glaub ich offensichtlich. Insofern bin ich auch für die einzige präventive Möglichkeit: Zugang zu Waffen und gefährlichen Chemikalien so schwer wie möglich machen. Aufklärung in jeder Schulstufe. Kulturelles Zusammenleben fördern.

      • mercator schreibt:

        Schade, dass hier – anscheinend ein Reflex – gleich noch ein kleiner Seitenhieb auf unsere Politiker stehen muß. In Norwegen ist leichter, sich gewissermaßen familiärer und privat-emotionaler zu verhalten und zu verständigen, wenn man sich vor Augen führt, dass dort die Einwohnerzahl ca. 4 Mil. beträgt und hier fast 80 Mil. (mit einer entsprechend höheren Vielfalt an Meinungen und einem entsprechend höheren Bedarf an Kompromissfähigkeit…)

      • sockenbergen schreibt:

        In Deutschland darf sich ein Politiker wohl auch nicht so äußern, denn er würde wohl nicht wiedergewählt werden.
        Es kann und wird immer wieder passieren und vorhersehbarer wird es durch Rasterfahndungen, Überwachungen, Verbote etc. auch nicht werden. Wer solche Taten plant, der wird an Waffen kommen – ob legal oder illegal. Verhindern wird man es wohl nicht können.

        Traurig und fassungslos finde ich es trotzdem, vorallem, dass so viele junge Menschen sterben mussten. UNd dass dieser Attentäter so gezielt vorgegangen ist.

      • Jogurtbecher schreibt:

        Das traurige ist ja das es schon gefordert wird. Kaum waren die ersten Schüsse gefallen wurde schon die Rufe in den Ministerien danach laut.
        Ekelhaft tote Jugendliche so zu instrumentalisieren.

        Meine Gedanken sind bei den Betroffenen. Ich weiß das täglich überall Menschen sterben und erlebe es auch jeden Tag auf neue hautnah (arbeite in einer Klinik) aber wenn ich mir nur vorstelle wie ich mich fühlen würde wenn mein Kind oder meine Freundin unter den Opfer wäre steigen mir die Tränen in die Augen.

    • Hajo schreibt:

      Tanja, ich denke, die Forderung bezüglich des Zuganges zu Waffen und Sprengstoffen (obwohl: die können leicht per Rezept aus dem Internet aus „harmlosen“ Substanzen hergestellt werden) zu erschweren, trifft’s wohl am Ehesten. Ich frage mich, warum es überhaupt in privater Hand Feuerwaffen jeglicher Art gibt. Die Zeiten des „wilden Westens“ sind doch vorbei und der Polizei würde es doch die Arbeit erheblich erleichtern. Und komm‘ mir jetzt keiner mit Sport! Damit hat das Herumballern nichts zu tun
      .. meine Meinung!

    • Saint schreibt:

      Die New York Times schreibt:
      […]Eines der ersten Opfer war ein Polizist, der 51jährige Trond Berntsen, der seit Jahren in den Camps auf Utøya für Sicherheit zuständig ist. Ob er sich dem Täter entgegenzustellen versuchte, ist bisher nicht bekannt. Er hätte aber jedenfalls kaum eine Chance gehabt, denn er war unbewaffnet.[…]Für die Bewaffnung norwegischer Polizisten gelten die folgenden gesetzlichen Bestimmungen: Generell sind Polizisten unbewaffnet. Sie haben auch keinen unmittelbaren Zugang zu Waffen, sondern müssen diesen gegebenenfalls bei ihrem Vorgesetzten beantragen. Schutzpolizisten, die Streife fahren, haben Pistolen in ihrem Wagen. Diese müssen jedoch ungeladen sein und sich in einem verschlossenen Behälter befinden. Es bedarf einer Erlaubnis, sie daraus zu entnehmen.[…]

      Meiner Meinung nach muß man sich weniger Sorgen um den Zugang von legal zu erwerbenden Waffen machen und noch weniger gilt dies für Sprengmittel, da sind unsere Gesetze ausreichend.
      Sorgen machen mir vielmehr die 20 Millionen illegalen Feuerwaffen in Deutschland (geschätzt von der Gewerkschaft der Polizei).

      Wer sich illegal eine Waffe nebst Munition beschaffen will, kann das leider anscheinend ohne Schwierigkeiten tun.
      Ich bin dagegen das bestehende Waffenrecht weiter zu verschärfen, sonst stehen unsere Polizisten am Ende wie ihre norwegischen Kollegen da.

  21. polarfuchs1966 schreibt:

    Ich war früher auch mit Jugendlichen in verschiedenen Camps. Und mich hat das Attentat und die Berichte dazu erschüttert, noch nachdenklicher gemacht.
    Aber mehr als zynisch ist es, wenn sich jetzt die europäischen Rechtspopulisten und Rechtsextreme wegducken und sich von dem Attentat distanzieren. Die als „gemässigt“ geltende Parteichefin der norwegische, rechtspopulistischen Partei nannte das Attentat „traurig“.

    Geradezu unverfroren ist es, wenn Politgrössen ihre Betroffenheit ausdrücken, aber mit die liberalsten Gesetze gegenüber Rechtsextremismus haben.

    Ein „jetzt erst recht“ zu Weltoffenheit, Integration und multikulturellem ist der eine Weg. Aber neben Norwegen müssen auch andere skandinavische Staaten umdenken, in denen sogar das Hakenkreuz und anderes mehr erlaubt sind und eine grössere rechte Szene beherbergen als Norwegen.

    Es gibt weltweit über 100.000 Seiten, die sich mit Antisemitismus, rechtsextremen Gedankengut beschäftigen. Was in Oslo passiert ist, kann jederzeit woanders in Europa, der Welt auch passieren. Geistige Brandstifter sitzen überall. Und nicht alle kommen aus der Deckung.

    LG vom Polarfuchs

  22. cassa schreibt:

    Und was lernen wir daraus?

    A)
    Fanatismus/Extremismus/Radikalismus jeder Art ist gefährlich.
    Sei er nun muslimisch, christlich, vegetarisch oder sonstwie begründet.

    B)
    Die vorgeschobenen Gründe/ vordergründigen Motive sind nicht unbedingt die ganze Erklärung für so ein Verhalten. Der gute Mann war ja nicht nur christlich. Er hat ja auch WoW gespielt. (Wundert mich, dass diesmal nicht gleich der große Aufschrei dazu kam.) Und wahrscheinlich am Abend vorher Brot gegessen. Und was weiß ich. Nur sind das alles eben Einzelaspekte, die nicht zwangsläufig die „wahren Hintergründe“ für die Tat erklären können. Vielleicht weiß die der Attentäter nicht mal selbst so genau.

    C)
    Solche Menschen und Taten gabs immer und wirds immer geben. Wir hier in der ersten Welt können ziemlich froh sein, denn wir leben – summasummarum – in einem unglaublichen zivilatorischen Paradies. Wenn dann doch mal „sowas“ „bei uns“ passiert ist das Entsetzen groß – wir sind sowas eben nicht gewohnt. Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen dieser Erde. (Möchte jemand mit all den gefolterten/vergewaltigen/ermordeten in der 3.Welt tauschen?).

    Eigentlich kann man niemandem einen Vorwurf für das Entsetzen machen, wir sind eben „Nörgeln auf hohem Niveau“ gewöhnt. Und wen es persönlich trifft, der hat sicher auch kein offenes Ohr dafür, aber (auch wenn es zynisch klingen mag): Rational betrachtet können wir froh sein, dass uns „nur“ ab und an so ein Anschlag trifft. Und nicht das Leid all der anderen Menschen in anderen Erdteilen bzw. zu anderen Zeiten der Menschheitsgeschichte….

    Böse, ich weiß. Aber so ist es doch.

    • Michel schreibt:

      Das Entsetzen über einen Massenmord „nörgeln auf hohem Niveau zu nennen“ ist doch ziemlich polemisch, wenn nicht gar unverschämt.

      Und so wie das nach ihnen klingt, gehört Massenmord in der „dritten Welt“ zur Tagesordnung. Ich

      Noch so ein „Weltenkenner“….

      • Hajo schreibt:

        @ Michel
        ich denke, mit „Nörgeln auf hohem Niveau“ ist mehr die (leider) typisch deutsche Mentalität gemeint – zumindest ist es bei mir so angekommen.
        Es mach gar keinen Sinn, ein Unrecht gegen das andere aufzurechnen. Hier geht es um Mord an unschuldigen Menschen, Menschen, die ihre Ferien in Gemeinschaft verleben wollten: NUR DAS! Und diese Menschen wurden ermordet (oder sollte ich besser schreiben: abgeschlachtet?).
        Der immer wieder zu lesende „Hinweis“, dass es doch anderswo auf der Welt .. bla bla bla .. ist doch sowas von daneben.
        Meint
        Hajo

      • cassa schreibt:

        Tut es leider, Michel! Wenn auch in etwas anderer Form, als Sie denken – dort findet es in Form von regierungsseitig akzeptiertem verhungern, verbluten bei unausweichlicher Mädchen-Beschneidung und ähnlichen Grausamkeiten statt. Willkommen in der Wirklichkeit.

  23. florianK schreibt:

    Mich shockt auch (oder vor allem) wie die liebe deutsche Politikszene reagiert. Die einen pflastern sich im FB mit soli-Buttons voll und rufen nach NPD-Verbot, die anderen nach Vorratsdatenspeicherung.
    Das kann man nicht mal mehr Instrumentalisierung nennen … das ist ekelhaft.
    Manchmal wünsche ich mir ein „Cool Germany“ … was anders zu verstehen ist als das mit Britannia.

  24. sven-hh schreibt:

    in deutschland fordert man mehr überwachung und unterstellt erstmal präventiv jedem bürger das schlimmste… is ja auch einfacher!

  25. Sana schreibt:

    so tragisch dieser vorfall auch ist, sollten wir uns klar werden, dass die westeuropäische haltung von großer heuchelei zeugt: wir trauern (die meisten sogar ehrlich) um 76 ermordete kinder in norwegen, ignorieren dabei aber die hundert, tausend und vielleicht zehntausenden kinder, die wegen westlicher gedankenlosigkeit in somalia verhungern werden…
    auch diese kinder bräuchten einen anwalt und vor allem aufmerksamkeit, aber leider lässt sich in den medien angst und hass besser verkaufen als schlechtes gewissen…

  26. BenQ schreibt:

    Da fehlen einem echt die Worte…

  27. elaine schreibt:

    Das alles zeigt wieder: Sei dankbar für deine Familie, dein Heim, das Essen auf deinem Tisch, die Akzeptanz deiner Mitmenschen, deinen Arbeitsplatz, deine Gesundheit und den Frieden, in dem du lebst. Und zwar jeden Tag.

    • Tanja Werdenberg schreibt:

      Aber wie hat Goethe seine bekannten Zeilen aus dem „Osterspaziergang“ von Faust I gemeint? Wenn er einen Bürger sagen lässt:

      „Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
      Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
      Wenn hinten, weit, in der Türkei,
      Die Völker aufeinander schlagen.
      Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
      Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
      Dann kehrt man abends froh nach Haus,
      Und segnet Fried’ und Friedenszeiten.“

      Sind wir in irgendeiner Weise verantwortlich für das, was fernab in der Welt geschieht? Ich zweifle selbst.

  28. Frau Lehmann schreibt:

    Meine Reise durch den Blog gleicht einer Zeitreise.
    Ich fühle mich in den Juli 2011 zurückgesetzt und bin – wieder – betroffen, schockiert und ungläubig.

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