Das wars!

Der Strand bei Ebbe mittags um 12 Uhr,  nach ungefähr 7 Minuten Fußmarsch vom Zugang aus. Schön, wa?

Huhu….da bin ich wieder!
Zurück aus Fronkreisch und vorerst auf kleiner Tour d’Allemagne!
Eigentlich wollten wir ja ein paar Tage länger bleiben, aber das Wetter konnte sich nicht entschließen so richtig heiß zu werden – und 14 Tage Luftmatratze reichten unseren Bandscheiben irgendwie auch…

Positive Erscheinungen in diesem Jahr: Das Meer war wie immer wild, gefährlich und 16-17° Grad warm, der Strand schön leer, der Zeltplatz auch nur nur halbvoll, weil anscheinend kaum jemand Ferien hatte und ich wurde die Großmeisterin im Doppelkopfspielen – ich glaube, das liegt daran, dass ich nach gefühlten 50 Jahren Spielpraxis das Spiel jetzt endlich VERSTANDEN habe!
Negativ fiel auf: Eine Hängematte und die gefüllte (!) Tiefkühlbox von Carl und Marlene wurden nachts geklaut (voll asozial das!), es gab nur Kinder bis 10 Jahre (uninteressant), ich könnte jetzt mühelos einen Blog über holländische Opas schreiben (muss ich mal ernsthaft drüber nachdenken) und Männe hatte eine sehr interessante, aber schmerzliche Begegnung mit einer uns bis dato fremden Insektenart, die sich stechenderweise seiner bemächtigte, als er wehrlos in der uns verbliebenen Hängematte lag und -ach, wie passend- einen Thriller las.
Im Großen und Ganzen also ein eher ereignisloser, aber erölsamär Ürlaup.
Jetzt tief im Westen Deutschlands ist es kalt und alle um uns herum sind krank – auch kein Zustand.
Ok. – dit allet wird ja wohl keinen interessieren, dshalb kommt jetzt mal die ganze Wahrheit über unseren Campingplatz, besonders auch als Anregung für Menschen wie Frau Freitag, die nie wissen, wo sie hinfahren sollen:

Von der Autobahn bis zum Campingplatz sind es bloß noch 20 Minuten mit der Fähre und dann einige Kilometer Fahrt durch kleine, verträumte Ortschaften.
In der Saison von Juni bis September haben Sie hier alle Chancen Menschen aus Deutschland, Holland und Frankreich kennenzulernen, die seit Generationen an diesen traumhaften Ort kommen. Die Grundstimmung des Campingplatzes ist bestimmt durch die unvergleichliche französische Lässigkeit. Morgens schnell im verknautschtem Dior-Nachthemd mit abgeranzter Luis Vuitton-Zivilisationstasche zum Waschhaus? Ne pas un problem! Leben und leben lassen, heißt hier die Devise.
Die Architektur des Platzes ist bestimmt durch Vielfalt: Vom spacigen Quechua-Wurf-Zelt (nur hochschmeißen und schon fertig aufgebaut – schwieriger bis unmöglich wird das Zusammen-falten!)bis zum altehrwürdigen Steilwandzelt von Pouch- noch aus DDR Produktion- ist alles erlaubt. Im Schatten der hohen Kiefern lässt es sich in handgeknüpften Hängematten (bis 80 kg Belastung) chillen oder auf Designer Campingliegen ruhen.

Der feine, weiße Sandstrand, die ewig scheinende Sonne über der unvergleichlichen Brandung des Atlantiks und nicht zuletzt das gepflegte Ambiente der Klohäuschen des Platzes ziehen besonders die Reichen und Superreichen an. Kate Moss und Bill Gates bleiben allerdings über Tag lieber in ihren Wohnmobilen, die anderen Promies sieht man gelegentlich auf der Flaniermeile am Strand, wo es nur das zum Überleben Allernötigste gibt, wie zum Beispiel einen Surfshop, einen Supermarche mit erlesenen Köstlichkeiten und einen kleinen Laden für Postkarten, Stromadapter und Zeitungen aus aller Welt.
Der Beach kommt mindestens so elegant, teuer und freizügig daher wie die Strände in St-Tropez oder Nizza. In der Mitte tummeln sich am bewachten Strandabschnitt die Normal- Touristen, in der Regel mit dem Nötigsten bekleidet. Weiter links und rechts wird es immer freizügiger bis endlich nackte Tatsachen das Bild bestimmen.
Jetzt ein Glas eiskalten Champagner! Und ein Austernhäppchen vom mobilen Strandservice! („Boissons fraiches, beignets, glaces…“) Schon, um nicht allzu genau all die Defizite an Haut und Muskeln der Mitbadenden wahrzunehmen – scheint sich doch leider nicht jeder der Mühe eines täglichen Workouts zu unterziehen.

Abends empfiehlt es sich dann, den Gaskocher kalt zu stellen und den Tag im Le M. (superchices Fischlokal) zu beschließen. Kühle Mixgetränke (ebenfalls nur was für die ziemlich Betuchten) gibt es danach an der Standbar „Seepferdchen“ bei der Wirtin Florence, die unnachahmlich charmant mit den Gästen plaudert und dabei erlesene Getränke serviert.
Bei so viel schickem Ambiente tut auch mal der Besuch einer ganz normalen Kneipe wohl. Die gibt es tatsächlich auch: das Big Ben (im Stile einer Fish- und Chipsbude der 70ziger in London) und Kult ist es obendrein – mehr schäbig als schrill und doch lieben alle den Laden.

Und dann, wenn der Vollmond endlich milde die nächtliche Szenerie beleuchtet, ab auf die Luftmatratze und rein in den Daunenschlafsack, sei es nun im Zelt oder im Wohnmobil… und schlafen bis zum nächsten diesig frischen Morgen…

So muss Ürlaup sein….!
Bloß …wie war noch der Name des Platzes….?

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42 Antworten zu Das wars!

  1. mauzipauzi schreibt:

    Schön, dass du wieder zurück im Blog bist, frl Krise! Bitte noch mehr Details über die holländischen Opas…

  2. D.I. schreibt:

    Da sind Sie wieder, ich habe Sie vermisst!!!! Ich hoffe Sie haben sich auch von uns erholt 🙂

  3. Miss Porcelain schreibt:

    JA Juchuuuu Sie ist wieder da!!! Endlich!! Es war langweilig im Internet ohne Frl. Krise! Bin aus Verzweiflung schon bei Google+ eingestiegen – auch öde!
    Diesen schönen Campingplatz habe ich irgendwie ganz anders in Erinnerung… weniger elegant? Aber herrlich!

  4. m-a hennekes schreibt:

    Glückliche Bundesländer, die jetzt schon in Ferien aufbrechen können. Hier unten im Süden der Replik ist zwar alles besser, aber trotzdem… Meer wäre jetzt schon gut.

  5. EDVler schreibt:

    Das war bestimmt so ne Killerfliege, die nun Larven unter die Haut gesetzt hat und ihn nun von Innen aushöhlt.. Schröcklich sowas, fragen Sie bei Gelegenheit Ihre Schüler danach..

    Mein Beileid schonmal vorab! 🙂

    Welcome back Frl. Krise!

  6. Chris schreibt:

    jahaaaa endlich wieder was zu lachen – meine Ferien fangen gerade erst an: Drei Monate Ödnis. Lustig ist das Studentenleben!

    • krizzydings schreibt:

      heeey ho so ist’s…darf denn sich denn herr/frau chris denn wenigstens mit ein oder zwei netten hausarbeiten vergnügen?

  7. puzzle schreibt:

    Schön, daß Sie wieder da sind, frlkrise, und nicht von einem Wurfzelt darniedergestreckt.

  8. sockenbergen schreibt:

    Ja, dann noch einen schönen Urlaub im Westen des Landes – leider aber wohl bei Regen, Bewölkung, Wind und maximal 20 Grad. So sieht es momentan leider aus. Aber noch sind hier im Westen keine Ferien – vllt. kommt dat Ferienwetter noch.

    • krizzydings schreibt:

      wo im westen kann man denn auf Sie treffen? allso im nordwesten hat alles was sich schulpflichtig schimpft ferien^^

  9. Olaf schreibt:

    Ah, schön, tres bien, wieder etwàs von Ihne zu lese, Mademoiselle Kriseu [kri:sö] 😉 und schadè, daß Ihr Ürlaub schon wiedèr vorüber iist.
    Damals hatte ich ja einen Schaukelstuhl empfohlen (Sie erinnern sich ?) – den hätte man Ihnen sicher nicht geklaut. Glaube ich jedenfalls. Genau weiß ich es aber auch nicht.
    Ach ja – boah, sind Sie braun geworden ! 😉

  10. medizynicus schreibt:

    Will da auch hin. Bin schon am Recherchieren…. Belle Ile?

  11. Gertje schreibt:

    So, in Frankreich ist das Wetter also nicht gut. Prima. Das Kind sitzt seit 10 min im Zug nach Frankreich. Gut, dass ich ihr die Regenjacke aufgeschwatzt habe

  12. medizynicus schreibt:

    Keine Insel? War da nicht von einer Fähre die Rede? Okay, die fronkreichische Atlantikküste ist ziemlich lang, und zwischen Calais und Biaritz gibts schließlich jede Menge Halbinseln und Flußmündungstrichter, zum Beispiel auch wenn man vom Norden bzw. Nordosten her in die Gegend von Arcachon will… aber das war jetzt schon mein zweiter Ratetipp und wahrscheinlich auch wieder falsch. Menno, warum rät hier sonst niemand mit? Oder vielleicht wars ja gar nicht Fronkreisch sondern Spanien, Marokko der Spelunkistan?

    • frlkrise schreibt:

      Doch schon Fronkreisch! Und das mit den Flußmündungen ist gar nicht so miserable…..Wer will schon auf eine Insel?

      • Tricia McMillan schreibt:

        Ich will auf eine Insel!!! Ehrlich! Bin hier im Büro mit drei Kolleginnen so einsam, wie ich es auf keiner Insel sein kann…
        Bin seeeeeehhhhhhrrrr froooooh, daß Sie wieder da sind Frl. Krise *Küsschen links und rechts*
        Jetzt muß nur endlich die Schule wieder anfangen. Oder Sie suchen sich wieder einen Ferienjob!

  13. parcelpanic schreibt:

    misch will auf einö insöl! liegt vermütlisch an die önglischö gähne? 😉

  14. Exilbayerin schreibt:

    Schön, dass Sie wieder hier sind, Frl. Krise. Und ich will auch definitiv mehr über die holländischen Opas hören.
    Fronkreisch is ja für mich eher nix. Die verstehen mich da nie…dabei is mein…äh…französisch tres chic 🙂

  15. RogueEconomist schreibt:

    Schön das sie wieder da sind. Ihre charmante Art hat mir beim täglichen lesen gefehlt. Hab mich auch schon aus lauter Langeweile an Google versucht.
    Sie könnten glatt einen Prospekt für den Campingplatz schreiben. Ich persönlich find Camping ja doof, aber das Wurfzelt find ich total abgefahren.

  16. Tom schreibt:

    Hah! Endlich wieder da! Da hatte ich gerade erst den Blog (nach einem spiegel.de Artikel) in meine Morgenroutine aufgenommen, „Hässlichkeit“ schon beinahe als Standardfluch in unserer Firma etabliert, da is dann schon eine Pause. Noch nie habe ich mich so auf das Ende von Ferien gefreut wie im Moment 😉

  17. Frau Müller schreibt:

    Da isse wieder – und ganz erholt! 🙂
    Wir dürfen uns erst in… ähm… später erholen.
    Frau Müller

  18. Lea schreibt:

    Schön, dass Sie wieder da sind!
    Aber es ist gemein, wenn Sie da so vom Urlaub schwärmen können und wir noch ´ne Woche Schule haben…

  19. mia schreibt:

    Ganz klar, das ist in der Nähe von Royan!!! Diese Küste (siehe Foto) gibt es nur da!!!
    Ich will da auch wieder hin!

  20. michael schreibt:

    Also Herr Doktor, wo Kate Moss, Bill Gates und Frl Kriese Urlaub machen, sollte sich doch herausfinden lassen. Ein Strand mit Promi Flanier Meile!

  21. nixverstehn schreibt:

    Willkommen daheim! An diesen Urlaub werden Sie noch Jahre denken (müssen), weil Ihnen keiner Ihrer Leser mehr so schnell frei geben wird. Ich war schon dabei, disziplinarische Maßnahmen einzuleiten…

  22. christjann schreibt:

    schoenschoen! gleich neben der grossen Duene vielleicht? wir waren immer etwas suedlicher in Lit-et-Mix, weil ich den Namen so nett fand, einmal auch in Moliets Plage… in Cannes waren es gestern schockierende 17 Grad und Regen! ich hingegen war heute morgen noch in den Bergen, dort heute morgen um halb acht mit Ach und Krach sechs Grad! Bibber! Soll aber wieder besser werden… gutes Eingewoehnen daheim (ich mochte beim Zelturlaub den Uebergang von „Freiheit“ und draussen sein und dann wieder in einer Wohnung eingesperrt sein ueberhaupt nicht)
    bises!
    Christjann

  23. Ich will raus! schreibt:

    Isch liebä Fronkreisch…und werde gelich mal die Puzzleteile zusammensetzen, um ein neues Ziel kennenzulernen.
    Momentan NRW, bei bester Magen-Darm-Verfassung.

  24. Chris schreibt:

    Camping Les Sables d’Argent, Soulac sur Mer

    ….ist mein Tipp. :0)

  25. oxo schreibt:

    das Quechua-Wurf-Zelt ist absolüt goil !!!
    beim zeltlager kam – während vaddern, also ICH, das zelt der tochter schwitzend aufbaute – ein junges kerlchen mit seiner freundin auf den zeltplatz geschlendert, warf dieses quechua-zelt in die luft (… es entfalltete sich wundervoll und stand auf´m platz wie ´ne 1), drehte sich um und sagte zu seiner freundin: „Pause! Wo ist das Bier?“

    wieder einpacken geht in der zwischenzeit auch easy:
    an der seite gibt es eine vorrichtung, in die man seinen fuß zwecks fixierung stellt und dann an einer schnur zieht und so das zelt automatisch wieder zusammenfaltet.

  26. neuling schreibt:

    Durch den Spiegelartikel auf Ihr Blog aufmerksam geworden, habe ich fasziniert mittlerweile alle Beiträge gelesen. Bravo, ein interessantes Thema anschaulich und mitreißend zu schildern, ist eine Gabe. Mich wundert nur, dass so viele unterschiedliche Schulfächer von einem Lehrer unterrichtet werden.

    PS, der Ort Ihres verdienten Urlaubs ist leicht zu ergooglen. Ihr Text gibt genügend Hinweise 🙂 Ihr Campingplatz hat ja sogar eine deutsche Fanseite, was es nicht alles gibt…

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