Das bringts!?

Unterricht? Was das? Wir haben schon wieder ein Projekt am Hals und es geht dabei natürlich um die Berufsorientierung. Ein äußerst wichtiges Thema, ohne Frage. Das Innungsprojekt neulich war ja echt gut…. Die Meister wussten, wie mit unseren Lieben umgehen mussten.

Aber dies hier…Bei diesem Projekt kommen Leute in die Schule, die keinerlei pädagogische Ausbildung haben und die sollen mit unseren Schülern arbeiten…..das gelingt ja selbst uns ausgefuchsten Lehrern nicht immer….

Und so gings heute morgen los: Ein Mann kommt auf der Treppe auf mich zu, schüttelt mir die Hand und sagt, er würde diese Woche meine Klasse betreuen. Herrn Hänlein sein Name.
Ich versuche ihm schnell noch ein paar Infos über die Schüler zu geben, weil ich weiß, das kann jetzt e t w a s schwierig werden….
Aber Herr Hänlein will das gar nicht nicht hören, er lächelt mich ein bisschen mitleidig an und sagt:“Ach, das kriegen wir schon.“
Schön, denke ich, ich an deiner Stelle würde solche Informationen nicht verschmähen, aber dann mach mal, ich muss mich ja nicht aufdrängen…und setze mich neben das Pult.
Es klingelt. Meine Schüler sind ganz friedlich und entspannt, sie haben mich schon auf der Treppe begrüßt und Herrn Hänlein schräg angeguckt. Kleine Schüler freuen sich über neue Leute, ältere sind da meist eher skeptisch.
Außerdem sind sie ‚geistlich’ noch nicht ganz in der Schule angekommen, denn das Wochenende war lang und hart und es gibt viel zu erzählen…..
Herrn Hänlein beginnt sich mitten in das Gerede der Schüler vorzustellen . (Ein klassischer Anfängerfehler!)
Blöd nur, dass ihn keiner beachtet. Das scheint er aber gar nicht zu merken. Er spricht hauptsächlich zu Emre, der sitzt in der ersten Reihe und guckt ihn an.
Dann schreibt er seinen Namen an die Tafel. Leider so undeutlich, dass man es nicht lesen kann. Wenigsten haben einige Schüler diese Bewegung mitbekommen und rufen jetzt: „Was soll das heißen? Kann man nicht lesen! Was heißt das ?“
Herr Hänlein SAGT deshalb noch mal seinen Namen.
Hanna lacht und fragt: „Wie Hähnchen?“
„Nein,“ sagt Herr Hänlein, „ihr seht ja, das wird ohne h geschrieben.“
„Hört sich aber so an wie Hähnchen,“ sagt Laura.
„Heißen Sie Herr Hähnchen?“ fragt jetzt Fuat, der ganz genau verstanden hat, wie der Mann heißt.
„Nein, nein, Hänlein heiße ich, nicht Hähnchen“, sagt Her Hänlein und zeigt auf die Tafel.
„Das kann doch kein Mensch lesen!“ Das ist Aynur.
Herr Hänlein greift zum Schwamm und wischt seinen Namen aus. Dann schreibt er in Druckbuchstaben noch einmal H ä n l e i n an.
„Hänlein,“ sagt er, „Hänlein.“
Die Schüler lachen ein bisschen und ich rolle schon mit den Augen…..merkt der nicht, dass er bereits in den ersten drei Minuten voll verarscht wird? Das kann ja lustig werden. Schüler können vieles nicht, aber eins können sie ALLE ausgezeichnet: Sie checken sofort, wer da vorne steht und was bei dem geht und nicht geht
Und hier geht eine Menge….
Obwohl ich mich raushalten wollte, entfährt mir ein: „Schluss jetzt damit! Ihr könnt alle hören und lesen!“
Meine Klasse hat verstanden. Also Themawechsel.
„Was machen wir denn jetzt, Herr Hänlein?“ fragt Gamze. „Sollen wir mal so ein Kennenlernspiel machen? Wir könnten uns in den Kreis setzten und…“
„Nein, nein, ihr müsst erst mal die Blätter ausfüllen! Und unterschreiben, ganz wichtig!“
„Aber sie kennen doch unsere Namen nicht!“ Gamze ist hartnäckig. „Lass doch mal in den Kreis setzen, da geht das am besten und…“
Recht hat sie, denke ich. Ohne Namen ist man hilflos, …aber auch das scheint Herr Hänlein nicht zu wissen.
Herr Hänlein teilt Bögen aus, auf denen Name, Alter usw. aufgeschrieben werden soll.
Alle stöhnen. Schreiben! Aber sie machen sich über die Bögen her und füllen sie ruckzuck aus. Nur Hanna und Gamze haben eine lautstarke Auseinander-setzung und geraten aneinander.
„Du da und ähm…hey…hallo…HALLO! Hört ihr mal auf?“ Die Damen fühlen sich nicht die Bohne angesprochen.
Herr Hänlein…wäre doch schön, wenn sie jetzt die Namen wüssten, denke ich. Warum bringt man denen so was nicht bei? Das sind doch Basics, die Leben und Unterricht retten können…
Die Blätter werden nun abgegeben und Herr Hänlein schwärmt: „Super! Das habt ihr ganz toll gemacht! Sehr gut! Ganz großes LOB!“
„ Was will er?“ Aynur guckt mich an. „Will er uns verarschen? Was ist daran toll? Namen schreiben! Ganz toll!“
Ich seufze und gucke auf die Uhr. Knapp zwanzig Minuten sind rum…ich muss zwei Stunden dabei bleiben, ein grässlicher Gedanke.
Herr Hänlein gefällt die allgemeine Unruhe nach dem Blattabgeben nicht. Alle reden miteinander, aber relativ leise.
Wenn er jetzt auch sehr sehr leise sprechen oder aber ganz schweigen würde, hätte er eine gute Chance durchzudringen, denke ich, aber er erhebt seine Stimme und sagt sehr, sehr laut: „Aus meiner Erfahrung heraus möchte ich euch sagen, dass es in Bewerbungs- und Testverfahren bei Betrieben nicht gut angesehen ist, wenn sich Bewerber so benehmen, dass sie den Eindruck erwecken, dass sie dem Verfahren nicht positiv gegenüberstehen, sondern eher nach außen vermitteln, dass sie nicht in der Lage sind, konzentriert und aufmerksam den Anweisungen der anleitenden Personen, also den Testper…….
„Warum schreien sie eigentlich so?“ erkundigt sich Gamze.
„Was Testverfahren?“ fragt Fuat.
„Aber jetzt machen wir doch mal ein Kennenlernspiel im Kreis, wa Herr Hänch-lein “ ruft Gamze.
Aber Herr Hänlein hat anderes im Sinn. Zwei Stunden…irgendwie geht die Zeit vorbei. Karl darf dann mit ihm in unserer Klasse schmoren…

In der dritten und vierten Stunde habe ich Unterricht in einer anderen Klasse. Ganz normalen herrlichen Deutschunterricht. Es geht um Fremdwörter und macht voll Spaß. Mir jedenfalls!

Nur beim Wort „Projekt“ zucke ich unangenehm berührt zusammen…

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48 Antworten zu Das bringts!?

  1. puzzle schreibt:

    Ich schließe mich den Schülern an: was wollte der denn eigentlich?

  2. Olaf schreibt:

    „Aber Herr Hänlein will das gar nicht nicht hören, er lächelt mich ein bisschen mitleidig an und sagt: ‚Ach, das kriegen wir schon.‘ (…) Meine Schüler sind ganz friedlich und entspannt, sie haben mich schon auf der Treppe begrüßt und Herrn Hänlich [?] schräg angeguckt. (…) ‚Heißen Sie Herr Hähnchen?‘ fragt jetzt Fuat, der ganz genau verstanden hat, wie der Mann heißt.“
    Alles irgendwie wohl nicht so einfach. 😉
    Und was haben die da nun alle unterschrieben ? Neue Telefonverträge nach dem Motto „Für 19.90 EUR im Monat umsonst telefonieren ?“ Der war bestimmt von der Debilcom… Oder doch nicht ?

  3. Catherine schreibt:

    liebe frau krise
    ich bin seit neustem ihr fan. hören sie bestimmt nicht zum ersten mal, oder?
    meine schwester ist auch lehrerin anscheinend in einem ähnlichen umfeld uns sie erzählt genauso warmherzig über ihre – tschuldigung – ziemlich irren schüler. irre im wortsinn und im überragenden sinn.
    ich hoffe meine kinder kriegen auch mal eine lehrerin die dann so über sie schreiben würde! man merkt nämlich, dass sie ihre schüler mögen und das ist wunderbar. der herr hähnchen wollte es jawohl irgendwie wissen, oder?
    viele liebe grüße aus der unmittelbaren nachbarschaft der rütlischule 🙂

    • willicklesn schreibt:

      Ts. Rütlischule is doch jetzt voll nett. Ne 1A Vorzeigeschule. Die sind doch jetzt nen Campus!
      Ansonsten schließe ich mich aber voll und ganz an. Ich lese täglich und es stimmt sehr optimistisch, dass es Lehrerinnen wie Sie und Frau Freitag gibt.

      • krizzydings schreibt:

        tja aber ausserhalb des schulgeländes ist sicher noch nicht die heile welt angekommen^^
        ist aber schon interessant was plötzlich alles gemacht wird um schlechtes image zu beheben, wenn etwas über bezirksgrenzen hinaus negativerweise berühmtheit erlangt hat…

  4. Georg schreibt:

    Schon seltsam, dass die Leute darauf nicht vorbereitet werden. Man könnte meinen, die nehmen an, Pädagoge könnte jeder von der Straße weggeklaute sein. Alle groben Fehler, die er da gemacht hat, wurden uns vor unserem ersten Lehramtspraktikum extra nochmal eingebläut. Ich war sehr dankbar dafür.

  5. krizzydings schreibt:

    naaain das habt ihr alle gaaanz falsch verstanden…die sache ist die, dass überall verkündet wird, dass lehrer werden falsch ausgebildet und das ist der grund wieso jeder x-beliebige spacken meint er könnte es besser…ist doch logisch!!!

  6. krizzydings schreibt:

    nach dem motto es muss endlich wieder um den schüler gehen und so…

    • RogueEconomist schreibt:

      Frei nach Loriot: Nun lassen Sie doch mal das Kind nach vorne!
      Lehrer… Das studieren doch nur die, die sonst nix können. Oder doch nicht? 😉 Hachja. Ich glaube, dieser „Was die machen kann ich doch schon lange“-Gedanke sitzt tief. Ob nun Lehrer (dauernd Ferien, Mittags zuhause und nur am jammern), Arzt (bisschen Medizin aufschreiben und viel Geld verdienen) oder Banker (ja was machen die eigentlich außer morgens eine Krawatte zu binden?), wofür braucht man denn für sowas Ahnung und Expertise? 😉

      • me schreibt:

        oder Erzieher, das bisschen mit den Kindern spielen und sonst den ganzen Tag faul daneben rum sitzen…

    • Lars-Michael Lehmann schreibt:

      Korrekt! Der Schüler muss im Mittelpunkt stehen.

  7. michathecook schreibt:

    Das Kennenlernspiel im Kreis find ich erheiternd….Wo haben die Schueler das den her ? Gibt es da eine alte Geschichte die ich noch nicht kenne ?
    Und Herr Haenlein…der war bestimmt so ein Mensch in Kordhose und mit Busfahrerhemd, oder ?

  8. RogueEconomist schreibt:

    Vallah, der Herr Hänlein, was denkt er wer er ist? Will nicht mal die Schüler kennen lernen und lobt sie dann fürs Zettelausfüllen. Meint wohl die sind doof. Da hätte ich auch keinen Bock auf so ein Hähnchen.

  9. ahornproduction schreibt:

    Das ist immer so. Ich mein die Kinder in der Schule scheinen noch nicht mal richtig Deutsch zu können, da kann er doch nicht mit so einem Fachchinesisch anfangen? =D
    Sehr genial. Aber mal ganz ehrlich, selbst ich hätte mehr pädagogische Fähigkeiten, als dies Witzfigur! =D

    • schmasi schreibt:

      Aus früheren Beiträgen weiß man: sie können! Prima sogar, aber sie wollen anscheinend nicht. Das Problem kenn ich auch aus meiner eigenen Schulzeit.

      Aaaaber wenn wir man ganz ehrlich sind, auf so ein Fachchinesisch hätten auch Gymnasiasten keinen Bock gehabt.

  10. Kekserl schreibt:

    Das wäre doch ein tolles Thema für einen Ferienblogeintrag: Pädagogische Tipps für Gäste in einer Schulklasse 😉 und das meine ich ganz Ernst. Es gibt sicher genug Trainer, Tutoren, Berater etc., die Schulklassen zunächst nur aus der grauen Theorie kennen und meine Erfahrung ist, dass die ersten paar Minuten entscheidend sind. Ist der Auftritt (im wörtlichen und bildlichen Sinne) nicht optimal, kann man das ganze Projekt vergessen.

  11. Karl Eduard schreibt:

    Hätte man die Klasse nicht vorbereiten sollen? Als Lehrerin? So nach dem Motto, das ist ganz wichtig für Euch, denn da kommt jemand und bringt Informationen, die sind entscheidend, ob Ihr später mal Türsteher oder HARTZ IV werdet oder einen angesehenen Beruf ausübt? Der Mann opfert ja nicht seine Zeit, um Ringelreihen in der Klasse zu veranstalten, sondern um Ihren Schülern zu helfen. Daß man als Schüler das nicht begreift, das ist mir klar aber als Lehrer, der die Kinder auf den Weg ins Leben vorbereiten soll, müsste man das doch wissen? Ja, und der Mann ist kein Pädagoge, Frl Krise ist es aber.

    Ich stelle mir gerade einen Mechatroniker vor, der wegen irgendwelcher Befindlichkeiten seine Arbeit verpfuscht und dann sagt, ja, hätte der nicht, dann hätte ich nicht, und auf der Strasse bricht das Auto dann zusammen und die Insassen landen im Krankenhaus und auf dem Friedhof. Der aber arbeitet nur mit Autos, Sie jedoch formen Menschen und sind mitverantwortlich, wie deren Lebensweg die nächsten 50 Jahre aussehen wird. Neben den Eltern. Ist das nicht erschreckend, daß zwar Ärztekunstfehler vor Gericht landen, nicht aber Erziehungsfehler der Lehrer, die doch dazu ausgebildet sind, Eltern sind es jedenfalls nicht und auch nicht gelegentliche Projektbesucher, und die in jedem Jahrgang mehr verpfuschen können als Ärzte, denn was die Pädagogen versaubeuteln, das zeigt sich erst sehr viel später?

    • frlkrise schreibt:

      NATÜRLICH werden die Schüler auf derartige Projekte vorbereitet…Ist keineswegs so, dass sie damit morgens überfallen werden! Eigentlich dürfte das einem regelmäßigen Leser auch des Blogs von Frau Freitag nicht verborgen bleiben, welche Fransen wir bezügl. der Berufsvorbereitung schon am Mund haben und wie wenig das alles nützt..

      • Karl Eduard schreibt:

        Es hatte sich für mich aber so gelesen und wenn ich einen unrichtigen Eindruck erhalten habe, liegt es sicher an mir und so regelmäßig lese ich bei Frl. Krise ja nicht, bei Frau Freitag schon, daß die sich für ihre Kinder ins Zeug legt, habe ich auch begriffen. Nichts für ungut.

      • krizzydings schreibt:

        der spruch ,,eltern sind dafür garnicht ausgebildet “regt mich persönlich ja ein bisschen auf…

        meine eltern sind in der sowjetunion aufgeachsen…alle gemeinsam bis zur 10 gelernt und Lehrer waren vom sagenhören auch für die erziehung des jungen Bürgers verantwortlich…die schüler waren im unterricht relativ ruhig (bis auf kleine raubaukerein) und gehorchten (!!) dem lehrer…der lehrer hatte die aufgabe für die gesellschaft zu erziehen mit härtere geschützen als es hier üblich ist, ab der 1. Klasse wurde strenger unterricht nach lehrplan gemacht ohne kuschelstunden oder ähnliches (das kenne ich noch aus der grundschule, ist wohl aber auch veraltet…sämtliche freundinen die in grundschulen hospitiert haben schwärmen von der lesekompetenz?) aus der reihe tanzen war nicht so angesagt und die erziehung formte im idealfall einen standarisierten prototyp-sozialisten…

    • schmasi schreibt:

      „Hätte man die Klasse nicht vorbereiten sollen? Als Lehrerin? So nach dem Motto, das ist ganz wichtig für Euch, denn da kommt jemand und bringt Informationen, die sind entscheidend, ob Ihr später mal Türsteher oder HARTZ IV werdet oder einen angesehenen Beruf ausübt? “
      Ich denke sowas in der Art hören die Schüler mindestens einmal die Woche und es geht genauso oft ins eine Ohr rein und zum anderen wieder raus. Die Zukunft ist doch für die meisten Schüler viel zu Abstrakt um sich darum groß Gedanken zu machen.
      Das Sie Frl. Krise quasi unterstellen sie würde sich nicht um die Zukunft ihrer Schüler kümmern, sie nicht aufs Leben vorbereiten und ihre Arbeit „versaubeuteln“ finde ich ziemlich dreist. Vorallem wenn man bedenkt, dass Sie nur Auszüge aus ihrem Lehralltag kennen (genau wie wir alle) und dann auch noch lauter Auszüge aus denen man herauslesen kann wie sehr sie sich bemüht eben dieses doch zu tun.

      • frlkrise schreibt:

        Ich habe gerade eine Springstunde und bin eben in der kl. Pause in meiner Klasse gewesen, um etwas zu holen.
        Anwesende: Herr Hänlein, Karl und 10 (!) Schüler. 9 Schüler fehlen. Soviel zur Einsicht ….
        Aber, wie gesagt, viele Pubertierende sind noch nicht reif genug für den Berufsfindungsprozess (auch die Gymnasiasten, die betrifft es bloß nicht). Blöd nur, wenn man die Hilfen nicht annimmt.

    • umblaettern schreibt:

      Denn Menschen sind Knetmasse und wenn man nur richtig will, kann man sie formen wie es einem in den Kram passt.

    • oachkatz schreibt:

      „Aber Herr Hänlein will das gar nicht nicht hören, er lächelt mich ein bisschen mitleidig an und sagt:“Ach, das kriegen wir schon.““
      Das war der entscheidende Satz, um den es hier geht. Meist lohnt es sich, genau zu lesen, bevor man losmeckert. Beratung kommt nur dort an, wo sie verstanden wird und die zu Beratenden erreicht. Wenn dazu keine Bereitschaft vorliegt, kann man sich das ganze Projekt sparen. Wie Sie auf Grund dieses Blogeintrages sich anmaßen können, die pädagogischen Fähigkeiten der Verfasserin zu beurteilen und zu kritisieren, ist mir ein Rätsel.

    • das Onlein schreibt:

      „Hätte man die Klasse nicht vorbereiten sollen?“
      Ich habe das eher so verstanden, dass Fräulein Krise die Klasse auf den Besuch dieses Herrn vorbereiten sollte, damit der es leichter hat. Da kann ich nur sagen: NEIN! Der soll mal schön auf de Nase fallen, wenn er überheblich genug ist, bei seiner Nichtpädagogik gute Ratschläge in den Wind zu schlagen 🙂

    • Smilla schreibt:

      Ich sag’s ja nur ungern, aber als ich meine Lehrerausbildung durchlief, war „Erziehen“ nicht wirklich auf dem Lehrplan. Ich halte es auch für vermessen, zu behaupten, dass ich Menschen „erziehen“ kann, die jede Woche 45 bis 180 Minuten vor mir sitzen, und dann auch noch nicht alleine, sondern zu dreißigst. Ich sorge dafür, dass sie Grundregeln des zivilisierten Miteinanders einhalten, ich lebe gewisse Dinge vor, aber ich kann keine Mamis und Papis ersetzen. Sorry.

  12. umblaettern schreibt:

    Das sind immer die Besten – die, die kommen, und wenn man ihnen was erzählen will übr seine Kinder, winken sie ab, weil sie den Job sowieso besser können als die, die studiert haben und sich seit Jahren damit beschäftigen. Lehrer – kann jeder. Was höre ich das oft und „gerne“. Ich würde ja so manchen gerne mal da vorne hinstellen und zukucken, was passiert. ^^ Am besten 7./8. Klasse – der Abschluss noch so weit weg und die Hormone so aktiv. Obwohl meine Großen 2 Wochen vor ihren Abschlussprüfungen gerade auch nicht mehr an ihren Abschluss denken als vor zwei Jahren. *seufz*

  13. Patsy schreibt:

    „Ist das nicht erschreckend, daß zwar Ärztekunstfehler vor Gericht landen, nicht aber Erziehungsfehler der Lehrer, die doch dazu ausgebildet sind, Eltern sind es jedenfalls nicht und auch nicht gelegentliche Projektbesucher, und die in jedem Jahrgang mehr verpfuschen können als Ärzte, denn was die Pädagogen versaubeuteln, das zeigt sich erst sehr viel später?“

    Nee, Sorry! Aber diese Probleme den Lehrern in die Schuhe schieben halte ich für falsch. Man kann nicht sozial-kompetente Erziehung nur von den Lehrern verlangen, da müssen auch die Eltern mitziehen und genau da hapert es doch heute oft am meisten. Die Kids können doch zuhause oft machen was sie wollen – Grenzen und Kosequenzen lernen sie oft erst in der Schule kennen.

    Ich bin mir sicher, dass Frl. Kriese sich den A*** aufreißt um den Kids Werte und Verantwortung einzubleuen und ganz ehrlich? Ich könnte ihren Job nicht machen!

    • RogueEconomist schreibt:

      Ich hab es schon vor mir: Eltern verklagen Lehrer wegen schlechtem Unterricht – Gegenklage! Lehrer verklagt Eltern wegen beschissener Erziehung – Lehrer bekommt Recht, Eltern müssen wegen beschissener Erziehung für zwei Jahre ins Arbeitslager von Katja Saalfrank. 😀

      • Patsy schreibt:

        …. und die Lehrer gleich mit :mrgreen:
        Nee, aber ernsthaft: Ich hab mal ne ganze Zeit lang in einen kleinen „gut betuchten“ Spielwarenladen gearbeitet – und ich war mehr als einmal absolut sprachlos. Ich bin selbst eher „locker“ erzogen worden, aber das war selbst mir dann ne ganze Ecke zu locker was so im Laden abging 😉

  14. Lakritze schreibt:

    Sind wir nicht alle ein bißchen Hänlein? (Wenn er gut ist, weiß er nächstes Mal mehr.)

  15. EDVler schreibt:

    Hätte der gute Hänlein doch wenigstens vorher ein bissl Bildungsfernsehen geguckt:

    SO stellt sich ein Schulfremder vorübergehender „Lehrkörper“ den Schülern vor, dann klappt das auch:

    (Gene „The Demon“ Simmons von KISS aus Rock School Season 2)
    hier noch ein weiterer Link, falls das mit dem Einbetten nicht klappt:

  16. Astrid schreibt:

    Zahlen lügen nicht!

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,521201,00.html

    Pisa-Ergebnisse

    Deutschland alle Schüler: 516 Punkte, Platz 13
    Deutschland, autochthon: 532 Punkte, Platz 4
    Deutschland, migrantisch: 439 Punkte, Platz 40!

    Migration als “Bereicherung”?

    • tibia schreibt:

      Da haben die autochthonen Deutschen ganz offensichtlich ordentlich versagt mit ihrer Einwanderungs- und Integrationsstrategie.

      • Scriberis schreibt:

        Irrtum, da haben wohl die Eltern von einigen Einwanderungsgruppen versagt. Ich meine nicht die Chinesen, Vietnamesen oder Polen…..Wer Bildung seinen Kindern nicht als Wert vermittelt, hat auf mittlere Sicht seine Kinder verloren.

  17. Lunocat schreibt:

    Hallo Fräulein Krise,

    der Artiekel über Ihren Blog ist heute bei Spiegel-Online erschienen: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,766989,00.html

    Liebe Grüße
    Lunocat

  18. Student schreibt:

    Sehr schöner Beitrag, der mich an meine Schule erinnert. Das Spiel mit dem falsch verstandenen Namen und albernen Zwischenfragen haben wir manchmal noch in der Abiturklasse gespielt:D

  19. Pusteblume schreibt:

    Hallo bin neu hier.
    Wie ist denn das, wenn Sie hier bspw Ihre Schüler oder Herr Hänlein zitieren – wahrscheinlich sind das dann Zitate aus der Erinnerung oder schreiben Sie immer mit?

  20. Scriberis schreibt:

    „Außerdem sind sie ‚geistlich’ noch nicht ganz in der Schule angekommen, denn das Wochenende war lang und hart und es gibt viel zu erzählen…..“

    Ich denke Sie waren „geistig“ noch nicht ganz da oder ?

    Wenn der gute Herr Hänlein das freiwillig macht, sollte er es lassen. Wenn weder der Lehrkörper noch die Schüler das Thema Bewerbung oder Details daraus für so wichtig erachten, ist Hopfen und Malz verloren.

    Wir machen (sehr erfolgreich) seit 3 Jahren am freien Wochenende Bewerbertraining für Gymnasiasten. Inzwischen ist das keine Muss-Veranstaltung mehr, sondern freiwillig.
    Wir hatten keine Lust unsere Zeit mit nicht vorbereiteten Schülern zu verplempern.

    Wenn den Schülern die Grundzüge des ordentlichen Miteinanders und vor allem Respekt gegenüber Dritten beigebracht wird, funktionieren solche Veranstaltungen auch. Da ist es egal ob die Schüler 14 oder 18 Jahre alt sind. Wenn Sie die Klasse ordentlich vorbereiten, nimmt auch jeder etwas daraus mit. Es ist nicht Aufgabe von Herrn Hänlein diese Grundzüge zu vermitteln. Wenn die lieben „Kleinen“ dann nirgendwo eine Ausbildung bekommen, macht die ARGE dann erstmal ein Bewerbertraining……..pardox in meinen Augen.

    • umblaettern schreibt:

      Du liest noch nicht lange mit, oder? „Geistlich“ steht ja nicht umsonst in Gänsefüßchen.

      Ich frage mich ja immer, wie Menschen sich das vorstellen … man geht in de Klasse, bringt den Schülern viel Wissen bei und dabei holt man noch so ganz nebenbei und taktisch gut versteckt jegliche Art des menschlichen Miteinanders nach, das – natürlich – auch ankommt, denn der einzige Einfluss, der zählt, ist der der Lehrkraft? Wenn man natürlich immer nur die Gymnasiasten nimmt, dann kann man sich gerne einreden, dass Schule so funktioniert. So vorm Abi hat man halt doch ein wenig mehr Vorstellung, wie das aussieht, aber als ICH in der 9. oder 10. Klasse war, hatte ich auch anderes im Kopf… da war so manche Einsicht ein langer Kampf (und manchmal einfach auch ein Erlebnis von „kräftig auf die Schnauze fliegen“).
      Und dann gibt es eben Leute, die trotzdem nicht aufgeben, und vor denen habe ich Hochachtung. Manche Kinder brauchen länger, manche müssen auch erst sehen, dass „irgendwie gehts schon“ halt eben doch nicht immer irgendwie geht. Paradox, dass man die dann nicht aufgibt? Schade, dass man sie scheinbar so leicht aufgeben möchte. Es handelt sich hier immernoch um 15/16/17-Jährige (zumindest zum Großteil). Und vielleicht sollten wir uns überlegen, wie wir in dem Alter waren und womit wir kämpfen mussten – und vielleicht auch noch den einen oder anderen Punkt hinzufügen, der uns Gott sei Dank erspart wurde oder blieb.
      Und so ungünstig Herr Hänlein angefangen hat, immerhin ist er immernoch da. Und irgendwas bleibt ja vielleicht doch hängen, wer weiß?

    • rotezora schreibt:

      …oh, er/sie hat das große Latinum, ich bin beeindruckt!
      Und er/sie kennt den Untersched zwischen „geistlich“ und „geistig“. Warum nennt man dann Spirituosen auch geistige Getränke, während Messwein kein geistliches Getränk ist, obwohl nur von katholischen Geistlichen konsumiert wird?
      Zur Sache: Woraus ist zu schließen, dass „weder der Lehrkörper noch die Schüler das Thema Bewerbung ,,, für so wichtig erachten“? Was den Lehrkörper betrifft, habe ich einen völlig anderen Eindruck. Für die Schüler ist der Prozess der Berufsfindung mit allerlei Ängsten besetzt, viele wissen, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade rosig sind, Was Wunder, dass sie schwer zu motivieren sind, vor allem, wenn sie jemand mit derart komplizierten, langen Sätzen zutextet wie Herr Hänlein. Da kriegen sie‘ s doch doch gerade nochmal auf’s Butterbrot geschmiert, dass sie nix raffen.
      „Wir machen …Bewerbertraining für Gymnysiasten“: Wer ist „Wir“? Und: Schon mal darüber nachgedacht, dass das Frustpotenzial bei Gymnasiasten erheblich niedriger sein könnte? Dass die Unterstützung durch das Elternhaus, der gesamte Background, die Perspektiven ganz anders aussehen könnten als bei vielen von Frl. Krises Schülern?
      Wer ist dafür verantwortlich, dass Schülern „die Grundzüge des ordentlichen Miteinanders und vor allem Respekt gegenüber Dritten beigebracht wird“? ( Warum eigentlich nicht gegenüber Zweiten bzw jedem anderen Menschen?) Frl Krise lebt m.E. genau das vor, nämlich jeden einzelnen ihrer Schüler in seiner Persönlichkeit wahrzunehmen und immer wieder Angebote zu machen. Regeln müssen natürlich auch sein, klar.
      So, jetzt soll’s genug sein, ich texte ja auch schon zu.

  21. Scriberis schreibt:

    „…oh, er/sie hat das große Latinum, ich bin beeindruckt! “ nicht nötig, kann man sich mit Fleiss erarbeiten
    „Und er/sie kennt den Untersched zwischen „geistlich“ und „geistig“. “ Ja den kennt er. Leider ist der Rest Ihrer Erläuterung dazu so schwach, dass ich leider sagen muss: 6 Thema verfehlt.

    Die Unterscheidung zwischen Brand und Geist resultiert aus der unterschiedlichen Art der Herstellung. Es hat nichts mit dem „Heiligen Geist“ zu tun, obwohl das Wort Spiritus aus dem Lateinischen kommt und Geist bedeutet. Messwein wird üblicherweise nicht nur von Priestern getrunken. Ein Besuch in der Kirche hilft und führt zur Erquickung des Geistes, ausser man trinkt zuviel von selbigem nach der Kirche.


    „Zur Sache: Woraus ist zu schließen, dass „weder der Lehrkörper noch die Schüler das Thema Bewerbung ,,, für so wichtig erachten“? “ Die Anwesenheit der Schüler im Unterricht zu diesem Thema.

    „Für die Schüler ist der Prozess der Berufsfindung mit allerlei Ängsten besetzt, viele wissen, dass ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade rosig sind, “ Dann nutze ich jede Gelegenheit etwas daran zu ändern, wenn ich denn will.


    „„Wir machen …Bewerbertraining für Gymnysiasten“: Wer ist „Wir“? Und: Schon mal darüber nachgedacht, dass das Frustpotenzial bei Gymnasiasten erheblich niedriger sein könnte? “

    Wir sind Eltern, die sich freiwillig für das Projekt gemeldet haben und z.B. nächsten Samstag 6 Stunden Bewerbungsgespräche und Feedbackrunden machen, während Sie gemütlich nix tun.

    Nein das Frustpotential ist genauso hoch. Auch dort gibt es Unsicherheiten, Erwartungshaltungen, Frust, Existenzängste usw. usw. Für diese Schüler ist H4 allerdings kein Ziel sonder der Horror schlechthin.

    „Wer ist dafür verantwortlich, dass Schülern „die Grundzüge des ordentlichen Miteinanders und vor allem Respekt gegenüber Dritten beigebracht wird“? “ Primär die Eltern und wenn diese es nicht leisten eben das Lehrpersonal. Auch wenn die Schule nicht der Reparaturbetrieb des Elternhauses ist, kann man dort trotzdem Respekt erlernen.

    „( Warum eigentlich nicht gegenüber Zweiten bzw jedem anderen Menschen?)“ Den tieferen Teil der deutschen Sprache kann ich Ihnen leider nicht erläutern, das würde den Rahmen sprengen.

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