Pfingstliche Erleuchtungen?

„Das kann doch nich sein! Fahrräder! Hier stellt man doch keine Fahrräder ab! Hier haben noch nie Fahrräder gestanden! Wer stellt denn hier Fahrräder ab? Wo kommen wir denn dahin, wenn hier jeder seine Fahrräder abstellt! Wo er will!! Na ja , ich sags ja…heutzutage macht einfach jeder, was er will, aber keine Rücksicht…“ So geht das weiter und weiter.
Frau Herz und ich gucken uns bedeutsam an – na gut, die drei Fahrräder stehen ein bisschen doof so direkt neben dem Zugang zum Bootssteg, aber muss man deshalb so ein Gewese machen…? Sie versperren ja nicht mal den Weg…!

Die dicke alte Frau, auf ihren Rollator gestützt, schimpft und schimpft und schimpft, während der Gemahl, der deutlich fitter als sie erscheint, beflissen einen Tisch und einen Stuhl für Madame organisiert und beides genau vor die Fahrräder plaziert.
Toll, jetzt sitzen die auch noch neben uns…!

Frau Herz und ich lungern schon seit anderthalb Stunden vor diesem Bootssteg herum – wir wussten die genauen Abfahrtszeiten nicht, deshalb sind wir viel zu früh hergekommen.
Aber was solls! Die Sonne scheint, die Wellen plätschern, es ist noch halbwegs leer und wir möchten in Ruhe ein Käffchen schlürfen, bevor unsere dreistündige Bootstour losgeht.
In Ruhe! Ist ja Feiertag und man will sich erholen….
Aber die Olle hört gar nicht mehr auf! Alle Leute gucken schon und grinsen!
Der Gemahl schleift jetzt noch einen zweiten Stuhl herbei und verschwindet dann gleich wieder in Richtung Kaffeebude. Madame hat sich schnaufend niedergelassen, ihre Kniestümpfe runtergerollt und ihr linkes Bein plus Fuß und Schuh (!) auf den leeren Stuhl gehievt. Sie packt Kaffeestückchen aus und macht die obersten zwei Blusenknöpfe auf. Sie ist total braun, wahrscheinlich ist das hier ihr Stammplatz, an dem sie den ganzen Sommer sitzt und das ist schon extrem ärgerlich, wenn da einfach auch noch drei Fahrräder stehen…
„Unerhört! Sowas hätt’s früher nich gegeben! Aber ist ja heute alles erlaubt! Interessiert ja keinen….!“ Und weiter geht die Schimpfkanonade….
Frau Herz und ich müssen schon nervös kichern und ich frage halblaut, ob Alter eigentlich ein Freifahrtschein für schlechtes Benehmen sein dürfe?
„Je oller, je doller!“ sagt Frau Herz. Sie ist noch ein bisschen verbittert, weil die Frau an der Kasse sie vorhin, ohne groß hinzugucken, gefragt hat: „Ermäßigung oder normal?“
„Wie Ermäßigung?“ hat Frau Herz zurück gefragt und die Kassenfrau hat gesagt: „Rentnerin?“
Erst dann hat sie Frau Herz richtig in Augenschein genommen und gesagt: „Ach Entschuldigung! Aber die Rentner sehen ja heute alle so jung aus, da frag ich lieber!“
„Das wär ja noch schöner!“ hat Frau Herz gesagt, die sich gerade vorher in der Bahn lang und breit darüber ausgelassen hatte, dass sie noch sooo viele Jahre arbeiten müsse, obwohl sie im Moment oft gar keine Lust mehr dazu habe – und den vollen Betrag hingelegt.
Ich kriegte natürlich einen mittleren Lachkrampf und wurde deshalb von Frau Herz in aller Form gerügt.

Da nahen die Besitzer der Fahrräder.
Drei Männer, zwei junge und ein älterer .
Etwas umständlich müsen sie ihre Räder nun hinter Madames Rücken herauszerren, während diese zu Hochform aufläuft und ihr Gekeife in schrille Dissonanzen übergeht.

Die Männer sagen gar nichts, bleiben aber vor ihr stehen und gucken sie ungläubig an… Nun kommt auch noch der Gemahl mit zwei Kaffeebechern um die Ecke und schimpft im Convoi mit.
Einer der jungen Männer schüttelt den Kopf, fixiert dann die beiden und sagt ganz erstaunt und ruhig: „Mensch, seid ihr blöd!“
Der ältere Mann sagt: „Blockwart eins und Blockwart zwei!“

Frau Herz und ich können uns kaum noch halten, dummerweise kommt aber gerade unser Boot und wir müssen uns losreißen. Umsonst, wie sich bald herausstellt.
Der Kartenabreißer schreit mich an: „Sie sind am falschen Steg, junge Frau, ihr Boot fährt dahinten ab.“ (Ich hasse das, wenn man mich junge Frau nennt!)
Tatsächlich, dahinten fährt unser Bootchen gerade aus dem Hafen heraus.
Frau Herz und mich kann jetzt aber nichts mehr erschüttern. Wir müssen einfach
n o ch eine Stunde warten, bis das nächste Schiff geht. Wir tauschen die Tickets um, bummeln zum richtigen Steg, trinken noch mehrere Kaffees und beobachten das nun zahlreich flanierende Publikum.

Ich mochte hier nichts Schlechtes sagen. Frau Herz und ich sind auch keine Schönheitsköniginnen und sicher gibt es auch jede Menge besser und geschmackvoller angezogene Frauen, als wir es sind, aber was wir in dieser Stunde für rein deutsche Hässlichkeiten beobachten durften….nee, Leute! Da loben wir uns doch unsere bildhübschen und meist gut angezogenen Mädchen in der Schule!
Herr Sarrazin! Mit denen wird sich Deutschland nicht abschaffen, aber auf jeden Fall deutlich verschönen!!!

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39 Antworten zu Pfingstliche Erleuchtungen?

  1. mayarosa schreibt:

    Grins. Solchen Menschen sind wir heute auch begegnet. Eine Frau blaffte mich an, weil ich freundlich sagte „Dürfen wir bitte vorbei“ – ihr Sprössling stand mitten im Weg und kam nicht von alleine drauf, zur Seite zu gehen, als da Passanten (wir) mit unseren Rädern kamen. Ein anderer – älterer Herr – maßregelte mich, als ich mich auf der linken Seite des Weges ausrollen ließ, um anzuhalten und Fotos zu schießen – ich solle gefälligst rechts fahren – er hatte drei Meter Platz auszuweichen und hätte mich lieber fast umgefahren … naja, es gibt halt Menschen, die sehr unglücklich sind. Und das muss raus. Eine Gelegenheit den Frust abzulassen findet sich immer. Wir ließen uns nicht beirren und hatten einen sehr entspannten Pfingstsonntag am Rheinstrand.

  2. puzzle schreibt:

    Bootsstege scheinen ein besonderes Biotop zu sein.

  3. krizzydings schreibt:

    herzliche krisenerlebnisse vom feinsten! 😉
    übrigens hab ich gestern von meiner verrückten physiklehrerintante erfahren, dass die jetzt nächstes jahr schon in Rente gehen darf…sie ist 47 und ist wahrscheinlich noch die jüngste im kollegium…können sie ja frau herz mit besten gruße ausrichten, dass sie da bessere rentenaussichten gehabt hätte, wäre sie in die sowjetunion ausgewandert 😉

    bestimmt bin ich heute ziemlich anstrengend mit meiner ganzen kommentiererei 😄 naja schönen abend noch…

  4. Olaf schreibt:

    Eine Bootstour… Eine s.e.h.r schöne Idee.
    Trösten Sie sich, was das Rollatorgirl angeht, und seien Sie froh, daß die Gute nicht noch eine kleine Maschinenkanone am Rollator hatte – das wäre das Modell „militant-city BMK“, wird geliefert als geländegängig mit Hupe, Nervradar, Lautsprecheranlage, Videokamera zur Beweissicherung und weiterem Zubehör. Man weiß ja nie.
    Es gibt Leute, denen könnten Sie einen großen Goldbarren schenken, die würden noch meckern, wie schwer das Scheißding ist. Deren Spirale dreht sich einfach in einer ungünstigen Richtung. „Alles ist Sch…“ lautet die Eröffnung und dann kommt das Echo. Und das Weltbild ist bestätigt. Dann noch der passende Typ dazu und das ganze wird selbstreferentiell und jede Verlautbarung vorhersagbar.
    Und daß Sie keine Schönheitskönigin sind, kann ich nicht glauben. Will ich einfach nicht. 😉

    • frlkrise schreibt:

      Ja, und die Überllaunigkeit hat, glaube ich, vorrangig nichts mit dem Alter zu tun…bestimmt sind solche Leute schon in jungen Jahren ziemlich unausstehlich!

      • Olaf schreibt:

        Ja, das könnte so sein – in jungen Jahren läuft es aber wohl noch anders als es dann später sich darstellt. Am Anfang ist alles meist sehr anspruchsvoll (das ist nicht unbedingt dasselbe wie Niveau), dann wird der „Anspruch“ jahrelang frustriert und irgendwann wird es dann selbstnervig, wenn es an Gelassenheit mangelt.
        That’s the way the cooky crumbles (so Herr Tom Waits, oft sehr hilfreich in bösen Lebenslagen).
        Da ist in diesem Land für die nächsten Jahre flächendeckend vermutlich noch eine Menge Potential. Zugleich hat Leiden oft zu großer Literatur, Musik und Kunst geführt. Vielleicht hilft dazu auch eine kabarettistische Betrachtung der Dinge. Meistens hilft es, das ganze Geschehen des Lebens als Parodie zu betrachten – eine gelungene Parodie auf das, was es eigentlich werden sollte.
        Und Altwerden muß auch nicht immer „Spaß“ machen, Freude reicht oft schon aus.

      • Topi schreibt:

        Richtig, diese Einstellungen sind altersunabhängig, unzufrieden, neidisch.

    • RogueEconomist schreibt:

      Ich habe mich ja schonmal gefragt, ob dieses Verhalten „typisch deutsch“ ist. Dieses jammern über das Gewicht wenn man den Leuten Goldbarren schenkt oder das jammern über das Sommerwetter. Beim Thema Wetter könnte ich auch jedes Mal aus der Haut fahren wenn ich im Oktober überall das „Hachja, es regnet. Wir hatten ja auch gar keinen richtigen Sommer“ höre und man eigentlich von Mitte Mai bis Mitte September im Schnitt fast immer über 20 Grad hatte… Schrecklich. Aber wenn man sonst nichts zu tun hat, dann bleibt ja noch das meckern…
      Und das mit der Schönheitskönigin… Da schliesse ich mich Olaf an. Sie sind einfach eine wunderbare Frau 😉

      • das Onlein schreibt:

        Genau! Wahre Schönheit kommt von innen! 🙂
        Hatte übrigens ein sehr ähnliches Fahrrad-Pfingsterlebnis, nur in einer Regionalbahn. Da versperrten zwei Radfahrer den Gang, weil die Stellplätze längst überfüllt waren. War ja auch ein tolles Radelwetter! Bis auf die umliegenden acht Mitfahrer, denen die freundlichen Radfahrer bei Bedarf immer schnell Platz machten, wurde auch niemand behindert. Aber ein altes Ehepaar hat sich schimpfend in den kräftigen Damen- bzw. schütteren Herrenbart gemurmelt: „Unverschämtheit! Wo kommen wir denn da hin! Unmöglich! Die sollen doch nach Haus schieben! Man müsste mal richtig für Ordnung sorgen! Ich geh jetzt gleich zum Schaffner, der soll die gleich bei der nächsten Station rausschmeißen! Aber heutzutage gibts ja gar keine Schaffner mehr in der Bummelbahn! ………….“
        Voilà Blockwart drei und vier.

      • Topi schreibt:

        Und die Schönheit ist relativ ( im Auge des Betrachters ) und kommt, habe ich gelernt,von innen heraus. Klingt wie bla bla beim Lesen, stelle ich fest, aber so isset. Keine glatten Gesichter a la Klum ( z. B. ) etc.

  5. Nicole schreibt:

    *lach* Ich hatte gestern die Freude auf einem Fest zu beobachten, was für skurille Wesen die Erde bevölkern.In allen Formen und Farben…*autsch*

  6. ahornproduction schreibt:

    Das ist aber wirklich so! Die älteren Leute haben schon was gegen einen auf Grund der Tatsache, dass man jung ist. In der Bahn saß ich neulich auf dem Behindertenplatz, da kam ein älterer Herr an, er war noch sehr fit und stabil war nur etwas altmodisch gekleidet und schnautz mich an, dass ich doch gefälligst aufstehen solle, denn das sei ein Behindertenplatz. Ich blieb sitzen und sagte, „Ich sehe nicht, dass sie in irgendeinerweise behindert sind und nicht auch stehen könnten. Wenn sie mich lieb und nett gefragt hätten, hätte ich Ihnen den Platz überlassen aber so nicht!“ Da hat er doof geguckt und ist lauthals zum Fahrer „gesprintet“ und hat sich beschwert. Dieser meinte dann, er solle sich doch, wenn er jetzt sowieso schon so weit gelaufen sei, auf einen anderen freien Platz setzen! Was er dann lauthals fluchend auch tat! =D

    • frlkrise schreibt:

      Altwerden macht aber auch keinen Spaß…..!

      • puzzle schreibt:

        … vor allem nicht einer Generation, die erziehungsbedingt in sich hat, daß man dann mehr recht hätte als in der Jugend – sie haben darauf gewartet und werden alle so bitter enttäuscht.

    • mayarosa schreibt:

      Zitat: „Die älteren Leute haben schon was gegen einen auf Grund der Tatsache, dass man jung ist.“ – Was ist denn das für ein Vorurteil? Wenn du, liebe/r ahornproduction mit dieser Haltung durch die Welt läufst, brauchst du dich nicht wundern, wenn du mit älteren Menschen aneinandergerätst. Du forderst es quasi heraus.
      Ob jemand verbiestert, frustriert, egozentrisch oder unverschämt ist, hat nichts mit dem Alter, dem Geschlecht, der Herkunft oder der Hautfarbe zu tun. Solche Leute gibt es in allen Formen und Farben und jeden Alters (Säuglinge vielleicht mal ausgenommen). Und unter allen Menschengruppen gibt es gelassene, freundliche, höfliche, rücksichtsvolle Menschen.
      Ich habe gemerkt: Wenn ich mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Welt laufe, begegnent mir wesentlich seltener solche „Störenfriede“ – viele Menschen lächeln einfach zurück. Das entspannt.

      • tibia schreibt:

        Irgendwo stimmt’s aber schon. Ich hatte eine Zeitlang schlimme Knieprobleme und musste insgesamt bestimmt ein halbes Jahr auf zwei Krücken durch die Gegend laufen. In der Zeit musste ich leider feststellen dass es auf der Welt nichts rücksichtsloseres gibt als alte Leute. Drängeln sich an der Bushaltestelle ohne Rücksicht auf Verluste vor und kicken einem dabei gnadenlos die Krücken weg, lassen einen nicht aus dem Bus aussteigen (sie müssen ja zuerst rein), schubsen einen im Bus fast um, etc.pp. Dass so ein rüstiger Rentner einer quasi Einbeinigen im Bus mal einen Platz anbieten würde, darauf kann man bis zum Sankt Nimmerleinstag warten.

  7. ska schreibt:

    Ich vermute auch, der Alten konnte man nichts rechtmachen. Die Fahrräder waren ein gefundenes Fressen.

    Schön finde ich aber auch, „wie man es macht, macht man es falsch.“ Zum Beispiel beim Radfahren auf breiten Wanderwegen, die auch Radfahrer nutzen dürfen. Klingel ich einmal hinter gewissen Spaziergängern, heißt es, „Erschrecken Sie mich nicht so, Sie glauben wohl, Ihnen gehört die ganze Welt“. Komme ich defensiv leise angeradelt, ohne die aufdringliche Klingel zu bemühen, werde ich angepflaumt, „Erschrecken Sie mich doch nicht so, benutzen Sie doch Ihre Klingel!/Haben Sie keine Klingel?“

    • Gast Nummer 02357 schreibt:

      @ska

      Klar, auf BREITEN Wanderwegen, die auch Radfahrer nutzen können, kann man sich durchaus arrangieren und da sind die „gewissen Spaziergänger“ eindeutig notorische Meckerer, wobei ich zugeben muß, daß wenn ich mich als Fußgänger auf solch sicherem Gelände befinde, ich in durchaus auch in beiden Fällen (mit und ohne Klingeln) erschrecken kann.
      Allerdings verhält es sich auf zum beispiel städtischen, schmalen Bürgersteigen, die Radfahrer NICHT nutzen sollten, ein wenig anders. Da werde ich, oder andere, ungeduldig von hinten angebimmelt, ohne die Chance zu haben, irgendwohin auszuweichen, außer auf die vielbefaherene Straße neben mir, um mich von einem PKW überfahren zu lassen. Leider ist die Aggressivität von Radfahrern gegenüber dem „Fußvolk“ in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ich bin auch einmal umgenietet worden und hatte schwere Prellungen und Hämatome am linken Oberarm. Der Radfahrer ist einfach weitergefahren.
      Übrigens gehöre ich nicht zur Rentnergeneration…

      • ska schreibt:

        >>Leider ist die Aggressivität von Radfahrern gegenüber dem „Fußvolk“ in den letzten Jahren deutlich gestiegen<<

        Das kann durchaus sein …
        dann aber vermutlich nicht, weil man Radfahrer ist, sondern weil die Aggressivität unter Menschen in unserer Lebensgemeinschaft namens BR Deutschland insgesamt gestiegen ist. Allgemeiner Verfall der Sitten und Werte, des Anstands und Benimms wären da gern genommene Begriffe. Mir fehlen die Zahlen (ich bin nämlich noch nicht 1x umgefahren worden), aber auch der Glaube, dass falls die Aggressivität zugenommen haben sollte, dann nur Radfahrer davon betroffen wären .-)

      • Gast Nummer 02357 schreibt:

        „weil die Aggressivität unter Menschen in unserer Lebensgemeinschaft namens BR Deutschland insgesamt gestiegen ist. Allgemeiner Verfall der Sitten und Werte, des Anstands und Benimms wären da gern genommene Begriffe.“

        Dem kann ich nicht unbedingt widersprechen.

        Ich bin kein Wissenschaftler, schon gar kein Statistiker. Mit Zahlen kann ich nicht dienen. Neben den eigenen Erlebnissen kann ich nur noch darauf verweisen, daß das Problem mit Radlern besonders in den Städten in Medien gefeatured wurde, was früher eher weniger ein Thema war. Nur bin ich seit immer schon Fußgänger, weil ich – falls zeitlich möglich – auch längere Distanzen zu Fuß abschreite und auf etwa ein Auto verzichte. Daher beobachte ioch diese Tendenzen, die eher schleichend daher kommen. Vielleicht liegt es auch daran, daß Fahrräder früher eher einfacher konstruiert waren, während es heute immer mehr teure Hochleistungsmaschinen sind, und somit zu vermeintlichen Hochleistungen stimulieren.

        Wie auch immer, sehe ich nicht unbedingt ein, warum ich mich vors Auto schmeißen sollte, wenn ein erwachsener ungeduldiger Radfahrer hinter mir auf schmalen Gehwegen in der Stadt seinen Daumen an der Klingel wundreibt.

        Ich wollte lediglich Ihren Kommentar ein wenig relativieren, weil ich für beide Reaktionen für von hinten kommende Fahrräder unter bestimmten Bedingungen Verständnis habe. Fußgänger haben keine Rücksspiegel!

  8. Bouquinesse schreibt:

    Ich teile die hier festgestellten Episoden und geb meinen Senf auch noch hinzu:
    Im Rewe, an der Kasse. Vor mir eine ältere Dame, die als ich mich anstellte, auf einen jungen Asiaten einschipfte, wie er sich denn nur vordrängeln könne, das mache man nicht, kein Respekt vor älteren Leuten etc. Er war sichtlich geknickt und sagte leise: „Aber ich will doch nur vor, weil ich etwas vergessen habe…“ und sah sich hilfesuchend um. Seine Freundin (!!!) stand vor der Seniorin am Band.
    Letzlich ist er dann an der Nebenkasse durch und vorne rum. Die ältere Dame hat das nicht wirklich gestört, dass sie im Unrecht war…

  9. Feli schreibt:

    Achja, Alter ist DER Freibrief für alles.
    Letztens saß ich im Bus und habe Englisch gelernt, und wie man das halt so macht, habe ich hochgeschaut und ca. 1,5 Sekunden in das Gesicht der alten, mir gegenübersitzenden Frau, woraufhin diese mich sofort anblaffte: „Was schaut du mich jetzt so blöd an, du dummes Gör?!“

    • topas schreibt:

      Antwort: „Och nichts weiter, ich wollte nur mal schauen wie man aussieht, wenn der Sensenmann quasi schon vor der Tür steht“ Natürlich ruhig und sachlich vorgetragen 😉

  10. Lulu schreibt:

    Ja, die Jugend ist ja so schlimm… . Hier sind auch die Alten am unfreundlichsten. Seit sie von einer auf dem Bürgersteig radelnden „Oma“ nicht nur angefahren, sondern auch noch angemotzt wurde, macht unsere Kleine einen Riesenbogen um jede Frau jenseits der 60, die sich mit dem Fahrrad bewegt. Die lange Narbe am Bein wird sie wohl auch noch einige Zeit daran erinnern.

  11. puzzle schreibt:

    Ich hätte da mal einen Link für alle, die gerade ein Seniorenproblem haben:
    ein Vorbild, wie es sein könnte, wie es ist, wie manche es aber auch nicht sehen wollen, die noch einen weiten Weg bis dahin haben, bis sie entweder so oder so werden. > http://mymomsblog.blogspot.com/

  12. johenna schreibt:

    Sehr gelungen 😀 habe viel, viel gelacht!

  13. Paddy-o schreibt:

    Was sind denn ‚Kaffeestückchen‘ ?
    Kuchen?
    Stullen?
    Oder sonst etwas, das man als Mittzwanziger Rheinländer eigentlich unbedingt kennen sollte? 😉

  14. andrea schreibt:

    Sehr sehr gut geschrieben, obwohl mir die Radfahrer wirklich leid tun 😉
    Naja, ich glaub, es gibt solche und solche, nur leider erinnert man sich eher an die negativen Sachen als an die positiven. Ich werde zum Beispiel auch nie vergessen, wie ich fast ausgeflippt bin, weil mir eine Rentnerin auf dem Radstreifen entgegengelaufen kam (daneben gibts nen breiten Fußgängerstreifen) und auch partout nicht ausweichen wollte, sodass ich am Ende über die Grünfläche fahren musste … Aber dann gibts auch die nette Oma in meinem Block, mit der man vorzüglich über das Wetter reden kann 🙂

  15. Es gibt halt solche Leute, und es wird sie immer geben. Die ärgern sich auch über die brühmte Fliege an der Wand – und wehe, es ist gerade keine da. Dann geht es erst richtig zur Sache. Wichtig ist, und da spreche ich jetzt nur für mich, sich dadurch nicht die eigene Laune verderben zu lassen. Und es nicht nur am Alter festzumachen. Es gibt durchaus sehr junge Griegrame! Da mag ich mir lieber nicht vorstellen wie die noch zulegen können.
    Übrigens eine gute Idee: Bootstour stand schon lange nicht mehr auf dem Programm.

  16. oxypelagius schreibt:

    Liebe Leute,
    wir müssen aufpassen! Wir werden alle so! Mehr oder weniger. Kürzlich nervten mich diese subtilen abgehackten Zischlaute aus dem überdrehten MP3_Player eines jungen U-Bahn-Mitfahrers. Es war nicht wirklich laut, aber dem Jungen muss es das Trommelfell weggeblasen haben. Ich sagte sanft in seine Seite knuffend: “ Mach das Ding leiser! Das nervt!“- “ Reg Dich ab alter Sack!“ war die Anwort, “ schalt einfach Dein Hörgerät aus!“ Ich war so baff, daß ich schwieg. Erstens bin ich knapp 55 mit bestem fliegerärztlich getesteten Gehör UND ZWEITENS KEIN ALTER SACK. Aber so konfliktscheu, daß ich mich weggesetzt habe. GRRR. Warum habe ich der Rotznase keine reingesemmelt? Von wegen alter Sack!! :-)) Wir sind doch den Jugendlichen nur neidisch, wünschen uns unser Wissen und ihre Jugend Saft und Kraft… DAs nächste Mal haue ich ihm soooo eine rein…. ne oder?

    • frlkrise schreibt:

      Niemals…..!
      Cool bleiben und immer dran denken: Mit 55 braucht DER Typ Hörgeräte auf BEIDEN Ohren….wahrscheinlich früher…

      • Matthias schreibt:

        Sicher braucht der schon eher Hörgeräte.
        Das Problem wird nur sein, dass er die von dem Geld bezahlt bekommt, welches man dann bei dem jetzt schon „alten Sack“ einspart (also wenn überhaupt noch Medikamente oder Prothesen, dann nur Chinaware vom Discounter) weil die Kassen ja leider, leider leer sind.

      • Topi schreibt:

        Na dann wird der Beruf des Hörgeräteakustikers einwe mit Zukunft sein.

  17. Pingback: Die Macht der Gedanken « Mayarosasweblog

  18. Berliner schreibt:

    „Schöne Mädchen“ die rauchen bestimmt, kiffen und strecken den Popo heraus! Kenn ich alles …

  19. Thomas Pirjevec schreibt:

    Diese pfingstlichen Erleuchtungen kann man auch im Supermarkt haben, anderer Schauplatz, die gleichen Teilnahmer: Aparte Leggings, Gesundheitssandalen, gepflegte Füße ( nicht wirklich )

  20. Topi schreibt:

    Gibt es diese Schilderungen auch in Buchform?

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