Wir gehen müze…

„Das kann ich auch!“ Nesrin guckt mit Verachtung  auf die Werke des modernen Künstlers, dessen Ausstellung wir besuchen. Große Bilder mit locker hingeworfenen, sehr bunten Figuren  (aber jeder Strich sitzt da, wo er hingehört!) – voll einfach, kann doch jeder!
„Was ist das für Kunst!“ sagt Aynur „Da malt Frl.Krise ja sogar besser!“

Die beiden Museumspädagogen geben sich alle Mühe, sie versuchen auf unsere Schüler einzugehen, aber sie treffen nicht ganz die Ebene, außerdem reden sie zu lange und mit zu vielen Fremdwörtern. Trotzdem geht die Führung ganz gut über die Bühne. Zwar sind einige offen gelangweilt und desinteressiert, dafür diskutieren die anderen um so lauter und niemand fällt aus der Rolle.
Am Ende hocken alle vor einem großen Bildschirm und sehen sich Filmmaterial von und über unseren Künstler an.
Vallah, der ist schwul und hatte sogar mal ein Kleid an! Voll krank das! Außerdem rennt er durch die Stadt und hat sehr komische Leute bei sich. Wie die aussehen! Zwei Männer küssen sich! Voll haram. Die sind auch schwul, die Spasten, und bestimmt auch voll Künstler.
„Aber solche Leute sieht man doch in unserem Bezirk andauernd,“…werfe ich ein.
Niemals! Und dann schmeißt sich der eine auf den Boden, pervers, der andere springt in einem Abrisshaus herum, echt krass, und klatscht Farbe an die Hauswand. Tschüüüüsch! Voll verrückt, voll die Künstlers! Was die machen, nicht normal, die sind behindert, ich schwör’….

Plötzlich bleibt eine Besucherin neben uns stehen, sie ist vielleicht Mitte vierzig, groß, schlank, gut angezogen und sieht mich aggressiv an. Ich fühle mich gar nicht gemeint und gucke harmlos zurück.
„Erziehen Sie mal Ihre Schüler zu weltoffenen Menschen!“ schnauzt sie mich an.
Mir fällt alles aus dem Gesicht…Was denkt die eigentlich, was ich den lieben langen Tag so mache?????
„Deshalb sind die Schüler ja auch hier,“ sagt die Museumsfrau taktisch klug. Ich schiebe mich vorsichtshalber zwischen die Frau und meine Schüler, die aufgeschreckt sind und sich und mich und die Frau anstarren. Zum Glück haben sie nicht kapiert, was die gesagt hat und Gott sei Dank geht sie nun auch mit wackelndem Kopf weiter. Sogar von hinten strahlt sie noch Empörung aus. ….
Das ist das Problem, denke ich….wie soll man Schüler weltoffen erziehen, wenn man überall aneckt! Deshalb gehen wir eher ungern aus der Schule raus, weil es eigentlich immer Ärger und Stress mit denen gibt , die nicht besonders weltoffen auf UNS reagieren…!

Dann entern wir die Werkstatt und werden selbst aktiv, im Stil des Malers …
Voll einfach, sollte man denken, aber dem ist nicht so. Locker flockig zu Musik einen Menschen in einer bestimmten Pose aufs Papier werfen, ist ganz schön schwer.
Außerdem auch noch im STEHEN!
Das geht gar nicht. Voll die Zumutung.
Alle stöhnen und klagen, Rücken, Fuß, Kopf, Bauch, Knie…alles schmerzt schon nach zehn Minuten und das stört die künstlerische Gestaltungsbereitschaft erheblich.
Irgendwann brechen die Museumspädagogen ein und erlauben, dass Stühle an die Tische gestellt werden.

Die gemalten Ergebnisse sind gar nicht sooo übel. Die Pädagogen sind hellauf begeistert.

Karl und ich bleiben in unserer Begeisterung deutlich  zurückhaltender, denn wir beobachten, wie mit der zunehmenden gewünschten Lockerheit im Ellenbogen- und Handgelenk auch eine weniger gewünschte Lockerung der Sitten einher geht .

Man bedient sich z. B. unauffällig an den offenen Regalen und fesselt mal kurz Laura mit Kabelbindern, schreit sich mit vielen ‚Vallahs’ und ‚Hässlichkeiten’ an und hört den beiden Museumspäddagogen in keiner Weise mehr zu.
Ich erlaube mir einzugreifen und stelle kurzfristig wieder eine halbwegs normale Siuation her. Aber die Luft ist raus. Wir machen Schluss, etwas zu früh, aber besser so, finden die Pädagogen. Naja….
In der Schlussrunde kommt dann alles vor, von: „Hat voll Spaß gemacht“ bis: „Hat mich nicht interessiert.“ „Immer noch besser als Schule,“ sagt Ali und zwinkert mir zu.

Als alle weg sind, gucken uns die beiden Museumsleute entgeistert an. Seit sechs Jahren machen sie den Job, aber so eine Klasse hatten sie bisher noch nicht…!

„Mit solchen Klassen geht man auch normalerweise nicht Museum, äh, ins Museum!“ sage ich. „Wir haben uns auch erst jetzt  getraut, nachdem die wirklich schwierigen Schüler nicht mehr in  unserer Klasse sind. Und es war ja immer noch grenzwertig.“

Die Beiden schütteln immer noch den Kopf, nein, wirklich…eine fremde Welt!

Die Meister hatten dieses Problem nicht, denke ich, die kennen diese Klientel.

Aber eins steht fest: Jetzt heißt es dranbleiben.
Wo ist der Theaterkalender, wer veranstaltete nochmal diesen Lyrikwettbewerb  und wann und wo gibts den nächsten Kunstworkshop?

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65 Antworten zu Wir gehen müze…

  1. puzzle schreibt:

    ja! das ist die richtige Einstellung – hinein in die Enklaven, die sich für progressiv halten; dies ist – auf gehobener Ebene – dasselbe Phänomen wie das Irritieren der Strassenkünstler. Mir gefällt’s.
    Ihnen wünsche ich die Energie, sich und den Schülern weitere solche Exkursionen zu gönnen: die tun womöglich unerwarteterweise allen gut. Hurz.

  2. Bei uns in Bremen ist am 9.6 ein Workshop zum Thema „Das hätte meine Oma auch gekonnt.“ Sie können sich und Ihre Schüler ja zu uns herbeamen und klären, warum es so natürlich ist, dass die eigene Oma (oder eben Nesrin) das auch gekonnt hätte . 🙂
    http://www.fb9.uni-bremen.de/deutsch/aktuelles/aktuelles-einzelansicht.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1748&tx_ttnews%5BbackPid%5D=1201&cHash=e25f5bcf3b

  3. theomix schreibt:

    Ich warte die ganze Zeit auf die Kopfbedeckung. Nach einigem Stutzen ziehe ich Google Übersetzer zu Hilfe.
    Ach so, ja, logisch.
    Kultur wird Kult, nur Geduld, Frl. Krise.

  4. tanteepa schreibt:

    Wenn Sie da mal Ihre Klasse nicht unterschätzen…
    Ich war in einer ländlichen Realschulklasse ohne auch nur einen Immigranten und unsere Klasse war genauso chaotisch. Ins Museum gingen meist nur die Lehrer, die Schüler ruhten sich meist draussen auf dem Rasen neben dem „Betreten verboten“-Schild aus. Berufe kennenlernen hatten wir an einem Tag. Kfzler, Maurer und Dachdecker waren total langweilig, nur der Bäcker war voll cool weil wir Plätzchen ausstechen und Brezeln aus Teig formen durften. Na ja halt eine kindische, niveaulose Klasse – ähnlich wie Ihre 😉
    Und dann kam unser großer Auftritt, als wir mit mehreren Klassen der Schule in ein Musical fuhren. Aufgebrezelt in Anzügen und edlen Kleidern als würden wir zur Gala gehen waren wir die edelste Klasse von allen und benommen haben wir uns ganz vorbildlich. Mann war unsere Lehrerin stolz auf uns. So ne tolle und kulturinteressierte Klasse hatte sie ja noch nie!

  5. Ulla 39 schreibt:

    Müze gehen ist sehr gut! Vielleicht gibt’s eines mit Objekten o.ä. aus einem der Länder, aus denen die Kinder/Eltern/Großeltern stammen? Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht; die Jugendlichen waren beeindruckt, daß Dinge aus „ihrem“ Land hier ausgestellt werden und deutsche Wurzeldeutsche hingehen. Sie waren irgendwie stolz.

    • krizzydings schreibt:

      …ich empfehle da das “Pergament“-Müseüm 😉

      • frlkrise schreibt:

        islamische Museum …in Berlin…aber sind wir in Berlin?

      • krizzydings schreibt:

        (eine anmerkung nachdem ich die antwort geschrieben habe: ich erwarte selbstverständlich nicht , dass Sie das veröffentlichen :-P…woooobei kenntnisnahme von der kenntnisnahme wär aber irgendwie cool)

        wieso ich auch noch ein berliner museum vorgeschlagen habe?

        hast du blumenladen von holländer in berlin 😉 (ich muss erwähnen dass ich frau freitags blog lese-ihren hab ich in ein paar tagen durchgehabt …bei ihrer freundin bin ich im april 2010 stecken und das wird auch ersteinmal nicht so dynamisch verlaufen…man munkelt, dass es nicht schaden soll, wenn man gelegentlich was für die uni tut…

        wo war ich stehen geblieben…achja wenn man mehrere beiträge am stück liest und das auch über einen längeren zeitraum…ausserdem ziemlich neugierig und anfällig für schlussfolgerungen ist , dann fallen einfach viele dinge auf…und wenn man aus hamburg kommt dann sprechen halt auch kleine infos dagegen,dass die große stadt mit hohem migrantenanteil in norddeutschland in der nähe vom heidepark nicht die eigene sein kann… einem bayer würde manches vlt auffallen…ich könnte auch viele andere gründe aufzählen,dann wäre meine vermutung ein wenig plausibeler und nachvollziebarer…

      • krizzydings schreibt:

        wenn sie in norddeutschland leben, kann man ja mal einen ausflug machen…wir waren mit fast der hälfte unserer oberstufe (100 Leute mit 2 lehrern) im bundestag …(gut ich habe dank hitzeschlag vor allem nur die toiletten in erinnerung)…aber berlin ist immer zu irgendwas zu gebrauchen…wir in hh holen da sogar immer unsere lehrer her 😉 damit die nicht SEK werden müssen, um verbeamter zu werden 😉

      • WolfgangS. schreibt:

        Im letzten Jahr ist frlkrise in Ferien verschwunden, die sonst kein anderer hatt: Danach kämpft sie in Thüringen mit ihrem Bildungsauftrag!

      • frlkrise schreibt:

        Da muss ich aber mal energetisch widersprechen…. da nich!

  6. Windbeutel schreibt:

    „halt eine kindische niveaulose klasse“
    sorry, but in my class [mit immerhin 70% „migrationsländer(ichmitinbegriffen)antieil“] haben wir zu 100% NIVEA produkte benutzt…Also was soll das heissen niveaLos???

  7. Hajo schreibt:

    lt. der alten Tante Wikipedia besteht bereits der Satz „Kunst kommt von Können, käme es von Wollen, hiesse es Wunst“
    Eigentlich banal, aber was heisst eigentlich „Können“ in diesem Metier? Hier fehlt doch der Massstab.
    Das ist selbst für „erfahrene“ Menschen ein Rätsel, wie soll es denn von Kids gelöst werden?
    Ich denke mal, dass einige der Museums-Angestellte verbildet sind und damit überhaupt nicht geeignet, irgend jemandem die Ausstellungsstücke näher zu bringen. „Die“ sehen doch nur das, was in den Büchern steht und jede Kritik (wie auch immer geäussert) wird negativ beurteilt.
    Lasst Euch (ich meine vor Allem Deine Kids) nicht beirren.
    Liebe Grüße
    Hajo

    • Hajo schreibt:

      sorry, ich habe einen Satz nicht vollendet: „lt. der alten Tante Wikipedia besteht bereits der Satz „Kunst kommt von Können, käme es von Wollen, hiesse es Wunst SEIT DEM 18. JAHRHUNDERT“

    • michael schreibt:

      Eben, Museum ist was für Renter und Kunstaustellungen sind für den … . Gibt genügend interessante Berufe: Tischler, Sargmacher, Pyrotechniker, Autos- , Fahrräder reparieren, …. .

      • Hajo schreibt:

        @michael
        ich wollte damit nicht die Existensberechtigung für Museen darstellen, allein, das „wie“ ist wichtig! 😉

      • Julian schreibt:

        Naja man sollte die Schüler schon an anerkannte Ausbildungsberufe heranführen – Pyrotechniker, (darf mich selbst als solcher bezeichnen) ist dies Gott sei dank nicht (und wäre bei diesen Schülern wohl auch nicht unbedingt angebracht).

      • zahndoc schreibt:

        @michael
        da muss ich dir widersprechen. bin selbst ein mensch mit migrationshintergrund (und wurde deswegen auch schon ein paar mal auf dem schulhof deswegen zusammengeschlagen). die museums- und theaterbesuche mit der schule fand ich immer sehr interessant. es war für mich DIE möglichkeit überhaupt in die welt „der deutschen“ einzutauchen, sie kennen und schätzen zu lernen. deswegen finde ich dieses engagement der lehrer sehr gut und sehr lohnend, auch wenn es auf den ersten blick nicht so scheint.
        also , frl. krise: vielen dank für ihren einsatz und weiterhin starke nerven für ihren engagement.

  8. ollie schreibt:

    willkommen im leben liebe pädagogen, mit einer abi klasse rumzuspielen ist doch kindergarten!
    mal die kleinen „rabauken“ bespielen und sie an so was ranzubringen ist doch die spannende herausforderung, also kleine museumspädagogenmäuse: setzen… 6!
    übringens warte ich ich immer moch auf mein azubipaket frl. krise! sollten sie sich zufällig in hamburg befinden, erwarte ich eine mail zur weiteren klärung!

    • krizzydings schreibt:

      WIR hamburger spinnen total …wieso sind wir hier so viele?
      was sind das für azubipakete …für wen? wenn für azubis zu frl krisen…dann will ich auch eins!! ahja und ich hab gehört gutscheine für hospitationen verteilen sie auch kostenlos?

      • frlkrise schreibt:

        Hospitationen gerne! Aber nur mit Eintrittskarte, sonst wirds einfach zu voll.
        Selbige für 2012 bitte kostenlos am 30.2.2012 beantragen!
        Danke!

      • interessierte Studentin schreibt:

        wirklich? ernsthaft? Ich würd gern mal hospitieren 🙂

    • frlkrise schreibt:

      Was das! Azubipaket?

  9. EDVler schreibt:

    Ohje, in einem Kunstlehrerblog mach ich mich jetzt unbeliebt 😦

    >> .. (aber jeder Strich sitzt da, wo er hingehört!) .. <<

    Das is ja das Dilemma, woher soll man wissen, wo dass das da hingehört und wer sagt das, dass das so muss?

    Oder was sich der Maler dabei gedacht hat, als er das gemalt hat? Voll auf Drogen war der, "geistlich" sowieso nicht ganz da, nix zu beissen hatter auch gehabt, der alte Hungerleider, was wird der wohl gedacht haben beim Malen: "Mach hinne", hatter gedacht, "mit dem ollen Schinken.. vielleicht bringt er in der eBucht ein paar Taler?". Und wen interessiert denn das? 😦

    Kunst-"besprechungen" empfand ich in der Schule als künstlich, völlig realitätsfremd.. Haltlose Spekulationen, in der Regel unbelegbar und… sorry.. so belanglos. Gilt auch für Literaturzeugs..

    "Jo mei, die Lisa, die is ja erstens gar nicht gelb und ne komische Fresse zieht se auch hin, is jetzt irgendwie ned so der Burner imho.."

    Ich bin ein Cretin.. oder wars Gratin.. egal, mag ich beides nicht.. 🙂

    • krizzydings schreibt:

      mir gehts genauso^^, aber mit mathe, physik und überhaupt formeln jeglicher art!!!

      • frlkrise schreibt:

        EINE SEELENVERWANDTE!

      • krizzydings schreibt:

        :)…Literatur und Kunst und sowieso 4 WELTHERRSCHAFT 😉

      • EDVler schreibt:

        Ja.. aber.. mit Mathe und Formeln und so Zeug, das is ja beweis- und herleitbar.. Das isses bei Kunst nicht, da steht am Ende eines nervenaufreibenden Warum? Fragemarathons letztendlich immer nur: weils der Lehrer sagt.. 😦

        Und „weils der Lehrer sagt“ war bei mir irgendwie nie wirklich eine befriedigende Antwort.. 😦

        Nichts destotrotz fand ich Mathe und Physik auch doof.. Bio & Chemie war viel besser.

      • Annika schreibt:

        @EDVler: Schade, du hattest anscheinend nicht so tolle Deutschlehrer … denn gerade, dass es keine universelle Antwort gibt, macht doch Literatur und Kunst so spannend. Es geht eigentlich nicht darum, das gleiche Ergebnis wie der Lehrer zu erzielen (Protagonist A macht das soundso, weil er haargenau dasunddas denkt und fühlt…) es geht doch darum, es logisch zu begründen. Egal, welches Ergebnis. Das Feld der Intertextualität ist weit gestreut und es gibt tausend Möglichkeiten, der Clou ist, es geschickt in Verbindung zu setzen … etwas, was ich bei Mathe geahsst habe, nämlich weil es dort nur EINE Lösung geben kann. 😉 Wo bleibt die geistige Freiheit? Nachdem ich eine Lehrerin hatte, die sich die Mühe gemacht hat, uns dieses Denken beizubringen, war Deutsch mein absoluter favourite. In einerm Parallelkurs war dies icht der Fall. Das hätte mich sicher auch angeko…kübelt.

      • mickimicki schreibt:

        Hallo Annika,
        das kommt jetzt spät und so, aber ich muß es einfach sagen:

        in Mathe gibt es SEHR oft mehrere „Lösungen“, d.h. mehrere Wege, zum Ergebnis zu kommen. Oder mehrere Arten, etwas zu beweisen. Habe ich spätestens gemerkt als ich mal sitzenblieb und der selbe Lehrer eine andere Herleitung für den Pythagoras vorführte als im vergangenen Schuljahr. Ein Aha-Erlebnis für mich, hat mich richtig begeistert. Und das als Sitzenbleiberin. Mathe wurde später mein bestes Abifach.

        Und so allgemein für die sich selbst gratulierenden Mathehasser… in einem Mathebuch las ich mal sinngemäß diese Geschichte: Ein Matheprofessor und ein ehemaliger Student unterhalten sich. Der Student fragt, was ein anderer Ehemaliger denn jetzt mache. Darauf der Professor: Er ist jetzt Schriftsteller, für die Mathematik hatte er nicht genug Phantasie.

        Vermutlich verstehen diese Pointe aber wieder mal nur die Mathekönner…

  10. Frau Dienstag schreibt:

    „Als alle weg sind, gucken uns die beiden Museumsleute entgeistert an. Seit sechs Jahren machen sie den Job, aber so eine Klasse hatten sie bisher noch nicht…!
    Die Beiden schütteln den Kopf, nein, wirklich…eine fremde Welt!“
    Fehlt ja nur noch die Frage von den schulfremden Museumsleuten: „Wie geht es Ihnen denn damit, Frl. Krise? Haben Sie die Möglichkeit sich professionelle Hilfe zu holen?“

    • frlkrise schreibt:

      Haha, das haben sie nicht gesagt, aber mir „viel Kraft “ gewünscht! Wie ich das hasse!
      Übrigens, das wünsche ich Ihnen auch für Montag und so!

      • Hajo schreibt:

        na ja, liebe Frl Krise, jetzt hast Du ja ein ganzes langes Wochenende
        .. um „viel Kraft“ zu schöpfen 😀
        #duckundweg#

  11. andreas schreibt:

    Dass man mit „schlimmen“ Klassen gar nicht erst zu einem Müzebesuch geht, liegt das vor allem daran, dass das besonders anstrengend ist oder hat so ein Ausflug eher einen Belohnungscharakter, den sich schlimme Klassen nicht verdient haben?
    Irgendwie hab‘ ich trotz aller Probleme, die in Ihren Ausflugsgeschichten auftauchen, immer den Eindruck, dass es hinterher allen was gebracht hat und jeder was gelernt hat (auch wenn Aynur das bestimmt nie zugeben würde, dass es ihr gefallen hat, oder? 😉 )

    • frlkrise schreibt:

      Solche Aktionen bringen oft mehr Probleme als positive Effekte.
      Wir sind auch schon mal aus einem Schloss rausgeflogen, weil die Schüler tierisch laut waren, alles angefasst haben und überall reingegangen sind, auch wenn’s abgesperrt war. Da überlegt man, ob man sich das nochmal antut….
      Zum Belohnungscharackter: Museum und ähnliches haben für Schüler oft eher Bestrafungscharackter, als Belohnung empfinden sie nur das Bowlengehen ( machen wir) und Kinobesuche (Machen wir nicht! GRAUENHAFT! Im Dunkeln kann sich ja alles erlauben , mit Popcorn schmeißen, rumschreien usw. usw.).

      • Hajo schreibt:

        bowlen
        .. Sport
        … Du? 😉

      • frlkrise schreibt:

        Ich wusste nicht, dass Bowlen SPORT ist…

      • Ulla 39 schreibt:

        Ob’s nun eine Antwort ist oder nicht, hier will ich eine kopierte Zeile unterbringen, aus einer Mail, die mir vorhin ein deutscher Museumsmann (Museologe) geschickt hat, der eben workshops in einem Istanbuler Museum macht. <>> …

    • Hajo schreibt:

      Bowlen kann schon Sport sein,
      .. wenn man nicht nur daneben steht 😉

  12. Blüte schreibt:

    Als ich dereinst noch dem Lehrerberuf nachging, hatte ich eine ähnliche Klasse wie Sie. Wir versuchten die Schüler innerhalb eines Jahres zu einem Schulabschluss zu führen, aus allen anderen Schulen waren sie rausgeflogen.
    Mit dieser Klasse waren wir an der Uni, vom Besuch einer Vorlesung bis zum Bibliotheksbesuch. Ich hab mich das auch nur getraut, weil mein Mann damals an diesem Lehrstuhl arbeitete und der Prof. wusste, worauf er sich einließ und uns sogar eine Sondervorlesung mit viel Knall und Rauch (Naturwissenschaften) gab. Es war eine wirklich tolle Erfahrung, hat mich Jahre meines Lebens gekostet, leider waren die neuen Tische des Vorlesungssaales mit Graffiti beschmiert, was natürlich noch ein Nachspiel hatte, aber alles in allem, war das DER Ausflug schlechthin, der auch beim Abschiedsfest als besonders cool eingestuft wurde.
    Von daher: Schnappen Sie sich das Theaterprogramm und berichten Sie weiter!

    Blüte

  13. Olaf schreibt:

    Liebes Frollein Krise,

    wenn ich in Ihrem blog noch schreiben darf… (Sie wissen wahrscheinlich, was ich meine, ich habe mich kürzlich im Überschwang wohl ein paar Mal etwas zu sehr ausgebreitet – lassen Sie uns ggf. Frieden schließen):
    Mir fällt bei Museum oder Kunst immer folgende Szene ein: Die Putzfrau im hellblauen Kittel mit Putzeimer auf Rädern und Wischmob am Stiel fragt um 18:30 Uhr den Kurator: „Ist das Kunst oder kann das weg ?!“
    Ich denke da an die Fettecke von Joseph Beuys…

    • frlkrise schreibt:

      Ich fand das „Ausgebreite“ ganz witzig…! Ja, ja die Fettecke….die ist ohne Anleitung aber auch schwerer Tobak….besonders für eine Putzkraft…!

      • Olaf schreibt:

        (Ich meinte das hier: „Danke. Neeeee! Bitte weiterspinnen, Olaf…. ich geb dann MEINEN blog auf….“ – zum Thema Romantik
        Das hatte ich als eine Art Abwehr verstanden, wegen IHRES/ IHREN [?] blogs aufgeben…)
        Danke, dann scheint ja alles gut.
        Zur Zeit kränkel ich etwas (nein: Nicht EHEC und HUS) , darum diese verzögerte Reaktion.
        Werde gerne weiter lesen.

        Beste Grüße
        aus dem sehr nahegelegenen (;-])
        Hamburg

  14. sockenbergen schreibt:

    machen Sie so weiter Frl. Krise.
    Ich find es gut und hätte mir solche Lehrer gewünscht und für zukünftige Schülergenerationen wünsch ich mir noch mehr aufgeschlossene Lehrer/innen wie Sie.

  15. Tanja Werdenberg schreibt:

    Ob Tanja wirklich mal eine Gastvorlesung über Dada oder Action Painting vor Frl. Krises Klasse halten soll? 😉

  16. Flash schreibt:

    Bezüglich der Frage, wo denn Frl. Krise nun unterrichtet, läßt sich aus dem Blog sehr vieles entnehmen. Dank der Aussage über das Baugeschehen an der Schule kann man m.E. sogar die konkrete Schule belegen. Und ja, es ist ZENSUR
    Aber ich finde es toll, daß wir so schöne Einblicke in die Schul-Landschaft bekommen. Also lassen Sie sich nicht enttarnen, Frl. K!

    • frlkrise schreibt:

      Sorry, wegen des letzten Satzes habe ich mir erlaubt, ein Wort zu streichen! Und Baugeschehen? An vielen Schulen wird in Deutschl. saniert, es ist auch mehr als überfällig.

      • RogueEconomist schreibt:

        Wo die Krise herkommt? Aus Deutschland. Frl. Krise unterrichtet für mich überall. Überall da wo die Gesellschaft sich über verhältnismässig viele Kopftuchmäden aufregt oder wo Eltern um ihre Kinder fürchten weil sie als Deutsche auf dem Schulhof gemobt werden oder oder oder. Ob im Süden meiner Geburtsstadt, ob in Gelsenkirchen oder Berlin, ob in Hamburg oder München. Ist doch vollkommen wurscht. Und überall da steht sie für mich vorne an der Tafel und zieht sich jeden Tag Kram rein, der manch anderen hier schon nach drei Tagen zum seelischen und körperlichen Wrack gemacht hätte. 🙂 Frl. Krise ist einfach die coolste, vallah, und mit ihr würd ich sogar noch mal Kunstunterricht probieren (auch wenn mein Verhältnis zur gemalten Kunst in der fünften Klasse arg gelitten hat, nachdem mein mit viel Aufwand gemalter Hund nur ein Ausreichend war 😉 )

      • frlkrise schreibt:

        Danke, da ist ja mal nett….

  17. Ulla 39 schreibt:

    Krisi, wo ist die eingefügte kopierte Zeile geblieben? Bermuda-Dreieck?

    Sie lautet <>>

  18. Ulla 39 schreibt:

    Nun schreibe ich die Zeile ab; so streng mit Kopiertem sollten alle PCs sein!!!!

    Der Museumsmann schreibt. …Dann noch die Schulklassen, die in das Museum in großer Zahl und so angenehmer Ruhe und Disziplin kamen….

  19. Halab schreibt:

    Ich glaube, bei solchen Besuchen wird bei dem einen oder anderen Kind immer etwas hängenbleiben.
    Vielleicht dauert es 10/15 Jahre aber selbst wenn nur der spätere Vater zu seinem Kind sagt, er wäre in seiner Schulzeit einmal im Museum gewesen und das hätte Spaß gemacht, hat sich meiner Meinung nach Ihr enormer Aufwand schon gelohnt.

  20. TheNoralie schreibt:

    Hallo liebe Frau Krise,
    ich hab grade erst angefangen, ihren Blog zu lesen und wollte, als schülerin mit Migrationshintergrund auf einem Gymnasium, mal sagen, dass es unglaublich ist mit wie viel Liebe sie über ihre Schüler schreiben, unsere Lehrer verzweifeln und geben dann einfach auf, was wirklich wirklich schade ist! Sie setzen sich unglaublich für ihre Zöglinge ein und das wünsche ich mir auch von meinen Lehrern. Und teilweise will man die Kommentatoren hier einfach schlagen! Ihre Kinder sind ganz normale und zum großteil (wie ichs erlebe) ziemich gechillte Kinder, halbwegs gut erzogen und ihre Lehrerin verehrend. und dann sollen diese Idioten von Nazis und ähnlichem gefälligst die Klappe halten weil es einfach eine unverschämtheit ist!
    Zuckersüße Grüße
    TheNoralie

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