…tief im Westen!

…noch viel tiefer als Grönemeyer damals….

Nach der großen Stadt kommt es mir hier sehr ruhig und friedlich vor…
Außer morgens gegen fünf, da randalieren unsere gefiederten Freunde draußen dermaßen, dass es einen aus allen nur möglichen Schlafphasen holt. Die Aborigines sind das gewöhnt, die hören das gar nicht. Das ging mir früher auch so, aber inzwischen ist mein Gehör vollkommen darauf trainiert, Verkehrslärm, rumpelnde Mülltonnen und dergleichen wegzudrücken, Vogelgeschrei dagegen funktioniert wie eine Art Wecker. Ohne Abstelltaste.
(Aber ehe sich jetzt alle deshalb aufregen und mir wilde Kommentare schreiben: Ja/nein, ich freue mich von einem lieblichem Vogelkonzert geweckt zu werden und kann mir nichts Schöneres vorstellen! Echt jetzt!)
Auch ansonsten hat das Landleben fast nur Vorteile.( Ich befinde mich übrigens in einer Kleinstadt, nicht etwa in „unser Dorf“! Aber „unser Dorf“ ist ja auch nicht immer ein Dorf, wie ich neulich staunend zur Kenntnis nehmen durfte.)
Landleben –  man muss am Feiertag zum Bleistift nicht stundenlang überlegen, ob man was unternimmt, und wenn ja, was. Gut, man kann ins Städtchen gehen und auf dem Marktplatz einen Cappuccino trinken. Man könnte auch flott nach Holland fahren und in der benachbarten Kleinstadt auf dem Marktplatz einen Cappuccino trinken.
Aber ein lecker Tässchen Kaffee kann man auch mal zu Hause trinken, außerdem habe ich gestern einen Rhabarberkuchen mit Streuseln gebacken. Ich glaube es fast selber noch nicht….die Provinz lässt mich zu Zeiten ganz neue Seiten an mir entdecken.
Man könnte auch eine kleine Radtour machen, aber das eine der beiden Räder ist verliehen.
Männe weigert sich, längere Radtouren mit mir auf EINEM Rad zu machen. Das verstehe ich. Den Westwind hier darf man nicht unterschätzen. Der Westwind, dieser Hund, bläst übrigens gerne von vorne, egal in welche Richtung man fährt. Das weiß ich noch aus der Zeit, als ich im Sommer jeden Tag mit dem Fahrrad ins Schwimmbad der Nachbar-gemeinde gestrampelt bin….
Sonst kann man nicht viel unternehmen…*gähn!
Was macht ihr denn so?

Aha, man ruft mich… jetzt muss ich an den Kaffeetisch! Draußen im Garten, auch nicht schlecht…

Tschö, wa!

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46 Antworten zu …tief im Westen!

  1. puzzle schreibt:

    Richtig wohltuende Übersichtlichkeit – nicht einmal Radfahren vor dem Kaffeetrinken muss man, wie erholsam! 🙂

  2. Seifenfrau schreibt:

    Na, dann tanken Sie mal viel Energie!
    (Kann man immer brauchen)
    Frohe ostern!

  3. Tanja Werdenberg schreibt:

    Was ich mach‘? Na ja, gestern habe ich mit Freunden ein Theaterstück gelesen, das wir im Rahmen einer Liebhabereiaufführung spielen möchten (keine Angst, ich spiele eh höchstens eine „Wurz’n“ [= undankbare Nebenrolle] oder lese den Einleitungstext). Sonst war’s einfach ein lustiger Abend, zehn Leute – darunter die Autorin -, zwei Hunde, ein gutes Essen, viel Prosecco und a volle Gaudi (bis hin zu einem improvisierten Frank-Sinatra-Karaoke-Duett).
    Es war übrigens auch im Westen – wenn auch nur in dem von Wien.
    Sonst? Drei Paar Schuhe habe ich gekauft (zwar Paar Sandalen und ein Paar hochhackige Pumps). Und einen Strohut, mit dem ich sogar die königliche Loge in Ascot heimsuchen könnte. Der war ja auch teurer als alle Schuhe zusammen.
    Mir fällt auf, dass ich das eigentlich alles in meinen Blog schreibens sollte…hoppala!

  4. Hajo schreibt:

    also das Vogelgebrüll am Morgen finde ich auch manchmal äusserst lästig
    .. aber es ist halt Natur 😉
    und das mit dem Westwind nennen die Wetterfrösche wechselnde Winde 😀
    die sind genau so lästig, kann man sich doch nicht darauf verlassen, wenn man sich nach einer „Gegenwind-Parade“ und dem entsprechend gefüllten Magen auf Rückenwind freut
    .. so ist hald das Leben: grausam!
    Liebe Rets-Ostergrüße
    Hajo

  5. Liebe Frau Krise,

    tanken Sie viel Kraft auf dem Land, um uns dann ausgeruht neue Schulprotokolle hier in Ihrem wundervollen Blog zur gefälligen Kenntnisnahme, zu bloggen.

    Bis dahin Liebe Grüße und Frohe Ostern

  6. EDVler schreibt:

    Ich ziehe dem Radau der Vögel als Nachbar dem Raudau der Nachbarn beim vö… ah lassen wir das. Landleben ist cool, Kleinstadt war mir zu hektisch, hier gibts nur Pferde und gelegentlich mal Blöök-Schafe und Vögel. Und ein Nachbar, aber fast ausser Sichtweite, der ist übrigens Lehrer an einer Gymnasiumschule..

    Schönen Osterurlaub.

    • die Schmith schreibt:

      Oh, das mit den Nachbarn kenn ich. Sowas hatte ich allnächtlich über mir und hier ist doch alles so hellhörig.

    • Hajo schreibt:

      ist das der bewusste Nachbar, dem Du immer beim v.. zuhörst?
      ach nein, er ist ja Lehrer und hat Kinder zu unterrichten und nicht zu produzieren 😀
      („Hajo, se send albern: setzen Se sech“)

  7. die Schmith schreibt:

    Ich war Oma und Verwandtschaft und ansonsten nur Muckibude und mit Kumpel bissl untwegs (wobei ich mir fiesch den Oberschenkel aufgeschubbert hab und das tut immer noch sauweh) und ansonsten nur meine Katzenkinder, Balkon und solala.

    Übrigens schön, dass dich die Vögel wecken. Bei mir übernehmen das meistens meine Fellnasen, und zwar auch schon mal so, dass sie sich lautstark durch die Wohnung und über den Balkon jagen und dabei auch schon mal was umschmeißen. Dann doch lieber trällernde Vögel. Voll entspannend. Oder wenigstens kitzelnde Schnurrhaare im Gesicht. 😉

  8. Jeanie schreibt:

    Den Vogelradau kenne ich auch… Normalerweise höre ich – wenn überhaupt – eh erst den dritten Wecker… aber was momentan morgens ab 1/2 5 Uhr da draußen im Garten abgeht ist echt der Wahnsinn… Ist aber schön, wenn ich dann so im Halbdusel daliege und dem Gewitscher, Geträller und Gepfeife zuhöre ;-))

    Genießen Sie das Landleben und schöpfen Sie Kraft für den Schulalltag – ich freu mich schon SEHR auf neue Geschichten Ihrer Schüler….

  9. mayarosa schreibt:

    Lach. Das ruft bei mir Kindheitserinnerungen hervor. Bin im Dorf groß geworden, aber direkt an einer stark befahrenen Bundessstraße und der Fluss gegenüber hatte genau da, vor meinem Fenster, einen Wehr, bei dem das Wasser herunterrumpelte. Der Bauer nebenan schaltete um 5 Uhr seine Melkmaschine an. Und die Kirche drei Häuser weiter läutete jede viertel Stunde die Zeit. Wenn ich bei Oma schlafen durfte, konnte ich nicht schlafen. Da plätscherte zart ein Bächlein am Ende einer Sackgasse und hinter ihrem Haus gackerten friedlich ein paar Hühner im Hühnerhof. Da kriegte ich vor lauter Idylle kein Auge zu.
    Das hat sich inzwischen wieder geändert. Ich wohne jetzt zwar in der großen Stadt, aber angenehm ruhig. Und die letzten Tage im Urlaub in Chartres war es noch ruhiger. Dann waren wir zu Besuch in Paris, an einer lauten Straße. In der ersten Nacht habe ich keine zwei Stunden geschlafen … in der zweiten glaube ich, dann aus lauter Verzweiflung doch. LG

  10. Das Landleben kann so schoen sein und Kuchenbacken hat manchmal auch etwas meditatives. Und wenn man sauer ist, kann man auf den Teig einschlagen…..hilft sehr…..und macht den Teig schoen geschmeidig und den Kuchen spaeter flockig:)
    Geniesse Deinen Urlaub.
    Ich bin gerade auch auf Urlaub, aber meine Stimmung heute morgen ist nicht die beste…auf die Gruende will ich jetzt nicht eingehen…..aetsch….ihr neugierigen Leser:)

  11. Simone schreibt:

    Oh wie schön ….. ich erinner mich noch sehr an das Vogelgezwitscher…
    – war ich doch neulich auch einmal wieder auf dem Land, schloß die Augen und hörte die Vögel zwitschern. Da kamen Erinnerungen an die Kindheit auf dem Land zurück, stromern durch die weiten Weizenfelder, am Karpfenteich sitzen und angeln, sammeln von Ringelnattern und Molchen, davonlaufen vor dem Dachs und Staudämme an kleinen Bächen bauen !
    ……und manchmal wünsch ich mir das alles zurück, tausche die Hektik der Stadt wieder gegen das Landleben ein!
    In diesem Sinne noch einen schönen Ostermontag!

  12. Sanna schreibt:

    Willkommen in der Ländlichkeit. Sonderlich weit weg von hier können Sie sich derzeit nicht aufhalten…; die vor Tag und Tau brüllenden Vögel sind nämlich in meiner direkten Umgebung zuhause. Jawollja. Hören Sie eigentlich auch das allmorgendliche „Kikerikiiiii“ von Konstantin (den Namen habe ich dem Gockel kurzerhand verpaßt)??? Der schreit spätestens morgens ab 05:30 Uhr los. Wochentags, samstags, feiertags.

    Trotzdem muß und möchte ich eine Lanze für diese Dorf-Idylle brechen: ich bin regelmäßig Gästin bei einer Freundin in einer Großstadt. Rumpelnde Straßenbahnen, lautstarke Nachtschwärmer oder nächtliche Autorallyes mit quietschenden Reifen kriege ich auch nach tagelangem Aufenthalt nicht ausgblendet. Eher kann ich das Geschrei der hiesigen Piepmätze ausblenden…
    Offenbar sind wir Menschen Gewohnheitstiere *grübel-grübel*.

    Nix desto trotz: weiterhin erholsamen Aufenthalt; genießen Sie die Ruhe und Beschaulichkeit sowie die Langsamkeit des Seins. Stressig wird das Leben nach den Ferien von ganz allein!

  13. sweetkoffie schreibt:

    wieso ist eigentlich immer vom „ruhigen Landleben“ die Rede?!
    Hier , bei uns, ist es gerade am Wochenende alles andere als ruhig…dann fallen nämlich die Städter wie die Heuschrecken hier ein und vermasselnb die ganze Idylle.

    schönen ROM* 😉

    *Rest-Oster-Montag

  14. cohn structa schreibt:

    Ha !
    Tschö wa – das kann ja alles nur im Umkreis von Aachen sein 🙂

    Da gibt es doch das schönste Schimpfwort von allen – „au hur“ – aber nur echt mit depressiver Grundstimmung (alles scheisse) und der typischen Aachener Leier in der Betonung (s.a. Ullala Schmidt)

    in diesem Sinne frohe Western..

  15. michathecook schreibt:

    Es ist schon unglaublig wie laut Stille so sein kann wenn man sich an den normalen ( klein oder gross das ist dann egal ) Stadt Laerm erst einmal gewoehnt hat. Wenn ich ab und an mal nach Hause komme werde ich auch von dem ganzen Landkrach geweckt….Schon stoerend….Allerdings das warten auf das naechste Kaffee trinken ist schon eine erholsame Sache.Daran koennte ich mich gewoehnen und es wochenlang machen ohne das es langweilig werden wuerde.
    Ach, ich bekomme Heimweh.

  16. Debby schreibt:

    „…einen Rhabarberkuchen mit Streuseln gebacken…“

    Hm, ich auch ?!?!? Und ne Freundin von mir auch?!?!? Ob wir das gleiche (oder das selbe?!?!?) Rezept haben????

    Nur mit dem Unterschied, dass ich das nicht in der Nähe von Holland gemacht habe, sondern in München ^^

  17. sockenbergen schreibt:

    Was wohl im Kuchen drin war bei der Nähe zur Grenze …
    Mmmh Lecker Rharbarber, da komm ich doch glatt mal vorbei, wobei der jetzt bestimmt schon alle ist. Mist.

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