Alle mal herhören!

„ Ist Frl. Krise nicht streng genug? Weiß Sie nicht, wie’s geht?“ höre ich es aus manchen Kommentaren herauswispern……
Und die guten Ratschläge lassen nicht auf sich warten: „Hallo? Gibt es keine Regeln? Händys im Unterricht? Wegnehmen! Sofort zur Schulleitung damit! Schminkzeug auf dem Tisch? Einmal ermahnen, dann Einzug der schulfremden Objekte. Punkt! Küsschen zum Abschied? Wo gibt’s denn so was?! Verbieten!“

So, ihr lieben Kollegen und alle anderen natürlich auch,  diese schönen Regeln und Maßnahmen gelten natürlich auch für meine Schule und mich.

Und ich möchte klarstellen: Händys sind in meinem Unterricht ein NO GO !
Sobald ich ein eingeschaltetes Händy sehe, stürze ich mich wie ein Geier drauf, bringe es zur Schulleitung und bin äußerst schadenfroh, wenn dann endlich mal ein Erziehungsberechtigter in die Schule kommen MUSS, das Händy abholen. (Weil sie es nicht aushalten, wenn Tochter/Sohn Radale macht – zwei Stunden ohne Händy, undenkbar!)
Allerdings gibt es bei der Schulleitung einen Karton mit bestimmt 20-30 Handy, die nie abgeholt wurden…
Und wenn es mir dann auch noch gelingt, die Mutter abzufangen und mit ihr zu sprechen, hat das Ganze doch echt einen Sinn gehabt.
Natürlich habe ich Emre  am Freitag nicht erlaubt, seiner Freundin eine sms zu schicken.
(Ich bin allerdings überzeugt davon, dass er es trotzdem gemacht hat – der Kunstraum ist groß, ich kann mich ja nicht andauernd in seiner Nähe aufhalten….)

Zum Schminkzeug: Das geht auch nicht. Logisch.
Aber: Meine Klasse ist schwierig, BESONDERS im Moment die Mädchen. Ich bin also auf viele ‚pädagogisch wertvolle’ Situationen angewiesen, um an unserer gemeinsamen Beziehung zu arbeiten. Mit meinen problematische Kids kann ich nämlich nur arbeiten, wenn unsere Beziehung halbwegs stimmt. Ohne Beziehung haben sie keinen Respekt vor mir, ohne Beziehung lassen sie sich nicht auf mich und mein Unterrichtsangebot ein.
Es ist nun mal so: Solche Schüler  muss ich/man jede Stunde neu “einfangen“
und andererseits muss ich in  jeder Stunde glasklar meine Eckpfosten einschlagen, innerhalb derer wir uns bewegen.
Nun zurück zur Schminke: Es ist in meiner Klasse völlig ok, wenn ich/ wir uns eine Zeitlang mit dem Schminkzeugs beschäftigen. Denn ich ERLAUBE es…ich lasse es nicht GEGEN meinen Willen geschehen, DAS ist der Unterschied.
In einer anderen Klasse hätte ich selbstverständlich sofort gesagt: „Schminkzeug auf dem Tisch? Bei euch piepts wohl…Sofort weg damit!“
Die hohe Kunst der Pädagogik ist es doch wohl zu erkennen, bei welchem Kinde was, wann, wie oft und warum sinnvoll ist! Und da kann ein unkonventionelles kleines Schminkevent so von Frau zu Frau sehr brauchbar für die Beziehungsebene sein, auch wenn es die Kunstpädagogin schmerzt, dass sie hinterher nur hingeklatsche Bilder bekommt. Es muss natürlich den Mädchen klar sein – und da sind sie wieder, die Eckpfosten- das kann nicht in jeder Stunde so laufen, gerade, wie sie Lust und Laune haben….

Und in einer Klasse, mit der ich noch ganz im Anfangsstadium wäre, käme das alles sowieso überhaupt nicht in Frage….

Noch ein Wort zum „Ausschluss von Unterricht“, mit dem hier auch gerne etwas leichtfertig herumjongliert wird. (Unsere Schüler schließen sich schon selbst oft genug vom Unterricht aus, Schwänzen nennt man das….)
Die Suspendierung ist ja wohl das letzte Mittel der Wahl und wird bei uns nur in den härtesten Fällen vollstreckt. Also bei Gewalttaten zum Bleistift.
Nicht aber bei Unterrichtsstörungen, auch wenn die äußerst nervig sein können und alles kaputtmachen.  Da wird der Schüler mal kurzfristig aus der Situation heraus genommen, in einen anderen Unterricht gesetzt oder so. Vor die Tür stellen ist  fragwürdig, wegen der Aufsichtspflicht und weil man sich da nicht wundern muss , wenn dann noch mehr Scheiß gemacht wird.
Eine Schülerin meiner Klasse hatte im 8. Schuljahr wegen Unbeschulbarkeit mal 14 Tage lang Einzelunterricht….4 Stunden pro Tag, aber das ging nur, weil gerade die 9. Klassen im Praktikum waren und ein paar Lehrerstunden dafür abgeknapst werden konnten. Ich fand das voll jäckpott…aber ihr gefiel das überhaupt  nicht und schwuppdiwupp – schon war sie krank. Mit Attest!  Und als sie wiederkam, war das Praktikum vorbei und es gab keine Lehrerstunden mehr  für Einzelunterricht… so werden derartige Maßnahmen ganz leicht unterlaufen…mach was dagegen! Und komm mir nicht mit den Eltern….!

So, das alles musste mal gesagt werden.

Am Sonntag! Und bevor ich mir das Buch von der chinesischen Tigermama geholt habe, das  die verrückte Frau Freitag gestern gekauft und gelesen hat …..

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44 Antworten zu Alle mal herhören!

  1. Frau Buntstift schreibt:

    Perfekt.

    Sonntagsgruß!
    Frau Buntstift

  2. nixloshier schreibt:

    ich denke nicht, dass blogbeitrag & -kommentare für eine ernsthafte auseinandersetzung auf fachebene ausreichen bzw. halbwegs effektiv sein könnten, deshalb einfach nur: zur kenntnis genommen.

    und: solch „aufklärende“ und irgendwie ja auch „eckpfosten einschlagende“ ausführungen sind im rahmen eines so zuspitzenden wie auch doch im kerne ernsthaften blogs wie dem hiesigen durchaus notwendig. weniger aber in form einer selbsterklärung oder gar rechtfertigung.

    in dem sinne: und das auch noch an einem sonntag, frl. krise!!!

    • Frau Buntstift schreibt:

      Was heißt hier zuspitzend???
      So isses.

      … und im Kerne ernsthaft???
      Ganz ernsthaft.

      Frau B.

      • nixloshier schreibt:

        vallah, natürlich wird hier zugespitzt! schon alleine durch auswahl der themen. und eben nicht „ganz ernsthaft“, weil nicht zuletzt durch schreibstil und allgegenwärtige ironie eine gewisse unterhaltsamkeit des ganzen gewollt ist.

  3. Frau Buntstift schreibt:

    Das war ne Klarstellung.
    Sonst nix – oder?

    Frau B.

  4. frlkrise schreibt:

    @ Nixloshier
    Das war dein Kommentar, ich zitiere:

    „In „unserem“ bundesland ist es seit einiger zeit so, dass alle elektronischen geräte in der schule verboten sind, d.h. ein solches ding darf in der schule nicht angeschaltet sein. auch nicht in der pause oder sonstwo auf dem schulgelände. punkt. bei „zuwiderhandeln“ wird das gerät hochoffiziell eingezogen und beim direktor hinterlegt. dort dürfen dann die erziehungsberechtigten das gerät wieder abholen.
    schminkkästchen und co haben nichts auf dem tisch verloren. einmalige ansage. einmalige ermahnung, wenn doch derart schulfremdes und mitgebrachtes zeugs „aktiv“ wird. danach konsequenz.
    oder: wenn das verhalten einzelner schüler den unterricht so einschränkt bzw. diesen gar komplett verhindert, ist ab der fünften jahrgangsstufe ein unterrichtsausschluss möglich. damit die anderen darunter nicht zu leiden haben.
    ja, auf dem papier natürlich alles schön zu lesen und in der realität deutlich schwieriger umzusetzen, aber: ist für mich grundlage jeglicher arbeit. gerade bei „verhaltensoriginellen“ schülern und sonstigen „besonderen“ fällen.“
    hach, das musste mal raus. 🙂

    Ich, Frl. Krise, habe meinen Artikel mit dem selben Gefühl geschrieben:
    Hach, das MUSSTE mal raus!

    • nixloshier schreibt:

      gut, dass du zitiert hast, sonst hätte ich dir den titel „frl.“ bis zum beweis des gegenteils abstreitig gemacht.

      äh, ja.

      wie gesagt: aufpassen, dass man nicht in die rechtfertigungsposition abrutscht, was man als lehrer ja nur zu gerne schnell und ohne wirklichen anlass macht. die erzählten episoden werfen eben fragen auf zu den allgemeinen rahmenbedingungen, das schminkthema kommt ständig auf (und zwar bis dato ausschließlich jenseits eines kontextes, als dass dies bewusst erlaubt bzw. gar pädagogisch gewollt ist) und schulausschluss ist nicht gleich schulausschluss. von „jetzt gehst du heim“ bis zu zweiwöchiger suspendierung ist schließlich viel spielraum. und: die wirklichen störer verpassen auch nichts, wenn sie gehen müssen. aber die anderen können davon profitieren.

      aber groß rumdiskutieren wollte ich da jetzt wirklich nicht. müssten sonst große aufsätze werden, damit das alles – was so in der direkten kommunikation kaum passieren mag – nicht missinterpretiert wird.

  5. die Schmith schreibt:

    Mir fällt gerade wieder mal was ein. Haben deine Schülerchen schon mal so dokumentarische Beiträge aus anderen Ländern gesehen? Also welche, in denen Kinder erklären, wie toll es für sie ist überhaupt in die Schule gehen zu können, welche Strapazen sie teilweise auf sich nehmen, dass es nicht überall selbstverständlich ist, dass es Schulbildung gibt, dass viele Kinder gerne gehen würden, es aus diversen Gründen aber nicht können, weil sie z.B. arbeiten müssen, damit die Familie überlebt usw.

    Keine Ahnung, ob das einen Effekt hätte bei deinen Schülerchen, wünschenswert wäre es schon.

    Ich ziehe immer noch meinen Hut vor deiner Arbeit. Kopf hoch, du kriegst auch diese Rasselbande irgendwie durch dei Prüfungen. 🙂

    • frlkrise schreibt:

      Ja, auch das ist schon passiert…… Ich finde es aber wirklich sehr nett, dass du so nach Ideen suchst, um meine Gören zur Raison zu bringen. Davor ziehe ich den Hut. Danke!

    • Frau Buntstift schreibt:

      *Schülerchen* – das sind ausgewachsene Schüler, die nur sehr bedingt missionierbar sind!

      Abendgruß!
      Frau B.

      *Rasselbande* wie niedlich – da fällt mir auch was dazu ein ..

  6. Silberaugen schreibt:

    Erinnert mich, besonders die Schminksache, offen gestanden an Hundebesitzer. Wer hatte den Gag noch? Ich glaube dieser Vox-Hundeprofi-Kerl.

    Hund legt die Pfoten auf den Tisch und guckt den Besitzer an. Und der hat dann 5 Sekunden um zu sagen: „Na, komm hoch!“ um zu beweisen, dass er gaaaaaaaaaaaaaaaaanz sicher Chef im Haus ist.

    Liebe Grüße,

    Silberaugen
    ~ja, das war Kritik.

    • Frau Buntstift schreibt:

      ~ ja wenns so einfach wäre.

      Pawluff – wuff

    • frlkrise schreibt:

      Der Hundeprofi? Den sehe ich seeehr gerne. Aber wegen seiner „Hundeschule“! Jaja….das glauben ja viele Menschen: Kinder muss man wie junge Hunde behandeln…..

      • Silberaugen schreibt:

        Das wollte ich damit gar nicht sagen. Warum so agressiv?

        Ich finde nur die Vorstellung das die das machen, weil Sie es ihnen erlauben als sehr … naja. Mir erschließt sich das nicht. Ich bin großer Fan von Regeln die Bitte auch so gelten müssen. Regeln die ständig neu definiert werden animieren mich nur, ständig auch die Grenzen auszuprobieren um zu sehen wie weit ich gehen kann.

        Wenn man mir keine Konstante gibt, dann schaue ich inwieweit ich das gerade festgelegte beugen kann und auch eine Autoritätsperson muss sich dann ständig mit neuen Machtkämpfen auseinander setzen.

        Nur mal so von einem „Verhaltensoriginellen“ zum Thema verhaltensoriginelle Schüler.
        Das soll natürlich kein pädagogischer Ratschlag sein, aber vielleicht hilft ja eine etwas andere Perspektive.

        Alles Liebe,

        Silberaugen

  7. FrauB schreibt:

    Als Unterrichtende, die den Kampf um die abgeschalteten Telefone schon längst verloren hat („Bei Ihrem langweiligen Stoff muss ich mir wenigstens den nackten Mann auf meinem Handy anschauen“, oder auch: „Was, sie kennen Supertalent nicht? Warte mal, ich zeige ihnen bei youtube“) möchte ich Ihnen, liebe Frl. Krise, hier und heute abend zurufen: Doch, Sie wissen, wie es geht und Sie sind streng genug. Und Sie mögen Ihre Schüler. Also, weiter so!
    Schminkzeug ist bei „meinen“ gerade gar nicht so aktuell. Aber Medikamente! Sie stoßen mit Nasenspray an und spendieren sich gegenseitig rezeptpflichtige Schmerztropfen, lassen Pillenpackungen aus ihren Taschen rutschen und nehmen – der Klassiker – die Antibiotika ihrer Eltern und Geschwister „zu Ende“. Dass mich das fast in den Wahnsinn treibt und ich mir in aufklärerischer Absicht den Mund fusselig rede, ändert daran genau gar nichts.
    Viele Grüße
    FrauB

    • frlkrise schreibt:

      Danke für den „Zuruf“.! Und wegen der Medikamente: ich bin auch manchmal geschockt, was die alles dabei haben…. Nesrin, die holde Närrin, verteilte Antibiotika gegen Kopfschmerzen…… Ich hab mir in Bio auch Fransen an den Mund geredet, hoffe, es hat gewirkt….

      • Ulla 39 schreibt:

        Türken und ihre Nachkommen sind erstaunlich immun gegen starke Medikamente, Höchstdosen und für uns nichtkombinierbare Pillen etc. Die überleben das! Ich wünsche Ihnen, daß Ihr Reden in Bio hilft, nur hab‘ ich da so meine Zweifel. Was Sie aber nicht entmutigen soll.

  8. umblaettern schreibt:

    Ich glaube, wer noch nie ernsthaft versucht hat, gegen Unmengen an Pubertierender anzureden, kann sich gar nicht vorstellen, wie das ist. Die schöne Theorie, die uns die Uni lehren will oder kluge Männer mit noch klügeren Büchern, bei denen ich so schon einen dicken Hals bekomme, ist halt eben nur das: Schöne Theorie. Hut ab, Frau Krise. Meine Bewunderung haben sie.

  9. Elfchen schreibt:

    Ich habe den Eindruck, dass Sie Ihren Job gut machen. Und alle, die anderer Meinung sind, haben vermutlich noch nicht mit Schülern dieser „Sorte“ gearbeitet.

  10. sweetkoffie schreibt:

    Frl. Krise, mir gefällt Ihre Einstellung und wie Sie mit der Schulsituation und Ihren Schülern umgehen.
    Bezüglich der Eckpfeiler kann ich Ihnen nur beipflichten, auch ich als Mutter schlage täglich diese Pflöcke in den Boden der Tatsachen, manchmal enger, manchmal weiter gesteckt, je nachdem wie es die Situation erfordert. Schließlich brauchen meine hübschen Mitbewohner ein Korsett an dem sie sich aufrichten und reiben können, das ihnen aber gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit bietet.
    Bekanntlich fängt man ja auch mit Speck die Mäuse, in Ihrem Falle mit einem Schminkevent die Aufmerksamkeit der pubertierenden Mädchen.
    Die Schüler/innen möchten doch in ihren Bedürfnissen respektiert und ernstgenommen werden, dann sind sie auch bereit -wenigstens ab und zu- sich am Riemen zu reißen und und sich unterrichten zu lassen.

    Frl. Krise, ich lese so gerne hier mit und mir gefällt was und wie Sie Ihren Alltag beschreiben. Auch finde ich, dass es doch oft auch ernsthaft in den Kommentaren zugeht.
    Weiter so!!!

  11. IO schreibt:

    Aus meiner Sicht ist der Frust selbst verschuldet.
    Immer wieder lese ich wie unmöglich dieses oder jenes Verhalten der Schüler ist und dann kommt plötzlich so ein Beitrag. Wer das Fehlverhalten seiner Schüler toleriert und keine klaren Grenzen zieht, der muß sich nicht wundern, wenn die Schüler die schwammigen Grenzen immer weiter ausloten. Woher sollen die auch wissen, wann Schminke nun gerade okay ist und wann nicht. Das erscheint mir ziemlich willkürlich.
    Ob die hier geschilderte Beziehung zu den Schülern das wert ist, scheint mir ziemlich fraglich. Ohne selbst in der Situation zu sein läßt sich sowas freilich leicht sagen. Auf der anderen Seite tut Frendwahrnehmung manchmal auch ganz gut, weil wir alle dazu neigen betriebsblind zu werden und das eigene Handeln mit fehlerhafter Logik rechtfertigen.

    • und wer bestimmte Dinge noch nie in Praxi getan hat, weiß nicht, wie weit sich Praxis und Theorie unterscheiden.
      Als 40jährige durfte ich noch einmal zur Berufsschule und hab 16, 17jährigen (rein deutschen) Mädels zugesehen, wie sie im Unterricht auftraten und welche Strategien die Lehrer verfolgten.
      Leider waren die strengen „Körnels“ bis auf eine Lehrerin nicht erfolgreicher als die „ichziehesdurchfürdiediezuhören“. Die Opferlehrer wurden eiskalt fertig gemacht und wer von den Schülern nicht mitzog, hielt sich zurück. Nur eine Lehrerin, die feierte Erfolge und sie war eine (sehr junge) Version von Frl. Krise. Sie schaffte die Balance zwischen Freundschaft/Beziehung und Strenge. Die zog die Grenzen auch jeden Tag neu und durchaus anders. Ihr Kurs war derjenige, wo es am Schluss die wenigsten Fehlerpunkte in der Prüfung gab, gleichauf mit der einzigen erfolgreichen Körnel-Lehrerin.

      FKP

  12. michael schreibt:

    @Elfchen
    > Und alle, die anderer Meinung sind, haben vermutlich noch nicht mit Schülern dieser „Sorte“ gearbeitet.

    Nun man kann halt ungetrübt durch irgendwelche Kenntnisse und eigene Erfahrung am besten gute Ratschläge ansondern. Ist in der Politik und anderen Gebieten genauso.

  13. Hellhound schreibt:

    Das Problem von Ratschlägen und Tips ist doch immer, dass es sich nur um „Universal“-rätschläge handelt. Da nun jeder Mensch ein Individum ist (sein sollte), kann man nicht alles pauschalisieren.
    Ich denke, Frl. Krise hat Ihre Klasse schon soweit kennen gelernt, dass sie eine brauchbare Alternative zwischen streng und nachsichtig gefunden hat. m.E. kommt nämlich auch gerne mal der Dickkopf der Schüler durch, wenn die Regeln zu streng sind.
    Von mir also auch ein „Weiter so, Frl. Krise!“

  14. TickleMeNot schreibt:

    Von Michael:

    „@Elfchen
    > Und alle, die anderer Meinung sind, haben vermutlich noch nicht mit Schülern dieser „Sorte“ gearbeitet.

    Nun man kann halt ungetrübt durch irgendwelche Kenntnisse und eigene Erfahrung am besten gute Ratschläge ansondern. Ist in der Politik und anderen Gebieten genauso.“

    Dazu will ich dann doch nochmal was sagen. Vielleicht steht es mir nicht zu, vielleicht liege ich völlig daneben, aber sagen muss ich es.

    Es gibt halt Menschen, so wie ich, die aus welchen Gründen auch immer, keine Kinder im schulpflichtigen Alter, selbst Abitur an einer guten Schule gemacht, oder was auch immer – sich nicht vorstellen können was „heutzutage“ an Schulen abgehen kann.
    Bei mir kommt dann noch hinzu, das ich in einer Stadt aufgewachsen bin und lebe, in der es vergleichsweise wenig Menschen mit Migrationshintergrund gibt. Und die, die es gibt, leben zumeist in einem Stadtviertel kurz vor der Stadgrenze, soll heissen, man sieht sie einfach nicht wenn man nicht selbst da lebt.

    Man hat einfach keine Möglichkeit, sich vorzustellen das die Dinge auch anders sein können.
    Das es Eltern gibt, die ihre Kinder nicht dazu anhalten ihr bestes in der Schule zu leisten, warum auch immer. Ob sie nun mit dem neuen Land und den neuen Sitten überfordert sind, ob sie nun einfach zu sehr vertrauen – egal was.

    Man muss tatsächlich erst hören und verstehen, das es manchmal einfach wichtig ist, wenn Nesrin ihre Schminksachen auf dem Tisch behalten darf, das es vorkommt das Emre fragt ob er eine SMS an sein Herzliebchen schicken darf, etc.

    Ich glaube nicht, dass da bösartig an Frl. Krises Kompetenz gezweifelt wurde. Viel mehr, das man nicht verstehen kann, warum nicht alles so glatt abläuft wie in seiner eigenen Schulzeit.

    Vielleicht hab ich jetzt zu viel gesagt, vielleicht ist es auch Blödsinn und falsch aber ich finde das man es sich auch zu einfach macht wenn man jetzt jeden Kritiker als jemanden darstellt der sich einfach nur wichtig machen will.

    • michael schreibt:

      Eh, das ging mehr gegen Frl. Krise, wo sich beschwert, dass die Kommentaren (zum großen Teil halt keine Lehrer) sie mit gutgemeinten Ratschlägen überschütten, bzw ihr vorhalten, dass sie keine Disziplin durchsetzen kann.

  15. annagoesaustralia schreibt:

    Ich kann Ihr verhalten vollkommen verstehen, vielleicht aber auch wirklich gerade deswegen, dass ich bis vor kurzen ja noch Schülerin war.
    Es hat nun wirklich nichts mit der Schulform zu tun oder damit, wie streng sich der jeweilige Lehrer gibt.
    SMS geschrieben werden immer im Unterricht, egal ob das Handy sofort einkassiert werden könnte oder nicht. Gequatscht wird immer, Zettelchen werden auch immer geschrieben. Man kann auch auf seinem Handy etwas schreiben und das weitergeben oder sonst was machen.
    Ich spreche da jetzt mal aus Erfahrung und sage, dass es auch bei den Lehrern passiert, die als besonders streng gelten. Von daher würde ich mal nicht behaupten, dass diese Problem selbstverschuldet sind.

    • umblaettern schreibt:

      Ich wage mal zu behaupten, dass jeder Lehrer hier und da ein Auge zudrückt. Wenn man mal vor einer Klase gestanden hat (und nicht als referathaltender Schüler, da kuckt man ja eher auf das Blatt als auf die Schüler oder ist froh, wenn so wenig wie möglich zuhören (; ), ist es erstaunlich, was man als Lehrer sieht, von dem man als Schüler _felsenfest_ davon überzeugt war, dass die das da vorne niiiehieeeeee im Leben mitkriegen. Ja, Pustekuchen. Aber würde ich jeden Kleinkram bemängeln, würde ich gar nicht zum Unterrichten kommen. Und das gilt für schon für Klassen, die als unproblematisch gelten.

      (Und das hier war kein Gegenreden, das war eine Bestätigung ^^)

      • annagoesaustralia schreibt:

        Ich hab nie behauptet, dass die Lehrer es nicht mitbekommen. 😉
        An sich habe ich ja nur gesagt, dass es immer passiert, egal wann wie und wo. Von daher danke für die Bestätigung.

    • frlkrise schreibt:

      Nur gut, dass noch ein paar Experten hier mitlesen!

      • annagoesaustralia schreibt:

        Experten?
        Ich dachte eigentlich nur, dass dies logisch sei und es schon immer irgendwelche Möglichkeiten, beispielsweise zur Kommunikation gab oder Schüler die schwänzen etc. und das dies kein neues Problem sei….
        Und es schwänzen ja wohl nicht nur Kindern von Eltern, die sich nicht genug drum kümmern, sondern auch von Eltern, die sich sehr dafür interessieren, dass ihre Kinder gut in der Schule sind.

      • frlkrise schreibt:

        Ich meinte, die wahren Experten für das, was an den Schulen passiert, sind doch die Schüler!

      • annagoesaustralia schreibt:

        Das stimmt auch wieder.
        Auch wenn ich sagen muss, dass man diese Sicht auf den Lehrerberuf erst später entwickelt. 😉
        Meine Favoriten waren übriges eher die Lehrer die hier glaube ich als „Körnel“ bezeichnet werden.

      • umblaettern schreibt:

        Fräulein Krise, sie brauchen einen Sarkasmussmiley,sonst kann ich das nicht mehr unterscheiden ^^

  16. Chow schreibt:

    Als ehemaliger Schüler einer „Problemschule“ kann ich Frl. Krise nur zustimmen. Mann muss sich irgendwo in der Mitte treffen. Ein Beispiel: Religionsunterricht, Doppelstunde Mittwochsmorgen. Bin natürlich selten vor 9:00 Uhr aufgetaucht, sondern habe noch gemütlich mein Käffchen getrunken und die Morgenzigarette gequarzt. Meine damalige Lehrerinn kam mir dann entgegen und ich durfte meinen Kaffee im Untericht trinken und wir haben ne Raucherpause eingeführt. Hat mich damals so beeindruckt, dass ich Ihren Unterricht (fast) immer pünktlich aufgesucht habe und auch zwischendurch nicht mehr auf dem „Klo“ entschwunden bin. Wichtig ist, dass man als Schüler Respekt vor seinem Lehrer hat. Und zwar „Strassen-Respekt“ und nicht diesen Knigge-Bullshit.

    Weiterso Frl. Krise und nicht von irgendwelchen Hobby- oder noch schlimmer Dorfschulenpädagogen dissen lassen.

  17. Paddy schreibt:

    Hier auch mal was zum „Herhören“:

    Gruß Paddy

  18. Ulla 39 schreibt:

    “ … Und da kann ein unkonventionelles kleines Schminkevent so von Frau zu Frau sehr brauchbar für die Beziehungsebene sein, auch wenn es die Kunstpädagogin …“ Zu „von Frau zu Frau“ ist mir inzwischen ein- und aufgefallen, daß Sie, liebes Frl.krise, vermutlich die einzige reale, leibhaftige deutsche Frau sind, die die türkischen Mädchen kennen. Und deshalb ist selbst ein Schminkevent für sie sehr wichtig. Ansonsten kennen sie an deutschen Mädchen und Frau nur Kunstprodukte.

  19. Puh schreibt:

    Thumbs up, Frl. Krise!

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