Zwischen krank und Schule….

Ich grüße alle, deren Ferien vorbei sind!!!! Um Punkt acht heute Morgen habe ich an euch gedacht!

Seit heute Mittag  umkreise ich den Schreibtisch. Ich muss noch ein bisschen nacharbeiten und mich vor allem vorbereiten. Und da liegen auch noch allerhand undurchsichtige Stapel….
Noch zwei Tage, dann bin ich auch wieder dabei!
Allerdings noch ohne Schülerkontakt: ich habe gleich eine eintägige schulische Fortbildung. Ich glaube, es geht um den Umgang mit schwierigen Schülern …die Anmeldung war schon vor Monaten, ich hab das Thema echt vergessen.
Diese „Schwierige-Schüler- Problematik“ hat so vielen Facetten und dominiert dermaßen unseren Schulalltag, dass eintägige Fortbildungen meistens mehr oder weniger nur der Entlastung der Kollegen dienen. Ein paar kleine neue Ideen, vielleicht im Glücksfall das Aufzeigen einer neuen Perspektive, zwei, drei Absprachen… ein bisschen Solidarität…mehr kann man wohl nicht erwarten.

Gestern habe ich stundenlang mit Frau Freitag telefoniert. Sie fragt sich und mich (wie schon so oft) , wie lange man wohl diese Form der Sisyphosarbeit, die wir „Unterrichten“ nennen, durchhalten kann…… Man bereitet sich vor, denkt sich herrliche Projekte aus    (ja, selbstverständlich sind die Schüler in die Themenauswahl usw. mit involviert!!!!!) und am Ende kommt dabei so wenig dabei raus, dass es fast wehtut. Wie eigentlich bei allem, was man so loszutreten versucht…
Frau Herz berichtet mir zufälligerweise abends von einem Treffen mit einer früheren Kollegin, die inzwischen nur noch aus Enttäuschung und Verbitterung bestehe und in den beruflichen Ausstieg steuere. Sie kann noch nicht mal mehr irgend etwas Positives an den Kindern finden…
Und ich lese die E-Mail einer Kollegin:
„Liebes Frl- Krise, erst mal gute Besserung. Ich hatte in deiner Klasse Vertretung und du hast nun noch mehr als bisher schon mein tiefstes Mitgefühl. Es war grausig. Ich hoffe, du bist nächste Woche wieder da!“
Naja… in meiner Klasse ist zuweilen nicht nur der Vertretungsunterricht  grausig…

Frau Herz nennt dieses  sinnlose unterrichtliche Abstrampeln „Heizen bei offenem Fenster“ und Frau Kirschbaum bekennt, dass sie sich in vielen Unterrichtsstunden vorkomme, als versuche sie, sich heftig wehrende Kleinkinder anzuziehen…Aber erst mal die Kinder einfangen, Frau Kirschbaum!  Die Vergleiche hinken und doch…!
Mir ist ein bisschen mulmig. Ich weiß genau, die Schule verschluckt einen mit Haut und Haaren, keine Chance für eine langsame Annäherung…schon nach einem Tag sind die freien Tage endlos weit weg – wie nie gewesen.
Aber so langsam muss ich ja wieder……. Ein bisschen freue ich mich, Kranksein macht auch keinen Spaß!
Gestern abend, bei meinem Abendspaziergang durch Facebook stolpere ich über Emre. Der schreibt mir: „gute beserung, Frl.kriese, wan komen sie wieder?“
Ach, Emre, nett wie immer, oder?

Aber…..aboooo….! Diese Rechtschreibung…..!

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23 Antworten zu Zwischen krank und Schule….

  1. Shannon schreibt:

    Langsames Annähern an die Schule ist nicht möglich, aber ich hatte nach dem Pre-Schulstress-Panikanfall gestern auch einen ganz ordentlichen Schultag, wie ich glaube. Ich durfte (?) sogar eine Stunde früher gehen, weil der Direktor den Kollegen erwischt hat, der schon seit elf Wochen die Klausuren hat… Manchmal glaube ich, das ist ein Irrenhaus. Es heißt wohl nicht umsonst BildungsANSTALT.

  2. Christian schreibt:

    Armes Frl. Krise – Sie sind um Ihre Schüler wahrlich nicht zu beneiden! Allerdings frage ich mich, ob die Lehrerinnen und Lehrer, die sich damals Mühe gegeben haben, uns die Zellphysiologie, die Sonatenhauptsatzform oder die großen Frauenromane des 19. Jahrhunderts beizubringen, vielleicht manchmal ähnlich gefühlt haben. Wir waren sicher etwas anders als Nesrin, Fuat und Emre, aber vielleicht nur auf anderem Niveau anstrengend…

  3. Frau Buntstift schreibt:

    Liebes Fräulein Krise,
    ich fühle mich gegrüßt!

    Wenn ich nicht wüsste wen meine Kinderlein bis Weihnachten als Lehrerin hatten – ich dächte sie seien von einer unlustigen Praktikantin unterrichtet worden.

    Na ja the same procedure as every year.
    Wiederholen und hoffen – hoffen – hoffen.
    Nach 34 Schuljahren immer noch hoffen.
    Hoffen, dass es nicht von Jahr zu Jahr noch schlimmer wird.

    Gruß.
    Frau Buntstift (gut erholt und voller Tatendrang – räusper)

  4. Frau Eva Luation schreibt:

    Liebes Fräulein Krise,

    gute Besserung!

    In der Tat war die erste Schulwoche des neuen Jahres ausnehmend anstrengend. Also wappnen Sie sich …

    Wir nennen es übrigens nicht „Heizen bei offenem Fenster“, was mir gut gefällt, bei uns findet doch recht häufig „Betreutes Wohnen“ statt… Mal sehen, was morgen die Schulvisitation zu unserem Wohnprojekt sagt.

  5. Steffi schreibt:

    Bin auch gerade krank und wäre tatsächlich lieber auf Arbeit. auf mich warten allerdings nur gut erzogene Bücher.

    Gute Besserung!

  6. fraufreitag schreibt:

    betreutes wohnen, hihihi, geniAl! wird morgen sofort benutzt. vielen dank. und frl. krise, gehen sie mal lieber bald wieder in schule, sonst bekommen sie noch bettbrand. da sehnen sie sich dann nach ein paar verschobenen rückenknorpel, wenn erst der rücken offengelegen ist… und das müffelt…glauben sie mir, ich habe vor dem studium (kurz) als ambulante pflegekraft gearbeitet.

    aber ich wünsche trotzdem noch erholsame freie tage. aber nicht zu viel glotzen!!!! nicht gut für die augen…

  7. CeKaDo schreibt:

    Ich frage mich schon ewig, an welcher Stelle was genau schief läuft.

    Ich stehe als Ausbilder am Ende der Bildungskette junger Leute. Vor und neben mir waren, so berichten mir meine Schüler und so sehe ich sie wöchentlich, frustrierte und abweisende Berufsschullehrer. Davor waren es frustrierte Lehrer in der Schule, die keine Ruhe mehr in die Klasse brachten, nicht auf die Schüler eingingen und nur Stoff durchpeitschten, den ohnehin niemand wirklich verstand.

    Und davor gab es die Grundschule. Da war angeblich die Welt noch in Ordnung. Doch wenn ich mich an die Zeit erinnere, die meine Kinder dort verbracht haben, gruselt es mich noch heute.

    Meine jetzigen Schüler können in Sekunden mit dem Taschenrechner Kurvendiskussionen durchführen, sind aber nicht in der Lage, acht Stunden Unterricht durchzuhalten, ohne eine Symbiose zwischen Tisch und Kopf einzugehen. Ebenso wenig, wie sie 26 x 256 von Hand und ohne Taschenrechner ermitteln können.

    Sie wissen, wie viel ein Döner wo kostet, haben jedoch keine Ahnung, wie man eine Überweisung macht und was man tun muss, wenn jemand etwas vom Konto abgebucht hat, was er nicht sollte. Sie sind Anfang 20 Jahre alt. Diese Kinder haben die Schnauze voll von Schule und Lehrern sowieso. Sie wollen nie wieder eine Schule betreten und sie sind nicht ausbildungsfähig, weil sie sich von einem, der mehr weiß als sie, nichts sagen lassen wollen. Über ihre Eltern reden sie als Wohnungsgeber und Kühlschrankfüller, die keine Ahnung vom PC und Internet haben. Sie selbst wissen nicht, was die Abkürzung www bedeutet und wozu man einen Virenscanner braucht.

    Wer ist dafür zuständig, dass diese Menschen so sind, wie sie sind? Ein weiser Mann in der Antike hat mal gesagt, man möge uns davor behüten, dass uns diese Jugend jemals regiert.

    Aber wenn ich mich recht erinnere, haben meine Eltern von mir auch nichts gehalten. Und deren Eltern von ihnen und deren …

    Könnten wir nicht endlich mal anfangen, unsere Aufträge wirklich mit Liebe und Leidenschaft zu erfüllen? Vielleicht sollten die Frustrierten ehrlich zu sich sein und den größten Schaden damit verhüten, dass sie rechtzeitig gehen. Das können auch Eltern. Ich denke auch, das hat nichts mit „sich aus der Verantwortung stehlen“ zu tun. Es hat vielmehr etwas mit Ehrlichkeit zu schaffen.

  8. Elfchen schreibt:

    Sie scheinen schon ne schwierige Klientel zu haben. Bei uns sind einige wenige Schüler so, wie sie es beschreiben, aber bei Ihnen scheinen ja fast alle so zu sein. Bin halt an einer eher ländlichen Schule.
    Ich denke, das Einzige, was hilft, um nicht total frustriert zu sein, ist, die Ziele nicht so hoch zu hängen. Und wenn nur betreutes Wohnen drin ist, dann ist es eben nur betreutes Wohnen. Die Schüler lernen auf jeden Fall etwas bei Ihnen, auch wenn es nicht reicht, um damit den Abschluss zu bekommen. Man muss sich, glaube ich, auch immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es nicht an einem selbst liegt, wenn die Schüler nicht genug lernen, sondern daran, dass sie nicht wollen/können. Oder?
    Ich finde es jedenfalls toll, wie engagiert Sie sind, auch wenn Sie ja anscheinend schon länger in dem Job arbeiten. Das macht mir auf jeden Fall Mut, dass man nicht automatisch ein frustrierter Lehrer ist, sobald man eine gewisse Anzahl Schuljahre auf dem Buckel hat.

  9. croco schreibt:

    Es ist schon lange her, da verbrachte ich eine Nacht auf dem Flur einer Jugendherberge.
    Neben mir saß eine Kollgin einer anderen Schule. Unsere Klassen hatten sich buchstäblich bis auf’s Messer bekämpft. Wir glaubten, es ginge um Fußball, aber das war auch egal. Jedenfalls saßen wir da, um nächtliche Rachefeldzüge zu verhindern. Ich ,jung und aufgeregt, die andere älter und abgeklärt.
    So gehen drei fragte ich sie „Wie halten sie das bloß aus?“
    „Man darf nicht aufgeben,“sagte sie, „Irgendwann werden Menschen aus ihnen.“
    Und so war es dann auch. Diejenigen, von denen ich dmals auf den Flur dachte, dass sie im Knast landen würden, haben heute Familie und Kinder. Und ich bekomme Fotos von den Neugeborenen und ab und an eine Einladung zum Grillen. Ach ja, einer ist Erzieher geworden, bei straffällig gewordenen Jugendlichen.

    Und so betreibe ich meinen Beruf heute mit Humor und Gelassenheit. Ich gebe mein bestes. Das ist nicht jeden Tag das selbe, aber immer das, was ich an diesem Tag geben kann.
    Ich denke, was die Schule, was ich ihnen nicht beibringen kann, erledigt das Leben.
    Es klingt saukitschig, aber es werden wirklich irgendwann Menschen aus ihnen.

    • frlkrise schreibt:

      Ja, das stimmt!…Zumindest die, von denen man später aktiv noch mal hört…! (Ich könnte leider gleich auch ein paar aufzählen, bei denen es schlecht ausging…)

      • croco schreibt:

        Ich auch, ich auch.
        Aber ich kann die Welt nicht retten, und schon gar nicht alleine.
        Sie sind, wenn wir sie in die Welt hinaus lassen, auch dafür selbst verantwortlich, was sie tun.

      • frlkrise schreibt:

        VOHER auch schon…zumindest ansatzweise…

      • CeKaDo schreibt:

        @ croco: Sicher kann man allein die Welt nicht retten. Doch man sollte es jeden Tag auf´s Neue versuchen. Die Kinder brauchen und lernen nur durch Vorbilder. Und da kämpfen wir gegen Leute wie Comicgestalten, Bushido, Gangstas und andere Ghettovorbilder.

        Sollte es mir nicht gelingen, diese Welt zu verbessern, habe ich mir am Ende meines Lebens aber zumindest nicht vorzuwerfen, es nicht versucht zu haben.

  10. michael schreibt:

    > Aber…..aboooo….! Diese Rechtschreibung…..!

    Ich würd mal mit der Deutschlehrerin zanken! Obwohl, drei Worte waren ja richtig geschrieben.

  11. oxypelagius schreibt:

    Deutschlehrer? Rechtschreibung? Ne, hier gilt der altbaierische Satz: “ Die Schreiner haben zu Hause die schiefsten Treppen!“
    Ein Deutsch- und Sozialkundelehrer schrieb als Aufsatzthema an die Wand: Was ist die konzentrierte Aktion aus Arbeitgeber, Regierung und Gewerkschaften? Er meinte die konzertierte Aktion…

  12. Dreystein schreibt:

    vielleicht dient das zu Erheiterung:

    Zitat:
    lol, heute geschichte, wir machen so 2 gruppen, und dann n fragespiel.
    von jeder gruppe geht einer nach vorne, dann wird ne frage gestellt und die müssen die versuchen sie zu beantworten mit A,B,C oder D als antwortmöglichkeit.
    lehrer fragt so: die regeln wurden alle verstanden?
    lukas: jaaa, aber wie wird denn klar wer die frage zuerst beantwortet hat?
    lehrer so: hmm, da vorne sind 2 glocken, und der der sich mit einer aufmerksam machen kann an den geht die frage.
    erste runde, lukas geht vor, setzt sich hin, frage kommt, er nimmt die glocke, wirft sie auf den lehrer und schreit „DIE ANTWORT IST A“ xD

    Quelle: http://www.ibash.de/

    • frlkrise schreibt:

      Danke!!! ich habe mir die Sendung mit großem Interesse angeguckt! Guter Beitrag…. Und diese Lehrerin! …Ja, ich konnte viele Ähnlichkeiten entdecken!

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