Frl. Krise „übertreibt ihre Rolle“….

So, der Sonntag ist fast rum. Sonntage sind langweilig. Arbeiten will ich nicht (obwohl ich sollte, müsste und könnte) und Haushalt machen will ich auch nicht (obwohl es dringend nötig wäre). Männe ist nicht da und so verplempere ich den Vormittag mit einem halbherzigen Schönheitsprogramm und dem Aufsetzen einer Deutscharbeit (das konnte ich mir dann doch nicht verkneifen). Nachmittags telefoniere ich mit Frau Freitag, die aber gerade ein halbherziges Schönheitsprogramm machen will.
Dann treffe ich mich mit meinen Töchtern im Straßencafe. Wir genießen die letzten schrägen Sonnenstrahlen des Jahres und stellen uns wegen ein paar Wespen, die uns mit gezücktem Stachel bedrohen, hysterisch an.
Kaum ist die Sonne weg, wird es kalt. (Die Heizung darf man aber noch nicht aufdrehen, sagt Frau Freitag. Das wäre ein Gesetz!!!! No Heizung vor dem 1. Oktober! So’n Quatsch.)

Auf dem Nachhauseweg nehme ich den Bus. Neben mir sitzen zwei Jungen undefinierbaren Alters, irgendwas zwischen 14 und 17. Die beiden unterhalten sich halblaut und befummeln nebenbei ihre Handys, alles ganz normal, soweit.
Dann legte der eine seinen Arm auf die Lehne des Vordersitzes, stützt seinen Kopf auf den Arm, stiert auf den Boden und spuckt.
Nein, eigentlich spuckt er nicht, sondern lässt die Spucke herauslaufen.
Platsch…..
Ich denke, jetzt schlägts aber dreizehn! Wie ekelhaft ist das denn!!! Reicht es nicht, dass ich schon in der Schule einen Feldzug gegen das Spucken führen muss?
Da, er spuckt schon wieder!
„Hör mal auf hier rumzuspucken, is ja ekelhaft,“ sage ich zu dem Jungen.
Ich bin selbst ein bisschen erschrocken über mich. Der Knabe guckt mich leicht verblüfft an. „Wir sind hier im Buuus!“ kläre ich ihn uberflüssigerweise auf. Ganz wohl ist mir nicht dabei. In der Schule wäre das was ganz anders……
„Ey, is was? ,“ sagt der Junge ziemlich laut, “ Dreh dich um, wenn du das nich sehen willst! “
Er rotzt gleich noch einmal.
Jetzt sagt noch ein jüngerer Mann etwas zu dem Jungen und zwei Frauen tuscheln leise.
Gleichzeitig fährt der Bus eine Haltestelle an.
Die beiden Jungen stehen auf und gehen betont langsam und breitbeinig zur Tür, springen raus und der Spucker zeigt mir von draußen den dicken Finger.
Ich bin ganz zufrieden, dass ich noch ein paar Stationen fahren muss…..

Ich sag ja, Sonntage sind langweilig.

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10 Antworten zu Frl. Krise „übertreibt ihre Rolle“….

  1. Kitty schreibt:

    Das Spucken ist ekelhaft! Warum machem Männer das eigentlich?

  2. Federkissen schreibt:

    Ob das so eine Art neumodisches Reviermarkieren ist. Anpinkeln ist ja doch etwas umständlich, also Spucken. Bäh!

  3. shortend schreibt:

    Ich finde das so eklisch! Am Liebsten würde ich die Spucker dazu zwingen das mit dem Mund wieder aufzuheben…

  4. Juliane schreibt:

    Bäääähhh. Ich hasse Kinder…

  5. oxypelagius schreibt:

    Das Spotzen kommt eindeutig von den Fußballern! Das wurde vor ca. 10 Jahren auf dem Spielfeld ( wieder) Mode und hat im Prekariat voll um sich gegriffen. Apropos greifen: Ziemlich genau vor einem Dutzend und nochwas Jahren war der Griff in den eigenen Schritt große Mode, sozusagen als Hommage an Michael Jackson..

  6. Shannon schreibt:

    Ja, man wird die Lehrerin halt doch nie so ganz los. Aber wie Sie schon feststellten, es ist in so Situationen dann doch gut, wenn man noch ein paar Stationen zu fahren hat.
    Mit so einer Äußerung kann man sich ganz schön in die Bredouille bringen…

  7. fraufreitag schreibt:

    also frl krise… was stellen Sie sich da so an – was raus muss, muss raus.

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