Fix und foxi…

Mein erster Arbeitstag ist schon vorbei und obwohl ich kaum noch Piep sagen kann, schnell der Bericht vom Baumwoll-…..äh, Erdbeerfeld.
Pünktlich um sechs Uhr heute früh standen wir beim Bauern Härtel auf der Matte, Mehmet hatte ich im Auto mitgenommen  Der Bauer war nicht gerade begeistert von uns, die Erwachsenen pflückten nämlich schon seit drei Stunden, aber wir Schüler dürfen ja erst ab sechs, leider.
Es roch superlecker nach frischen Erdbeeren auf dem Feld, die Sonne schien noch angenehm  mild und löste gerade die letzten Morgennebel über den Feldern auf…. und ich sag’s ja immer: Arbeiten in der Natur – einfach traumhaft!
Wir bekamen so kleine niedliche Wagen für unsere Erdbeerschalen und dann wurden wir eingewiesen. Die Erdberen sahen echt verlockend aus…. ein prima Job!

Dann gings los:  Nur reife Beeren pflücken! In der Schale sollte jede gepflückte Beere gleich aussehen! Anfassen durfte man die Erdbeeren  auf keinen Fall! Und den Stiel um Gottes willen nicht zu nahe an der Frucht abmachen! Tempo, Tempo!
Ganz schön schwierig, sage ich euch und  alle zwei Minuten schlich sich  der Vorarbeiter von hinten an und machte uns rund. So  laut schreie ich höchstens in Lebensgefahr oder wenn Fuat austickt.

Neben uns pflückten fröhlich plaudernd  polnische Damen mit Sprayfrisur (extra strong), sehr großen goldenen Klunkern in den Ohren  und rot  lackierten Fingernägeln die Reihen ab. Wieso geht das bei denen  wie die Feuerwehr? dachte ich missgünstig, während  ich im Schneckentempo auf der Erde herum kroch und nach Erdbeeren fahndete.
Bereits nach dreißig Minuten wünschte ich mir dringend einen Sonnenhut mit eingebautem Ventilator, eiskaltes Cola light, Sonnenschutzmittel Faktor 50, Knieschoner,  Kopfschmerztabletten gegen Rückenschmerzen  und einen reichen Mann mit einer Yacht im kühl glitzernden Mittelmeer.

Um halb acht kollabierte ich fast, die Sonne stach unbarmherzig auf meinen Schädel, mein Rücken  drohte durchzubrechen und ich legte mich einfach platt neben meine beiden vollgepflückten Schalen.  Mehmet war echt süß, er goss mir sein lauwarmes Selterswasser mit Zitronengeschmack über den Kopf und sagt verschwörerisch: „Lass mal abhauen, Frl. Krise, is voll übertrieben krass hier, macht kein Spaaaaß!“  Ich nickte matt, rappelte mich mühsam auf, stopfte mir unauffällig eine Schale Erdbeeren in die Bluse und dann stolperten wir quer übers Feld Richtung Auto.
Ich kam mir vor wie bei einem Ausbruch aus dem Arbeitslager….. Hinter uns schrie der Vorarbeiter wie ein Verrückter, aber er schoss wenigstens nicht. Wir stellten uns taub, hopsten über die letzten Reihen, sprangen ins Auto und rasten mit durchdrehenden Reifen davon.

Erdbeeren sind nach meiner Ansicht  völlig überschätzte Früchte!

(Herr Freitag ist übrigens eben mit seinem stark lädierten (!) Wagen nach Hause entwichen. Wegen mangelnder Rundumversorgung hier bei mir…. naja….undankbares Geschöpf!)

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3 Antworten zu Fix und foxi…

  1. fraufreitag schreibt:

    Erdbeeren… warum?

  2. frlkrise schreibt:

    For you…Baby!

  3. krizzydings schreibt:

    ich kanns irgendwie garnicht glauben, dass hier ne richtige lehrerin von ihren erlebnissen schreibt….XD

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