Die Wildnis ruft

Scheiß-Ferien…….! Mich beschleicht immer mehr  so ein komisches Gefühl, wenn ich daran denke, dass ich  im August den Angriffen der Natur ausgesetzt bin…..
Eigentlich bin ich nämlich kein großer Freund von Chlorophyll, nur in der Stadt fühle ich mich  sicher und wohl, am besten gehts mir mit Frau Freitag im baumlosen Cafe. Wandern durch die Natur macht mir gar keine Freude, nur Blasen an den Fersen und Krämpfe am ganzen Körper und alles was herumkrabbelt, ängstigt mich.
Echt blöd, dass ich so gerne zelte! Ich fände Zelten aber noch tausend mal  besser, wenn es da draußen nicht so viele kleine und auch GROSSE Krabbeltiere geben würde, die speziell mir nach dem Leben trachteten….
Jetzt höre ich das Raunen der werten Bloggemeinde: „ Ist Frl. Krise nicht Biologie-lehrerin!?!“
Ja, sie ist! Shit.
Ich hasse Spinnentiere und Käfer……das ist VOLL genetisch bedingt, andere haben abstehende Ohren!  Ich kann nix dafür  und ihr solltet mich lieber bewundern, statt jetzt rum zu lästern: Trotz dieses erheblichen Händikäps habe ich  ein Biologiestudium durchgezogen !!!
So kleine Viecher sind mir ja schnurz, aber FETTE Spinnen und Käfer treiben mich schreiend in die Flucht. In der Stadt kommt es zum Glück nur selten dazu.
Zu Hause habe ich ein scharfes Schwert gegen derartige Attacken, den Staubsauger nämlich, den ich aber nur in für mich wirklich lebensbedrohlichen Situationen einsetze. Ich ziehe dabei übrigens immer die Brille aus, damit ich das Untier nicht so deutlich sehe, denn auch mit dem Staubsauger muss man ja ziemlich nah ran.
Ja, ja……ich weiß, Staubsauger ist nicht ökological correct!!!!!  Aber wenn ich doch so Angst habe?! Und ganz alleine zu Hause bin? Und es dunkel wird? Und niemand meine Hilfeschreie hört? UND ICH VIELLEICHT EINE PHOBIE HABE!!!???

Fakt ist, beim Zelten stoßen wir, besonders ich, jedes Jahr auf einen gräßlichen Mörderkäfer, biologisch heißt der Eichenbock, er wird aber von meiner family und meinem Freundeskreis beschönigend „Herr Eichelböck“ genannt…pfff, als wäre er ein entfernter Bekannter oder ein Nachbar…..Er kann bis zu 15 cm groß werden (ohne Witz!) und hat meterlange Antennen!
Letztes Jahr marschierte mir auf dem Zeltplatz so ein Exemplar, händygroß und bedrohliche Töne ausstoßend mit Tschingderassabum in mein Kloabteil (die Tür hatte unten einen Spalt) und trieb mich schreiend aus demselben….hach, war das oberpeinlich, alle Leute im Waschhaus haben geguckt und gelacht und mit Fingern auf mich gezeigt, war mir aber egal, ich wäre keine Sekunde länger alleine mit dem Ungetüm geblieben.

Ich habe mir schon einen Abreißkalender gebastelt, es sind nur noch 13 Tage bis zur Abreise….und  täglich betrachte ich ein kleines Bild von Herrn Eichelböck in einem Biobuch um mich abzuhärten. (Meine Schüler finden den übriges auch „voll krass eklisch“ und Emre wollte mir sogar sein Anti-Dog-Pfefferspray schenken.)

Ich tu mir ja sooooo leid….

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2 Antworten zu Die Wildnis ruft

  1. Herr Anton schreibt:

    Oh Frl. Krise, ich kann es mir bild- und tonhaft vorstellen, wie dieses von Ihren Freunden verniedlichend „Herr Eichelböck“ genannte Relikt der Altsteinzeit in voller Montur, aufrecht gehend, in Ihren kleinen Zeltplatz-Waschhaus-Rückzugsraum eingedrungen ist. Und dabei (mit Tschingderassabum) einen Marsch auf seiner Pauke spielte. Oder war es – noch perfider – das Moorsoldatenlied, heißt es dort doch „Wohin auch das Auge blicket, … Eichen stehen kahl und krumm“ – na weshalb denn wohl?
    Die Idee mit dem Staubsauger ist geradezu genial, das Laserschwert des (sub-)urbanen Erdlings. Sie sollten einen Akku-Staubsauger in Ihren Ferienkoffer packen und auf dem Zeltplatz, besonders im Waschhaus, allzeit bereit halten!
    Mitfühlende Grüße
    Herr Anton

  2. Shannon schreibt:

    Oh, Frl. Krise,

    es ist sogar ausgesprochen mutig, dass Sie trotz Ihrer Phobie solch ein Studium auf sich genommen haben. Und schlimmer geht es auch… Eine Kollegin von mir ist die Mentorin der neusten Bioreferendarin, die kein Blut sehen kann. Da sollten Sie mal sehen, was passiert, wenn die ein Rinderherz sezieren soll! Zu den Schülern können wir dann nicht mehr sagen, sie sollen sich nicht so anstellen…
    Ich hoffe für Sie, dass die Käfer und Spinnen Sie während Ihres Zeltens in Frieden lassen. Wenn nicht- nehmen Sie sich eine Katze mit, die sind ziemlich gut, was das Fernhalten von solchem Krabbelgetier angeht.
    Und falls Sie keine Katze haben (Ich ahne es schon…) und auch keine Freunde, die Katzen haben (Oder keine Freunde, wie die arme Frau/ Herr Freitag) dann schauen Sie doch, ob Sie sich aus dem Tierheim eine ausleihen können, in der Ferienzeit haben sie die da nämlich über.

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