Blödes Lehrerinnenauge!

Mental bin ich jetzt richtig in den Ferien angekommen.  Ich sitze im Park, mir ist heiß, ich mache ein Päuschen  auf meiner Fahrradtour zu Lidl. Warum aber sitzt da in meinem Kopf so ein kleines dummes Lehrerinnenauge und guckt?…..Und was es da sieht, ist mega-unerfreulich….. Wenn ich dem Auge befehle weg zu gucken, tut es so, als ob es ganz gehorsam wäre, aber nach kurzer Zeit blinzelt es doch heimlich weiter.
Lästig….

Was sieht es denn nun da, das Lehrerinnenauge, das kleine?
Es sieht eine junge Familie im Park. Mama, Papa, ein Krabbel-Baby , einen etwa zwei bis dreijährigen Jungen, eine karierte Decke, eine große Tasche mit Limo, Fladenbroten und Melone.
So weit, so gut.
Papa liegt auf der Decke, es ist warm, er ist müde und schläft. Jedenfalls tut er so, er wälzt sich ein bisschen herum, hat die Augen geschlossen und „geht nicht in Kontakt“ mit seiner Familie, wie die Supernanny das nennen würde.
Mama sitzt neben ihm, gähnt, guckt in der Gegend rum und setzt das Krabbelbaby mit einem kleinen Ruck immer wieder zurück auf die Decke….bestimmt schon zum xten Mal, viel Platz zum Krabbeln ist da ja nicht auf so einer Decke……
Der kleine Junge trudelt etwas planlos um die Szenerie herum, kein Ball, kein Sand, kein Spielzeug, kein anderes Kind, kein Nichts,……… nur eine schon leergetrunkene Petflasche, die  neben der Decke liegt …. Die nimmt er und beginnt mit dem Flaschenunterteil auf den Boden zu trommeln.
Mama bedeutet ihm mit einer Handbewegung nicht auf Papa und die Tasche zu hauen, sie selbst und das Baby scheinen aber als Objekte auch nicht  in Frage zu kommen.

Bleibt nur ein kleines Schild übrig, auf dem irgendwas zur Parkordnung steht, wahrscheinlich ‚Grillen verboten’, bestimmt aber nicht ‚Mit Flasche-auf -Schild -Trommeln verboten’.
Also trommelt der kleine Junge auf das Schild.

Rauf, runter, runter, rauf. Rechts, links, klong, schepper, knacks, kracks.
Die hält echt was aus, diese Plastikflasche, und macht außerdem ein sehr schön lautes Geräusch. Der kleine Junge guckt erfreut, endlich hat er was zu tun.
Rauf , runter, runter, rauf. Rechts, links, klong, schepper, knacks, kracks und noch mal
Rechts, links, rauf, runter klong, schepper, knacks, kracks.
Da springt Papa auf, ist mit einem Satz bei ihm, reißt ihm die Flasche aus der Hand und wirft sie in hohem Bogen Richtung Papierkorb. Die leere Flasche hat kein gutes Flugverhalten, kurz vor dem Korb landet sie, kollert noch ein Stück und bleibt dann  liegen.
Papa schmeißt sich wieder auf die Decke, Mama gähnt, Baby krabbelt und wird zurück gesetzt, Junge guckt dumm und wälzt sich ein bisschen auf der Wiese.

Mann, das nenne ich mal einen richtig  anregenden und Spaß machenden Kindernachmittag!!!! Kein einziges Wort reden diese Eltern mit ihren Kindern!! Kein Wunder, dass die dann in der Schule so desinteressiert und bildungsresistent sind !!! Hat denn noch niemand diesen bescheuerten Eltern gesagt, dass sie sich gefälligst mal……

RUHE !   LEHRERINNENAUGE SCHLIEß DICH SOFORT  !!
Es sind FERIEN !!

Ich springe auf mein Fahrrad, ist ja auch schon viel kühler geworden…….

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8 Antworten zu Blödes Lehrerinnenauge!

  1. Julius schreibt:

    Und dann wundert man sich, dass solche Schüler bei Sprachleistungstests schlecht abschneiden…

    Aber immerhin steht ihm noch eine große, von Papa geduldete Schildzerstörungskarriere bevor. Ich sehe schon, mit einem Karateschlag wird eines Tage die Masten von Schildern befreien… viel Krach macht das nicht, jedenfalls nicht so viel, dass das den Herrn Papa ernsthaft nervte.

  2. fraufreitag schreibt:

    genau so bin ich auch aufgewachsen.

  3. Federkissen schreibt:

    Ich nicht, zum Glück. Hat sich gelohnt, hab in der Schule meistens aufgepasst 😉

  4. Himmelhoch schreibt:

    Auch deutsche Eltern sehen ihre Kinder oft nur als Kindergeldbeschaffer und Störenfriede an, wie ja die besagte Nanny uns zeigt. Schade um die Kinder jeder Nation!

  5. frausieben schreibt:

    Na, aber wenigstens haben die Eltern nicht auf dem Kind rum getrommelt…das ist ja auch schon mal ganz schön.
    Übrigens hat sich Tochter nach einigen Anschubsern an Sie als Lehrerin erinnert. “ Ach diiiiiie? Ja, diiiiie war süss! Sach ma schöne Grüße“!
    Also Frl. Krise, schöne Grüße von Tochter soll ich Ihnen bestellen.
    Ich wäre übrigens sehr angetan, über einen Blogg-Beitrag über Frau Freitag und ihr Handy! Ich finde, das wäre ausgleichende Gerechtigkeit, nach dem, was Sie uns am gestrigen Abend mit ihrer Laune angetan hat! Wa` ja nüsch meha feialisch!
    😉
    Aber dann noch seeeehr nett -beim gefilmten Abschlußball kucken ihrer Klasse.
    Herzliche Grüße

    • frlkrise schreibt:

      Danke für die Grüße, huh, da bin ich ja froh, dass sich die Tochter noch positiv erinnert…das hätte übel ausgehen können 😉
      Das mit dem händy poste ich vielleicht morgen…..(Rache ist Blutwurst)

  6. sven-hh schreibt:

    man will sich ja erholen, sollen die kinder doch mal verständnis zeigen…. kann ja nicht sein das man sich auch noch mit ihnen beschäftigen muss….

    die denkweise einiger eltern erschreckt mich immer wieder Oo und ich hab noch nicht mal selbst kinder

  7. Shannon schreibt:

    Ach, Frl. Krise,

    das klingt mir gar nicht so sehr nach Lehrerinnenauge, sondern viel mehr nach einem ausgewachsenen Super-Nanny-Komplex. Aber ich tröste Sie: Soetwas ist behandelbar, ich habe es nach langjähriger Therapie auch hinter mich gebracht. Keine Sprüche mehr, kein Posen mit aufgestütztem Kinn im Stehen und auch das mit dem Plakateschreiben habe ich endlich unter Kontrolle.
    Es gibt Hoffnung.

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