Fiese Ferien…

Meine Schüler tun mir echt leid. Jetzt haben sie bald Ferien und können sich  nicht mal richtig darauf freuen.
Vier sind schon weg: in die Türkei, bzw. in den Libanon.
Zwei  fahren noch – eine Strapaze, in Konvois zu 5 –7 Autos (vollbesetzte PKWs mit mehreren Kindern)  zwei bis drei Tage lang – danke schön. Immerhin kommen sie mal raus aus der Stadt, sie fahren in „unser Dorf“, wo es zwar „voll schön“, aber „nichts los“ ist – Verwandte besuchen.
Ich frage mich ja ehrlich gesagt, wie meine Lieben diese Zeit überstehen werden, da sie große Hitze nicht ertragen, vor jedem Winz-Insekt einen hysterischen Anfall kriegen und das Abartigste für sie ist, sich in einer Gegend aufzuhalten, wo H&M , Burger King und Lidl weiter als fünf Minuten entfernt sind.
Na, jedenfalls können sie dann ihre schlechte Laune nicht an mir auslassen, wenigstens das!
ICH bin mal endlich an was NICHT schuld! Und ihre Eltern, die immer beteuern:
„Ist ganz lieb zu Hause, Ali/Merve, macht nie Probleme!“ haben die Gelegenheit viele schöne Stunden mit gut gelaunten pubertierenden Kindern zu verbringen.
Zwei, drei fahren auch mit der ganzen family  nach Essen oder Offenbach oder Neuss zu Verwandten. Richtig in Ferien, (ohne Verwandte, aber mit Meer oder Bergen oder so) fährt niemand. Die meisten bleiben in der Stadt.  Die kopftuchtragenden Mädchen können nicht mal ins Schwimmbad gehen. Ausflüge macht man nicht. An einen See fahren? Fehlanzeige. Ferienspiele? Uncool.
Was bleibt? Zu Hause hocken, Computer spielen, chätten, telefonieren, auf der Straße rumhängen, auf kleine Geschwister aufpassen (die armen Kinder) , Verwandten-besuche am Wochenende. Das wars. Besonders die Mädchen werden leiden, weil die vielen unbeaufsichtigten Stunden in der Schule wegfallen.
Ich sagte ja schon, meine SchülerInnen tun mir leid in den Ferien.
Und ich weiß jetzt schon genau, am ersten Schultag werden sie sich halbtot freuen wieder in die Schule gehen zu dürfen. Sie werden sich stürmisch mit vielen Küsschen rechts/links begrüßen, sich gegenseitig versichern, es war „voll langweilig“ , sie werden sogar mich aus Versehen freudig begrüßen.
Aber wenn dann nur das kleinste Fitzelchen Unterricht um die Ecke kommt, werden sie schreien und jammern und sich DRINGEND in die Ferien zurück wünschen.

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2 Antworten zu Fiese Ferien…

  1. Herr Anton schreibt:

    Geht es nicht den meisten von uns ein Stück weit so wie Ihren Schülern? Wünschen nicht auch wir uns gerade das, was wir nicht haben? Wollten wir nicht schon als Kind am liebsten das Spielzeug, das gerade die/der andere hatte?
    Bei wem regen sich nach drei Wochen Ferien bzw. Urlaub (so nennt der gemeine Werktätige, der weder unterrichtet noch unterrichtet wird, das ihm tarifvertraglich zustehende begrenzte Deputat arbeitsfreier Tage) nicht wieder erste Gedanken an die brötchenbringende Lohnarbeit? Zugegeben, manchmal sind es auch eher Gedanken der Furcht, über die Berge angehäufter Arbeit.
    Irgendwie ist es wie Ying und Yang, wie die zwei Seiten einer Medaille. Und nach der ersten Woche fühl ich mich dann schon wieder urlaubsreif. Wie ging es vorher monatelang ohne Urlaub? Am liebsten fange ich deshalb am Mittwoch, besser noch erst am Donnerstag wieder an. Sonst hält man das nicht aus.
    Grüße
    Herr Anton

  2. frlkrise schreibt:

    Oh…armer Herr Anton…

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