Voll altmodisch

„Haben Sie so…äh… also für die Kerzen am Weihnachtsbaum… wo man die reinsteckt…“ stottere ich. „Wie nennt man das noch mal?“
„Kerzenhalter!“ souffliert die Ikea-Verkäuferin und sieht mich leicht schräg an.
„Ja, genau! Kerzenhalter!“
Sie schüttelt den Kopf und seufzt mitleidig- als hätte ich anstatt eines iPhones nach einem Telefon mit Wählscheibe verlangt.
„Kerzenhalter für den Baum führen wir nicht. Das ist versicherungsrechtlich schwierig. Wenn da was passiert…. dann sind wir dran!“
„Wenn da was passiert? Meinen Sie, wenn es brennt? Aber dann dürften Sie ja auch keine Kerzen verkaufen!“
„Ja… hm… beim Weihnachtsbaum… die Leute wissen doch gar nicht mehr, wie das geht. Haben doch alle Lichterketten!“
„Alle nicht!“
„Na ja… aber die jungen Leute doch. Ich kenne niemanden, der noch Kerzen am Baum hat. Nur ganz früher meine Oma, ich kann mich noch erinnern, bei der war das auch so.“

BÄNG! Das hat gesessen.

„Ich habe zusätzlich eine Lichterkette am Baum, aber versteckt,“ verteidige ich mich. Wer will schon als altmodisch gelten? „Also, für den Tag. Abends finde ich Kerzen…“

Ihr Händy klingelt. Sie wendet sich ab: „Ja… nein, die sind noch hinten, ja, sag ihr Bescheid…..“
Ich setze mich in Bewegung. Pöh, Ikea – mir doch egal! Die denken wohl auch, sie hätten’s drauf!

Punkt zehn habe ich das schwedische Möbelhaus betreten und jetzt ist es viertel vor elf. Ich bin sehr gut in der Zeit! Jetzt noch schnell bezahlen…Aber mit mir strömt der ganze erste Schwung von Käufern in Richtung Kasse und kurz vor dem Ziel sprinten manche extrem los, um noch ein paar Plätze gut zu machen – überholen und drängeln. Bitte schön, wenn ihr euch stressen müsst – ohne mich! Ich mache Platz und latsche omamäßig gemütlich weiter. Leute, die noch Kerzen am Baum haben, lassen sich nicht hetzen. Außer mir geht nur noch eine junge Familie im Schlenderschritt. Papa – Typ Hipster ohne Bart schiebt einen Wagen mit zwei Kindern, die Mama – Typ Kollwitzplatz trägt ein Baby in einem Tragetuch.
Vor der Kasse ein schöner Stau!
Ganze zwei Kassen sind geöffnet. Zwei! Weniger geht ja fast nicht! Spinnen diese Ikealeute? Die Schlangen sind endlos. Nur an der einzigen Selbstbedienerkasse ist wenig los, also da anstellen und ruck-zuck bin ich auch schon dran. Neben mir steht die junge Familie, das heißt, das, was von ihr übrig geblieben ist. Die Mutter ist mit den Kindern durchgegangen, nur der Vater versucht hektisch mit dem System klar zu kommen. Sein Scanner piept nicht, weil er nichts annimmt. Ist der kaputt? Suchend schaut Papa hin und her, aber der Ikea-Abgeordnete mit Hilfsmission ist bei einem anderen Kunden.
„Mist!“ schimpft der junge Papa vor sich hin. „Weshalb geht der jetzt nicht?“
„Sie müssen allerdings auch den Knopf unten am Scanner drücken!“ sage ich bescheiden und denke, Mann, wie rückständig ist der denn?
„Ahhh! Stimmt! Danke!“ Dem jungen Papa geht ein Licht auf ( Glühbirne, LED oder Kerze?). Er entspannt sich und lächelt mich an. „Ich mach das zum ersten Mal!“ sagt er entschuldigend und legt los. Piep! Piep! Piep!

Kein Problem!
Oma hilft gerne.

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Frau Herz nun wieder

„Unsere Weihnachtsfeier… ich hab die organisiert.“ Frau Herz rührte in ihrem Kaffee und betrachtete mich nachdenklich. „Wir gehen zu dem kleinen Italiener in der Kennedystraße, Ecke Clintonweg. Da soll man ganz gut essen. Kennst du den Laden?“
„Natürlich! Ich komm da jeden Tag vorbei. Drin war ich aber noch nicht.“
In der Kennedystraße gibt an jeder Ecke einen kleinen Italiener oder Griechen oder Türken. Nicht mal der verfressenste Mensch könnte sich durch alle durcharbeiten.
„Willst du auch kommen?“ fragte Frau Herz und legte ihre Stirn in Falten.
Ich war unschlüssig. Sollte ich da hingehen? Einerseits hatte ich Lust einige Kollegen wiederzusehen, andererseits – man gehörte doch nicht mehr richtig …
„Du musst ja nicht kommen,“ unterbrach Frau Herz meine Gedankengänge. „Du kennst sowieso niemanden mehr! Wir haben so viele Neue!“

Weshalb ich mich trotz dieser düsteren Warnung auf die Teilnehmerliste setzen ließ, weiß ich nicht mehr genau.
Wahrscheinlich, weil jeder Mensch auf mindestens EINE Weihnachtsfeier im Jahr gehen MUSS, um nicht als Outlaw zu gelten.

6. Dezember – der Tag des hl. Nikolaus und der unserer Weihnachtsfeier…
Es ist 18.00 Uhr, die Glocken der benachbarten Kirchen läuten um die Wette, dicke, nasse Schneeflocken wirbeln durch die Luft und ich im summe auf dem Weg zum Italiener alte deutsche Weisen wie „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer
 “ vor mich hin. Hach, mir wird direkt ein bisschen weihnachtlich zumute.
Da ist auch schon das Lokal! Vor dem Eintreten noch schnell einen Blick durch die Glasscheibe der Tür:
Absolut gähnende Leere im Gastraum.
Hä? Bin ich etwa die ERSTE? Na, das wäre ja voll peinlich! Da kann ich jetzt unmöglich schon reingehen! Was macht das denn für einen Eindruck! Als hätte ich sonst nichts zu tun….
Also wieder abdrehen und noch kurz im Second Hand Shop nebenan verschwinden. Nach kleiner Wühlung erstehe ich für das Mumpikind ein sehr schönes Jäckchen einer sehr teuren Marke, zahle sehr günstige 4 Euro und stelle wieder mal fest, dass der Werteverlust bei Kinderbekleidung noch dramatischer ist als der bei Neuwagen.
Nun ist es Viertel nach sechs und ich setze mich beschwingt in Bewegung. Now or never….
Das Lokal ist inzwischen gut gefüllt. Kollegen kann ich allerdings nicht entdecken. Trotzdem trete ich beherzt ein und frage die Bedienung nach der Weihnachtsfeier.
„Weihnachtsfeier von was?“
„Die Weihnachtsfeier der Julie-Manet-Schule.“
„Die ist da hinten!“ Die junge Dame zeigt auf einen Nebenraum und rauscht weiter.

Ah, da sind sie! An einem großen, weihnachtlich geschmückten Tisch sitzen schon etwa zwanzig Kolleginnen, die ….aber… nee…. ich lasse meinen Blick wandern… und nochmal… Was ist denn das?!
Lauter unbekannte Gesichter! Das kann doch gar nicht sein! Wer ist das? Was sind das für Leute?

Da höre ich Frau Herz Stimme durch den Raum schallen. „Du kennst sowieso niemanden mehr! Wir haben so viele Neue!“
Für einen Moment bin ich komplett verwirrt. Laute Fremde! Das ist unmöglich! Ein paar alte Kollegen müssten doch noch dazwischen sein. Aber nein!
Ich gebe mir einen Ruck: „Entschuldigung, was ist das hier für eine Weihnachtsfeier?“ frage ich eine Frau.
„Wir sind von der Julius-Leber- Grundschule!“

Ach sooooooooooo!
Julius –Leber! Nicht Julie Manet!
Ich stürze aus dem Nebenraum und stolpere an die Theke. „Tut mir leid, das ist aber die einzige Weihnachtsfeier hier!“ sagt die Bedienung.
„Aber… aber… das ist doch hier der Italiener Kennedystraße, Ecke Clintonweg, oder?“ stammele ich.
Die Frau grinst. „Nee, wir sind der Grieche Kennedystraße, Ecke Bushweg!“

Oh, Mann! Ich bin im falschen Lokal. Ich glaub es nicht! Ich bin nicht dement und die Kollegen gehören nicht zu meiner Schule. Alles klar. Alles auf Null.

Ich bin dann zum richtigen Restaurant gelaufen, nicht einmal hundert Meter weit, genau an der nächsten Querstraße .

Und da saßen sie! Im Italiener in der Kennedystraße, Ecke Clintonweg.
Lauter vertraute Gesichter.
Frau Herz, Frau Schaum, Herr Wolf, Herr Fischer und all die anderen. Ach, wie schön!
Drei oder vier Neue waren auch dabei.

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Futschi

Hilfe!
Xaver hat die Kommentarfunktion weggeweht.
Wer weiß, wie ich sie zurückbekomme?
Sie ist den Einstellungen überall aktiviert… ich bin ratlos!
Ach so, ja… schreibt mir bitte zu einem anderen Post, da geht’s ja komischerweise!

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Im Kaufhimmel

Weihnachtsgeschenke machen Spaß. Ich meine natürlich das VERSCHENKEN, nicht das Einkaufen. Erstens wird es mir immer fürchterlich warm im Kaufhaus, weil ich ja Klamotten für Frost und Fahrrad angezogen habe und zweitens nervt mich die lange Warterei an den Kassen. Ich hasse es Schlange zu stehen.
Gegen das Letztere hilft nur betont frühes Aufschlagen in den Konsumtempeln – na ja, was ich so ‚früh’ nenne.
Um halb zwölf durchkreuze ich das Kaufhaus. Meinen Zettel habe ich natürlich zu Hause vergessen, aber was man einmal aufgeschrieben hat, ist ja im Hirn verankert. Denkt man… aber bei mir ist das leider nicht so. Ich gondele die Rollteppen rauf und runter, ohne Sinn und System. Müsste ich all diese Treppen laufen, würde das mein Erinnerungsvermögen bestimmt schlagartig verbessern.
In der Kinderklamottenabteilung brauche ich nichts, muss aber da durch, um zum Spielzeug zu kommen. Raffinierterweise ist das Spielzeug ganz oben und gaaaaanz hinten. Damit man durch ALLE Abteilungen durchmuss. Das machen die mit Absicht, ich schwöre!

Ein Wühltisch bremst mich aus. Winzige Handschuhe! Richtig, ich wollte ja dem Mumpikind Handschühchen kaufen. Die vorschriftsmäßige Oma hat zwar ein Paar gestrickt, aber die sind nicht für extreme Wetterlagen geeignet und jetzt steht doch dieser Orkan mit Springflut, Kälteeinbruch, Schneeverwehungen und nicht mal Sven Plöger weiß, was noch allem, vor der Tür. (Die reden im Fernsehen andauernd davon, muss ich heute Nachmittag einen Hamsterkauf machen?)

Mit dem ausgewählten Paar steuere ich die Kasse an und stelle erfreut fest: Ich bin die einzige Kundin weit und breit. Der frühe Wurm sozusagen!
Die Kassiererin, eine junge, stark geschminkte Blondine in beneidenswert luftigem Blüschen und mit viel Gold an den Händen nimmt die Ware gnädig entgegen. “Frau Engel” steht auf ihrem Namensschild. Wie passend für die Jahreszeit!
Sie wendet die Handschuhe hin und her. Da baumeln drei Schildchen an den Handschuhen, aber es scheint was zu fehlen…
„Preis?“ fragt sie muffig, „ist ja kein Preis dran!“
Ist das etwa meine Schuld? Hört sich fast so an. „Tscha…,“sage ich unschlüssig.
„Warum nicht?“ fragt sie in strengem Ton weiter.
Woher soll ich das wissen? Arbeite ICH in diesen Laden? Ich überlege, ob ich anfangen sollte, mich zu ärgern.
„Haben Sie nicht geguckt?“
„Doch! Irgendwas mit 8 Euro neunundsiebzig oder so.“ Jedenfalls stand das an dem gleichen Paar, das ich auf dem Wühltisch gefunden habe. Ich hätte es ja auch gerne genommen, aber es war viel zu klein.

Die Kassiererin seufzt und wedelt mit den Handschuhen. „Wo haben Sie die her?“
„Von einem Wühltisch. Da hinten.“
„Wo? Da?“
„Nee, andere Richtung. Hinter den Mützen.“
Die Dame hebt mokant die Augenbrauen und reicht mir die Handschuhe.
Meint die gute Frau jetzt ehrlich, ich latsche zurück? Schwitzend mit allen Taschen und Tüten? Ich schüttle energisch den Kopf.
Sie stöhnt leise und rollt mit den Augen. Okay, ich kann’s verstehen, ich möchte auch nicht Kassiererin im Kaufparadies sein so kurz vor Weihnachten. Aber als Kundin habe ich es auch nicht leicht…
Madam grabscht mir die Handschuhe aus der Hand und entschwindet. Sogar im Abgang strahlt ihre Rückenpartie noch Vorwurf aus.
Nach einiger Zeit taucht sie wieder auf. (Und ab hier vermeidet sie sorgfältig jeden Blickkontakt mit mir.)
„Acht neunundNEUNZIG!“ sagt sie in strafendem Ton.
Woher sie wohl diese Summe hat? Bestimmt will sie mich bestrafen, hat noch was drauf gehauen.
Ich bezahle ohne mit der Wimper zu zucken.
Schweigend kassiert sie, gibt mir einen Cent Wechselgeld raus, schiebt mir die Handschuhe rüber, sagt nicht ‘Danke’, ‘Tschüss’ oder ‘Schönen Tag noch’, sondern dreht sich zu ihrem Kollegen, der gerade eintrudelt und tuschelt ihm mit schrägem Seitenblick auf mich etwas ins Ohr.

Ich möchte nicht wissen, was…

Engel, ha! Na ja, verbuchen wir’s unter: „Lasst uns frooooohoh uhund munter sein“ und weiter. Der Kaufhimmel hat noch viele Kassen…

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Ve-gans

IN-sein ist anstrengend. Ich glaube, ich fange erst gar nicht damit an.
Mit dem Essen geht es ja schon los: Vegan ist angesagt. Mindestens.
Vegan! Vegetarisch reicht nicht, das ist out – zu halbherzig irgendwie, nicht Fleisch, aber Fisch …

„Vegan ist ja sooo lecker!“ beteuert meine Freundin Anna nach einer vierwöchigen Probephase. „Allerdings, voll aufwendig das Kochen! Und Anton hat gesagt, den Quatsch macht er nicht mit. Ich muss also für ihn auch immer noch was machen.“ Anton ist Annas Männe. Ich habe ihn noch nie in der Nähe eines Herds gesehen…
„Zum Glück kochst du ja so gerne, Anna!“
„Ja, hm. Aber weißt du, was ich vermisse? Käse! Ach, Käse… der fehlt mir echt. Dafür esse ich jetzt Tofu, also Seidentofu, den mag ich inzwischen richtig gerne.“
„Du hast doch immer gesagt, Tofu kann man nicht essen!“
„Janein. Eigentlich schmeckt er ja auch wie Fensterkitt. Man muss ihn eben kräftig würzen.“

Na, überzeugend hört sich anders an.

„Hast du schon abgenommen?“ frage ich neugierig, denn Abnehmen, das wollte Anna auch. Zwei, drei Kilo in vier Wochen, hoffte sie zu Beginn der Experimentierphase.
„Kein Gramm!“ sagt sie düster, „dabei koche ich streng nach dem Kochbuch von Attila Hildmann und guck dir mal an, wie der aussieht.“
„Und fitter? Fühlst du dich fitter?“ Fitwerden, das war doch ihr zweites großes Ziel.
„Kein Stück!“

Hm. Vielleicht sind vier Wochen auch zu kurz? Vielleicht muss man sich länger vegan ernähren, drei Monate oder ein halbes Jahr oder noch länger um eine Wirkung zu erzielen? Vielleicht müsste sie mehr Sport treiben? Ich traue mich aber nicht, das zu sagen.

„Willst du denn jetzt so vegan weiter machen?“ frage ich stattdessen.
„Im Moment nicht.“ Anna seufzt.
„Ich…wir… also, letzte Woche… mir ist letzte Woche eine Gans dazwischen gekommen.“

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Morgengrauen

Ich bin eine gänzlich lust – und talentlose Handarbeiterin. In der Grundschule war ‚Handarbeit’ mein allerschlechtestes Fach und auch heute noch geraten Wolle und Nähgarn sofort in trotzige Verwirrung, wenn ich mich ihnen auch nur von Ferne nähere.
Fehlt ein Knopf an einer Bluse, bedeutet das ihr Todesurteil, hängende Säume pflege ich zu kleben und niemals käme ich ernsthaft auf die Idee textiles Gewebe mit Nadel und Faden kreuzstichartig zu verunzieren.

Nur Stricken. Stricken geht. Nicht gut, aber so lala. Also, ich meine natürlich simples Geradeausstricken – so wie bei Schals.
Und Sockenstricken. Ja, das geht komischerweise auch, natürlich mit hundertfachem Studieren der Anleitung, häufigem Aufribbeln, Flüchen und viel Alkohol.

Gestern Nacht habe ich vor dem Einschlafen noch ein bisschen mit weicher Wolle und hauchdünnen Nadeln an einem Minisöckchen für das Mumpikind herumgestrickt. Im Bett. Man hat ja Verpflichtungen und Aufträge vor Weihnachten.
Ja, ja, ich weiß! Im Bett soll man nicht fernsehen, nicht am Computer arbeiten, nicht lesen, nicht essen, nicht telefonieren und wahrscheinlich auch nicht stricken – das stört angeblich später den gesunden Schlaf, sagen Mediziner, die es wissen müssen.
Derartige Verbote interessieren mich nicht. Ich schlafe trotzdem gut.
Oder ziemlich gut.
Na ja, gut genug.

Ich habe also gestrickt und dabei „Domian“ gehört. Diese Sendung ermüdet mich immer total – ich glaube, mein Bewusstsein sträubt sich gegen das ganze menschliche Grauen, das da zügellos ins Dunkel der Nacht entlassen wird und flüchtet so schnell es kann in den Schlaf.
Jedenfalls hielt ich der ‚Bin durch Sexparty in die Drogenszene abgerutscht –Story’ keine fünf Minuten stand. Ich schaffte es gerade noch das Licht auszuschalten, den Computer zuzuklappen und das Strickzeug auf die freie Betthälfte zu verfrachten (Männe war nicht da), ehe ich ins Koma sank.
Gegen Morgen wurde ich wach, kochte mir einen Kaffee und ärgerte mich über die frühe Stunde. Jetzt schon richtig aufstehen? Niemals! Wozu bin im Pensionat?!

WARNUNG! Menschen mit schwachen Nerven sollten an dieser Stelle auf ihre Startseite zurückkehren!

Ich hopste also wieder in Bett und wälzte mich schwungvoll in die Kissen.
AUAH! Was war das? Etwas ekelhaft Spitzes! Mein Auge!
Kann ja gar nicht sein, dachte ich noch, im Bett gibt es nichts, was dich verletzen könnte! Der stechende Schmerz behauptete jedoch das Gegenteil und meine Hand ertastete eine Stricknadel. Sie steckte (ja steckte!) knapp über dem inneren Augenwinkel in der Haut, haarscharf neben dem rechten Auge.
Oh nein! Mein Auge! Bin ich blind? Es BLUTET! Was tun? Eine Stricknadel im Auge! HORROR!
Mein Gehirn drehte durch.
‚Nur die Ruhe’ sagte meine Hand und zog die Nadel langsam raus.
Puh! Oh Mann! Nix passiert!
Das hätte echt bös ins Auge gehen können! Mir wird jetzt noch anders…. Zum Glück blieb nichts zurück als ein winziges, inzwischen verschorftes Loch und eine kleine Schwellung.
Und die späte Einsicht:
Das Bett ist zu Schlafen da! Nicht fernsehen, nicht am Computer arbeiten, nicht lesen, nicht essen, nicht telefonieren und auch nicht stricken!

Na ja, dann mal … bis heute Abend!

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Kleine Verwechslung

Facebook! Immer wieder herrlich! Gestern Abend gucke ich mir ein Video an, das einer meiner Schüler gepostet hat.
Es zeigt einige Afrikaner, die einen jungen Türken kennenlernen, der ebenso wie sie Moslem ist und nicht Christ, wie sie zunächst annahmen. Große Freude! Es fließen sogar Tränen der Rührung und es kommt zu einer herzlichen Umarmung des Glaubensbruders.
Dazu kann man folgendes lesen:
Sie dachten zuerst er ist ein Christ, sie sind überrascht
(da die “weißen” die in Afrika unterwegs sind meistens christlich sind) Nigerianer sehen zum ersten Mal einen weißen Muslim

Das flasht die geneigte Leserschaft und die Kommentare sind entsprechend enthusiastisch:
„Gänshaut pur!“
„Ich habe diesen Video mehr als 30 mal gesehen und jedesmal musste ich wie ein kleines Kind weinen ,….!!!!“
„Leute Elhamdurilah das es um jedes Ecken und Kanten dieses Welt Muslimisches Schwester und Brüder gibts .!!!!“
Aber auch Andersgläubige fühlen sich angesprochen: „Ich binn Christ aber ich habe gänsehaut bekommen. Wir haben alle den gleichen Gott. Er vereint uns alle.“
Seitenlang geht das so.

Allerdings – wie immer im Leben – kommt dann plötzlich jemand von Ecke (wie meine Schüler sagen würden) und hat was zu meckern:

„Warum nennst du Schwarze ‚Nigerianer’ du Lappen!“

Ach, so kanns gehen, wenn man sich um politische Korrektheit gemüht, es aber offensichtlich gewisse Defizite in Erdkunde gibts!

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